Zorniger Zwischenruf: Lasst mich rein, ich kann Arzt

Ihr Abi ist nicht exzellent, aber sie will Medizin studieren: Lea, 22, machte in drei Jahren eine medizinische Ausbildung, verklagte über ein Dutzend Unis, absolvierte Praktika, arbeitet als Sanitäterin - vergebens. Zwischenruf einer jungen Frau, die in einem Ärztemangelland einfach nur Ärztin werden will.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...767044,00.html
  1. #410

    Intelligenz hat nichts damit zu tun !

    Zitat von sencio Beitrag anzeigen
    Tut mir leid dir das mitteilen zu müssen, aber im Studium wird es dir passieren, dass Leute mit einem deutlich schlechteren Abitur (2,5+) durchaus zu besseren Leistungen als du befähigt sind. Deine Aussagen strotzen nur so vor Arroganz und, ja, Unwissenheit.
    So ist es !!! Im Übrigen kann man Intelligenz nicht mit Noten bewerten. Für ein Medizinstudium, oder andere Studiengänge, wie Jura, braucht man vor allen Dingen ein hohes Maß an Selbstdisziplin, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. Nur so kommt man an sein Ziel! Viele scheitern daran, weil sie Pensum nicht durchhalten und nicht weil sie nicht intelligent sind. Das sind Erfahrungswerte, die man mit Studium macht.
  2. #411

    Aussagekraft der Abi-Note

    UND was ich noch vergessen habe:

    Ich gehe davon aus, einen Platz zu bekommen, und wenn
    sich an der unterirdischen Bezahlung der Mediziner hier nichts ändert, dann werde ich mich ebenfalls schneller
    ins AUSLAND abseilen,
    als ihr alle gucken könnt! Ob es euch freut oder nicht, und ob es moralisch richtig ist, tangiert mich auch nicht sonderlich^^

    Schließlich muss jeder schauen, wo er bleibt.

    Und JA, ich gebe es zu: Ein Hauptgrund für mich, Medizin zu studieren, ist, dass ich mir sehr gute Verdienstmöglichkeiten ausrechne! Ein anderer ist, dass ich es einfach kann;). Und ich weiß nicht, was daran verwerflich sein soll, solange ihr dann alle gesund und zufrieden bleibt. Was interessiert euch die Motivation des Arztes?!
    Bin kein Arzt, aber komme auch aus einem medizinischen Beruf. Habe allerdings danach einen Master in WiPäd gemacht und bin seit Kurzem Lehrer für Wirtschaft/IT an einer Fachoberschule.

    Zunächst mal Glückwunsch zu deinem guten Abi. Ein paar Dinge schießen mir bei deinem Kommentar durch den Kopf:

    - Wieso denkst du, bist du eine gute Ärztin - ich will nichts Gegenteiliges behaupten, aber ich denke, nicht jeder mit einem sehr guten Abi ist ein guter Arzt - genau wie du möglicherweise keine gute Mathematikerin bist - obwohl dein Abischnitt dazu locker reicht. Ich will damit sagen: Der Abischnitt misst keine einschlägige berufliche Begabung. Um zu wissen, dass du eine gute Ärztin bist, musst du erstmal eine werden - das ist eben das Dilemma.

    -Ein Abischnitt misst nicht zwangsläufig die "Intelligenz". In der Pädagogik ist der Begriff IQ und auch Intelligenz sehr umstritten. Mein Prof. hat immer gesagt: Intelligenz ist, was der Intelligenztest misst. Der Grund: Bei jedem Test kommt was anderes raus und es gibt zig Tests. Es ist also recht ungenau diesen Begriff zu verwenden. Die Abinote wiederum streut erheblich - beispielsweise zwischen den Bundesländern. Da diese aber unterschiedliche Anforderungen stellen sind diese nicht vergleichbar - es ist also nicht korrekt zu sagen Abi1 ist leichter als Abi2 oder anders ausgedrückt: Ein Schüler in Bayern hat zwar statistisch gesehen eine geringere Chance auf ein Abi mit 1,0 aber es heißt nicht (zumindest ist mir keine Statistik bekannt), dass bayerische Schüler sich nach einem Umzug in ein anderes Bundesland signifikant verbessern.

