Zitat von
thana
1.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Sex an der Tagesordnung ist. An jedem Kiosk bekommt man die aufgehübschten Oberweiten entgegengereckt. Wer mit 14 noch nicht hat, mit dem stimmt was nicht. Sex wird langsam zum Zwang, denn wer keinen hat, ist garantiert ein potentieller Soziopath oder noch schlimmer: ganz out. Diese Entwicklung kann nicht gut sein, da sie dem Sex das Natürliche nimmt und ihn in eine gesellschaftliche Pflichtübung verwandelt. Ich finde es daher gar nicht mal so falsch, für etwas mehr Zurückhaltung einzutreten.
ABER
2.
Sex ist nunmal ein Grundtrieb aller Lebewesen, die sich geschlechtlich vermehren. Ist ja schließlich Sinn der Sache, sonst hätte die Natur es gleich bei der Zellteilung lassen können. Und so sollte er auch behandelt werden: Als natürlicher Bestandteil des Lebens, den man weder zu stark in den Vordergrund rücken noch verdammen sollte. Soll jeder nach seiner Facon glücklich werden, ob nun mit einem Partner oder vielen.
3.
Sex ist wie alles im Leben etwas, mit dem man umzugehen lernen muss. Und gerade heute, in der bereits Kinder sehr offen auch mit den abstruseren Praktiken konfrontiert werden, ist vor allem Aufklärung wichtig. Auch über die emotionale Seite, auch darüber, dass Sex eben nicht etwas ist, das man halt tun muss, um IN zu sein und dazuzugehören - und umso exotischer die Praktiken, umso besser. Fehlt da die Aufklärung oder findet nur auf Blümchen und Bienchen Niveau statt, wird halt wild in der Gegend rumprobiert - das Ergebnis sind dann ungewollte Schwangerschaften, Krankheitsübertragung und emotionales Elend. Irgendwie scheint jedes Naturvolk in der Lage zu sein, dieses Problem intelligenter zu lösen als unsere ach so fortschrittliche Gesellschaft.
4.
Was mich bei sochen "Missionarinnen" stört, ist die Fixierung auf die Ehe. Denn wenn es heißt, man soll bis zur Ehe warten, dann setzt das die Ehe zwingend vorraus. Vernünftiger wäre es, allgemein dafür einzutreten, solange zu warten, bis man wirklich "reif" ist, mit Sex und Beziehungen umzugehen. Wer dann später feststellt, dass ihm/ihr Sex auch ohne Gefühle gefällt, prima, auf gehts. Aber das sollte eben nicht schon mit 16 passieren. Das Ziel sollte also eher heißen: Warte, bis du dir wirklich sicher bist, statt auf Gruppenzwang oder Mode zu hören. Dazu müsste man freilich wesentlich eher anfangen und nicht 20jährigen Studentinnen auf den Wecker gehen, die eigentlich schon längst wissen, was sie wollen, und vor allem müsste man sich mit seinem Anliegen an die Erwachsenen wenden, die zu einem nicht geringen Teil relativ unverantwortlich mit dem Thema in der Öffentlichkeit umgehen. Was Kinder sehen, wollen sie nunmal nachmachen (und in den "teens" ist man nunmal noch Kind, die wenigsten sind geistig schon wirklich reif, bevor sie 20 sind - Jungs eher noch später). Gleiches gilt für Alltagsdrogen wie Tabak und Alkohol. Warum soll man das nicht dürfen dürfen, wenn es alle ringsrum auch machen? Wenn man allerdings vernünftig an das Thema herangeführt und einem klar wird "Ich kann, aber ich muss nicht.", dann kann das vieles erleichtern.