Forum


 

Zehn Jahre Nato-Einsatz*: Hunderte Afghanen*fordern sofortigen Truppenabzug

Seit zehn Jahren sind Nato-Truppen in Afghanistan stationiert, willkommen sind die Soldaten in dem Land jedoch nicht: Pünktlich zum Jahrestag der Intervention*haben mehrere hundert Menschen in Kabul den sofortigen Abzug der*internationalen Truppen gefordert.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...790348,00.html
  1. #1

    Jubiläum?

    "Zehn Jahre Nato-Einsatz"

    Wird diese Pleite jetzt womöglich noch als Jubiläum gefeiert?
  2. #2

    10 jahre demokratie?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seit zehn Jahren sind Nato-Truppen in Afghanistan stationiert, willkommen sind die Soldaten in dem Land jedoch nicht: Pünktlich zum Jahrestag der Intervention*haben mehrere hundert Menschen in Kabul den sofortigen Abzug der*internationalen Truppen gefordert.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...790348,00.html
    waren es doch wirklich soviele die nach 10 jahren verstanden haben was demokratie ist?
  3. #3

    Für wen ist es nicht nachvollziehbar?

    Mich jedenfalls wundert diese Forderung nicht. Oder will man am ende auch dies besser unterdrücken. In anderen Ländern kann man ja auch wegsehen, Bahrain, Jemen und Syrien. Und noch ärger wird es, wenn man sich nur mal ein umgekehrtes Szenario vorstellt, welches den angeblichen Auftakt zum Krieg gegen den Terror und aller daraus erwachsenen Perversionen markiert.

    Ist zwar ein reines Gedankenspiel, aber wenn man es bis zu ende durchdenkt, dann kommt einem schnell der verdacht, dass die jetzige Politik nichts anderes als eine „Terror-Erzwingungs-Politik“ ist … Link, denn nichts anderes veranstalten wir als sogenannter zivilisierter Westen derzeit in diesen Ländern. Wer gint uns das Recht dazu. Gerade solche Demonstrationen beweisen doch dass die Besatzer dort nicht willkommen sind.

    Sicher sind unsere Wertmaßstäbe nicht schlecht, nur deshalb müssen sie nicht zwangsläufig an jedem ende der Welt passend sein. Und dass die Weiterentwicklung der Kulturen und Gesellschaften nicht unbedingt immer menschlich abläuft und auch diverse Verwerfungen produziert, können wir aus unserer eigenen Geschichte erfahren. Die Frage bleibt offen, ob nicht unsere Intervention am ende mehr Menschen das Leben gekostet hat, als wenn man diese Regionen nicht angetastet hätte. So bleibt am Ende der Vorwurf des Imperialismus berechtigt im Raume stehen und karikiert am Ende die sogenannten humanitären Bemühungen und entlarvt die eigene Vorteilssuche zu Lasten der Menschen dort. Also gelernt haben wir als Westen offenbar immer noch nichts und entfernen uns selber weiter von den Werten die wir angeblich vertreten … Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.
  4. #4

    Kabul hat über 3 Millionen Einwohner,...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seit zehn Jahren sind Nato-Truppen in Afghanistan stationiert, willkommen sind die Soldaten in dem Land jedoch nicht: Pünktlich zum Jahrestag der Intervention*haben mehrere hundert Menschen in Kabul den sofortigen Abzug der*internationalen Truppen gefordert.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...790348,00.html
    ...und 300 Leute haben demonstriert! Und diese Zahl reicht dem SPON aus, um zu behaupten, daß die ISAF-Soldaten in Afghanistan nicht willkommen sind!
    Es beweist lediglich, daß es so etwas wie Demonstrationsfreiheit gibt. Im umgekehrten Fall wäre das gleiche bei einer Talibanherrschaft unvorstellbar.

    Im übrigen bin ich der Meinung, daß eine dauerhafte friedliche Entwicklung Afghanistans nur durch Aufteilung des Landes gewährleistet werden kann. Nach dem Vorbild Ex-Jugoslawiens müssen für die verschiedenen Völker eigene Staaten gegründet werden. Ein Staat für die Tadschiken im Norden mit der Hauptstadt Kabul, einer im Zentrum für die schiitischen Hazara mit der Capitale Bamyan und für die Pashtunen der Süden Afghanistan mit der Hauptstadt Kandahar.
    Wobei die Taliban sich bei den Pashtunen durchsetzen dürften.
  5. #5

    Dreihundert (!) Demonstranten ...