    Auf den Punkt gebracht:
    -Die Abinote misst nicht die Intelligenz - da diese nicht definiert ist
    -Die Abinote differenziert in erheblichem Maße durch äußere Faktoren z.B. der Region
    -Die Abinote misst nicht, ob man erfolgreich in einem einschlägigen Beruf ist oder nicht

    Aber trotzdem ist sie ausschlaggebend für die Studienwahl. Dennoch denke ich nicht, dass es eine Alternative zu dem Verfahren gibt, denn:

    -Medizinstudienplätze sind teuer und von der Zahl begrenzt, der Staat muss irgendwie selektieren
    -Aufnahmetests sind in meinen Augen noch subjektiver als die Abinote, da sie nur eine Momentaufnahme messen und nicht, wie das Abi einen langen Zeitraum erfassen

    Fazut:
    -Abinote als Auswahlkriterium ist unfair, es gibt aber keine fairere Alternative.
    -Bitte mache Praktika um deinen Berufswunsch besser einschätzen und reflektieren zu können. Musst du eh im Rahmen deines Pflegepraktikums
  3. #412

    Neid macht dick und hässlich ;-)

    Zitat von AwesomeM.D. Beitrag anzeigen
    Es haben schon einige Vorposter erwähnt, aber ich finde des Aspekt wichtig genug, um ihn nochmal zu wiederholen: Die junge Dame schreibt, sie wäre "mit dem Wunsch aufgewachsen" Medizin zu studieren. Mir fehlt dann leider jedes Verständnis für eine Abitur mit 2,4. Das wusste sie einfach vorher. Und ganz ehrlich, wer den Fleiß und die Motivation nicht aufbringt, ein gutes Abitur zu schaffen, dem wird auch das Medizinstudium sehr schwer fallen.

    Ich studiere selber Medizin (und bin etwas erstaunt/angewiedert davon, dass hier wieder mal etliche Vorurteile/Platitüden über das Fach gebracht werden, die einfach nicht bzw. lange nicht mehr stimmen...) und ich habe auch keine Ärzte-Eltern. Ich war auch nie der beste Schüler. Bis zur Oberstufe, als ich alles daran gesetzt habe mein Abitur mit einem NC abzuschließen, mit dem ich Medizin studieren kann.

    Klar kann man fragen, ob die Sache mit dem NC gerecht ist. Bleibt immer noch die Frage, ob es so viel gerechtere Systeme gibt.

    Aber in diesem Fall hatte die junge Dame GENUG ZEIT sich anzustrengen und ihren Traum aus eigener Kraft zu ermöglichen. Noten sind nicht immer gerecht, aber sie sind au
    Bringt es 1a auf den Punkt. Mich widern diese Geiferer inzwischen auch sowas von an. Es brodelt einem richtiggehend der Neid entgegen es selber nicht geschafft zu haben und nicht einen der schönsten Berufe der Welt ausüben zu dürfen. Pech gehabt und hört auf anderen immer ihren Erfolg, für den sie hart gearbeitet haben, zu neiden. Denn entgegen wilder Verschwörungstheorien gibt es keine Lücke in der gesetzlichen Regelung für die Schönen und Reichen ins Medizinstudium zu kommen.

    Und was die junge Dame angeht: Ich studiere an einer Uni Medizin (und es sind nicht die zwei im Artikel genannten!), die mir einen satten Bonus auf meine Abiturnote für meine vorherige Ausbildung gegeben hat.
    Wenn Du trotz des Wissens um die hohen Hürden nur 2,4 im Abi geschafft hast, dann bin ich überzeugt, daß für Dich einfach vor dem Physikum Schluß gewesen wäre und Du damit einem anderen den Platz weggenommen hättest. Hart aber wahr!
    Auch mußt Du Dich nach Deiner Motivation zum Arzt fragen: Helfen bzw. Heilen kannst Du Menschen auf vielfältige Weise, wenn Dir der Arzt dazu als der einzige Weg erscheint, dann geht es Dir wohl echt doch eher um den Status!
  4. #413

    Ähem?

