Zeremonie in Tripolis: Libyen feiert Machtübergabe an Parlament

AFPIn Libyen hat erstmals nach rund 40 Jahren ein frei gewähltes Parlament das Sagen: Knapp ein Jahr nach dem Sturz von Diktator Gaddafi übernimmt die Nationalversammlung die Macht. Ein wichtiger Schritt zur Demokratie, doch der Friede im Land ist brüchig.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...849029,00.html
  1. #1

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    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Libyen hat erstmals nach rund 40 Jahren ein frei gewähltes Parlament das Sagen: Knapp ein Jahr nach dem Sturz von Diktator Gaddafi übernimmt die Nationalversammlung die Macht. Ein wichtiger Schritt zur Demokratie, doch der Friede im Land ist brüchig.

    Libyen feiert Machtübergabe an Parlament - SPIEGEL ONLINE
    Es würde mich eher wundern, wenn der Frieden äußerlich nicht brüchig wäre. Ich empfinde diese ganze Erwartungshaltung des Westens an die nordafrikanischen Revolutionsstaaten als ziemlich unrealistisch. Nach Jahrzehnten der Diktatur wundern wir uns, warum nicht nach weniger als einem Jahr lupenreine Demokratien entstehen.

    Darf ich daran erinnern, wie es Frankreich nach der Revolution Ende des 18 Jahrhunderts erging? Oder was war mit Deutschland nach dem Ende des Kaiserreichs? Von Russland möchte ich gar nicht erst sprechen. Es ist nach derartigen Umstürzen sehr oft der Fall, dass auch radikale Gruppen in die geschicke des Landes eingreifen. Man sollte Libyen einfach eine Chance geben und nicht gleich wieder die bösen Dschihadisten an die Wand malen, nur weil mal irgendjemand nach der Sharia gerufen hat.
  2. #2

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    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Libyen hat erstmals nach rund 40 Jahren ein frei gewähltes Parlament das Sagen: Knapp ein Jahr nach dem Sturz von Diktator Gaddafi übernimmt die Nationalversammlung die Macht. Ein wichtiger Schritt zur Demokratie, doch der Friede im Land ist brüchig.

    Libyen feiert Machtübergabe an Parlament - SPIEGEL ONLINE
    Ich hoffe das die Demokratisierung in Lybien und auch Ägypten gelingt,
    damit die Menschen in den anderen Ländern hoffen können, das ihr Einsatz und der immense Blutzoll zu einem guten Ende führt.
    Ich persönlich hatte kein Zutrauen zu den Rvolutionären, es währe toll, müsste ich meine Meinung revidieren!
    Die Hoffnung stirbt zuletzt!
  3. #3

    "Regierungschefs der Aufstandszeit, Mahmud Dschibril"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Stärkste Fraktion wurde die reformorientierte Gruppierung des Technokraten und Regierungschefs der Aufstandszeit, Mahmud Dschibril
    darf ich mal nachfragen: reformorientierter Regierungschef von was? Von Gaddafi oder von den Aufständischen?
  4. #4

    Free at last!

    Ich freue mich sehr für das lybische Volk! Ihr habt es so verdient es doch geschafft zu haben, nicht wegen der Embargo-Lügen eines Herrn Westerwelle, sondern weil ihr nicht so feige wie er, sondern tapfer für eure Freiheit so gekämpft habt! Ich wünsche euch alles Gute auf dem unbekannten Weg der vor euch steht! Und ja, es stört mich kein bisschen in Zukunft als Strafe für unsere verspätete Anerkennung eures Übergangsrates etwas mehr an der Tanke zahlen zu müssen für Öllieferungen aus Libyen. Das ist nunmal der gerechte Preis den Deutschland zahlen sollte wenn es sich so verhält wie ein Unterdrückerregime in Asien die Gadaffi bis zum Ende die Hand gehalten haben.
  5. #5

    Zitat von hs321 Beitrag anzeigen
    Ich freue mich sehr für das lybische Volk! Ihr habt es so verdient es doch geschafft zu haben, nicht wegen der Embargo-Lügen eines Herrn Westerwelle, sondern weil ihr nicht so feige wie er, sondern tapfer für eure Freiheit so gekämpft habt! Ich wünsche euch alles Gute.....
    Finden sie? Ich bin nicht bereit auch nur 1cent mehr zu bezahlen. Im Gegenteil, die sollen lieber aufpassen das sie nicht erneut in ungnade des Westens fallen, Anflugrouten hat die Nato ja jetzt!
  6. #6

    .