    Zitat von wika Beitrag anzeigen
    ... Gerade solche Demonstrationen beweisen doch dass die Besatzer dort nicht willkommen sind ...
    ... stellen natürlich eine nicht zu unterschätzende Meinungsäußerung dar. Man stelle sich nur einmal vor, welche gewaltige Menschenmenge das ist! Nur, werter Forist, von welchen "Besatzern" reden Sie? Auch durch ständigen Gebrauch wird dieser Begriff nicht richtiger.
  6. #6

    Mission accomplished

    Mission accomplished:

    Waffen erprobt, Rüstungsindustrie angekurbelt, Macht gezeigt, wirkliche Verbündete erkannt.

    Was bleibt noch, für die Geschichtsbücher? Grundwasser angebohrt, neue Straßen angelegt, Mädchenschulen angedacht, Einheimische geopfert, junge Männer bewaffnet, sich unbeliebt gemacht und die radikalen gestärkt.

    Ich wiederhole mich gern: Man sollte andere Staaten ihre eigenen Probleme selbst lösen lassen. Ein Export von Ideologie, Technik und Geld ist sinnlos. Außer man will sich mittelfristig selbst abschaffen.
  7. #7

    Doch der Forist hat schon die richtigen Worte gefunden.

    Zitat von tmpsec Beitrag anzeigen
    ... stellen natürlich eine nicht zu unterschätzende Meinungsäußerung dar. Man stelle sich nur einmal vor, welche gewaltige Menschenmenge das ist! Nur, werter Forist, von welchen "Besatzern" reden Sie? Auch durch ständigen Gebrauch wird dieser Begriff nicht richtiger.
    Für die Afghanen sind es schlicht und einfach "Besatzer".
    Wenn die Besatzer sich selbst edlere Namen geben oder durch gewogene Medien geben lassen, ändert sich nichts an dieser Tatsache. Auch Ihre ständige Kritik an dieser Tatsache ändert daran nichts.
    Ja und was die Demonstranten angeht, hätten Sie die alle lieber als tickende Bomben in Diplomatenvierteln in Kabul oder anderswo gesehen. Wenn wohl ca. 300 Menschen im Angesicht von zigtausend bis an die Zähne bewaffneten Besatzern gegen deren Anwesenheit friedlich demonstrieren, ist dies zumindest ein guter Anfang.
    Vielleicht gelingt es ihnen irgendwann zu vergessen, aber dazu müßten erst mal die Besatzer verschwinden.
  8. #8

    Wenn Sie nicht anders,...

    Zitat von derandersdenkende Beitrag anzeigen
    Für die Afghanen sind es schlicht und einfach "Besatzer".
    Wenn die Besatzer sich selbst edlere Namen geben oder durch gewogene Medien geben lassen, ändert sich nichts an dieser Tatsache. Auch Ihre ständige Kritik an dieser Tatsache ändert daran nichts.
    Ja und was die Demonstranten angeht, hätten Sie die alle lieber als tickende Bomben in Diplomatenvierteln in Kabul oder anderswo gesehen. Wenn wohl ca. 300 Menschen im Angesicht von zigtausend bis an die Zähne bewaffneten Besatzern gegen deren Anwesenheit friedlich demonstrieren, ist dies zumindest ein guter Anfang.
    Vielleicht gelingt es ihnen irgendwann zu vergessen, aber dazu müßten erst mal die Besatzer verschwinden.
    ...sondern mal wirklich denken würden, bestünde vielleicht die Möglichkeite auch für Sie, zu erkennen, daß die Demonstranten gerade wegen der Anwesenheit "der Besatzer" friedlich demonstrieren konnten!
  9. #9

    ?

    Zitat von Centurio X Beitrag anzeigen
    ...sondern mal wirklich denken würden, bestünde vielleicht die Möglichkeite auch für Sie, zu erkennen, daß die Demonstranten gerade wegen der Anwesenheit "der Besatzer" friedlich demonstrieren konnten!
    Man hat doch gegen die "Besatzer" demonstriert. Das haben die Taliban doch konsequenterweise okay gefunden, oder? Da spielt die Anwesenheit (wo auch immer) der "Besatzer" doch überhaupt keine Rolle.

    Anwesenheit: Ist es wirklich eine effektive Anwesenheit, wenn sich die "Besatzer" hinter dicken Mauern oder Panzerstahl verstecken müssen? Von den deutschen Truppen mal ganz abgesehen, die sich nur noch in Panzerfahrzeugen durch die Dörfer bewegen können.

    Die Taliban haben das Heft in der Hand. Der "Westen" rüstet dabei die potentiellen Taliban mit immer mehr Waffen aus. Oder glaubt hier jemand, dass sich nach einem Truppenabzug auch nur ein Afghane, gut ausgerüstet, nicht auf die Seite der Taliban schlägt? Naiv.


TOP



TOP