    Zitat von franziiii Beitrag anzeigen
    und wenn
    sich an der unterirdischen Bezahlung der Mediziner hier nichts ändert, dann werde ich mich ebenfalls schneller
    ins AUSLAND abseilen,
    als ihr alle gucken könnt!
    Mediziner sind die Berufsgruppe in Deutschland mit den durchschnittlich höchsten Einstiegsgehältern. Und werden dabei auch nicht durch erwirtschaftetem Gewinn bezahlt, sondern durch die Zwangsabgaben, die alle Bürger zu zahlen haben.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie ins Ausland gehen :)
  5. #414

    Ausland als Option

    das NC Problem ist nicht neu
    für mich, Abi 1975, war es genau wie bei Leah.
    Durchschnitt: 2,5 war 1975 nicht soooo schlecht aber Wartezeit 10 Semester.
    Ich habe mich dann dafür entschieden nach Frankreich zu gehen, wo jeder sich einschreiben kann und dann einfach nur büffeln denn nach einem Jahr wird erbarmungslos gesiebt.
    ca 8-9% schaffen es ins zweite Jahr!
    Dann bin ich in Frankreich geblieben, zur Facharztausbildung zurück nach D und dann wieder F.
  6. #415

    Das tut ja echt weh zu lesen....

    Zitat von franziiii Beitrag anzeigen
    UND was ich noch vergessen habe:

    Ich gehe davon aus, einen Platz zu bekommen, und wenn
    sich an der unterirdischen Bezahlung der Mediziner hier nichts ändert, dann werde ich mich ebenfalls schneller
    ins AUSLAND abseilen,
    als ihr alle gucken könnt! Ob es euch freut oder nicht, und ob es moralisch richtig ist, tangiert mich auch nicht sonderlich^^

    Schließlich muss jeder schauen, wo er bleibt.

    Und JA, ich gebe es zu: Ein Hauptgrund für mich, Medizin zu studieren, ist, dass ich mir sehr gute Verdienstmöglichkeiten ausrechne! Ein anderer ist, dass ich es einfach kann;). Und ich weiß nicht, was daran verwerflich sein soll, solange ihr dann alle gesund und zufrieden bleibt. Was interessiert euch die Motivation des Arztes?!
    ...falls dies klein schlechter Trollversuch sein sollte.

    Entweder Sie werden hoffentlich nie auf Patienten losgelassen ODER lernen irgendwann einmal den Unterschied zwischen Weisheit und Intelligenz.

    Cheerio...
  7. #416

    Arzt beim Bund

    Wenn es der absolute Lebenstraum ist Medizin zu studieren, dann kann man natürlich auch über die Bundeswehr studieren. Dort ist der NC meist deutlich niedriger! Allerdings erfordert das Loyalität zu unserem Staat. Aber andererseits, wenn das aus Gesinnungsgründen nicht geht, dann sollte der Steuerzahler auch nicht 180.000€ (inzwischen wahrscheinlich sogar mehr pro Studienplatz) für einen als Geschenk aufbringen müssen.
  8. #417

    Der Unterschied zwischen "sehr gut" und "nicht schlecht"

    Zitat von mwalz1986 Beitrag anzeigen
    Auf welchem unterirdischem geringen Niveau kann ein Mensch nur sein, um zu entscheiden wo das Niveau eines Anderen liegt.
    Nanana, nicht gleich auf den Schlips getreten fühlen... Ich habe auch gar nicht über das Niveau von Frau Doktor in spe geurteilt - sie selbst hat diese Leistung beim Abitur erbracht, die eben nicht "sehr gut" ist. Und auch bei späteren Tests konnte sie offenbar die Prüfer nicht überzeugen. So sieht es aus.

    Es ist doch nichts Schlimmes, Sanitäter zu sein! Ich hatte in meiner Abiturzeit auch einen Rettungsschwimmer- und Sanschein und hab Absicherungsdienste in der Freizeit geschoben. Ist eine ehrenwerte Sache, finde ich. (Und daneben habe ich ein Abitur zuwege gebracht, das auch ohne weiteres ein Medizinstudium ermöglicht hätte.)

