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Zukunft der Reisebüros: Wir bleiben hier

Wer einen Urlaub buchen wollte, ging früher ins Reisebüro - heute gibt es alle Informationen im Internet. Die kleinen Läden in der Nachbarschaft gelten als aussterbende Gattung. Und doch sind viele Reisebüros verblüffend vital: Ihre treue Kundschaft schätzt sie als Tante-Emma-Läden des Tourismus.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...778464,00.html
  1. #10

    Überblick

    Zitat von medienquadrat Beitrag anzeigen
    Es gibt schon doch rationale, nachvollziehbare Gründe, warum sich wieder mehr Verbraucher einem Profi in Menschengestalt anvertrauen. Nur einmal das Beispiel Computerfachmarkt: Man kann noch so fit, sein, alle aktuellen Fachzeitschriften kennen, mit Bekannten diskutieren, Tests studieren..., letztlich rennt man doch herum und sucht das finale Gespräch mit dem Fachmann aus dem Personal...
    Ich behaupte jedoch, dass der Überblick über eine Reihe von elektronischen Artikel einfacher ist, als die Welt des Reisens. Weil es diese unendliche Vielfalt gibt, siehe mein Beitrag weiter oben.
    Dabei läuft es manchmal sogar umgekehrt, Beratung im Reisebüro, Buchung im Internet.
    Auch im Buchhandel ist es ähnlich. Es ist schön, wenn man im riesigen Hugendubel aus abertausenden Büchern eine Lektüre entdeckt. Aber komfortabler ist es via Amazon.
    Laut einer Statistik sind in den Reisebüros (nur aus dem Gedächtnis, habe keine Quelle, ist auch schon ein paar Jahre her) cirka 80 bis 90 % weiblich (Fluktuation durch Familiengründung, bzw. Teilzeit wegen Kindererziehung etc) und 23 komma nochwas Jahre alt. Also relativ jung und somit keine unendliche Reiseerfahrung mit Praxistips.
    Schade, denn Reisebüros sind ja alleine schon der Atmosphäre wegen (Deko) der erste Schritt in den Urlaub.
  2. #11

    Zitat von Oachkatzlschwoaf Beitrag anzeigen
    Ich behaupte jedoch, dass der Überblick über eine Reihe von elektronischen Artikel einfacher ist, als die Welt des Reisens. Weil es diese unendliche Vielfalt gibt, siehe mein Beitrag weiter oben.
    Dabei läuft es manchmal sogar umgekehrt, Beratung im Reisebüro, Buchung im Internet.
    Auch im Buchhandel ist es ähnlich. Es ist schön, wenn man im riesigen Hugendubel aus abertausenden Büchern eine Lektüre entdeckt. Aber komfortabler ist es via Amazon.
    Laut einer Statistik sind in den Reisebüros (nur aus dem Gedächtnis, habe keine Quelle, ist auch schon ein paar Jahre her) cirka 80 bis 90 % weiblich (Fluktuation durch Familiengründung, bzw. Teilzeit wegen Kindererziehung etc) und 23 komma nochwas Jahre alt. Also relativ jung und somit keine unendliche Reiseerfahrung mit Praxistips.
    Schade, denn Reisebüros sind ja alleine schon der Atmosphäre wegen (Deko) der erste Schritt in den Urlaub.
    ...also, die Atmosphäre passt Ihnen nicht, das Personal ist Ihnen zu jung, im Geschäft vor Ort lassen Sie sich beraten, kaufen dann mit dem Wissen aber im Internet ein... Hilfe! Wo bin ich denn hier reingeraten?!
  3. #12

    Erst lesen...

