Forum


 

Zivi für drei Monate: Studienstart sticht Dienst am Vaterland

Münsteraner Richter haben einem jungen Mann seinen Dienst am Vaterland stark verkürzt. Der Zivi hatte einen Studienplatz an einer Top-Uni sicher, doch um ihn anzunehmen, musste er vorzeitig aus dem Dienst scheiden. Geht nicht, sagte das Bundesamt. Geht doch, urteilte das Gericht.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...715189,00.html
  1. #1

    ja

    Meine Güte, man liest von einem jungen Mann der einen "Studienplatz an einer Top-Uni" sicher hat, und denkt: Harvard? MIT? Oxbridge?
    Und dann ist es doch nur die TU München im "begehrten Fach BWL"......

    Wie auch immer, gut für den Mann, gab's bei mir damals nicht. Und wenn BWL an der TU München schon ausreicht, dann kann's bald jeder machen.
  2. #2

    Pyrrhussieg

    Ein weiteres Jahr hätte dem jungen Mann vielleicht Zeit gegeben sich darauf zu besinnen, etwas Vernünftiges aus seinem Leben zu machen und vielleicht doch etwas Ordentliches anstatt BWL zu studieren.
  3. #3

    Weise

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Münsteraner Richter haben einem jungen Mann seinen Dienst am Vaterland stark verkürzt. Der Zivi hatte einen Studienplatz an einer Top-Uni sicher, doch um ihn anzunehmen, musste er vorzeitig aus dem Dienst scheiden. Geht nicht, sagte das Bundesamt. Geht doch, urteilte das Gericht.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...715189,00.html
    Endlich mal ein paar weise Richter die verstanden haben, dass es sinnvoller ist etwas richtiges zu lernen anstatt irgendwo rumzuhängen. Noch besser wäre es allerdings gewesen, wenn der junge Mann vom Wehrdienst und nicht vom Zivildienst befreit worden wäre, denn der Wehrdienst ist sowas von Zeitverschwendung, bei der nur gesoffen und sich gelangweilt wird, wenn man sich nicht gerade von einem Flachhirn namens Stufy anschreien lassen muss, dass es echt nichts mit "Dienst am Vaterland" zu tun hat.
    Ganz einfach, weil dieses Affentheater dem Staat gar nichts bringt als horrende Kosten und derzeit Tote in Afghanistan.
  4. #4

    tolle Justiz haben wir

    Zitat von Takana Beitrag anzeigen
    Ein weiteres Jahr hätte dem jungen Mann vielleicht Zeit gegeben sich darauf zu besinnen, etwas Vernünftiges aus seinem Leben zu machen und vielleicht doch etwas Ordentliches anstatt BWL zu studieren.
    Was wäre wohl gewesen, wenn er ein zulassungsfreies Fach gewählt hätte? Ist das von der Regierung erfundene Vokabular "Eliteuni" entscheidend, oder gar doch der Studiengang BWL? Eine grausame Entwicklung, da existiert schon seit Jahren keine Wehrgerechtigkeit mehr und nun gibt es noch nicht einmal mehr Zivildienstgerechtigkeit.
    Von den verbliebenen drei Monaten kann man mindestens einen vollständig abziehen, der ist zur Anlernung gedacht und ermöglicht keineswegs den vollen Einsatz des Zivildienstleistenden, laut Gesetz, außer er spielt nur Mensch ärger dich nicht mit Senioren im Heim. Was da übrig bleibt verdient den Namen Dienst nicht, es müsste eher Ferienjob heissen.
  5. #5

    Wieviel Monate sind es denn nun?

    "[...] Einem Abiturienten, der seit 1. Juli Zivildienst leistet,[...]"

    "[...] Sie zählten vielmehr die Monate so, wie sie den Bewerber real betreffen: Nach neun Monaten ginge sein Dienst Ende Dezember 2010 zu Ende,[...]"

    Man kann mich gern berichtigen, aber mit meinen Mathe- und Kalenderkenntnissen komme ich auf folgendes Ergebnis:
    Wenn man zum 1. Juli 2010 einen neunmonatigen Dienst beginnt, ist man meiner Rechnung nach erst Ende März 2011 damit fertig.
  6. #6

    Großartig

    Super,
    ich hoffe diese Rechtsprechung setzt sich durch und mehr junge Menschen streiten für ihr Recht und mehr Gerechtigkeit vor Gericht!

