Forum


 

Zehn Jahre US-Gefangenenlager: Mein Alptraum Guantanamo

Guantanamo*ist das Synonym für staatliche Willkür und Folter. Vor zehn Jahren begannen die Amerikaner, dort Terror-Verdächtige wegzusperren - ohne Prozess, ohne Anklage. Lakdhar Boumediene, der siebeneinhalb Jahre unschuldig einsaß, erzählt seinen schwierigen Weg zurück in die Freiheit.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...808393,00.html
  1. #40

    ...

    Irgendwas muss ja mit den ganzen illegitimen Kämpfern und Terroristen geschehen, wenn sie irgendwo auf der Welt, z.B. in Afghanistan, gefangen genommen werden.

    Was ist so falsch daran, sie in einem Lager wie Guantanamo zu internieren? Was sollte man sonst tun? Sie einfach freilassen, töten ? Das geht wohl ganz sicher nicht. Man kann auch nicht jeden Taliban, den man irgendwo aufgreift, in den USA vor ein ordentliches Gericht stellen. Wie soll das gehen?

    Wenn man sich mal anschaut was andere Staaten mit solchen Illegitimen Kombattanten machen (z.b. Russen in Tschetschenien) und gemacht haben (Zweiter Weltkrieg) , sind die USA da doch sehr humanistisch, sie lassen sie leben.
  2. #41

    ...

    Zitat von felsen2000 Beitrag anzeigen
    ...
    Man kann ja von Guantanamo halten, was man will ...
    nein, kann man nicht!
    Weder rechtlich noch moralisch läßt sich Guantanamo in irgendeiner Weise rechtfertigen!
  3. #42

    .

    Zitat von felsen2000 Beitrag anzeigen
    Um in Ihrem Stil zu antworten: Bis heute kann jeder, der seine halb- und gar-nicht-Bildung nur aus Spiegel online bezieht, beliebig oft posten.

    Ohne die juristischen Probleme von Guantanamo im Einzelnen auszudiskutieren: es kann nicht "jeder Mensch" in den USA "ohne Verfahren" beliebig lang inhaftiert werden. Und zwar ganz egal, ob mit oder ohne Guantanamo. Guantanamo ist nur für sogenannte "ungesetzliche Kombattanten" eingerichtet worden.
    Um unter diesen Begriff zu fallen, müssen verschiedene Voraussetzungen gelten:

    a) die Verhaftung muss in einem Land stattgefunden haben, mit dem sich die USA offiziell im Krieg befinden
    b) die Verhaftung muss während einer kriegerischen Auseinandersetzung stattgefunden haben
    c) der Rechtsstaatus des Verhafteten muss unklar gewesen sein (Soldaten usw fallen damit raus)

    Um es mal plakativ zu sagen: die meisten Häftlinge in Guantanamo sind Leute, die man nach einem Feuergefecht oder in einer feindlichen Stellung aufgegriffen hat, die aber keine Uniform anhatten.

    Man kann ja von Guantanamo halten, was man will (die Rechtsdiskussion in den USA ist ja auch noch nicht abgeschlossen, nach dem vor kurzem erst der Superme Court die Rechte der Guantanamo-Häftlinge gestärkt hat). Aber das als Anlaß für allgemeien USA-Hass zu nutzen, zeigt nur wieder einmal, wes Geistes Kind hier manche Diskussionsteilnehmer sind.
    Nein, Sie stecken mich in die falsche Schublade. Ich bin kein USA-Hasser. Und ich bin durchaus nicht so ungebildet, wie Sie vermuten, vielleicht weil mein Posting spontan aus mir heraussplatzte und nicht gerade fein ziseliert war.

    Sie scheinen allerdings gut informiert zu sein. Aber wie war den das im Falle Murat Kurnaz? Der ist ja von pakistanischen Sicherheitskräften festgenommen und anschließend Ende November gegen ein Kopfgeld an die US-Streitkräfte in Afghanistan übergeben worden. Das ist belegt und unbestritten, passt aber eigentlich nicht in Ihr a) b) c), siehe oben. Es scheint auch unbestritten, dass unliebsame oder als gefährlich eingestufte Personen in geheimen Gefängnissen eben doch "ohne Verfahren" verschleppt und freiheitsberaubt werden.

    Ich verstehe nicht genau, welchen Standpunkt Sie hier vertreten und worauf Sie hinaus wollen.
  4. #43

    ...

