Die Entzifferung des Erbguts kostet bald so wenig, dass viele Menschen dann über ihren eigenen DNA-Code verfügen, glaubt der Psychologe Steven Pinker. Das verändert die Medizin drastisch - jeder könnte sein eigener Arzt sein.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...660844,00.html
nein. Dazu wird man nach wie vor Medizin studiert haben müssen :-)
möglich. Allerdings könnte die individualisierte Medizin schlicht am Kostenfaktor scheitern.Eine individualisierte Medizin. Medikamente werden anhand der molekularen Begebenheiten des Patienten verschrieben werden, statt mittels Versuch und Irrtum.
niemals.Das Ende vieler Erbkrankheiten
Mutationen traten bei jeder Generation neu auf.
Bestenfalls liesse sich durch Gentests bei Paaren, die gerne ein Kind hätten, das potentielle Risiko ein erbkrankes Kind zu bekommen, abschätzen.
Aber Mutationen treten in jeder Generation auch de novo auf - sonst gäbe es schon lange keine Trisomie 21/Down's Syndrome-Kinder mehr.
nur wenn die Politik festlegt, dass Versicherungen JEDEN zu nehmen haben, auch Personen, bei denen die künftigen kostenintensiven Krankheiten schon im Erbgut prädispositioniert sind.Es wird eine allgemeine Kranken-, Berufsunfähigkeits- und Pflegeversicherung geben
auch das kann man vergessenDas Ende der Genophobie vieler Akademiker und Experten. Deren Doktrin des unbeschriebenen Blattes wird zunehmend unglaubwürdiger werden, je mehr die Menschen darüber erfahren, wie Gene ihr Temperament und ihre kognitiven Fähigkeiten beeinflussen.
siehe oben. Ohne ein Medizinstudium wird auch der Patient der Zukunft seine Therapie nicht selbst wählen können. Schlichtweg weil er keine Ahnung davon hat, was man wie und wieso heilen kann.Die ultimative Selbstbestimmung des medizinischen Verbrauchers. Er wird sein eigenes Erkrankungsrisiko kennen und sich die passende Therapie selbst suchen. Er wird sich nicht mehr auf Vermutungen und Rituale eines patriarchalischen Hausarztes verlassen müssen.
Der Spiegel zitiert einen Psychologen, der uns die Zukunft des Gesundheitssystems vorhersagt. Was kommt als naechstes? Ein Tennisspieler, der Wirtschaftsprognosen abgibt? Ein Arzt, der der das Wetter vorhersagt? Die unterbreiteten Thesen sind biologisch und medizinisch im wohlwollenden Fall naiv, eher aber falsch.
Die Untermischung mit Anspielungen auf Science Fiction klingt da schon passender. Aber war dafuer nicht seinerzeit das P.M. Magazin zustaendig?
Und dann wiederum: Vielleicht wird das alles aber auch nicht eintreten.
Hier zwei Artikel mit vielleicht etwas mehr Hintergrund zur Kommerzialisierung von DNA-Tests:
http://www.scienceblogs.de/weitergen...d-decodeme.php
http://www.scienceblogs.de/weitergen...-geschutzt.php
es gibt kein <perfektes Genom>.
Wir alle haben Mutationen, in denen sich unsere Gene von denen unserer Eltern unterscheiden. Zum besseren oder schlechteren.
Insofern müssten sich nur Personen Gedanken machen, die wissen dass sie Träger von Erbkrankheiten sind.
Und selbst diese finden ihre Erbkrankheiten (Gehörlosigkeit, Zwergwuchs, etc.) mitunter so toll, dass sie die Methode der Pränataldiagnostik nutzen, um diejenigen ihrer Embryonen auszusuchen und sich einpflanzen zu lassen, die garantiert die Erbkrankheit haben. Und nicht etwa diejenigen, die die Erbkrankheit nicht haben.
Wanting Babies Like Themselves, Some Parents Choose Genetic Defects
den Vorwurf, diese Frage einem Psychologen und nicht einem Genetiker oder Mediziner gestellt zu haben, sollte man eher der EDGE-Foundation machen.
Aber andererseits ist es das Ziel dieser Foundation "die großen Köpfe unserer Zeit" zu Zukunftsfragen spekulieren zu lassen, um so durch die Antworten die Forschung und das Wissen der Menscheit voranzubringen. In diesem Fall waren die Antworten allerdings zu spekulativ.
Liebe Frau Technau,
oh doch ... die Patienten werden mündiger werden und das in einem sehr viel schnelleren Tempo, als den niedergelassenen Ärzten das lieb sein kann. Recommendation Systeme (im Internet) werden Patienten durch Selbstdiagnose-Entscheidungsbäume führen und dies sicherer als ein niedergelassener Arzt ... und vor allem werden die Evidenzen, die den Entscheidungen zugrunde liegen, aktuell sein und nicht aus Lehrbüchern stammen, die vor 20 Jahren (bestenfalls) mal den Stand des Wissens widergespiegelt haben.
Trotzdem haben Sie natürlich in einem Punkt implizit Recht: in dem Artikel im Spiegel wird so getan, als hätten wir die Links zwischen Genotypen und Phänotypen alle bereits ... und genau das ist natürlich Unsinn. Zur Interpretation der meisten unserer individuellen 3 Mio SNPs fehlt uns jede Handhabe ... aber auch da mag es sehr viel schneller, als wir uns das träumen lassen, zu neuen Entwicklungen kommen.
Stellen Sie sich vor, wir schreiben ein elektronisches Protokoll unseres Daseins (was heute schon technisch möglich wäre); lassen unsere Handys oder iPods auch nebenher noch unsere Vitalfunktionen recorden ... und laden das gemeinsam mit unseren Diagnosewerten und unserem Genom in eine Datenwolke, irgendwo ... und am Ende unseres Lebens schenken wir dieses Protokoll einer Stiftung, die - wie die MAYO-Kliniken in den USA - damit Studien finanzieren bzw. retrospektives Mining in Patientendaten ermöglichen ...
Ich weiß nicht, wie alt Sie sind, aber ich erwarte für mein Leben noch, dass ich die ersten Ansätze in die oben skizzierte Richtung erlebe. Ich tue im übrigen meinen Teil dazu, dass wir bei den technischen Möglichkeiten weiter kommen ...
Ganz freundliche Grüße
Ihr
Martin Hofmann-Apitius
Damit verlagert sich nur die Diskriminierung.
Wenn ein Mensch aus niederen Verhältnissen damit belegen kann, dass er genetisch bessere Veranlagungen hat für sportliche Ausdauer, Intelligenz, Gesundheit, ... dann empfindet dieser das vielleicht als fair.
Aber diejenigen welche sich seither den Lebensweg freikaufen mussten, dann sind eben diese die armen Schweine.
Das ist also auch nicht besser.
Neben dem medizinischen Nutzen, welcher vermutlich erheblich ist, sehe ich in erster Linie ein weiteres Selektionskriterium für Frauen bei der Partnerwahl.
Geld, Genetik, ...