    Zitat von medienquadrat Beitrag anzeigen
    ...also, die Atmosphäre passt Ihnen nicht, das Personal ist Ihnen zu jung, im Geschäft vor Ort lassen Sie sich beraten, kaufen dann mit dem Wissen aber im Internet ein... Hilfe! Wo bin ich denn hier reingeraten?!
    Sie sollten sich die Mühe machen, und etwas sorgfältiger lesen. Ich bin seit fast 40 Jahren in der Branche und habe kein Interesse an Nestbeschmutzung. Es geht hier um meine tägliche Beobachtung und Einschätzung!
  4. #13

    nix-für-ungut

    zugegeben, ich hatte etwas sarkastisch auf oberflächliche Eindrücke reagiert. Jetzt lese ich mal genauer hin:

    Zitat von Oachkatzlschwoaf Beitrag anzeigen
    Ich behaupte jedoch, dass der Überblick über eine Reihe von elektronischen Artikel einfacher ist, als die Welt des Reisens. Weil es diese unendliche Vielfalt gibt, siehe mein Beitrag weiter oben.
    Dabei läuft es manchmal sogar umgekehrt, Beratung im Reisebüro, Buchung im Internet.
    Es gibt schon doch einen Vergleich her. In beiden Fällen vermittelt die Perfektion des Angebots dem Laien den Eindruck, das selbst beherrschen zu können. Wer erkennt, auf welchem Kofferband sein Koffer mutmaßlich erscheinen wird, kann nicht unbedingt eine Reise buchen, geschweige denn ein Reisebüro leiten.
    Und wer einen PC an- und ausschalten kann, wird nicht unbedingt ein Betriebsprogramm dafür schreiben können.
    Will sagen: Wenn der Ablauf einer Pauschalreise klappt, dann hängt sehr viel Erfahrung und Arbeit damit zusammen, dass es klappt. Und ein Bestandteil, dass alles klappt und in Ausnahmefällen keine Atmosphäre von Panik entsteht, ist nun einmal der Mensch in einem real existierenden Reisebüro, den man kennt, dessen Gesicht und Name einem geläufig sind.

    Zitat von Oachkatzlschwoaf Beitrag anzeigen
    Auch im Buchhandel ist es ähnlich. Es ist schön, wenn man im riesigen Hugendubel aus abertausenden Büchern eine Lektüre entdeckt. Aber komfortabler ist es via Amazon.
    Wenn jedes Einzelhandelsgeschäft in den Innenstädten geschlossen hat, wenn Menschen nur noch vor dem heimischen PC sitzen und allerhöchstens die Türe öffenen, wenn der Paketbote klingelt, dann ist es auch irgendwie egal, ob es uns Menschen noch gibt.

    Zitat von Oachkatzlschwoaf Beitrag anzeigen
    Laut einer Statistik sind in den Reisebüros (nur aus dem Gedächtnis, habe keine Quelle, ist auch schon ein paar Jahre her) cirka 80 bis 90 % weiblich (Fluktuation durch Familiengründung, bzw. Teilzeit wegen Kindererziehung etc) und 23 komma nochwas Jahre alt. Also relativ jung und somit keine unendliche Reiseerfahrung mit Praxistips.
    Leider helfen meinen Kunden (ich bin männlich) meine Erfahrungen aus den 60igern auch nicht weiter. Es mag zwar recht amüsant sein, wenn ich von menschenleeren Stränden in Spanien erzähle oder vom Lagerfeuer rund um Losmen in Asien, aber trotz altersbedingter Rechthaberei und immer weiter eingeschränkter geistiger Flexibilität ;-) findet so mancher Kunde es für seinen kommenden Urlaub einfach stilvoller, einem hübschen jungen Ding gegenüberzusitzen, was jedes Jahr mind. 3x auf Info fährt, seine Prüfung als Reiseverkehrskauffrau vor kurzem mit nahezu Eins bestanden hat und einfach neugierig in die Welt schnuppert, was es so alles gibt.

