Zugriff in Libyen: Wie die Nato Gaddafi jagte

Die Rolle der Nato bei der Jagd auf Libyens Diktator war größer als bisher bekannt: Das Bündnis verfolgte die Operation aus der Luft, entscheidend*war offenbar ein Hilferuf*Gaddafis per Satellitentelefon. Handy-Videos lassen erahnen, wie die*letzten Stunden des Despoten verlaufen sind.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...793179,00.html
  1. #80

    Zitat von aronsperber Beitrag anzeigen
    Gaddafi hätte alle Möglichkeiten gehabt, sich rechtzeitig zu irgendeinem befreundeten Despoten abzusetzen.

    Damit hätte er seine Familie und zumindet einen Teil seines Vermögens retten können, und seinem Land einen blutigen Bürgerkrieg (der nur dank Sarkozys beherzten Einschreitens wenigstens nicht allzu lange dauerte) erspart.

    War es mutig von Gaddafi, bis zu seinem Tod in seinem Land auszuharren?

    Es war höchstens dieselbe Art von Mut, die auch Hitler dazu gebracht hatte, bis zum bitteren Ende weiterzumachen.

    Die Realität zu verdrängen und damit zahllose Menschen mit ins Verderben zu reißen, hat in meinen Augen jedoch nichts mit Mut zu tun.

    Es ist vielmehr eine der schlimmsten Formen von Feigheit.

    Aha.
    Und sie hätten ihn also als mutig bezeichnet, hätte er sich statt zu kämpfen, frühzeitig abgesetzt?

    Da stehen sie aber ziemlich allein da.

    Tenor in den Wochen zufuhr war doch allenthalben, ihm zu unterstellen, dass er dies längst getan hätte und ihn dafür Feigzu nennen.
  2. #81

    Illegal nicht

    Zitat von OneLifeOnly Beitrag anzeigen
    Hätte er.

    Keinesfalls. Dazu hätte er den Rebellen schon die macht in Libyen übergeben müssen. Sarkozy betrieb aller Wahrscheinlichkeit nach den Putsch in Libyen, er war verantwortlich für die "Abwerbung" der Mitglieder der libyschen Regierung die nahtlos in den NTC wechselten. Wenn Regierungsmitglieder den Herrscher stürzen spricht man üblicherweise von einem Putsch.


    Libyen gegen die Nato?


    Hitlervergleiche hinken stets. Und der besonders. Gaddafi hat die Nato nicht angegriffen.


    Wenn sich die Nato auftragsgemäss auf eine Flugverbotszone beschränkt hätte, keinen 7-monatigen Bombenkrieg geführt und das Waffenembargo nicht illegal gebrochen hätte, hätte Gaddafi den Krieg gegen die Rebellen gewonnen.

    Nicht zu vergessen ist, dass er sehr schnell Verhandlungen und einen Waffenstillstand angeboten wurde, der von Nato/Rebellen mit der illegalen Forderung nach regime change, nach dem Abtritt Gaddafis abgelehnt wurde.

    Gaddafi hat sich insgesamt legal verhalten, Nato/Rebellen im höchsten Masse illegal.
    Nein - die NATO hatte den Auftrag die Zivilisten zu schützen. Das wie und warum muss die UN auskaspern.

    Für mich war spätestens bei den Massakern an Farbigen in Tripolis und bei Aufnahmen, wo irgendwelche Revos blind nach Sirte mörsern, klar, wohin es läuft.

    Die UN, England und Frankreich müssen das künftig verantworten - weil, da kommt schon noch einiges raus. allein wenn es dann mal zu einem Wahlkampf kommen sollte, was ich nicht glaube. Hauptsache ist doch, dass die Koalition der Willigen preiswert an Öl und Aufträge kommt.
  3. #82

    Ohne titel

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Der Westen war froh, ein Terrornest und Unruheherd in Afrika beseitigt zu haben. Die Anbiederung hatte einen Nutzen. Das Öl dagegen macht nur 2% der Weltförderung aus, davon ging ein Großteil nach Italien.
    Ich habe meine Aussage so getroffen, um Verschwörungstheorien ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die sogenannten Anbiederungen haben nun wirklich nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Daß der Westen (Deutschland auch) Waffen geliefert und die Polizei ausgebildet hat, weiss auch jedes Kind.
  4. #83

    Zitat von maumi Beitrag anzeigen
    Aha.
    Und sie hätten ihn also als mutig bezeichnet, hätte er sich statt zu kämpfen, frühzeitig abgesetzt?

    Da stehen sie aber ziemlich allein da.

