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Zinsskandal in London: Bank of England gerät ins Zwielicht

REUTERSIm Skandal um den manipulierten Libor-Zinssatz gerät die britische Notenbank immer stärker unter Druck. So soll die amerikanische Notenbank Fed ihre Kollegen in London bereits Mitte 2008 vor einem Missbrauch gewarnt haben - ohne Erfolg.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...844252,00.html
  1. #1

    Alle ...

    ... gehten wir doch der Einfachheit mal davon aus, das alle Banken da mit drin hängen ... es dürfte der Wahrheit sowieso recht nahe kommen ... und das diese hemmungslose Zockerei mit dem Geld der anderen nicht aufhören wird, solange der Casino-Betrieb nicht geschlossen, oder zumindest stark eingeschränkt wird. Eine Besteuerung wäre eines der Mittel gewesen, die eine solche Einschränkung bewirken würde ... aber dazu liess es David, Herr (oder Sklave) der Wanker aus der City of London, es ja nicht kommen.
  2. #2

    Reformen?

    Kann man ein Krebs-Geschwür reformieren? Wohl kaum. Man kann es nur entfernen. Wir leben aber in einer Welt in der der Krebs den Wirtskörper steuert. Wir brauchen ein Trennbanken-System, sofort! Die Deutsche Bank ist ein Hedgefond maskiert als Bank! Wir brauchen Anklagen, Verfahren und Urteile gegen korrupte Banker und ihre politischen Schmiere-Steher.
    Wenn wir uns wirklich aus den tödlichen Klammergriff befreien wollen, kommen wir an einer Zerschlagung der "to big to fail" Banken nicht vorbei.
    Alles andere ist eine Kapitulation der Demokratie vor den Plutokraten. In einer Zeit in der Banker hohe Regierungsämter begleiten, im Falle Italiens sogar den Regierungschef ist das allerdings schwer vorstellbar. Aus der Politik ist zumindest keine Hilfe zu erwarten.
    Wenn WIR unsere Abgeordneten nicht zum handeln zwingen, werden sie den Weg des geringsten Widerstands gehen und uns und unsere Nachkommen für 30 Silberlinge Aufsichtsratposten verkaufen.
  3. #3

    Endlich hört man einmal etwas vom eigentlichen Kern der aktuellen Krisen:

    "Wir sind ja in einer Situation, wo Zentralbanken die Märkte zerstören, wo sie die Geschäftsbanken verlocken in dieses Null-Geld [niedrige Zinsen] - die Firmen fragen es nicht nach oder können es nicht nachfragen -, und mit dem Geld wird gespielt. ...
    Die Zentralbanken geben Geld raus für Null auf ein Jahr in Europa, die Geschäftsbanken kaufen mit einem Mausklick einen Titel, der bringt 3 % -und die Summen sind bei 500 Milliarden- die kosten 5 Milliarden bei den Zentralbanken und bringen 15 Milliarden auf den Märkten, und dieser Gewinn von 10 Milliarden, verteilt auf 10 große Banken, der bringt dann die überraschenden Schlagzeilen in der Presse: "Wieder hohe Gewinne bei dieser und bei jener Bank". Nur die Banken machen diese Gewinne und die Summen sind ohne jeden Kontakt mit dem Sektor, indem geleistet wird. Das sind Firmen und die Arbeitskräfte."

    Halbzeit der Krise (1)
  4. #4

    Schuld der Regulierer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    um einen Kulturwandel im Bankensektor anzutreiben", sagte Almunia.
    1. Banken meiden zum Beispiel echte Mess-Systeme wie Lean Six Sigma wie der Teufel das Weihwasser, denn es könnte der ein oder andere ja schwarz auf weiß als qualitätsschwach oder verschwenderisch dastehen. Der Betriebsrat kann Messungen aller Art nicht verhinden, aber sie werden trotzdem kaum durchgeführt. Die Fachabteilungen quer durch die Branche wehren sich ferner mit Händen und Füßen gegen effizienzsteigerndes Prozessmanagement. Stattdessen herrscht ein Hauen und Stechen um Budgets. Oder anders ausgedrückt: Die Banken IT soll schneller werden, aber man lasse bloß die armen Angestellten in Ruhe. Wie soll da etwas Innovatives wachsen? Was sagt uns das über den Menschentyp in unseren Geldhäusern?

