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Zu Gast bei der digitalen Bohème: Peinlich berührt im Robinsonclub

dpaKreativ und selbstbestimmt - so will die digitale Bohème arbeiten. Dafür gibt es Co-Working Spaces: Arbeitsräume, die den Laptop-Einzelkämpfern Struktur, Kontakte und Heimat bieten sollen. Stefanie Maeck macht den Selbstversuch im Hamburger Betahaus. Und staunt über den unerwarteten Gruppenzwang.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...837847,00.html
  1. #1

    Zitat: "Das Unfertige, der Prozess wird hier gefeiert."

    Wer macht aus dem Unfertigen etwas Fertiges, ein Stück Produktion, ein Stück Dienstleistung, mit dem Geld verdient werden kann? Solange freie Mitarbeiter und Irgendwas-mit-Medien-Kreative gegenseitig über sich berichten, pardon bloggen und twittern ist ja alles schön und gut. Wenn aber am Ende der Prozeßkette eine Ladentheke gefüllt, ein Auto repariert oder eine Banküberweisung erledigt werden soll, dann ist Ende mit der digitalen Boheme, die nur als dünnes Fettauge an der Oberfläche im großen Wirtschaftstopf schwimmen kann. Dann müssen die Millionen uncooler Arbeiter und Angestellten ran, damit was funktioniert.
  2. #2

    Jetzt mal ernsthaft

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kreativ und selbstbestimmt - so will die digitale Bohème arbeiten. Dafür gibt es Co-Working Spaces: Arbeitsräume, die den Laptop-Einzelkämpfern Struktur, Kontakte und Heimat bieten sollen. <i>Stefanie Maeck</i> macht den Selbstversuch im Hamburger Betahaus. Und staunt über den unerwarteten Gruppenzwang.
    Betahaus für die digitale Bohème im Selbstversuch - SPIEGEL ONLINE
    Ich bin zu alt für diese Welt. Da könnte man von zuhause aus arbeiten, macht es aber nicht und geht in ein hippes "Co-Working Spaces" um Struktur und Heimat zu haben. Ich bin jedes glücklich wenn ich mal ein Projekt von zuhause aus machen kann, und nicht extra jeden Tag zum Kunden muß. Freie Zeiteinteilung arbeiten wenn es mir passt. Und diese Lohas stellen sich extra den Wecker hübschen sich auf und gehen in so einen Laden, um dann zu machen was man auch auf der Couch machen kann. Haben die kein WLAN Kühlschrank und Kaffeemaschine Schreibtisch zuhause???

    [Image - 126314] | I Don't Want to Live on This Planet Anymore | Know Your Meme
  3. #3

    Zitat von daskänguru Beitrag anzeigen
    Ich bin zu alt für diese Welt. Da könnte man von zuhause aus arbeiten, macht es aber nicht und geht in ein hippes "Co-Working Spaces" um Struktur und Heimat zu haben. Ich bin jedes glücklich wenn ich mal ein Projekt von zuhause aus machen kann, und nicht extra jeden Tag zum Kunden muß. Freie Zeiteinteilung arbeiten wenn es mir passt. Und diese Lohas stellen sich extra den Wecker hübschen sich auf und gehen in so einen Laden, um dann zu machen was man auch auf der Couch machen kann. Haben die kein WLAN Kühlschrank und Kaffeemaschine Schreibtisch zuhause???

    [Image - 126314] | I Don't Want to Live on This Planet Anymore | Know Your Meme
    Sie sind "creative" und brauchen"social feedback". Zu Hause kann man ganz schlecht seine Denglish - Kenntisse auffrischen und wichtig nimmt einen da auch keiner.
  4. #4

    Ein Glück ...

    Zitat von Mehrleser Beitrag anzeigen
    Dann müssen die Millionen uncooler Arbeiter und Angestellten ran, damit was funktioniert.
    ... konnte Sie Ihre Mittagspause nutzen, um das Unfertige, dessen Entstehungsprozess besungen wird, zu kommentieren.
    Nicht in jeder Branche steht ein greifbares Produkt - in diesem Fall halt ein journalistischer Artikel, der es immerhin so weit geschafft hat, Ihr Interesse zu erregen - wenn auch offenbar negativ.

    Aber schon stets interessant, dass in dieser unserer Welt der Wert einer Tätigkeit lediglich am greifbaren, am sichtbaren Output gemessen wird und selten am auch geistigen Wert eines Produktes ...
  5. #5

    schade das ich nicht da war...

