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Zeitgeschichte: Eine absurde Fortsetzung der SPIEGEL-Affäre

DPADas Gutachten, das 1962 die SPIEGEL-Affäre auslöste, wurde ein halbes Jahrhundert lang geheim gehalten - und dann freigegeben. Doch jetzt hat das Verteidigungsministerium das Dokument erneut als "Verschlussache" eingestuft. Was steht in dem Papier? Die Dokumentation.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...823509,00.html
  1. #30

    Lächerlich, wenn es nicht peinlich wäre

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Gutachten, das 1962 die SPIEGEL-Affäre auslöste, wurde ein halbes Jahrhundert lang geheim gehalten - und dann freigegeben. Doch jetzt hat das Verteidigungsministerium das Dokument erneut als "Verschlussache" eingestuft. Was steht in dem Papier? Die Dokumentation.

    Zeitgeschichte: Eine absurde Fortsetzung der SPIEGEL-Affäre - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Was vor 50 Jahren (!) angeblich Landesverrat war, gilt offensichtlich bis heute. Nicht nur die Welt hat sich inzwischen massiv verändert, auch das Corpus Delicti, die Bundeswehr. Oder reitet sie - top secret - immer noch mit dem Vorderlader gegen den Feind?

    Längst ist Transparenz, Offenheit angesagt. Aber einige Köppe im Verteidigungsministerium haben diese Zeichen immer noch nicht erkannt. Lächerlich, wenn es nicht so peinlich wäre.
  2. #31

    Zitat von shakeer Beitrag anzeigen
    Natürlich hat eine Regierung ein Recht darauf dem Bürger etwas zu verheimlichen und wenn diese es nicht hat macht diese es einfach. Der Bürger ist und war niemals der Souverän. Das war immer der Adel oder heute der Geldadel. Geheimverträge, lassen Sie sich das auf die Zunge zergehen. Ich persönlich habe nichts absolut nichts gegen Geheimverträge zwischen Industrie und Regierung.... aber sobald diese eben jene abgeschlossen sind MUSS die sogenannte Regierung, also eigentlich darf das nur noch Verwaltung der Steuergelder heißen, das auch offenlegen. Damit der Bürger, also wir alle, das auch nachvolltiehen können
    Eine falsche Antwort auf eine falsche Behauptung. Die Regierung hat die Pflicht, Informationen geheim zu halten, wenn es im Interesse des Volkes ist. Dabei werden die Informationen nicht primär vor dem Souverän (dem Volk) geheimgehalten, sondern vor denen, die ihm Schaden zufügen könnten. Dies gilt solange, wie die Geheimhaltung im Interesse des Volkes ist. Kontrolliert wird dies durch demokratisch legitimierte Institutionen. So sollte es sein - so funktioniert es aber leider nicht immer.

    Geheimhaltung, die aus purem Eigennutz der Politiker oder Parteien betrieben wird, ist eine ganz ander Geschichte. Um genau so einen Fall handelt es sich hier. Die damalige Regierung hat damals einen schwerwiegenden Rechtsbruch begangen, und dieses Gutachten ist ein Bestandteil davon. Der neuerliche Versuch, das Gutachten unter Verschluss zu halten wäre ein ziemlicher Skandal, wenn das Internet es nicht verhindern würde. Dieses Dokument wird sich nicht mehr verschließen lassen.
  3. #32

    Holzschnitt mit Hackebeil

    Zitat von shakeer Beitrag anzeigen
    ... Der Bürger ist und war niemals der Souverän. Das war immer der Adel oder heute der Geldadel. ...
    Wenn wir schon dabei sind, die Realität mit der zur Verfügung stehenden Intelligenz zu erklären, müssen wir aber zumindest bei der - sogar historisch nachverfolgbaren - Wahrheit bleiben: Was früher der Adel und die Höflinge waren, sind heute die Beamten und der öffentliche Dienst, erkennbar an Versorgung und Ausprägung der Dienstleistungsmentalität.
  4. #33

    "Pressefreiheit"??