    2. Man sollte den Banken wieder mehr Margen im Transfergeschäft zugestehen. Wenn man sich erinnert, wie teuer Überweisungen ins Ausland früher waren, die liegen heute fast bei null. Die Regulierer haben also (absichtlich?) geschlafen. Warum? Weil es fachlich/inhaltlich einfacher ist, ein bisschen SEPA zu machen als sich um komplizierteste Finanzkonstrukte im Investmentsektor zu kümmern. Also liegt die Schuld klar bei den Regulierer. Die Banken haben nur getan, was sie durften, und das ausgiebig. Warum auch nicht?
  5. #5

    Lean Six Sigma?

    Zitat von Möglw. Beitrag anzeigen
    1. Banken meiden zum Beispiel echte Mess-Systeme wie Lean Six Sigma wie der Teufel das Weihwasser, denn es könnte der ein oder andere ja schwarz auf weiß als qualitätsschwach oder verschwenderisch dastehen.
    Das ist ja wohl eine Art von kompliziert ausgetüfteltem produktiven Controlling – in allen Großbetrieben wird viel gemessen und gebenchmarkt, ich glaube aber nicht, dass dieses „Lean Six Sigma“-System so ohne Weiteres auf die typischen Bankgeschäfte anwendbar ist, denn schon die Erklärung in Wikipedia gibt mehr Rätsel auf als dass sie wirklich etwas erklärt, Zitat:
    „Die am häufigsten eingesetzte Six-Sigma-Methode ist der sogenannte „DMAIC“-Zyklus (Define – Measure – Analyze – Improve – Control = Definieren – Messen – Analysieren – Verbessern – Steuern). Hierbei handelt es sich um einen Projekt- und Regelkreis-Ansatz.“
    Hört sich großartig an, bloß die Crux bei all diesen aufgeblähten Optimierungsprozessen ist der Mensch, der nicht mehr mitkommt und der Angst hat, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Zum Besipiel laufen in Deutschland seit Jahrzehnten Projekte, die öffentliche Verwaltung zu reformieren, das heißt, in der Praxis mehr nach marktwirtschaftlichen Prinzipien zu arbeiten – zig Millionen wurden dafür ausgegeben, gebracht hat es sehr wenig.
    Zitat von Möglw. Beitrag anzeigen
    2. Man sollte den Banken wieder mehr Margen im Transfergeschäft zugestehen. Wenn man sich erinnert, wie teuer Überweisungen ins Ausland früher waren, die liegen heute fast bei null. Die Regulierer haben also (absichtlich?) geschlafen. Warum? Weil es fachlich/inhaltlich einfacher ist, ein bisschen SEPA zu machen als sich um komplizierteste Finanzkonstrukte im Investmentsektor zu kümmern. Also liegt die Schuld klar bei den Regulierer. Die Banken haben nur getan, was sie durften, und das ausgiebig. Warum auch nicht?
    Mit besseren Margen im Transfergeschäft werden die Banken kein Kaiser – das ist Planungs- und Mengengeschäft, daran kann man vergleichsweise nicht viel verdienen, schon wegen des hohen Aufwandes. Es stimmt aber: Vor den windigen Finanzprodukten schrecken die Aufsichtsbehörden zurück, denn sie sind zum großen Teil so exotisch, dass nur wenige Menschen überhaupt verstehen, wie sie funktionieren. Man muss sich endlich den Ruck geben, diese Finanzproukte stark zu reduzieren – dann versteht man auch diejenigen, die übrig bleiben.
  6. #6

    bankraub !

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Skandal um den manipulierten Libor-Zinssatz gerät die britische Notenbank immer stärker unter Druck. So soll die amerikanische Notenbank Fed ihre Kollegen in London bereits Mitte 2008 vor einem Missbrauch gewarnt haben - ohne Erfolg.

    Skandal um Libor: Neue Vorwürfe gegen Bank of England - SPIEGEL ONLINE
    Das gibt dem begriff bankraub eine ganz neue bedeutung, obwohl
    neu ist das alles ja eigentlich nicht. Eine bank darf ja alles inklusive
    klauen, wofür der normal sterbliche jahre hinter gitter wandert wird einer
    bank, wenn sie erwischt werden, einfach ein bischen geld wieder
    abgenommen übrig bleibt bestimmt immer noch genug...
  7. #7

