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ZDF-Drama "München 72": Als der Terror den Lachdackel vertrieb

ZDFMit der Bonbonkanone gegen das Böse: Deutschland wollte eine heitere Gastgebernation sein, doch das "Kommando Schwarzer September" machte aus den Olympischen Spielen einen Albtraum. Der ZDF-Film "München 72" beschreibt den Epochenbruch als kluges menschliches Drama.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,821818,00.html
  1. #10

    Die entscheidende Frage ...

    ... war nicht, ob die Spiele abgebrochen werden mussten.

    Die entscheidende Frage war, aus welchen Gründen die deutschen Sicherheitsbehörden nicht auf das Angebot der israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir eingegangen sind, ein gut ausgebildetes Spezialkommando der israelischen Armee zur Geiselbefreiung einzusetzen.
    Hätte man hier humanitär (und nicht bürokratisch) entschieden, könnten die Geiseln heute noch leben.
  2. #11

    Zitat von Sankari66 Beitrag anzeigen
    1. Wie oft muss das denn noch von den ÖR verfilmt werden?(...)
    Es zwingt Sie niemand, den Film anzusehen.

    Falls Sie es nicht getan haben, ist Ihnen allerdings ein guter Film entgangen.
  3. #12

    Unerklärlich

    Zitat von surselva-29 Beitrag anzeigen
    ... war nicht, ob die Spiele abgebrochen werden mussten.

    Die entscheidende Frage war, aus welchen Gründen die deutschen Sicherheitsbehörden nicht auf das Angebot der israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir eingegangen sind, ein gut ausgebildetes Spezialkommando der israelischen Armee zur Geiselbefreiung einzusetzen.
    Hätte man hier humanitär (und nicht bürokratisch) entschieden, könnten die Geiseln heute noch leben.
    ...auch - wie der Film entlarft- warum eine militärische vorbereitete Spezialeinheit des BND nicht zum Einsatz kam, Dilletantismus "at its best".
    Bei soviel Borniertheit der Entscheider ("...Polizei-Psychologen gehören auf den Mond geschossen") wundert mich der tragische Ausgang nicht mehr.
  4. #13

    Zitat von Ichwarda Beitrag anzeigen
    Dieses furchtbare Attentat habe ich damals leider live miterlebt.(...)Die Frage, ob die Spiele damals weitergehen sollten oder nicht wurde seinerzeit auch bereits wochenlang ohner Ergebnis diskutiert.
    Ich persönlich bin deshgalb dagegen, solche Dinge zu verfilmen.
    Wenn man selbst bei den Ereignissen zugegen war, ist das sicher befremdlich, sich einen Spielfilm darüber anzusehen.
    Auch, wenn dies meiner Meinung nach ein besonders guter Spielfilm über die Ereignisse war, fehlt natürlich immer etwas.
    Sogar wenn man damals nicht selbst dabei war.

    Wenn ich mich recht entsinne war in diesen Tagen die meist diskutierte Frage - zumindest in meinem Umfeld, was natürlich nicht repräsentativ ist - nämlich nicht, ob die Spiele weiter geführt werden sollten.
    Die meist diskutierten Fragen waren: Wie steht Deutschland denn jetzt wieder da? oder: Was hätten die anderen denn gesagt, wenn wieder überall Polizei herum gestanden und alles kontrolliert hätte?
    Und einen Schuldigen hatte man auch schon ausgemacht: Die Israelis sagen einfach, die lassen keine Gefangenen frei - und wir können zusehen, wie wir damit klar kommen.

    Die Kursiv gesetzten Sätze sind nach besten Wissen und Gewissen erinnerte Originalzitate.
    Und die sagen m. E. sehr viel aus über den allgemeinen psychischen Zustand der deutschen Gesellschaft anno 1972.
    Da war viel Willen, sich als "gesellschaftsfähig", also als vollwertiges Mitglied der Staatengemeinschaft, zu präsentieren - aber leider nicht der Hauch von Empathie.
    Übrigens auch nicht bei den Vertretern der APO, die ursprünglich angetreten war, die "Verbrechen der Väter" aufzudecken. Die hatte sich längst darauf geeinigt, daß es der seelischen Verfassung sehr viel bekömmlicher ist, Partei für die Palästinenser zu ergreifen, auch wenn dafür ein wenig Geschichtsklitterung in Kauf genommen werden muß, aber das kriegt man schon hin mit ein paar rethorischen Volten...
  5. #14

    Zitat von surselva-29 Beitrag anzeigen
    (...)Die entscheidende Frage war, aus welchen Gründen die deutschen Sicherheitsbehörden nicht auf das Angebot der israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir eingegangen sind, ein gut ausgebildetes Spezialkommando der israelischen Armee zur Geiselbefreiung einzusetzen.(...)
    Die Frage habe ich mir auch oft gestellt.
    Da ist eine ganz neue Situation, mit der man nicht gerechnet hat - ob naiv oder nicht ist hier völlig uninteressant - und auf der andren SEite gibt es Experten, die sich genau damit auskennen.
    Streng juristisch sieht das natürlich ganz eindeutig aus: keine Polizeitruppe darf auf dem Hoheitsgebiet eines anderen Landes agieren.
    Aber angesichts der Todesopfer kommt einen da schon so ein Würgen im Hals an.