    Man bräuchte nur noch Beratungsgespräche an den Schulen, die den Schülern erklären sie sollen sich keinesfalls sofort als Zivi melden, sondern erst einmal so tun als ob sie Wehrdienst leisten möchten. Verweigern kann man immer noch wenn man eingezogen wird. ABER solch ein Verhalten würde der Wehrgerechtigkeit das Genick brechen und die Wehrpflicht sofort abschaffen. (Gerichte haben ja bereits Einberufungen wegen mangelnder Wehrgerechtigkeit einkassiert -> es wurden mehr (= ca 65000) Stellen geschaffen. Wenn nun knapp 90000 "Zivis" in den Pool kommen ist Schluss mit Wehrgerechtigkeit und Wehrdienst!
  7. #7

    Unsicher?

    Sein Anwalt argumentierte, sein Mandant hätte nach dem regulären Ende seines Zivildienst im Ende Dezember neun Monate warten müssen, um zum Wintersemester 2011 erneut ein Studium in seinem Fach zu beantragen - mit unsicherem Ausgang. Denn, argumentiert Anwalt Wilhelm Achelpöhler, derzeit verschärfe sich durch die doppelten Abiturjahrgänge und zu wenige Studienplätze der Wettbewerb gerade in beliebten Fächern.
    Zitat von § 19 der Hochschulzugangsverordnung (HZV)
    Bewerberinnen und Bewerber, die

    1. eine Dienstpflicht nach Art. 12a des Grundgesetzes erfüllt oder eine solche Dienstpflicht oder entsprechende Dienstleistungen auf Zeit übernommen haben bis zur Dauer von drei Jahren,

    [..]

    werden in dem genannten Studiengang auf Grund früheren Zulassungsanspruchs ausgewählt, wenn sie zu Beginn oder während eines Dienstes für diesen Studiengang zugelassen worden sind oder wenn zu Beginn oder während eines Dienstes für diesen Studiengang nicht an allen Hochschulen Zulassungszahlen festgesetzt waren.
    Quelle: http://www.verwaltung.bayern.de/Tite...ulV_BY_P19.htm

    Wo wäre da bitte ein "unsicherer Ausgang"? Er würde auf jeden Fall zum nächsten Semester angenommen...
  8. #8

    Härte?

    Ein Massen-Studium an einer Massen-Uni wie der TU München (Top-Uni?? *LOL*) nicht sofort antreten zu können, ist eine besondere Härte? Wie lächerlich ist das denn?
  9. #9

    Ich fühl mich von dieser Gesellschaft eh verarscht, da...

    Ich fühl mich von dieser Gesellschaft eh verarscht, da kommt es auf ein paar Jahre nicht mehr an...
    Wieviel Zeit ich schon verloren habe in meinem Leben:
    - einen Monat zu spät im Jahr geboren, erst 11 Monate später eingeschult (1 Jahr = 12 Monate)

    - 13 statt 12 Jahre bis zum Abitur (1 Jahr = 12 Monate)
    - 15 Monate Zivildienst (15 Monate)
    - Abitur im Mai (letzte Prüfung), Beginn des Zivildienstes: November (die haben EWIGKEITEN gebraucht, um die Kriegsdienstverweigerung zu bearbeiten) (5 Monate)
    - Zulassung zum Studium im Wintersemester (6 Monate)
    Macht zusammen: 50 Monate bzw. 4 Jahre und 2 Monate.
    Was für eine Verschwendung von Lebenszeit für Nichts und wieder Nichts! Aber dann soll man schnell und erfolgreich studieren. Andere globale Mitmenschen mit logischen, durchdachten Ausbildungssystemen haben dann schon ihr Bachelorstudium abgeschlossen...

    Nur mal so eine Nebenfrage: warum hat eigentlich in diesem Land noch keiner festgestellt, dass das Abitur früher (in der guten, alten Zeit) zu Ostern stattfand und man dann im Sommersemester gleich mit dem Studium beginnen konnte? Dann aber wurde das Abitur auf Mai/Juni gelegt, nur der Beginn des Sommersemesters blieb im April liegen? Antatt ihn, wie in den USA zufällig der Fall, in den Juli zu legen??








TOP



TOP