REUTERSDer britische Notenbankchef wurde nach eigenen Angaben vom Skandal um manipulierte Zinssätze überrascht. Die Libor-Tricksereien seien ihm erst Anfang Juli bewusst geworden, sagte Mervyn King. Trotz frühzeitiger Warnungen von US-Kollegen habe er keine Verfehlungen erkennen können.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...844994,00.html
King gibt zwar zu, von Finanzminister Geithner schriftlich gewarnt worden zu sein, aber eine Warnung VOR Libormanipulationen sei doch kein Beweis VON Libormanipulationen. Das klingt fast so ähnlich wie Bill Clintons wortklauberische Oralsexverteidigung vor dem Schwurgericht: "It all depends on what 'is' is." (= ES hängt alles davon ab was ES ist)
Dringender Handlungsbedarf besteht ja anscheinend dabei, die Art und Weise, wie der Libor ermittelt wird, endlich auf vernünftige Art und Weise zu regeln. Bernanke hat heute sinngemäß heute vor dem Senat gesagt, dass das bis heute nicht der Fall ist. Schon vor ein paar Tagen gab es eine Meldung, wonach britische Grossbanken FSA und BofE um eine Ablösung des derzeitigen Verfahrens gebeten hätten. Ja dann mal los!
Vorläufig halte ich die Idee einer effektiven europäischen Bankenaufsicht unter Regling einfach für albern. Die Politik hat (bestenfalls) keine Ahnung was alles abgeht. Die Spitzbuben sind immer mindestens einen Schritt voraus und führen die Politik durch die Manege.
Wer welche Posten wegen vergangener Untaten verliert ist dagegen vergleichsweise gleichgültig.