    Zitat von Oachkatzlschwoaf Beitrag anzeigen
    Schade, denn Reisebüros sind ja alleine schon der Atmosphäre wegen (Deko) der erste Schritt in den Urlaub.
    Das möchte ich nicht unbedingt anzweifeln. Aber das wird auch überbewertet. Die bunte Deko wird von den Reiseveranstaltern gestellt, damit Google Street View was hübsches zum Filmen hat ;-)
    Der Beleg, dass man im Reisebüro gut aufgehoben ist, der kommt zu 99% von deren Stammkunden. Man kann sie fragen, gut. Aber Reisebürokunden sind clever. Die geben ihre Empfehlungen meist nur an liebe Bekannte, Verwandte und an geschätzte Arbeitskollegen weiter, damit es bei den sehr langen Beratungszeiten pro Kunde nicht zu voll in den Reisebüros wird.
  5. #14

    Xyz

    Zitat von medienquadrat Beitrag anzeigen
    ....Der Beleg, dass man im Reisebüro gut aufgehoben ist, der kommt zu 99% von deren Stammkunden. Man kann sie fragen, gut. Aber Reisebürokunden sind clever. Die geben ihre Empfehlungen meist nur an liebe Bekannte, Verwandte und an geschätzte Arbeitskollegen weiter, damit es bei den sehr langen Beratungszeiten pro Kunde nicht zu voll in den Reisebüros wird.
    Freut mich, dass weitgehend Einigkeit besteht. Wie schon angedeutet, mache ich mir eher Sorgen um die Institution Reisebüro. Beim DRV kann man sicher die Statistik abrufen , wieviele davon in den letzten Jahren zumachen mussten. Die Renditen sind schichtweg lächerlich und zum Stichwort Beratungszeit: es macht zwar Spaß eine sympathische Familie lang und ausführlich über eine Ferienwohnung im Bayerischen Wald zu beraten, aber betriebswirtschaftlich ist das tödlich.
    Bei Flügen wird nichts mehr verdient, das waren mal 11% Provision. Besonders Airlines und Hotels sind voll auf dem Internet-Trip und können dort tagesaktuelle Preis je nach Auslastung (Yield) matchen. Ein Reiseveranstalter, der "unsichere" Flug- bzw. Bettenkontingente blockiert, rangiert inzwischen am Ende der Partnerschaft.
    Nach meiner Einschätzung muss sich ein Reisebüro spezialisieren (z.B. Kreuzfahrt) und flexibel sein (Kundenbesuche außerhalb der Dienstzeit).
    Und ich wiederhole mich: inzwischen buchen die meisten Kollegen ihren Urlaub im Internet, das kommt oft billiger als der Rabatt, den sie als geldwerten Vorteil versteuern müssen. Diesn Skandal haben sich neidische Finanzbeamte ausgedacht, die es einem "jungen Ding" nicht gönnen, zum Wohl ihrer Kunden durch die Welt zu reisen!
  6. #15

    ...

    die ganze Geizgeil-Mentalität gehört auf den gesellschaftlichen Prüfstand. Hinter den billigsten Angeboten steckt letztlich immer die Enttäuschung des Verbrauchers, der Verlust von Geldwert und die gegenseitige Wertschätzung einer Gemeinschaft untereinander.

    Und wenn dieser Bericht über Reisebüros die Initialzündung für eine breite, öffentliche Diskussion über die Rabattpsychose der Deutschen würde, dann täte es mich außerordentlich freuen.
  7. #16

    Gute Beratung,und nette Atmosphäre

    KLeines übersichtliches Geschäft, Gleichbedeutend mit= Dinosuarier der Branche!
    Liebe Frau Pia-Luisa Lenz!
    Dieser kleine Laden in Hamburg hat sehr wohl einen tollen glänzenden Internetzugang. Nämlich den, der Ihn auf der ganzen Welt mit sämtlichen Reiseveranstaltern DIREKT verbindet! Und ja es gibt Sie noch! Geschäfte die sich nur auf Ihr EIGENES Geschäft konzentrieren. Nein! Sie können hier keinen Kaffee kaufen oder irgendwelche Lebensmittel, Koffer, Medikamente, Eis oder Zeitschriften! Und ja! Es sitzen ECHTE Menschen darin!
    das alles Gleichbedeutend mit= Hier finden Sie die Reise die nach einer persöhnlichen Beratung tatsächlich zu Ihnen, Ihren Wünschen und Ihrem Geldbeutel passt!
  8. #17

    oben ohne!

