Forum


 

Züchtige US-Studentinnen: Verdammet die Fleischeslust

Keusch sei das Weib und ewig treu: Das alte Gesetz des Patriarchats hat eine Renaissance erfahren. An US-Unis kämpfen junge Frauen gegen Sex vor der Ehe. Die Abstinenz-Aktivistinnen halten das für Feminismus - und empfehlen gegen sündige Gedanken schon mal einen tüchtigen Spaziergang.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...677556,00.html
  1. #50

    Eine schlechte Tat ...

    Zitat von djchrisi Beitrag anzeigen
    Kann man verstehen, allerdings laufen aud evangelischen und katholischen Jugendtagen auch ne menge eifriger atheisten usw. rum, die auch wie verrückt versuchen die Gläubigen auf "ihre Seite" zu ziehen.
    Auch in den 70igern wurde missioniert (wer zweimal mit der selben pennt...) auch der CSD, na ja der missioniert zwar nicht implizit, aber aufdringlich ist es schon.
    ...wird nicht dadurch besser, weil andere es auch tun!

    Ich käme nie auf den Trichter, Christen von Ihrem Glauben abbringen zu wollen.
    Nochmal ( und nochmal...):
    Es gibt einen Unterschied zwischen einer Diskussion und einem missionarischen Grundgedanken!!!

    Die wenigsten Schwulen, die ich u.a. beim CSD kennengelernt habe, wollten mich überzeugen, nicht mehr hetero zu sein.Genaugenommen kein einziger!!

    Lustig war die "Gegendemonstration" in Stuttgart vor ein paar Jahren. Da war auf einem Tranzparent zu lesen: "HIV ist die Geißel der Unzucht" Na Mahlzeit. Sagen Sie das bitte mal einem aidskranken Bluter, der sich an einer Transfusion angesteckt hat.

    Es geht um Toleranz und Akzeptanz des anderen.

    Wer vorhehelichen Sex für die Wurzel allen gesellschaftlichen Übels hält, so wie es bei Frau Wagley den Anschein hat, der soll gerne seine Meinung haben, aber mich bitte, bitte damit verschonen!!

    Ansonsten haben Sie natürlich Recht, beide "Seiten" sollten mit Augenmaß und gegenseitigem Respekt diskutieren. Fanatismus ist in ALLEN Fällen schlecht!
  2. #51

    Amerika und der Sex

    Sexualität ist, im Gegensatz etwa zu Drogen oder Alkohol, ein natürliches Bedürfnis, das im Menschen angelegt ist. Deshalb ist das Immer-Wieder-Hervorbrechen des anti-sexuellen Puritanismus in den USA einfach nur noch lächerlich.

    I renounced my US citizenship in 1995. After a decade of sustained attacks on myself and my work, particularly my "reports" into female sexuality, I no longer felt free to carry out my research to the best of my ability in the country of my birth. The attacks included death threats delivered in my mail and left on my telephone answering machine. A statement issued by 12 prominent American feminists, including Gloria Steinem, Barbara Ehrenreich and Phyllis Chesler, described the media assaults on me as part of a "conservative backlash . . . not so much directed at a single woman . . . as . . . against the rights of women everywhere".

    Shere Hite, "Why I became a German"
  3. #52

    Sehr guter Standpunkt!

    Zitat von thana Beitrag anzeigen
    1.
    Wir leben in einer Gesellschaft, in der Sex an der Tagesordnung ist. An jedem Kiosk bekommt man die aufgehübschten Oberweiten entgegengereckt. Wer mit 14 noch nicht hat, mit dem stimmt was nicht. Sex wird langsam zum Zwang, denn wer keinen hat, ist garantiert ein potentieller Soziopath oder noch schlimmer: ganz out. Diese Entwicklung kann nicht gut sein, da sie dem Sex das Natürliche nimmt und ihn in eine gesellschaftliche Pflichtübung verwandelt. Ich finde es daher gar nicht mal so falsch, für etwas mehr Zurückhaltung einzutreten.

    ABER
    2.
    Sex ist nunmal ein Grundtrieb aller Lebewesen, die sich geschlechtlich vermehren. Ist ja schließlich Sinn der Sache, sonst hätte die Natur es gleich bei der Zellteilung lassen können. Und so sollte er auch behandelt werden: Als natürlicher Bestandteil des Lebens, den man weder zu stark in den Vordergrund rücken noch verdammen sollte. Soll jeder nach seiner Facon glücklich werden, ob nun mit einem Partner oder vielen.