    Aber es können eben nicht alle Götter in Weiß werden, nur weil sie es doch so gerne möchten. Rettungssan oder Pflegerin zu sein bedeutet nicht, geistig beschränkt zu sein. Nur für ein Medizinstudium muss schon noch etwas mehr als nur guten Willen mitbringen.
  9. #418

    traurig aber wahr

    So wie diese junge Dame in ihrem "zornigen Zwischenruf" die Situation schildert, mag das ja alles schrecklich ungerecht und ihr Standpunkt völlig richtig wirken. Die traurige Wahrheit ist allerdings, dass die Abiturnote nun einmal wirklich das ist, was am besten Auskunft darüber gibt, ob man das Medizinstudium schaffen kann. Es mag sein, dass ambitionierte junge Leute, die schon immer unbedingt die Welt retten wollten, gute Ärzte wären. Das interessiert allerdings keinen, wenn sie das vierte Mal durch die Biochemieklausur gefallen sind und niemals den Arztberug ergreifen werden, weil an diesem Punkt ihr Studium nämlich für immer endet.

    Ich studiere selbst im 8. Semester Medizin und ich "durfte" die Erfahrung machen, dass in sehr kurzer Zeit sehr viel Wissen anhäufen eine Kompetenz ist, die vielleicht keinen guten Arzt ausmacht aber für das Studium zwingend benötigt wird. Das muss man können und wer das kann, hätte eigentlich auch ein vernünftiges Abitur schaffen sollen. Noch weniger Mitleid habe ich, wenn ich lese, dass die Person aus dem Artikel schon immer Ärztin werden wollte. Dass das Medizinstudium harten Zugangskriterien unterliegt, weiß sie sicher auch nicht erst seit Ende der Schulzeit. Wenn so klar gewesen ist, wozu die Abinote dienen soll und sie laut eigener Aussage ja auch sämtliche Kompetenzen besitzt um das Studium zu schaffen, frage ich mich, warum dann das Abitur so "schlecht" war. Sind mal wieder die Lehrer schuld?

    Was die Nichtbeachtung ihrer medizinischen Vorkenntnisse angeht, muss ich leider auch einhaken. Einige meiner Kommilitonen haben vorher medizinische Berufe erlernt und deren Vorteil gegenüber anderen Studenten ohne Vorkenntnisse ist laut eigener Aussage verschwindend gering.

    Zustimmen kann ich der Verfasserin eigentlich nur in dem Punkt, dass es gerechter und gerechtfertigt wäre, jene, die in den Jahren der Wartezeit versucht haben Kenntnisse zu sammeln, gegenüber denen zu bevorzugen, die einfach ihre Wartesemester abgesessen haben.
  10. #419

    Es gibt zu wenig Medizin-Studienplätze, das ist das Hauptproblem.

    An der Art, wie diese verteilt werden, habe ich jedoch nichts auszusetzen. Jeder hat in der Schule die Gelegenheit, sich durch Fleiß und Disziplin eine gute Abinote zu erarbeiten. Und genau diese Fähigkeiten werden auch als Medizinstudent (als Arzt sowieso) benötigt, und zwar: in verschärfter Form. Eine einzige Klausur umfasst soviel Stoff wie das gesamte Abitur. Natürlich schaffen das am ehesten diejenigen, die in der Schule schon bereit waren, regelmäßig ihre Hausaufgaben zu machen, sich stets vorzubereiten und gewissenhaft zu lernen. Motivation ist da leider nicht alles und Ausnahmen bestätigen die Regel...

    Was glaubt die junge Frau denn, warum sie mehr ein Recht hat auf einen Studienplatz als all die Einserkandidaten? Medizin ist für gewöhnlich kein Fach, dass man mal eben so studiert, weil einem nichts besseres eingefallen ist oder man auf einen Wechsel hofft. Anatomie, Blut, Leichen - das muss man wollen. Warum sollten andere weniger motiviert sein?

    Ausbildung machen, Biologie studieren - schön und gut. Aber schon mal überlegt, dass sie damit interessierten Haupt- und Realschülern einen Ausbildungsplatz wegnimmt und einem Abiturienten den Biologie-Studienplatz??!
    Erst behaupten, den Platz mehr verdient zu haben als viele bessere Abiturienten, aber wenn es um sie selbst geht noch viel rücksichtsloser andern einen Platz wegnehmen, den sie eigentlich gar nicht haben will.