    Zitat von Oachkatzlschwoaf Beitrag anzeigen
    ...
    Dabei läuft es manchmal sogar umgekehrt, Beratung im Reisebüro, Buchung im Internet.
    Auch im Buchhandel ist es ähnlich. Es ist schön, wenn man im riesigen Hugendubel aus abertausenden Büchern eine Lektüre entdeckt. Aber komfortabler ist es via Amazon.
    ...
    Komisch, bei mir läuft's gerade umgekehrt: Buch bei Amazon aussuchen, ISBN aufschreiben, örtlichen Buchladen anrufen und bestellen, am nächsten Tag abholen. Und beim Urlaub läuft es ähnlich: Es gibt eine Menge Bewertungsportale, die uns bei einer Vorauswahl helfen. Aber Bestellung und Buchung erfolgen erst nach einer abschließenden Beratung in unserem Reisebüro. Die dort erhaltenene Beratung rechtfertigt für mich auf jeden Fall einen höheren Preis. Und 20€ mehr für eine Kreuzfahrt für 2 Personen, wer damit Probleme hat, lässt sich auch in der Gaststätte auf den Pfennig genau herausgeben.
    Mir reicht schon der uniforme Anblick der Innenstädte, in denen Billig-Klamotten-Discounter, Handy-Shops, Apotheken und eine einschlägig bekannte Drogerie-Kette dominieren. Da muss nicht auch noch der Buchladen und das Reisebüro substituiert werden.
  9. #18

    Ähnliche Entwicklung bei Privatzimmervermietung durch Portale wie Monteurzimmer.de

    Ich selber betreibe zwar keine Reisebüro, aber ich vermiete mehrere Unterkünfte unteranderem über Portale wie Monteurzimmer-Portal für Monteurunterkunft, Monteurwohnung und Arbeiterunterkunft Auch bei der Privatvermietung merke ich wie das Internet das Geschäft verändert. Ich habe mich lange gegen die Nutzung von solchen Internet-Buchungsportalen gewehrt. Im letzten Jahr war meine Auslastung in den Unterkünften dann aber so gering, dass ich zum handeln gezwungen war. Nach anfänglichen Berühurngsängsten meldete ich mich erstmal bei Monteurzimmer.de an und hatte wenig später auch schon die ersten Buchungen. Trotz alledem erhalte ich weiterhin Buchungen über persönliche Kontakte Empfehlungen und Langzeitkunden. Worauf ich hinaus möchte ist die Balance aus Offline und Online. Mein Geschäft hätte Probleme, wenn ich es es nur online betreiben würde oder nur offline. Die Mischung macht es. Das gilt wohl für viele Anbieter als auch Nachfrager. Eine Reisebüro um die Ecke ist ohne Internet ja auch völlig hilflos, stellt aber den Mehrwert durch Informationsaufbereitung dar. Solange Kunden diesen noch honorieren und auch bereit sind zu zahlen, hat dieser Geschäftszweig eine Daseinsberechtigung.

    Nicht zu unterschätzen ist dabei die Gruppe der Kunden, die bewusst wieder verstärkt "offline lebt", was auch schon in mehreren Spiegel-Artikeln ausgiebig erörtert wurde.

    Es darf weiterhin spannend zu beobachten sein wie sich die Tourismusbranche entwickelt und wie sie auf die Veränderungen im Markt durch Änderungen im Geschäftsmodell reagiert.








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