Nächste Runde im Prozess gegen Jörg Kachelmann: Vor Gericht hat nun eine Polizistin ausgesagt - sie hatte die Ex-Geliebte des Moderators nach der mutmaßlichen Vergewaltigung vernommen. Die 37-Jährige habe extrem fahl ausgesehen und von Todesangst berichtet.
http://www.spiegel.de/panorama/justi...720292,00.html
Warum muss über den Prozess so minutiös berichtet werden? Weil Sex und Gewalt im Spiel sind?
Klar. Und noch besser: Emotionen.
Es gibt da eine Zeitung, deren Namen ich wohl nicht extra nennen muss. Sie sind sicher im Bilde. Die verkauft perfekt mit der Emotionsmasche. Die Schlagzeile wird bevorzugt so konstruiert, dass starke Emotionen wie Hass, Neid und Wut geschürt werden.
Unter diesem Gesichtspunkt ist der Fall Kachelmann natürlich Gold wert. So gut wie jeder hat diesbezüglich eine emotionale Meinung: Entweder für oder gegen Kachelmann. Das sieht man auch im Forum hier sehr schön.
Man kann sich natürlich fragen, warum diese Zeitung gegen Kachelmann ist. Ich vermute, dass die überwiegende Zahl der Leser dieser Zeitung eigentlich für Kachelmann sind. Schreibt man jetzt aber gegen ihn, schürt das die Emotionen umso mehr. Und wenn dann auch noch eine Frau Schwarzer kommentiert, der wahrscheinlich die meisten Leser mal gerne die Meinung "geigen" würden, dann ist das besser wie ein Sechser im Lotto.
Ja, unglaublich, nicht wahr? Und alle wissen besser als die Beteiligten, was da gelaufen ist. Und finden, sie könnten den Job der Verhandlung viel besser machen als die Richter und Anwälte.
Ich habe dazu keine Meinung. Er könnte es getan haben oder auch nicht. Aber nachdem, was man so über ihn liest, hält sich mein Mitleid in Grenzen, falls er unschuldig ist. Wobei natürlich niemand unschuldig verurteilt werden sollte. Aber der Mann ist sowieso erledigt.
Doch es ist erbärmlich, wie jetzt wieder verallgemeinert wird und am Ende gibt es ja gar keine Vergewaltigungen, sondern nur hysterische Frauen, die ihren Frust loslassen wollen.
Selbst wenn diese Frau tatsächlich lügen sollte, statistisch gesehen sind nur ca. 5% aller Vergewaltigungen erfunden. Da dies aber niemand weiß, sollten die Leute endlich aufhören, ihre Boshaftigkeit über sie auszuschütten.
Das Problem ist ja, daß die Sache mittlerweile eskaliert ist.
Und nur 2 Möglichkeiten bleiben.
Entweder sie sagt die Wahrheit, und er lügt. Dann gehört ihr unser aller Mitgefühl, unsere Fainiß und Rücksichtnahme.
Oder sie lügt und er sagt die Wahrheit. Dann gehört ihr das alles nicht, sondern ihm, der dann bereits monatelang allein durch ihre Schuld im Gefängnis gesessen hätte.
Ich widerspreche dieser Ansicht total. Niemand verliert durch sexuelle Praktiken seine Würde, wenn ein Mann und eine Frau einvernehmlich handeln. Diese Auffassung hatten allerdings (früher) alte Jungfern und z.B. auch Alice Schwarzer, die selbst den Coitus in der Ehe ja als Vergewaltigung angesehen hat. Der Schreiber oben hat offensichtlich ihm gar nicht bewusste Ansichten in diese bigotte Richtung, sonst könnte er das gar nicht so formuliert haben. SM ist wie Theaterspielen. Niemand käme auf die absurde Idee, dass der Mensch, der eine Rolle spielt, ein Gewalttäter, Krimineller oder ein leidendes Opfer real ist.
In dem hier diskutierten Justizfall reicht es bereits, damit eine ernste gesundheitliche Krise bis hin zu einer Psychose ausbricht, dass Jörg K. bereit ist, sich nach 11 Jahren von den gemeinsamen Hobbyterminen zu trennen, nachdem er sich mit Schnüffeleien und Eifersüchteleien in seiner Würde beschädigt sieht, denn mit einer zickenden Spielpartnerin ist die Leichtigkeit des Spiels kaputt und als Ehefrau kann er sie schon gar nicht gebrauchen nach zwei Ehescheidungen. Claudia D. dreht durch, als ihr so richtig bewusst wird, welch unbedeutende Rolle sie gespielt hat, während sie sich allein auf der belanglosen Spielebene bereits als Lebensgefährtin oder Ehefrau hochstilisiert hat.
Sie hat ihre eigenen Eltern belogen, die von den sexuellen Spielchen wohl keine Ahnung hatten. Deshalb können sie auch nicht vorhergesehen haben, wie unsinnig diese Anzeige im Fall ihrer SM-Tochter sein muss. Der Schock über diese jahrelange Praxis kann nur noch mit einer Anzeige gedämpft werden, die den Prominenten als den missbrauchenden Angreifer gegen die hochgeliebte Tochter festnagelt. Der Vater hätte den Tip bekommen müssen, dass seine Claudia sich schon lange paranoid damit beschäftigte, wie sie K. aufgrund seiner Vorliebe öffentlich mit Selbstverletzungen bestrafen könnte, wenn er es wagen sollte, sich von ihr zu trennen. Dann wäre ihm als tüftelndem Kartenprofi ein Warnlicht aufgegangen, dass man heutzutage Dinge wissenschaftlich in Dimensionen ermitteln kann, die noch vor 20 Jahren undenkbar waren, schliesslich spielen die Computerprogramme auch schon besser Bridge als der durchschnittliche Mensch. Was hat diese Frau ihren 70-jährigen Eltern zugemutet? Eine Welt ist zusammengebrochen. Und diese Blamage!
Leider springt auch der Spiegel auf den fahrenden Zug auf. Wäre ich eine Frau, würde ich mir verbitten von Frau Schwarzer vereinnahmt zu werden, einer Bild-Kommentatorin. War letzte Woche im schönen Österreich, wer prangt auf dem Wahlplakat einer extrem rechten Partei? Eben diese Dame, aber man muss wahrscheinlich extrem rechts sein, damit man für Bild schreiben darf.