manche Dinge funktionieren in Bayern auch heute noch wie zu Strauß Zeiten, damals wurden ja auch gerne mal Durchsuchungen bei Journalisten durchgeführt oder unliebsame Sendungen im Fernsehen einfach abgeschalten.
CorbisEine Schülerzeitung unterhält, informiert und kritisiert - so sollte es zumindest sein. Doch in Bayern ist das oft nicht der Fall: Eine Studie zeigt, in welchem Ausmaß Schulleiter dort ihre Jungredakteure zensieren. Pressefreiheit gibt es nicht, schlussfolgert der Autor.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...830669,00.html
manche Dinge funktionieren in Bayern auch heute noch wie zu Strauß Zeiten, damals wurden ja auch gerne mal Durchsuchungen bei Journalisten durchgeführt oder unliebsame Sendungen im Fernsehen einfach abgeschalten.
Für den Inhalt der Zeitung sind in diesem Fall die Schüler verantwortlich, richten die Kinder Schaden an, haften die Eltern
Das ist nicht richtig. Eltern haften ausschliesslich für ihre Kinder, wenn Sie die übliche Aufsichtspflicht verletzt haben. Beim Schreiben eines Artikels für die Schülerzeitung dürfte das schwer nachzuweisen sein...
Sicherlich ist es nötig, dass Schüler zunächst einmal frei und ohne Beschränkungen recherchieren können. Zudem müssen Eingriffe in Schülerzeitungen transparent und nach klaren Regeln erfolgen.
Dennoch ist eine Schülerzeitung nicht einfach irgendeine Zeitung. Es gibt immer eine recht klare Verbindung zu einer bestimmten Schule. Der Schulfrieden wäre deshalb ein Wert, der in Ausnahmefällen einen Eingriff erlauben könnte.
Stellen Sie sich vor, eine Schülerzeitungsredakteur würde in einem Artikel alle Möglichkeiten der Kritik (im Rahmen der Pressefreiheit) geg. muslimischen Mitschülern ausreizen. Das kann er natürlich tun. Es stellt sich aber die Frage, ob er das im Rahmen einer Schülerzeitung tun sollte. Andere Beispiele lassen sich natürlich leicht finden.
Ich schlage Ihnen folgendes vor: Warum bieten Sie Schülerzeitungsredakteuren nicht die Möglichkeit, abgelehnte Artikel auf Ihrer Seite zu präsentieren. Für Sie wär das sicherlich leicht mal eben nebenbei möglich.
Sonnig Grüße aus München
Wenn die Schulleitung und der entsprechende Lehrer mit für die Inhalte der Schülerzeitung verantwortlich sind, sollte es ihnen natürlich freistehen die Veröffentlichung unter ihrem Namen, also mit ihrer Verantwortlichkeit, zu verhindern. Den Schülern steht ja immer noch frei das alles zu verbreiten, dann eben in eigener Verantwortung. Wo ist das Problem? Der Lehrer soll nur helfen. Wenn er stört, druckt man eben selbst.
Es ist ja nicht so, dass Schülerzeitungs-Redakteure üblicherweise böswillige Artikel schreiben. Eine selbstbewusste Schulleitung, die Schüler ernst nimmt, kann damit leben, auch mal kritisiert zu werden. Leider ist das scheinbar hier im Süden eher die Ausnahme. Es wird Schulfrieden mit Duckmäusertum verwechselt, und nicht mal diese kleine (Presse)-Freiheit in dem ansonsten schon sehr unfreie Schulsytem zugelassen.
Bei Zeitungen ist das so eine Sache
Ich kenne auch eine die gar kein Problem mit zensieren hat-immer öfter, immer willkürlicher
Aber das interessanteste ist das diese Zeitung es dann fertig bringt, sich über andere zensierende zu echauffieren.