    3.
    Sex ist wie alles im Leben etwas, mit dem man umzugehen lernen muss. Und gerade heute, in der bereits Kinder sehr offen auch mit den abstruseren Praktiken konfrontiert werden, ist vor allem Aufklärung wichtig. Auch über die emotionale Seite, auch darüber, dass Sex eben nicht etwas ist, das man halt tun muss, um IN zu sein und dazuzugehören - und umso exotischer die Praktiken, umso besser. Fehlt da die Aufklärung oder findet nur auf Blümchen und Bienchen Niveau statt, wird halt wild in der Gegend rumprobiert - das Ergebnis sind dann ungewollte Schwangerschaften, Krankheitsübertragung und emotionales Elend. Irgendwie scheint jedes Naturvolk in der Lage zu sein, dieses Problem intelligenter zu lösen als unsere ach so fortschrittliche Gesellschaft.

    4.
    Was mich bei sochen "Missionarinnen" stört, ist die Fixierung auf die Ehe. Denn wenn es heißt, man soll bis zur Ehe warten, dann setzt das die Ehe zwingend vorraus. Vernünftiger wäre es, allgemein dafür einzutreten, solange zu warten, bis man wirklich "reif" ist, mit Sex und Beziehungen umzugehen. Wer dann später feststellt, dass ihm/ihr Sex auch ohne Gefühle gefällt, prima, auf gehts. Aber das sollte eben nicht schon mit 16 passieren. Das Ziel sollte also eher heißen: Warte, bis du dir wirklich sicher bist, statt auf Gruppenzwang oder Mode zu hören. Dazu müsste man freilich wesentlich eher anfangen und nicht 20jährigen Studentinnen auf den Wecker gehen, die eigentlich schon längst wissen, was sie wollen, und vor allem müsste man sich mit seinem Anliegen an die Erwachsenen wenden, die zu einem nicht geringen Teil relativ unverantwortlich mit dem Thema in der Öffentlichkeit umgehen. Was Kinder sehen, wollen sie nunmal nachmachen (und in den "teens" ist man nunmal noch Kind, die wenigsten sind geistig schon wirklich reif, bevor sie 20 sind - Jungs eher noch später). Gleiches gilt für Alltagsdrogen wie Tabak und Alkohol. Warum soll man das nicht dürfen dürfen, wenn es alle ringsrum auch machen? Wenn man allerdings vernünftig an das Thema herangeführt und einem klar wird "Ich kann, aber ich muss nicht.", dann kann das vieles erleichtern.
    Vor allem Ihren "Punkt 4" sollten sich beide Seiten mal zu Herzen nehmen. Es geht um Mündigkeit und Toleranz!
  4. #53

    Aiaiai.

    Hm, dazu fallen mir die Zeugen Jehovas ein, bei denen es ja auch kein Sex vor der Ehe gibt. Hat leider den Nachteil, dass alle viel zu schnell in den Hafen der Ehe einlaufen, weil hat doch jeder wissen will, wie's ist... Und dann bereits nach 2 Jahren feststellt, dass es doch nicht der Partner für's Leben ist.

    Na ja, jeder wie er will, ich finde nur wichtig, dass jeder, der Sex hat - verheiratet oder nicht - bedenken sollte, dass daraus möglicherweise ein Kind entstehen könnte... Vernünftig zu verhüten ist ja auch eher etwas, was unserer Jugend etwas schwerfällt.
  5. #54

    Kthxbai.

    Zitat von emma_piehl Beitrag anzeigen
    Das ist doch blanker Unsinn. Was tatsächlich abgeht in USA, das ist beispielsweise bei http://boards.4chan.org/b/ zu sehen. DAS dort ist, was faktisch an US-amerikanischen Schulen & Hochschulen passiert.
    4chan....4CHAN?!? Ernsthaft?
    Sorry, 4chan hat eher mit den Abgründen des Internets und Internet-Memes zu tun, als mit US Hochschulen. Die Seite ist ja nicht mal US only, da posten Leute von überall. Informieren sie sich lieber ein bisschen, bevor sie sowas schreiben.
    http://en.wikipedia.org/wiki/4chan
  6. #55

    Auf zum Selbstbetrug

    Zitat von hareck Beitrag anzeigen
    Wenn Leute keinen Sex vor der Ehe haben wollen, ist das doch ihr gutes Recht. Lasst sie doch.