    Tenor in den Wochen zufuhr war doch allenthalben, ihm zu unterstellen, dass er dies längst getan hätte und ihn dafür Feigzu nennen.
    Ich hätte es nicht als mutig bezeichnet, aber als verantwortungsvoll für einen Staatsmann. Ich will mich gar nicht an der Frage aufhängen, wer sich da wie im Bürgerkrieg rechtmäßig verhalten hat oder nicht, aber als Staatsmann bin ich für das Wohlergehen meines Volkes verantwortlich.

    Wenn ich sehe, dass meine Regierung am Ende ist, ist es irgendwann kein Zeichen von Stärke mehr auszuhalten, bis der letzte Getreue sein Blut für mich vergossen hat, sondern ich sollte mich fragen, ob ich wirklich unentbehrlich bin oder meinem Volk nicht doch einen besseren Dienst erweisen kann und abtrete. Die Friedhöfe sind voll von Menschen, die sich für unentbehrlich hielten, und von denen, die deswegen sterben mussten.
  5. #84

    "Flugverbotszonen" haben ausgedient

    Zitat von vostei Beitrag anzeigen
    Nein - die NATO hatte den Auftrag die Zivilisten zu schützen. Das wie und warum muss die UN auskaspern.

    Für mich war spätestens bei den Massakern an Farbigen in Tripolis und bei Aufnahmen, wo irgendwelche Revos blind nach Sirte mörsern, klar, wohin es läuft.....
    Leute, die die sogenannte Flugverbotszone als Vorwand für Intervention sahen, wurden verhöhnt.
    Ich glaube, für die nächsten 30 Jahre wird kein Sicherheitsrat mehr irgendwelche "Flugverbotszonen" genehmigen. Irak und Libyen waren genug.
  6. #85

    .

    Zitat von hinnerk54 Beitrag anzeigen
    Ich habe meine Aussage so getroffen, um Verschwörungstheorien ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen.
    So hatte ich es verstanden und stimme zu. Politik ist oftmals eine Gratwanderung zwischen Anbiederung und Prinzipientreue. Man kann sich die Führer anderer Staaten nicht aussuchen. Man kann erst dann eingreifen, wenn das Volk selber Zeichen sendet, wie jetzt in Syrien und Jemen. Dann ist immer noch die Frage, wer ist das Volk. Schließlich müssen politische Koalitionen geschmiedet werden, um politisch mit Sanktionen oder militärisch wirksam eingreifen zu können. Gegen Großmächte wie China oder Russland sind solche Überlegungen gleich hinfällig.

    Das beste Mittel, um langfristig Freiheit, Demokratie und Menschenrechte durchzusetzen, ist die Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen und der Wohlstand der Völker. Welche Bedeutung die globalen Verkehrs- und Kommunikationsmöglichkeiten haben, das zeigen gerade die aktuellen Ereignisse.
  7. #86

    Die Globalisierung

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen

    Das beste Mittel, um langfristig Freiheit, Demokratie und Menschenrechte durchzusetzen, ist die Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen und der Wohlstand der Völker.
    der Wirtschaftsbeziehungen unter kapitalistischen Bedingungen führt zu Freiheit, Demokratie und Menschenrechten? Der war gut!
  8. #87

    und

    Zitat von swabawath Beitrag anzeigen
    UNO & NATO das schmutzige Handwerk legen.
    Vernünftige demokratische Mitmenschen sollten sich jetzt beeilen Menschenrechte gegen UNO & NATO zu beschützen.
    und warum, darf ich fragen, sind Sie dafür, Menschenrechte gegen Gaddafis, Assads, Achmadinedschads, Chavezs NICHT zu schützen?
    Das ist nämlich der logische Schluss aus Ihrem Vorschlag.
  9. #88

    Thema Meinung

    Zitat von OneLifeOnly Beitrag anzeigen
    Gaddafi hat Libyen nicht "verwüstet". Das ist zu 100% die Schuld der Nato, die sich die Rebellen als boots on the ground engagiert hat. Ohne die Nato sässen die Rebellen noch in Benghasi oder wären zurecht Geschichte.

    Und die ewige Story von den "Legionären" bzw. "mercenaries". Erstens gibt es keine Belege dafür, dass Gaddafi Söldner eingesetzt hat und zweitens sind Söldner in vielen Armeen ganz normal. Denken Sie an Fremdenlegionäre.
    Ihre Meinung ist eben Ihre Meinung. Jemand kann auch der Meinung sein, Chlorophyll sei pinkfarben, no problem.
    Gaddafi ist zu Recht Geschichte, das Ergebnis ist seit dem Überlauf von Tripolis klar gewesen.
  10. #89

    ...

    Zitat von cour-age Beitrag anzeigen
    und warum, darf ich fragen, sind Sie dafür, Menschenrechte gegen Gaddafis, Assads, Achmadinedschads, Chavezs NICHT zu schützen?
    Das ist nämlich der logische Schluss aus Ihrem Vorschlag.
    Ihre Logik ist verquer.