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Zerschlagung von Schlecker: Ladenschluss im Drogerieimperium
DPAFast 40 Jahre nach der Gründung ist Schlecker am Ende. Kein Investor wollte die Drogeriemarktkette haben, der Konzern wird abgewickelt, mehr als 13.000 Beschäftigte sind ihren Job los. Die eklatanten Fehler des Firmengründers konnte der Insolvenzverwalter nicht mehr ausbügeln.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...835436,00.html
- #1 01.06.2012 14:23 von
Die eklatanten Fehler von Schlecker konnte Geiwitz nicht mehr ausgleichen.
...dafür aber sein Konto!
"Geiwitz habe sich mit der Beratungsgesellschaft McKinsey schlicht die falschen Ratgeber geholt, sagen Branchenkenner. McKinsey verstehe den Drogeriemarkt nicht und habe beim Gutachten zu den Filialschließungen Fehler gemacht. Im Klartext: Es seien teils die falschen Läden geschlossen worden."
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Geiwitz daraus hinsichtlich seines Honorars kein Nachteil entstehen wird. Und das ist schließlich das wichtigste! Für die betroffenen Mitarbeiter sorgen wir. Alles klar? - #2 01.06.2012 14:24 von
Och Joh!
So ist es eben, "Schlecker", ein alter deutscher Konzern niedergemacht, auch aufgrund "nachhaltiger" mangelhafter Berichterstattung der Medien, existiert nicht mehr.
Ich bin sehr gespannt, ob DM, Rossmann und Co. diese Lücken in der Provinz füllen werden! Ich denke allerdings, eher nicht!
Zahlen diese Firmen eigentlich wenigstens den gleichen tariflichen Lohn wie Schlecker? - #3 01.06.2012 14:29 von
keine Hungerlöhne - und niemand merkt es
Schlecker zahlte schon seit einigen Jahren nach Tarif und sogar besser als mancher Mitbewerber. Doch dies wurde in den Medien fast nie erwähnt und auch die Gewerkschaft erwähnte dies nie.
Schlecker ist nicht nur an Anton Schlecker gescheitert sondern auch an einer Kampagne, die von Verdi und den Medien bereitwillig bedient wurde. - #4 01.06.2012 14:30 von
Mitarbeiterbespitzelung
Kauft nicht bei Schlecker, wo man die Mitarbeiter schlecht bezahlt und obendrein noch bespitzelt.
Das wäre ja jetzt geschafft. Glückwunsch zu dem Sieg! - #5 01.06.2012 14:36 von
Hurra, wir haben einen Schuldigen!
Es ist also Anton Schlecker, der seinen Konzern "wie einen Tante-Emma-Laden" führte. Ach ja, er haftete noch "persönlich"! Wer tut das heute noch schon? Und die Gewerkschaft Ver.di trifft natürlich keine Schuld. Auch wenn die ehemaligen Schlecker Mitarbeiterinnen nicht vermittelbar sind, weil sie viel zu hohe Löhne im Vergleich zur Konkurrenz bezogen. Die Krokodilstränen fliessen...
- #6 01.06.2012 14:36 von
.
Ich denke nicht dass die Medien ausschlaggebend waren. Entscheidend war wohl dass Mißmanagent. Das wurde im Bericht ja auch durchaus rübergebracht.
Vermutlich nicht. Viele Schlecker Filialen waren einfach nicht rentablel, ein Grund war die schlechte Lage. Wenn man dort Geld verliert und nicht verdient, warum sollte man dann dort eine Filiale eröffnen, das macht keinen Sinn. - #7 01.06.2012 14:50 von
- #8 01.06.2012 14:54 von
Naja, einen Artikel mit der Schlagzeile "Mitarbeiter bekommen Gehaltserhöhung" liest ja keiner. Und dass Schlecker nach tarif zahlt kam sehr wohl in den Medien, aber wen interessiert das?
Und haben Sie schon mal eine Gewerkschaft sagen gehört "Wir sind vollauf zufrieden mit den bedingungen"? Niemals, das ist auch nicht ihre Aufgabe.
Dass Schlecker seine Mitarbeiter schickaniert hat ist übrigens kein Gerücht, das irgendwelchen Kampagnen zu verdanken ist, sondern schlicht eine Tatsache. Was glauben Sie, wie AS so stark expandieren konnte? Oder was glauben Sie, wie Fillialen Jahre (wenn nicht gar Jahrzente) von einer Hand voll Kunden am Tag leben konnten? Natürlich wurde die auch durch besser laufende Filialen kompensiert, aber ohne Lohndumping bzw. Unterbesetzung hätte das niemals so lange funktioniert.
Waren Sie in den letzten Jahren mal in einer kleinen Schleckerfiliale an irgendeiner Straßenecke? Da warten Sie an der Kasse, weil der/die einzige(!) anwesende Mitarbeiter/in gerade irgendwo ein Regal einräumt. Das ist weder für den Mitarbeiter noch für den Kunden ein annehmbarer Zustand, wurde aber trotzdem jahrzehnte lang so durchgezogen. - #9 01.06.2012 14:58 von
Ja, hinterher ist man immer schlauer.
Ein wichtiger Faktor für die Schlecker-Misere kommt aber nicht richtig heraus: Das Negativ-Image, das an dem Laden klebte wie ein altes Stück Kaugummi, und die Gründe dafür.
Es hatte sich zum Schluß eine Empörungsallianz aus Vermeintlichgutmenschen, Medien und Politikern gebildet, für die Schlecker ein Abonnement auf den Buhmann-Status hatte, egal, wie die Fakten auch lagen.
Während Schlecker sich von gewissen Modalitäten der Mitarbeiterführung und Entlohnung losgesagt hatte - was die Empörungsallianz kaum wahrhaben wollte - wurden in anderen Drogeriemärkten längst via Fremdfirma gestellte Billigjobber für Regalauffüll- und Kassiertätigkeiten eingesetzt, und zwar ganz ohne öffentlichen Aufschrei oder gar Boykott-Aufrufe.
Die Schlecker-Konkurrenz kann sich die Hände reiben; sie profitiert gleich dreifach: Nun läßt sich drogeriemarkterfahrenes Personal günstig einkaufen, man kann gegenüber den Lieferanten eine größere Nachfragemacht ausspielen und den ehemaligen Schlecker-Marktanteil unter sich aufteilen.
In Ortschaften, in denen Schlecker bisher mit einem Wettbewerber konkurrierte, fällt die Konkurrenz erstmal weg, was Spielraum für Preiserhöhungen schafft.
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