    Zitat von felsen2000 Beitrag anzeigen

    a) die Verhaftung muss in einem Land stattgefunden haben, mit dem sich die USA offiziell im Krieg befinden
    .
    Die USA befand sich mit Bosnien nicht im Krieg. Ihre Argument ist also hinfällig.
  5. #44

    Mein Herz ist schwer

    Zitat von andresa Beitrag anzeigen
    Das Fortbestehen von Guantanamo ist die größte Schmach für Obama...wie unmächtig der angeblich mächtigste Mann im Gesamtgetriebe aber letztlich ist zeigt die Unterzeichnung des NDAA mit dem an Silvester faktisch die Bill of Rights abgeschafft wurde...es geht weiter damit dass die Regierung des "Friedensnobelpreis"-Trägers längst an den nächsten Kriegen bastelt: Die Ökonomie des Krieges | thebabyshambler und wenn nun noch SOPA durchgeht ist die Diktatur perfekt.Yes he can...!
    Danke für Ihren Beitrag und danke für die Links.

    Ich habe mich für einen politischen Menschen gehalten. Und jetzt muss ich beschämt nun feststellen, ich habe von dieser Unterzeichnung NDAA nichts gewusst, wusste nicht einmal, was NDAA ist.

    Zitat von cousine Beitrag anzeigen
    […]No, he cannot...! Der jämmerlichste Präsident der Geschichte.
    Wenn es stimmt ,was Ihr hier schreibt, dann hast Du recht.

    Als Obama gewählt wurde, habe ich die Nacht auf einer Wahlparty verbracht, Däumchen gedrückt und war begeistert, als er gewählt wurde. Und habe mich mit einem meiner Enkel gestritten, weil dieser sagte, er erlebe Obama als schmierig und da würde noch so manch einer auf der von Obama gelegten Schleimspur ausrutschen.

    Zitat von _ab Beitrag anzeigen
    Bei Terroristen gelten aber eben andere Regeln. Da kann nicht alles in die Öffentlichkeit herausposaunt & die eigenen Streikräfte gefährdet werden. Die Opfer der Terroristen hatten keine Menschenrechte?
    Was für "Schlechtmenschen" denn? Diese Dualität basiert auf einer Fehlannahme. Es gibt rational denkende Menschen, man kann sie von mir aus "normale Menschen" nennen, & es gibt die einfältigen Gutmenschen, die bei jedem Massenmörder, der ihrem Schutzschema entspricht eine schuldige Gesellschaft vermuten, oder "Ausgrenzung", eine schlimme Kindheit etc. Sehen Sie sich die Box unten rechts mit den Terroristen doch einmal an. Die meisten Häftlinge dort haben äusserst rücksichtlos Anschläge geplant, finanziert, umgesetzt. Daß wirklich unschuldige Leute dort hinein geraten ist doch nicht der Normalfall, sondern doch wohl eher die seltene Ausnahme.
    Wenn ich so etwas unbedarftes lese, wird mir mittlerweile einfach nur noch schlecht.

    Wie schlicht und voreingenommen muss man eigentlich sein, um immer wieder – von beiden Seiten – diese dämliche Gutmensch-Schlechtmensch Diskussion zu führen?

    Wieder einmal ist einer meiner Enkel zum Schüleraustausch in den USA.
    Was wissen wir von der Austauschfamilie?
    Nur was uns die deutsche Austauschs-Organisation vor der Abreise mitgeteilt hat. Und die die deutsche Austauschs-Organisation hat ihre Informationen von der amerikanischen Organisation, mit der sie zusammen arbeitet.
    Wissen wir, wie gut die der amerikanischen Organisation arbeitet, wie sie die Familien findet?
    Letztendlich nicht.
    Jeder Mensch kann verdammt schnell zur falschen Zeit am falschen Ort sein.

    Und wenn dann keinerlei Möglichkeit besteht, Vorwürfe gerichtlich klären zu lassen …

    Die meisten von Euch können nicht ermessen, was es für Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens hat, davon bedroht zu sein, jederzeit verhaftet und ohne jeglichen Prozess auf unbegrenzte Zeit weggesperrt werden zu können.

    Diese Bedrohung, die sich langsam aber sicher ins tägliche Leben einschleicht und oft gar nicht als solche wahrgenommen wird, verändert Menschen. Schleichend, aber nachhaltig.
  6. #45

    ...

    Zitat von zakalwe. Beitrag anzeigen
    Irgendwas muss ja mit den ganzen illegitimen Kämpfern und Terroristen geschehen, wenn sie irgendwo auf der Welt, z.B. in Afghanistan, gefangen genommen werden.

    Was ist so falsch daran, sie in einem Lager wie Guantanamo zu internieren? Was sollte man sonst tun? Sie einfach freilassen, töten ? Das geht wohl ganz sicher nicht. Man kann auch nicht jeden Taliban, den man irgendwo aufgreift, in den USA vor ein ordentliches Gericht stellen. Wie soll das gehen?