    ....zu gerne hätte ich eine lustige Widmung in dem Artikel gehabt wie: "Mit viel zu lauter Stimme hob sich der Kapuzenpulli tragende Coworker..." oder "auch nach mehrfachen Versuchen kein Gespräch anzufangen, kam er schließlich auf mich zu..." :)
  6. #6

    Zukunft der Arbeit

    Ich denke, die Zukunft der Arbeit ist flexibel, so dass auch der Arbeitnehmer etwas davon hat. Bislang bedeutet "Flexibilität" bei Unternehmen ja nur, dass es flexibel viele Überstunden geben kann. Nachdem die Arbeitgeber die Grenzen von Arbeit und Freizeit verwässert haben, werden zukünftig die Mitarbeiter das ebenso tun und ganz selbstverständlich während der Arbeitszeit private Erledigungen wie Behördengänge oder den Friseutermin erledigen. Wozu dauernd rumhetzen oder halbe Tage Urlaub nehmen für sowas?

    Gleichzeitig gibt es aber auch bei den Unternehmen den Trend, Fachkräfte zu binden, indem man ihnen ein Goodie zukommen läßt. Aktuell wird da vor allem Fitness-Studios und Versicherungspfeifen in die Hände gespielt anstatt die Mitarbeiter zu fragen, was diese wollen. Denn diese wollen vorragngi flexible Arbeitszeiten, eine Vereinbarkeit von Privatleben / Familie mit dem Job oder eben auch Teilzeit, um neben dem Job ein Buch zu schreiben, ein Startup aufzuziehen und so weiter.

    Ein Punkt dabei ist sicher auch immer das Thema Home-Office bzw. das Thema Fahrtzeit. Wer in 20 Minuten ebenso im nächsten Coworking Space arbeiten kann, wozu sollte der täglich eine Stunde je Strecke ins Büro pendeln? Das ist eine unsinnige Umweltbelastung und Verschwendung von Zeit und Ressourcen. Fahrtzeit muss als Arbeitszeit abgerechnet werden, anders wird dieser Wahnsinn kein Ende nehmen.

    Natürlich gehören auch Disziplin und Selbstmanagement zu so einer Arbeitsweise, die hat vieleicht noch nicht jeder Arbeitnehmer, der in diesem Forum so großmäulig ablästert. Vielleicht sollte man sich besser vorhereinmal informieren, worum es geht:

    - Deskmag - The Coworking Magazine

    - CoworkingSzene :: News und Infos aus der Coworking-Community

    - coworking.de - Coworking in Deutschland

    Vorsicht, der Besuch dieser Sites könnte die eigenen Voruteile fraglich erscheinen lassen...
  7. #7

    Zitat von Sozial-Romantiker Beitrag anzeigen
    Vorsicht, der Besuch dieser Sites könnte die eigenen Voruteile fraglich erscheinen lassen...
    Nee, die Liste der sog. "Coworking"-Räume überzeugt nicht. Mag sein, dass dies das Arbeitsmodell für eine kleine Gruppe prekärer Freier ist, die sich ihre nächste Stundenrate bei Amazons mechanischem Türken zusammenklicken. Richtige Arbeitsergebnisse sind nur in einer entsprechenden Arbeitsorganisation möglich mit breitbandiger (Team)Kommunikation im Realraum. Spätestens dann, wenn sich physikalische und virtuelle Infrastruktur nicht mehr per Draht auf das MacBook in der Lounge transferieren lassen.

    Und Vorsicht, nicht mit dem "Home Office" verwechseln, welches in der Regel nur eine physikalische Auslagerung darstellt, aber den Mitarbeiter in der Arbeitsorganisation belässt - egal ob Sachbearbeiterin daheim oder Außendienst. Selbst dann sind regelmäßige Teamtreffen wichtig.
  8. #8

    Häh?

    Zitat von ch@rybdis Beitrag anzeigen
    ... konnte Sie Ihre Mittagspause nutzen, um das Unfertige, dessen Entstehungsprozess besungen wird, zu kommentieren.
    Nicht in jeder Branche steht ein greifbares Produkt - in diesem Fall halt ein journalistischer Artikel, der es immerhin so weit geschafft hat, Ihr Interesse zu erregen - wenn auch offenbar negativ.

    Aber schon stets interessant, dass in dieser unserer Welt der Wert einer Tätigkeit lediglich am greifbaren, am sichtbaren Output gemessen wird und selten am auch geistigen Wert eines Produktes ...
    Verstehe ich nicht? Erst entsteht kein geistiges Produkt und ein Absatz später haben sie einen geistigen Wert eines Produktes geschaffen? Ja, was denn nun?