    Da sagt einem der gesunde Menschenverstand, daß man ausnahmsweise besser mal die Experten vorgelassen hätte.
    Nun könnte man anführen, daß gerade in D der sogenannte "gesunde Menschenverstand", die schlimmsten Verbrechen möglich gemacht hat, und man deshalb bedacht war, ganz nach dem Buchstaben des Gesetzes zu handeln.
    Aber das trifft m. E. den Nagel exakt neben den Kopf.
    Gesunder Menschenvestand meint nämlich woanders sowas wie Pragmatismus - ohne die Konnatation von Kleingeistigkeit, die das Wort im deutschen Sprachgebrauch hat.
  6. #15

    Na ich weiss nicht...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit der Bonbonkanone gegen das Böse: Deutschland wollte eine heitere Gastgebernation sein, doch das "Kommando Schwarzer September" machte aus den Olympischen Spielen einen Albtraum. Der ZDF-Film "München 72" beschreibt den Epochenbruch als kluges menschliches Drama.

    ZDF-Drama "München 72": Als der Terror den Lachdackel vertrieb - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Zitat aus dem Artikel: " Nicht nur das Ensemble mit Felix Klare, Heino Ferch, Bernadette Heerwagen, Pasquale Aleardi, Esther Zimmerling und Stephan Grossmann, auch Drehbuch und Regie tragen zum Erfolg bei."

    Da der Schauspieler, der hier im Film die Figur des Walter Tröger verkörperte, allabendlich im Werbefernsehen als komischer Bankster im Spot eines Finanzinstitutes auftaucht, wartete man förmlich darauf, dass er in einer der Krisensitzungen ein fröhliches, spannungslösendes "Kuchen!" in die Runde schmettert oder am Ende wenigstens ein "Ich hatte keine Wahl...". Mit dieser Besetzung hat sich die Produktion mit Sicherheit keinen Gefallen getan.
  7. #16

    Zitat von caiman Beitrag anzeigen
    Da der Schauspieler, der hier im Film die Figur des Walter Tröger verkörperte, allabendlich im Werbefernsehen als komischer Bankster im Spot eines Finanzinstitutes auftaucht, wartete man förmlich darauf, dass er in einer der Krisensitzungen ein fröhliches, spannungslösendes "Kuchen!" in die Runde schmettert oder am Ende wenigstens ein "Ich hatte keine Wahl...". Mit dieser Besetzung hat sich die Produktion mit Sicherheit keinen Gefallen getan.
    das kann ich nur unterstreichen.... Ich hab ihn auch permanent Fähnchen schwenken sehen, vor meinem vom Werbefernsehen infiltrierten auge
  8. #17

    Hatte mehr erwartet

    Den Spielfilmteil hätte man sich sparen sollen.
    Die Realität ist allemal interessanter als die Fiktion.
    Mit der doppelten Sendezeit hätte man dann auch dokumentarisch doppelt so tief bohren können. Es gab keine neuen Details. Das Gefühl der kompletten Inkompetenz auf Seite des deutschen Staats hatte man damals auch schon...
  9. #18

    Eine typisch deutsche "Spiel-Doku" Produktion und nicht mehr. Wenn es um historische Stoffe wie z.B. um Staufenberg und jetzt München 1972 geht, ist das Ergebnis - wieder einmal - nicht mehr als eine minutiöse Protokollierung der Ereignisse. Mich haben bei diesen Themen "München" von Spielberg und selbst "Operation Walküre" mit Cruise ( obwohl ich im Vorfeld hier Bedenken hatte ) wesentlich mehr beeindruckt. Die ZDF-Produktion "München 72" insgesamt nicht mehr als eine verlängerte Version einer typischen "Guido-ZDF-History" Folge.

    P.S. Heutzutage kaum noch nachvollziehbar, dass nach einem derartigen Organisationschaos, und vor allem nach solch einem dilettantischen "Befreiungsversuch", der damalige Innenminister Genscher im Amt geblieben ist.
  10. #19

    Zitat von caiman Beitrag anzeigen
    (...)
    Da der Schauspieler, der hier im Film die Figur des Walter Tröger verkörperte, allabendlich im Werbefernsehen als komischer Bankster im Spot eines Finanzinstitutes auftaucht, wartete man förmlich darauf, dass er in einer der Krisensitzungen ein fröhliches, spannungslösendes "Kuchen!" in die Runde schmettert (...)
    Deswegen kam der mir so bekannt vor... muß sagen, daß ich die Werbepause meistens für was anderes nutze.

    Aber anderereseits: Man kann einen Schauspieler nicht unbedingt danach bewerten, ob er Werbung macht oder in einer Soap mitspielt. Auch Schauspieler müssen Miete bezahlen.

    Erinnert sich wer an den Staufenberg-Film? Sebastian Koch war nicht die Überraschung, der ist immer gut, die Überraschung war für mich Hardy Krüger jn., der sonst immer in Serien spielt, na ja...


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