Der Name ist mir allerdings entfallen, vielleicht kann die Redaktion hier weiterhelfen
Sehr geehrte Biobanane,
Ich selbst habe ein Gymnasium in Bayern besucht. Nun ist es bei mir nie so gewesen, dass hier Artikel blockiert worden wären. Allerdings wurde ein Abimotto verboten, das schlichtweg herablassend war und das ich hier auch gar nicht zitieren möchte. Wenn das dann Zensur ist, dann weiß ich auch nicht weiter. In der Regel gibt es eine gute Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und Schülern und es schon wieder sehr tendenziös, wenn uns Bayern "Duckmäusertum" unterstellt wird. Die Gymnasien in Bayern gehören immer noch zu den besten in Deutschland. Wenn jedoch trotzdem in Schülerzeitungen Artikel erscheinen sollten, die herablassend gegen Lehrer sind, dann ist das unverschämt. Insbesondere da sich Lehrer meiner Erfahrung immer sehr tolerant gegen Albereien gezeigt haben. So war es nie ein Problem, wenn Zitate aus Unterrichtsstunden abgedruckt wurden, in denen der Lehrer etwas unbedarftes oder vielleicht lächerliches gesagt hat. Dazu muss ich sagen, dass an meiner Schule ein sehr gutes Klima geherrscht hat und trotzdem immer wieder hinter vorgehaltener Hand absolut unbegründete Anfeindungen gegen Lehrer geäußert wurden, die eigentlich nur die eigene Unfähigkeit kompensieren mal im Unterricht aufzupassen. Nun gibt es allerdings auch Schulen mit schlechten Schulklima, in denen dann eben mal ein Artikel "zensiert" werden muss, da man schlichtweg nicht offene Beleidigungen dulden kann. Wenn dann diese Schüler im Nachhinein vollkommen anonymisiert und ohne dass man sie jemals zu Rede und Rechtfertigung stellen könnte ihrer Meinung nach einem möglicherweise unter den Erwartungen gebliebenen Abiturschnitt befragt, wird wohl deutlich, warum hier einige ihren "Ärger Luft machen". Im übrigen könnten sie immer noch jederzeit unabhänig von der Schule schreiben was sie wollen und nach Gutdünken verbreiten. Dann darf das ganze einfach nicht mehr Name und Logo von der Schule tragen. Das macht aber anscheinend doch niemand, obwohl das nicht sonderlich schwer ist.
Darin enthalten sind noch gar nicht die Fälle von schlecht geschriebenen und recherchierten Artikeln, die wohl die eigentliche Mehrheit der "Zensurfälle" ausmachen. Hier ist es doch rein didaktisch wünschenswert, dass die Schüler gute Artikel schreiben. Ich nehme nur an, dass dann auch noch tendenziös so in der Umfrage gefragt wurde, dass das schon als "massiver Fall von Zensur" eingeht.
Ich finde es sehr schade, dass sich somit ein vollkommen falscher Eindruck von bayrischen Gymnasien ergibt.
MfG
Naja. Es sind Schüler die lernen sollen. Es ist doch nicht schlecht wenn ihnen klar gemacht wird, dass - Zitat knoho i.S Timoschenkow - wer es als Journalist wagt, gegen den Mainstream zu schreiben, Wahrheiten und Hintergründe aufzeigt und sich mit den Falschen Leuten anlegt, dessen Karriere kann sehr schnell einen Knick bekommen.
Schade dass in einem Artikel mit der reißerischen Überschrift "Pressefreiheit? Nicht bei uns!" weder ein einziges Beispiel genannt wird, WAS denn genau zensiert wurde, noch einer der "Zensoren" zu Wort kam. Auch dass hier eine Bachelor-Arbeit herangezogen wird, die 100 Meter gegen den Wind nach systematischen Fehlern riecht (750 Schulen angeschrieben, jede 7. antwortete - das hat mit repräsentativer Auswahl nichts zu tun!) ist nicht gerade vertrauenerweckend. Ganz ehrlich: Hätte man diesen Spiegel-Artikel - wie formuliere ich es ohne das hässliche Z-Wort - nicht vor der Veröffentlichung gründlich überarbeiten müssen?