    Nüchtern betrachtet ist es die beste Entwicklung, die möglich schien. Dass es immernoch viel Arbeit und zahlreiche Risiken gibt, ist doch selbstverständlich. Es wäre wünschenswert, wenn eine stabile Demokratie entstehen würde, allein um den arabischen Staaten selbst aufzuzeigen: Es geht auch anders.
  7. #7

    Gefeierte Wahlfarce

    Der Kater nach dieser Inszenierung wird noch schneller einsetzen als in Tunesien.
    Die Region Barqa wird von Tag zu Tag islamistischer und Al-Qaida unterhält dort mittlerweile ein Trainingscamp.
    Auch in Misurata wurde kürzlich die westlich orientierte Stadtregierung gestürzt und durch Islamisten ersetzt.
    Und wie werden sich die hunderttausende von Menschen verhalten, die von der Wahlefarce ausgeschlossen waren, da ihnen Verbindungen zur alten Verwaltung unterstellt wurden ?
    Sie hatten weder aktives noch passives Wahlrecht.

    Abwarten.
  8. #8

    Zitat von hs321 Beitrag anzeigen
    Ich freue mich sehr für das lybische Volk! Ihr habt es so verdient es doch geschafft zu haben, nicht wegen der Embargo-Lügen eines Herrn Westerwelle, sondern weil ihr nicht so feige wie er, sondern tapfer für eure Freiheit so gekämpft habt! [...] Das ist nunmal der gerechte Preis den Deutschland zahlen sollte wenn es sich so verhält wie ein Unterdrückerregime in Asien die Gadaffi bis zum Ende die Hand gehalten haben.
    Oh Mann, gibt's Ihre Naivität auch in Tüten zu kaufen? So hab ich nicht mehr gedacht, seit ich noch mit Legos gespielt habe :D

    Eine Menge Revolutionen haben schlimmere Tyrannen hervorgebracht als beseitigt. Für ein bisschen Fahnengeschwenke gibt's noch keine Gummipunkte. Erstmal sollen die zeigen, dass sie das Land im Griff haben und vernünftig regieren können. Vorschusslorbeeren gibt's nicht. Erstmal abwarten und Tee trinken und schauen wie es im Land in 1-2 Jahren aussieht. Wenn wir jedes Mal euphorisch würden, wenn in Afrika eine Demokratie ausgerufen wird, hätten wir keine Hose mehr zum Wechseln.
  9. #9

    Der Vergleich hinkt

    Zitat von Jan B. Beitrag anzeigen
    Darf ich daran erinnern, wie es Frankreich nach der Revolution Ende des 18 Jahrhunderts erging? Oder was war mit Deutschland nach dem Ende des Kaiserreichs? Von Russland möchte ich gar nicht erst sprechen. Es ist nach derartigen Umstürzen sehr oft der Fall, dass auch radikale Gruppen in die geschicke des Landes eingreifen. Man sollte Libyen einfach eine Chance geben und nicht gleich wieder die bösen Dschihadisten an die Wand malen, nur weil mal irgendjemand nach der Sharia gerufen hat.
    Ihr Vergleich mit Frankreich hängt etwas schief. Frankreich hat mehr oder weniger ein einheitliches Staatsvolk, und genau das gilt für fast alle größeren Länder Europas. Libyen dagegen ist nach Völkern und Stämmen organisiert.

    Vielvölkerstaaten funktionieren in der Regel nur dann, wenn es eine Menge Geld zu verteilen gibt, alle Völkerschaften annähernd denselben hohen Lebensstandard haben (siehe Schweiz), oder wenn eine starke Führungsfigur das Land mit Gewalt zusammenhält. Wenn solche Potentaten aber verschwinden, dann bricht in dem zurückgelassenen Vakuum Chaos und Gewalt aus. All die in Jahrzehnten aufgestauten religiösen und ethnischen Ressentiments brechen dann in offenem Hass und Gewalt aus. Der Zerfall von Ex-Jugoslawien nach dem Ende der Tito-Herrschaft ist sicher eines der besten Beispiele.

    In Libyen dürfte es auf unabsehbare Zeit drunter und drüber gehen. Sicher wird das nicht so schlimm werden, wie in Somalia, aber es wird bestimmt genügend Landesteile geben, die unsicher und instabil bleiben.

    Libyen als einflußreiches Land in Afrika ist vorerst Geschichte. Dem Westen kann das nur Recht sein. Man hat einen Unruhestifter weniger. Wie es den Libyern konkret geht, das ist für die strategisch denkenden Amis, Franzosen und Briten relativ egal. Hauptsache man kann wieder Waffen liefern, und das Öl fließt trotzdem.