    Wenn man sich mal anschaut was andere Staaten mit solchen Illegitimen Kombattanten machen (z.b. Russen in Tschetschenien) und gemacht haben (Zweiter Weltkrieg) , sind die USA da doch sehr humanistisch, sie lassen sie leben.
    Terroristen sind Kriminelle und gehören vor ein Strafgericht. Dort können sie auch lebenslänglich ohne Aussicht auf Begnadigung eingesperrt werden. Feindliche Kämpfer können in einem Kriegsgefangenlager bis zum Ende des Konfliktes festgehalten werden. Aber auch diese haben Rechte gemäss internationalen Vereinbarungen. It's as simple as that. Irgendetwas dazwischen gibt es nicht. Ausser natürlich bei den USA, die mittlerweile jede Glaubwürdigkeit verloren hat.
  7. #46

    Zitat von zakalwe. Beitrag anzeigen
    Irgendwas muss ja mit den ganzen illegitimen Kämpfern und Terroristen geschehen, wenn sie irgendwo auf der Welt, z.B. in Afghanistan, gefangen genommen werden.

    Was ist so falsch daran, sie in einem Lager wie Guantanamo zu internieren?
    Unter der Voraussetzung, dass Terrorismus nachgewiesen wird, gehören sie in eine Gefängnis.

    Als Kombattanden wären sie wohl wie Kriegesgefangene zu behandeln.

    Zitat von zakalwe. Beitrag anzeigen
    Was sollte man sonst tun? Sie einfach freilassen, töten ? Das geht wohl ganz sicher nicht. Man kann auch nicht jeden Taliban, den man irgendwo aufgreift, in den USA vor ein ordentliches Gericht stellen. Wie soll das gehen?
    "Vor ein Gericht stellen" ist eigenlich ganz einfach: Ein Ankläger präsentiert die Beweise und Indizien einem Gericht, der Verteiger tut das Seinige, um Beweise und Indizien zu widerlegen, das Gericht entscheidet. Ich kann keinen Grund erkennen, warum das mit Personen, denen unterstellt wird, sie seien Taliban, nicht möglich sein soll.

    Ganz im Gegenteil: Wenn es keine faire Verfahren gibt, gibt es keine Rechtsstaatlichkeit.

    Zitat von zakalwe. Beitrag anzeigen
    Wenn man sich mal anschaut was andere Staaten mit solchen Illegitimen Kombattanten machen (z.b. Russen in Tschetschenien) und gemacht haben (Zweiter Weltkrieg) , sind die USA da doch sehr humanistisch, sie lassen sie leben.
    Jedesmal, wenn ich lesen muss, das Unrecht mit anderem Unrecht gerechtfertigt wird, wird mir speiübel.
  8. #47

    ohhhh.....

    Zitat von _ab Beitrag anzeigen
    Bei Terroristen gelten aber eben andere Regeln. Da kann nicht alles in die Öffentlichkeit herausposaunt & die eigenen Streikräfte gefährdet werden.
    Die Opfer der Terroristen hatten keine Menschenrechte?
    Was für "Schlechtmenschen" denn? Diese Dualität basiert auf einer Fehlannahme. Es gibt rational denkende Menschen, man kann sie von mir aus "normale Menschen" nennen, & es gibt die einfältigen Gutmenschen, die bei jedem Massenmörder, der ihrem Schutzschema entspricht eine schuldige Gesellschaft vermuten, oder "Ausgrenzung", eine schlimme Kindheit etc.

    Sehen Sie sich die Box unten rechts mit den Terroristen doch einmal an. Die meisten Häftlinge dort haben äusserst rücksichtlos Anschläge geplant, finanziert, umgesetzt.
    Daß wirklich unschuldige Leute dort hinein geraten ist doch nicht der Normalfall, sondern doch wohl eher die seltene Ausnahme.
    ein wortakrobat! sie haben offensichtlich keine ahnung, woher der begriff gutmensch, der hier so inflationär von foristen mit entsprechender politischer ausrichtung genutzt wird, stammt. vielleicht sorgt dieser artikel zur etymologie bei ihnen für etwas aufklärung:

    http://web.archive.org/web/200709281...um27.03.06.pdf

    sind sie sich nun sicher, dass das gegenteil von einem sogenannten "gutmenschen" der rational denkende/normale mensch ist?

    zum thema zurück: sie glauben also, trotz der "nicht gefundenen massenvernichtungswaffen" im irak und so ein paar anderen etwas scheinheiligen argumenten unserer anglo-amerikanischen freunde bzw.
    deren politikern, wenn diese mit dem finger auf jemanden zeigen und denjenigen mit ihrer riesigen medienindustrie durchs dorf treiben, dass das auch stimmt ("siehe box unten rechts"?!).

    die europäische bevölkerung lebt zu großen teilen immer noch im dunklen, geistigen mittelalter. und moslems sind die am meisten unterdrückten menschen weltweit. für sie scheinbar allerdings auch nur eine ausnahme?!
  9. #48

    Zitat von jerzick Beitrag anzeigen
    ...Und ich bin durchaus nicht so ungebildet, wie Sie vermuten, ...
    Ihre Aussage war "Bis heute kann jeder Mensch in den USA einfach ohne Verfahren beliebig lange eingelocht werden!" Nicht nur, dass sie bewusst abwertende Adjektive verwendet haben ("eingelocht" statt "inhaftiert"), sie haben außerdem eine Pauschalisierung vorgenommen, die bereits bei flüchtiger Überprüfung als falsch erkennbar ist.