    Geben Sie doch mal ein Beispiel für "Branche", "geistigen Wert" und "Produkt bzw. Nicht-Produkt"!

    Für mich war das erstmal nur Gefasel, dafür dass man seinen Interessen nachgeht - was ja erstmal nichts schlechtes ist - aber ich kann jetzt nicht erkennen was Sie da machen, was über z.B. ein Hobby hinausgeht?
  9. #9

    Zitat von Sozial-Romantiker Beitrag anzeigen
    Ich denke, die Zukunft der Arbeit ist flexibel, so dass auch der Arbeitnehmer etwas davon hat. Bislang bedeutet "Flexibilität" bei Unternehmen ja nur, dass es flexibel viele Überstunden geben kann. Nachdem die Arbeitgeber die Grenzen von Arbeit und Freizeit verwässert haben, werden zukünftig die Mitarbeiter das ebenso tun und ganz selbstverständlich während der Arbeitszeit private Erledigungen wie Behördengänge oder den Friseutermin erledigen. Wozu dauernd rumhetzen oder halbe Tage Urlaub nehmen für sowas?

    Gleichzeitig gibt es aber auch bei den Unternehmen den Trend, Fachkräfte zu binden, indem man ihnen ein Goodie zukommen läßt. Aktuell wird da vor allem Fitness-Studios und Versicherungspfeifen in die Hände gespielt anstatt die Mitarbeiter zu fragen, was diese wollen. Denn diese wollen vorragngi flexible Arbeitszeiten, eine Vereinbarkeit von Privatleben / Familie mit dem Job oder eben auch Teilzeit, um neben dem Job ein Buch zu schreiben, ein Startup aufzuziehen und so weiter.

    Ein Punkt dabei ist sicher auch immer das Thema Home-Office bzw. das Thema Fahrtzeit. Wer in 20 Minuten ebenso im nächsten Coworking Space arbeiten kann, wozu sollte der täglich eine Stunde je Strecke ins Büro pendeln? Das ist eine unsinnige Umweltbelastung und Verschwendung von Zeit und Ressourcen. Fahrtzeit muss als Arbeitszeit abgerechnet werden, anders wird dieser Wahnsinn kein Ende nehmen.

    ......
    Klassisches, nachvollziehbares Statement. Aber wie andere Diskutaten schon ausgeführt haben beleuchtet es nur einen kleinen Teil unserer Arbeitswelt!
    In vielen Jobs macht es einfach Sinn festangestellt zu sein: Die unternehmensspezifischen Informationen, die Arbeitsdetails und auch die sozialen Netzwerke sind einfach so komplex, dass man gerne mal ein halbes Jahr bis Jahr braucht um seine volle Arbeitsproduktivität zu erreichen. Dann ist es nur naheliegend, dass eine Verweildauer von mehreren Jahren sowohl dem Arbeitgeber, als auch dem Arbeitnehmer weiterhilft.

    Flexibilität habe ich zumindest bei den größeren Firmen, für die ich gearbeitet habe ausreichend kennengelernt.
    Schwieriger ist dann ja die Entscheidung: Will ich nebenher ein Startup aufziehen/Buch schreiben oder will ich vielleicht in meinem Job Karriere machen?
    Wenn Kollegen - und die werden sie in jeder Firma haben - gerne auf Ihre Freizeit verzichten und 10 und mehr Stunden arbeiten, dann ist Ihre Entscheidung für Flexibilität eine gegen anspruchsvollere Tätigkeiten. Aber letztlich ist es tatsächlich Ihre Entscheidung, denn dass der Arbeitgeber, letztlich die bevorzugt, die auch mehr Energie zurückgeben ist nur natürlich.

    Das Fahrtzeit verlorene Zeit ist, da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Aber möchte zwei Ihrer Schlüsse in Frage stellen: 1. Wo ist der Vorteil dann immer noch 20 Minuten in einen CoWorkingSpace zu fahren gegenüber einem HomeOffice? Da sollte mir doch lieber mein Arbeitgeber mir meine Aufwendungen für Infrastruktur erstatten, als einem Drittanbieter, den dann kein Mensch braucht!
    2. Natürlich braucht man weiterhin den Ausstausch mit Kollegen und zwar über Telkos und Skype hinaus. Dutzende Male täglich tausche ich mich kurz mit Kollegen über Ideen oder offene Fragen aus. Bestimmt nicht immer, würde ich dafür zum Hörer greifen und manche gemeinsam gesponnene Idee wäre nie entstanden. D.h. es sollte ein Nebeneinander von Home-Office und Präsenz existieren!








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