    Und zu versuchen, andere von dem zu überzeugen, was man für richtig hält, ist doch auch in Ordnung. Macht doch jeder.

    Ich vermisse in dem polemischen Artikel und in manchen Kommentaren hier eine gewisse Toleranz für andere Standpunkte.
    Na ja, die Eltern sind keusch in die Ehe gegangen und verpassen diese Sicht als nächstes ihren Kindern, die sich so nicht frei entwickeln können.

    Überhaupt betrifft diese Sichtweise ja wohl ausschließlich Jugendliche, die kaum Erfahrung haben, aber plötzlich meinen, sie müßten keusch sein. Viel brauchbares kann dabei von vorherein nicht rauskommen. Na ja, wenn der Saft steigt, werden sie sehen, was sie davon haben und hübsch drunter leiden, lügen und eben versuchen "auszuweichen", so wie unsere k-Priester unter anderen Umständen auch tun. Zwanghaft und zwangläufig...und was gibt es schon schöneres als Verbote und Regeln zu brechen. In diesem Sinne noch mal viel Spaß damit.
  7. #56

    Da gibt's einen Unterschied.

    Zitat von Tingletangle Beitrag anzeigen
    Keiner regt sich auf wenn Homosexuelle durch die Straßen ziehen und ihr Gedankengut verbreiten.
    Die sagen auch nicht "Hey, werd auch schwul, ist super!!" ;)
  8. #57

    Das stimmt...

    Zitat von claudia82 Beitrag anzeigen
    Hm, dazu fallen mir die Zeugen Jehovas ein, bei denen es ja auch kein Sex vor der Ehe gibt. Hat leider den Nachteil, dass alle viel zu schnell in den Hafen der Ehe einlaufen, weil hat doch jeder wissen will, wie's ist... Und dann bereits nach 2 Jahren feststellt, dass es doch nicht der Partner für's Leben ist.
    ...und genauso gibt es zahllose Beispiele wo beide Beteiligten absolut davon überzeugt sind, die richtige ENTSCHEIDUNG getroffen zu haben. Denn darum geht es doch: Dass wir selbst entscheiden wie wir unser Leben (und auch Intimleben) gestalten. Reife und Mündigkeit sind hier wichtig, nicht einfach nachplappern - egal ob Eltern oder sonst wer.
  9. #58

    ...

    Zitat von Jott Beitrag anzeigen
    Der Fundamentalismus -egal aus welcher Richtung- ist die Geissel der Menschheit...

    Mein Lieblings-Autoaufkleber (zum Glück auch aus den USA):
    "If you don´t pray in my School,
    I won´t think in your church..."
    Ein äußerst hirnlosen Aufkleber, weil es niemanden stört, wenn jemand in einer Kirche denkt, aber der Besitzer hat ja wohl etwas gegen beten.

    Und Fundamentalismus ist keien rein religiöse Kiste - also vorsicht!
  10. #59

    Titel

    Zitat von unterländer Beitrag anzeigen
    Boah. Schon mal auf die Idee gekommen, dass man das heutzutage umdrehen müsste, wenigstens in Deutschland, um dem Satz wieder den Sinn zu geben, den er einmal hatte. Die damals vorherrschende "Tugend" wurde durch die heute vorherrschende "Libertinage" ersetzt. Wer sieht sich heute moralischer Entrüstung ausgesetzt? Verfolgen Sie doch einfach die Diskussion hier oder irgendwo anders in unserer Gesellschaft. Wer sieht sich größerer moralischer Entrüstung ausgesetzt als der, der die von Fromm kritisierte Tugend verteidigt?
    Boah?

    Natürlich ist das eine Form von moralischer Entrüstung. Wenn auch indirekt. Wenn Sie das auf Deutschland übertragen wollen, denken Sie doch nur an den heiteren Artikel von Eva Hermann in der Cicero. Das ist Moralisieren, ist Entrüstung. Auch wenn man das nach Kant nicht für möglich gehalten hätte. Der andere Gesellschaftliche Hintergrund zu Fromms Zeiten nimmt diesem Zitat keineswegs seine Gültigkeit.

    Moralische Entrüstung sieht man doch überall. Denken Sie nur an Wirtschaft und Politik. Die Libertinage ist nicht für jeden. Im Gegenteil, sie ist leider einer ziemlich kleinen Gruppe vorbehalten.


TOP



TOP