    Was soll ich da vermuten? Entweder sind Sie ungebildet, weil Sie es nicht besser wissen. Oder Sie sind ein USA-Hasser und ignorieren die Wahrheit bewusst. Vielleicht klären Sie mich auf, was von beidem zutrifft.

    Zitat von jerzick Beitrag anzeigen
    Aber wie war den das im Falle Murat Kurnaz? Der ist ja von pakistanischen Sicherheitskräften festgenommen und anschließend Ende November gegen ein Kopfgeld an die US-Streitkräfte in Afghanistan übergeben worden. Das ist belegt und unbestritten, passt aber eigentlich nicht in Ihr a) b) c), siehe oben. ...
    Das die Inhaftierung von Herrn Murat nicht in die Kategorie a) b) und c) passt, ist ja gerade erst vom Supreme Court bestätigt worden und damit evident. Die Frage ist doch aber, wozu Guantanamo überhaupt eingerichtet wurde. Und das war nun mal... siehe meine erste Antwort.

    Was nun hier passiert ist, ist folgendes: Nach dem Terroranschlag 9/11 wurde der NATO-Bündnisfall ausgerufen und damit offiziell ein Krieg erklärt - ein Krieg gegen Unbekannt sozusagen. Dieser Bündnisfall ist von verschiedenen NATO-Staaten -übrigens auch Deutschland- akzeptiert worden. Damit galt ziemlich unstrittig a).

    Sehr problematisch wurde es allerdings mit b) und c), die ja auch zutreffen müssen. EINZELNE REGIERUNGSSTELLEN haben dann behauptet, die direkte Beteiligung an Kampfhandlungen könne durch die "nachgewiesene Beteiligung" an einem Terroranschlag ersetzt werden. Damit würde dann sofort auch c) gelten, denn ein Terrorist hat per Definition keinen Völkrrechtsstatus.

    Das diese Konstruktion mehr als gewagt war, hat ja dann das Rechtssystem der USA selbst festgestellt.

    Zitat von jerzick Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht genau, welchen Standpunkt Sie hier vertreten und worauf Sie hinaus wollen.
    Zunächst will ich darauf hinaus, dass der "Fall Kurnaz" ja gerade gezeigt hat, dass das Rechtssystem der USA funktioniert. Damit ist dieser Fall nicht mehr oder weniger Bashing-tauglich als in Deutschland der Fall Daschner.

    Zum anderen will ich darauf hinaus, dass viele Deutsche einen Hass auf die USA entwickelt haben, der schon symptomatisch ist. Während selbst übelste wirklich SYSTEMBEDINGTE Greueltaten in Kuba, Russland, der ehemaligen DDR oder anderen hofierten Gesellschaften verniedlicht werden, versucht man aus einzelnen Fällen eine Pauschalisierung eines 320-Millionenvolkes zu konstruieren. Das wäre so, als würde man Deutschland für Berlusconi verantwortlich machen.

    Wenn Sie wirklich die USA kennen, dann sollten Sie wissen, wie groß die Unterschiede in den einzelnen Staaten sind. Die meisten Deutschen wissen von den USA rein gar nichts.

    Aber immer schön eine Meinung haben. Naja.
  10. #49

    ...

    Zitat von _ab Beitrag anzeigen
    Wenn Fehler gemacht werden, ist das selbstverständlich schlecht. Die Frage ist aber, ob alle Insassen völlig unschuldig sind, oder vielleicht eben doch meist brandgefährliche rücksichtslose Terroristen. Die Gutmenschen setzen aber immer Ersteres voraus. Wieso eigentlich?
    Die Frage ist nicht, ob alle Insassen völlig unschuldig sind.
    Die Frage ist, wenn man Beweise für die Schuld hat stellt man diese Personen vor ein Gericht und sperrt sie dann RECHTSKRÄFTIG entsprechend der Urteile weg.Wenn keine Beweise vorliegen hat man die entsprechenden Personen freih zu lassen und für ihre unberechtigte Haft zu entschädigen.
    So macht man es, in einem Rechtsstaat, mit Jeden.








TOP



TOP