    Stimmt

    Zitat von Ylex Beitrag anzeigen
    denn schon die Erklärung in Wikipedia gibt mehr Rätsel auf als dass sie wirklich etwas erklärt, Zitat:
    „Die am häufigsten eingesetzte Six-Sigma-Methode ist der sogenannte „DMAIC“-Zyklus (Define – Measure – Analyze – Improve – Control = Definieren – Messen – Analysieren – Verbessern – Steuern). Hierbei handelt es sich um einen Projekt- und Regelkreis-Ansatz.“
    Hört sich großartig an, bloß die Crux bei all diesen aufgeblähten Optimierungsprozessen ist der Mensch, der nicht mehr mitkommt und der Angst hat, seinen Arbeitsplatz zu verlieren.
    Zum Besipiel laufen in Deutschland seit Jahrzehnten Projekte, die öffentliche Verwaltung zu reformieren, das heißt, in der Praxis mehr nach marktwirtschaftlichen Prinzipien zu arbeiten – zig Millionen wurden dafür ausgegeben, gebracht hat es sehr wenig.
    Sehr gut beschrieben! Ich finde es immer zum Kringeln, wenn seitenweise technisch beschrieben wird, wie dieses und jenes funktioniert, aber kein Mensch schreibt "Das scheitert am inneren Widerstand und Faktor Mensch, glaubenses mir..." Zum Beispiel hier:
    Killer-Applikation BPM: Zehn Dinge, warum SOA an Menschen scheitert - CIO.de

    Öffentliche Verwaltungen bringen keinen Cent ein, bringen so gut wie keine Wertschöpfung, sie kosten nur. Ein Vermögen. Da sie aber selten an Leistungen und nie an Konkurrenten/Benchmarks gemessen werden, arbeiten dort die, ich sage mal "eher angepassten" Menschen, die sich keinem Druck aussetzen möchten.

    Es fehlen Sanktionen
    Wenn der Mensch nicht ständig sanktioniert wird (vom Kind über die Radarmessung bis zum Investmentbanker), sieht es meistens schlecht aus. Der Mensch ist ein Raubtier und Allesfresser, daher hat der Kommunismus ja auch versagt.

    --> Also lautet der Schluss auch für Investmentbanker: Das Eigenkapital der Banken muss per Gesetz nochmal 20-30% höher sein, denn mit eigenem Geld ist man seeeeehr vorsichtig. Oder?
    Spätestens wenn einem jedes Quartal die Aktionäre auf der Matte stehen, wird es ungemütlich und jeder CI/E/F..O wird zusehen, dass er sein Geld zusammenhält, wenn er bleiben und seine Boni behalten will, GANZ einfach!

    2. Was hat Merkel gemacht? Zentrale, angreifbare Energien wie Atomkraftwerke dezentralisiert, auf abertausende Windräder usw. verteilt. GENAU das ist das einzige Mittel auch bei Banken: Wenn auch nur EINE "too big to fail" ist, dann muss sie sofort zerschlagen werden, weil sie eine Gefahr für das System und die Menschen im Staat ist! GANZ einfach!

    Was ist daran jetzt bitte so schwer?
  8. #8

    Missbrauch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Skandal um den manipulierten Libor-Zinssatz gerät die britische Notenbank immer stärker unter Druck. So soll die amerikanische Notenbank Fed ihre Kollegen in London bereits Mitte 2008 vor einem Missbrauch gewarnt haben - ohne Erfolg.

    Skandal um Libor: Neue Vorwürfe gegen Bank of England - SPIEGEL ONLINE
    Die Finanzwirtschaft ist eine Branche, die manipuliert, lügt und betrügt.

    Die Finanzwirtschaft schreibt der Industriewirtschaft, wie Bergbau, Stahl, Elektro- und Autoindustrie vor, dass sie Restrukturierungsmaßnahmen durchzuführen hat um weiterhin Kredite zu bekommen, aber bei sich selbst werden längst fällige Restrukturierungs- und Sanierungsmaß-nahmen nicht vorgenommen.

    So werden beispielsweise in Spanien zig Banken vor dem Bankrott gerettet, obwohl nur die Santander-Bank systemrelevant für Spanien ist. Dabei ist es für eine funktionierende Marktwirtschaft notwendig, dass Blanken auch pleitegehen dürfen. Dies wünsch ich mir auch der Bank of England, wenn sie tatsächlich im Libor-Zinsskandal verstrickt ist.
  9. #9

    EU Kommission

    "Die EU-Kommission droht der Finanzbranche indes mit schärferen Regulierungsmaßnahmen." Wieder mal so eine leere Phrasedrescherei, denn mit schärferen Regulierungmassnahmen hat man der Finanzwelt schon vor Jahren gedroht. Was ist in der Zwischenzeit reguliert worden? NICHTS! Und wer verarscht die Welt weiterhin : die BANKEN! Was sagt uns das????


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