    Was für ein nutzloses Wort. Diejenigen, die die Presse besitzen haben Freiheiten. Sonst heißt das gar nichts. Die "Freiheit" ist in diesem Bereich nur eine Frage der kommerziellen Orientierung!
    Der Spiegel von Heute ist nicht der Spiegel des Herren Augstein!

    Sich mit den Lorbeeren vergangener, nicht mehr vorhandener Zeiten zu brüsten, ist für den Spiegel von heute obsolet!

    Sie sollten mal ihr Finanz und Kapitalblatt mit der Orientierung zu der Zeit vergleichen. Da ist schon lange keine Konsens mehr vorhanden.
  5. #34

    Oberpeinlich!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Gutachten, das 1962 die SPIEGEL-Affäre auslöste, wurde ein halbes Jahrhundert lang geheim gehalten - und dann freigegeben. Doch jetzt hat das Verteidigungsministerium das Dokument erneut als "Verschlussache" eingestuft. Was steht in dem Papier? Die Dokumentation.

    Zeitgeschichte: Eine absurde Fortsetzung der SPIEGEL-Affäre - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Nicht nur aus heutiger Sicht und mit dem Wissen, dass die Sowjets ihr "Wissen" nicht genutzt haben, um die Nato anzugreifen, wirkt das Dokument auf mich nur oberpeinlich. Es wäre ein echtes Wunder, wenn sich deswegen im Verteidigungsministerium keiner der alten "Säcke" nicht für die erneute Einstufung als "Verschlußsache" einsetzt. Wahrscheinlich dürfen nur "Heldentaten" in der Historie der Bundeswehr existieren; aber ein Held war Strauss nun wirklich nicht. So erstaunt es mich, dass das Verteidigungsministerium nicht alle Informationen über ihn zur Verschlußsache erklärt hat.
  6. #35

    Moving Pictures

    Warum hätte Innensenator Schmidt Hamburg kampflos aufgegeben?

    Ist das nicht der eigentliche Skandal?
  7. #36

    Einen Starfighter

    kann man bekommen, wenn man sich in Deutschland ein Grundstück kauft und einfach nur wartet, bis einer dort abstürzt - spottete man zu den Zeiten dieses Herrn.

    Man nenne mir ein Land in der Welt, in dem die Oberen NICHT in Waffenschiebereien verwickelt sind oder waren in den letzten 50 Jahren.

    Solange sich die darbenden Politiker mit der Vermittlung von Kriegsspielzeug ein Zubrot verdienen "müssen", wird es "VS" geben, weil diese Dinos noch nicht erkannt haben, daß Kriege heute auf ganz andere Weise geführt werden!

    In der heutigen Informationsgesellschaft gibt es aber keine Geheimnisse mehr.
    Das ist gut so und wird - hoffentlich - eines Tages gewissen Leuten ihre Geschäfte verhageln!
  8. #37

    Zitat von Fred_MUC Beitrag anzeigen
    Wie ist das denn nun aus historischer Sicht:
    Hatte die SU konkrete Angriffsabsichten?
    Aus einem Artikel von Rainer Rupp, der im Auftrag der HVA in der NATO spionierte und deswegen zu 12 Jahren Gefaengnis verurteilt wurde:
    "Obwohl im Urteil des OLG etliche Zitate aus dem Dokument MC-161 aufgeführt wurden, wurde die wichtigste Stelle, nämlich eine Passage aus dem Teil IV – Militärdoktrin der Sowjetunion – nirgendwo erwähnt, obwohl ich in der Verhandlung nachdrücklich darauf hingewiesen hatte.

