Die armen Kinder, wirklich. Diese Veranstaltung führt uns doch nur vor Augen wie irreal und verrückt dieses ganze dot.com new age Börsengehype wirlkich ist.
Sie buhlen um Venture Capital,*viele*dürfen noch kein Auto fahren, verwalten aber Millionen-Investitionen: Zu einer Konferenz der jungen Nerds trafen sich amerikanische Jungunternehmer in Palo Alto im Silicon Valley. Ihre Chancen für ihre App-Spielereien stehen gut: Frisches Geld gibt es hier an jeder Ecke.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...779376,00.html
Die armen Kinder, wirklich. Diese Veranstaltung führt uns doch nur vor Augen wie irreal und verrückt dieses ganze dot.com new age Börsengehype wirlkich ist.
Der Unterschied zu herkömmlichen Industrien: Im Web braucht es für ein gutes Unternehmen anfangs kein großes Startkapital. Ein, zwei Programmierfreunde aus dem Jahrgang, eine gute Idee und ein Server für 10 Euro im Monat reichen.
Danach können Risikokapitalgeber gesucht werden.
Im Netz kommt es erstmal nicht auf die Seriosität oder das Alter der Firmengründer an, deshalb ist die IT-Branche so attraktiv für junge, engagierte Leute.
Ich hab mit 17 meine Web-Firma gegründet (trotz IHK-Gebühren, GEZ-Abzocke und Körperschafts- und Umsatzsteuer -.-), mit 19 verkauft und arbeite jetzt in einer der großen IT-Firmen. Hätte ich mich mit 16 für z.B. Automotoren interessiert und eine Verbesserung entwickelt, hätte ich damit trotz der guten Idee keine Firma auf die Beine stellen können.
Die IT machts möglich ;)
Eine Entkoppelung von Lebensalter und (vermeintlicher) Glaubwürdigkeit ist m. E. immer zu begrüßen. Allerdings war mir dieser Wunderkind-Kult schon immer suspekt. Hsu ist das beste Beispiel dafür. 3 Uni-Abschlüsse mit 20. Naja, Neurobiologie, Biochemie und Chemie - enger verwandt geht wohl kaum...
Diese Kinder haben selbst ihre kreativen Ideen entwickelt und worden nicht dazu gezwungen. Hut ab.
Die anderen, die wir in den letzten Tagen in Nachrichten bewundern dürften mehren ihren Reichtum mit Plünderungen und Raub.
Und die Kids aus dem Artikel arbeiten offensichtlich auch hart und bilden sich. Ich finde es nicht verrückt, sondern beachtlich.
Okay, aber gehen von wir von einer Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit für den Fahrer aus. Eine kleine Änderung, die irgendetwas viel intuitiver macht. Wer weiß, wieviel Potenzial dort unausgenutzt bleibt? Hätte diese Änderung eine Chance? Nein, da die Umsetzung einer Idee nicht so einfach ist (Produktionsmöglichkeiten) und wirtschaftlicher Erfolg im "echten Leben" leider immernoch von unrationalen Werten wie Alter/Abschlüssen ausgemacht wird.
Auch im Internet schafft es nur eine Idee von 10.000...aber das reicht.
Noch deutscher kann man wahrscheinlich nicht auf einen solchen Bericht reagieren. Da entwickeln Kids aus Eigeninitiative erste Produkte - mit eigenem Gehirnschmalz und dem Mut, die Ideen auch einem kritischen, konkurrierenden Publikum zu präsentieren - und prompt wird der pöhse Turbokapitalismus (Alles irreal! Dazu Börse! Wie entsetzlich!) kritisiert.
Wie wär's mit einer etwas positiven Weltsicht auf Menschen, die etwas anderes tun, als kritiklos das Fernsehprogramme und anderen Mainstream-Dr*ck zu konsumieren?
Als ich siebzehn war (lange her), habe ich an kleinen Datenbanklösungen gebastelt. Nichts Weltveränderndes, aber es hätte schon einigen Leuten das Leben leichter machen können. Eine muffige, ebenso- unternehmer- wie technikfeindliche Umgebung ließ mich glauben, dass kein junger Mensch nur mit Ideen und Energie zum Ziel kommen kann. Bill Gates und Steve Jobs (mit deren Leistungen ich mein Gebastel weiß Gott nicht vergleichen will) sind in anderer Luft groß geworden und haben mit der richtigen Mischung aus Schneid, Spieltrieb und Aggressivität die Welt verändert. Aber so was geht in Deutschland natürlich nicht. Kinder sind Kinder, und Unternehmsgründer fallen einsatzbereit vom Himmel in ihre Chefsessel.
Aber auch, dass der Autor dieses Artikels die Projekte/Produkte der Kids herablassend "Spielereien" nennt, spricht Bände darüber, warum man in Deutschland zwar das MP3-Format (mit-)entwickelt hat - marktverändernde Produkte wie der iPod aber nach wie vor aus den USA kommen. Hier gilt der Macher halt erst mal als Spinner.
Um in Deutschland als junger Mensch erfolgreich zu sein, wobei ich jetzt das Gesinge ausschließe, muss man entweder etwas beitragen im Krampf gegen Rechts oder was aufrüttelndes (positives) über die Multikultigesellschaft hervorbringen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Politiker nahezu allesamt ursprünglich Dienstleister und somit in technischen Dingen ahnungslos sind, das zu einem Teil für Mystik halten und auch keinen Bock haben, sich in die Anforderungen der Technik einzuarbeiten. Machen schon die Kapitalisten, hoffen die, wieder mal...
Mein Maschinenbaustudium von 2001-05 bestand zu 90% aus Kreide und Tafel, mitten im Ruhrgebiet, kaum Versuche, kaum Labore, kaum was über den Lehrplan hinaus und den Schweißroboter in die Industrie verschenkt (!), von der Ausstattung her also etwa halbes DDR-Niveau (das wurde erst unter der CDU besser, SPD und Grüne = industrieller Meuchelmord, dahinvegetieren und Tod in der Gosse). Aber den Sozialen, Kommunikativen und Diseinorn den ging's gut. Was zählt ist die Verpackung...