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Zitat des Tages: "Wir müssen weg von Micky-Maus-Promotionen"
dapdExterne Doktoranden schaffen es selten, die Wissenschaft voranzubringen, sagt Potsdams Uni-Chef Oliver Günther. Auch könne jemand, der nebenberuflich promoviert, seine Gutachter leichter täuschen. Günther reagiert damit auf einen prominenten Plagiatsfall an seiner Hochschule.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...831818,00.html
- #1 07.05.2012 17:19 von
Gelogen, getäuscht ... die eigene Partei glaubts
Ich halte es für einen Trick, diese "Sperre", die Graf über seine eigenen "Arbeit" hat verhängen lassen. Ich halte es für völlig verlogen, wenn er - wie Gutti seinerzeit - um Rücknahme der Promotion "bittet", denn es blieb ihm offenbar nichts anderes übrig, weil die Uni sie ihm so oder so aberkannt hätte. Ich halte es für eine verlogene Formulierung, wenn er zur Begründung schreibt, er hätte "seinen eigenen Ansprüchen nicht genügt". Er hat mit Sicherheit seinen Ansprüchen genügt, sonst hätte er es ja nicht getan, aber er hat den Ansprüchen der Universität an eine Dissertation nicht genügt. Und denen an einen moralisch handelnden Menschen: So einer täuscht nämlich nicht, schon gar nicht seinen Doktorvater. Mannoman ...
- #2 07.05.2012 17:34 von
Am falschen Ende aufgezäumt...
hat der gute Mann das Problem. Richtig. Plagiate sind unanständig, Schlampereien ärgerlich. Aber es gibt auch auf vielen Gebieten, auf denen externe Doktoranden arbeiten, wissenschaftlichen Fortschritt, der im (wohldotierten!) Elfenbeinturm der Universität nicht gewonnen werden kann. Der Mann macht es sich doch sehr einfach: er reduziert die zeitaufwendige und mühselige Doktorandenbetreuung. Sein stattliches Gehalt bezieht er trotzdem in unveränderter Höhe weiter. Keine Instanz kann ihn zu Arbeiten verpflichten, die an sich zu seinem Berufsbild gehören. "Eigene" Instituts- bzw. Lehrstuhlassistenten kann man auch viel besser und länger ausnutzen, z.B. für eigene Forschungsprojekte (Vorbereitung eigener Veröffentlichungen), Lehrveranstaltungen, Korrekturen und allerlei zusätzliche private Dinge. Da sie zudem von ihm wirtschaftlich abhängig sind, müssen sie sich wohl oder übel in diese Phase der Leibeigenschaft fügen.
Dieses "Zitat des Tages" mag zwar gefällig reisserisch aufgemacht sein. Inhaltlich ist es das Papier nicht wert, auf dem es verfasst wurde. - #3 07.05.2012 19:24 von
Das wahre Problem sind die Unis
Die Armee von vollzeit arbeitenden aber 1/4 TV-L bezahlten Doktoranden schreibt die Doktorarbeit auch "nebenberuflich".
Das Knechten als Dauerdozent und persönlicher Professorensklave ist kein bisschen weniger belastend als der Durchschnittsjob eines externen Doktoranden.
Das Problem ist ein anderes - die Unis schaffen es einfach nicht, ordentliche Doktorandenprogramme aufzulegen. Mit verpflichtenden Kursen und echten Klausuren. Mit einer echten Ausbildung zum Wissenschaftler. Darum könnte sich auch ein Uni-Präsident mal kümmern. Schafft endlich die Lehrstuhl-Doktoranden ab! - #4 07.05.2012 20:14 von
.
Vielleicht habe ich ein anderes Verständnis von einem Doktoranden. Bereits als Diplomand hat man gezeigt, dass man wissenschaftlich arbeiten kann, unter Anleitung und mit einer intensiven Betreuung.
Ein guter Doktorand muss nicht mehr ständig betreut werden. Als Doktorand hat man wesentlich mehr Freiheiten. Man wählt sich teilweise sogar die Forschungsrichtung aus (natürlich passend zum Lehrstuhl), plant seine Forschungsarbeiten, ... . Man hält den betreuenden Prof. auf dem Laufenden, diskutiert mit ihm und nimmt Ratschläge an. Sicherlich nicht jede Woche. Einmal im Monat reicht auch. Sonst kommt man gar nicht zum Forschen.
Die Fächer mit den grösstenteils lächerlichen Promotionen sind bekannt. Zumindest für Eingeweihte. Wenn man sich von diesen Pseudo-Doktoren abheben möchte, kann man seinen Doktorgrad-Zusatz verwenden. Wobei echte Doktoren keinen Wert auf die Nennung ihres Doktorgrades legen. Wofür auch? - #5 07.05.2012 20:15 von
Es sollte wohl eher heißen "Wir müssen weg von Promotionen die ausschließlich zur Förderung der eigenen (nicht-wissenschaftlichen) Karriere dienen."
Doktorarbeiten sollen eigentlich zeigen, dass eine Person zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten fähig ist.
Statt dessen nutzen aber viele Leute die Promotion als Vehikel für die eigene Karriere oder zur Aufpolsterung des eigenen Egos.
Vielleicht sollte man die Möglichkeit zur Promtion auf solche Leute beschränken, die auch wirklich wissenschaftlich arbeiten? - #6 07.05.2012 20:17 von
- #7 08.05.2012 08:22 von
gemeinsamer Kamm
Das sehe ich ähnlich. Dazu kommt, dass sich die wissenschaftliche Qualität und zum Teil auch die Funktion von Promotionsarbeiten von Fach zu Fach stark unterscheiden. Sind sie in einigen Fächern nur der letzte Schritt vor der Habilitation, dienen sie in anderen haupsächlich der öffentlichen Dekoration. Manche sind Originalarbeiten, viele nur die Zusammenfassung früherer eigener wissenschaftlicher Publikationen oder auch nur die Bearbeitung besonderer Aspekte gemeinsam mit anderen durchgeführter Experimente. Die häufig belächelten medizinischen Promotionen sind tatsächlich bei Ärzten häufig der einzige Nachweis, dass einmal selbst versucht wurde, wissenschaftlich zu arbeiten. Man kann das alles nicht über einen Kamm scheren.
- #8 08.05.2012 08:54 von
Nennen Se doch Ross und Reiter...
... es sind die sogenannten "Geisteswissenschaften", notorischerweise Soziologie, Politologie etc. aber auch einige Sprachwissenschaften...
Chemiker und Physiker haben (fast) kein Problem mit so etwas...
Es ist an der Zeit, solchen Pseudowissenschaften, die im ersten Halbsatz A postulieren und im nächsten Halbsatz Non-A "beweisen" die Anerkennung als Wissenschaft zu entziehen... - #9 08.05.2012 11:08 von
yo...
...ist bei mir vor 15 Jahren passiert. Als Physiker konnte ich die Nuklidkarte ein wenig umschreiben. Wegen Doppelbetazerfall. Das war meine Diplomarbeit und ich bin danach zur Informatik gewechselt, wg. Verdienstmöglichkeiten. Nun, immerhin hab ich immernoch die Option zu promovieren, wenns denn wichtig werden sollte
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