    Das war verständlich, denn darauf einzugehen hätte bedeutet, das jahrzehntelang im Westen gepflegte Propagandabild von der »aggressiven«, uns alle bedrohenden Sowjetunion zu widerlegen. In Teil IV von MC-161 hieß es nämlich, daß die Sowjets keine militärische Aggression gegen den Westen planten. Nur im Falle eines Angriffs aus dem Westen würden sie sofort und mit aller Macht offensiv vorgehen, um nach den schrecklichen Erfahrungen der UdSSR im Zweiten Weltkrieg den nächsten Krieg nicht auf dem Boden des sozialistischen Lagers, sondern auf dem Territorium des Gegners auszufechten."

    s. auch
    Rupp, R.; Rehbaum, K.; Eichner, K.: Militärspionage. Die DDR-Aufklärung in NATO und Bundeswehr, edition ost, Berlin 2011
  9. #38

    Alles nur Propaganda, wie immer

    Zitat von Fred_MUC Beitrag anzeigen
    Wenn man das Gutachten liest dann läuft einem heute noch ein kalter Schauer über den Rücken. Die Selbstverständlichkeit mit der davon ausgegegangen wurde dass die SU plant tatsächlich anzugreifen, und die Lässigkeit mit der da der Einsatz von Atomwaffen angenommen wurde ist frappierend. Wenn auf der Gegenseite ähnliche Holzköpfe im Amte waren können wir von Glück sagen dass wir kein weltweites Desaster erlebt haben. Das war wohl pures Glück.
    Natürlich ist es den Politikern unangenehm wenn die Presse mal die Wahrheit schreibt. Zumindest zu der Zeit war der Spiegel auch noch eine Bedrohung.

    Wer auch nur ein wenig über die Bedrohung während des kalten Krieges informiert war wird mir zustimmen.

    Die Sowjets besaßen überhaupt nicht die Möglichkeit den Westen anzugreifen
    allein schon wegen fehlenden Treibstoffs für Panzer und Flugzeuge.
    Von der Nahrungsmittelversorgung der Roten Armee ganz abgesehen.

    Wohl den meisten unbekannt gab es dies bei der Bundeswehr ja auch schon mal.
    Da durfte oder konnte monateland kein Panzer und kein Fahrzeug bewegt werden mangels Treibstoff.

    Es war eher der Westen der atomare Präventivschläge gegen den Osten
    plante wie US Dokumente heute beweisen.


    Zumindest hatte wir als ehemaliger Frontstaat den Vorteil als Vorzeigestaat des
    Kapitalismus für den Osten zu dienen.

    Nachdem die angebliche Bedrohung weg ist hat man die Maske fallen lassen
    und beutet die Menschen so aus wie es im Kapitalismus eben normal ist.
  10. #39

    Wenn es Strauß in den Fingern juckte...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Gutachten, das 1962 die SPIEGEL-Affäre auslöste, wurde ein halbes Jahrhundert lang geheim gehalten - und dann freigegeben. Doch jetzt hat das Verteidigungsministerium das Dokument erneut als "Verschlussache" eingestuft. Was steht in dem Papier? Die Dokumentation.

    Zeitgeschichte: Eine absurde Fortsetzung der SPIEGEL-Affäre - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Mit der "Spiegel-Affäre" zeigte sich eines ganz deutlich, was sich durch F.J. Strauß' Leben zog, wie ein roter Faden: "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!". Und: "Auge um Auge, Zahn um Zahn"; insbesondere dann, wenn der eitle Geck sich zu Unrecht kritisiert, ins Lächerliche gezogen oder sich sonstwie nicht ausreichend hofiert und geachtet fühlte.

    Strauß war allerdings kein Dummkopf, wenn es darum ging, Sachverhalte zu erkennen. Man darf wohl davon ausgehen, dass ihm klar war, dass wegen der Berichterstattung über Fallex 62 der Vorwurf des Landesverrats gegen Ahlers und Augstein kaum haltbar war, aber aufgrund seiner Animosität gegenüber dem Spiegel und insbesondere gegen Augstein, hatte bei ihm wieder einmal das Es über das Ich gesiegt. Freud hätte an diesem Musterpatienten sicherlich seine helle Freude gehabt.

    In Bayern wird FJS ja immer noch wie ein Heiliger verehrt. Man fragt sich allerdings, wie jemand wie er, mit all seinen Affären, nach heutigen Maßstäben bewertet würde, wäre er ein Politiker unserer Zeit. Da wäre wahrscheinlich schon nach der Geschichte mit dem Polizisten Hahlbohm Feierabend gewesen = Rücktritt.


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