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Zapfenstreich für Wulff: Abschied ohne Würde
AFPEs war ein Zeremoniell, wie es die Republik so noch nicht erlebt hat. Der Große Zapfenstreich für den Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff wurde übertönt von einem Höllenlärm, den Demonstranten mit Trillerpfeifen, Vuvuzelas und ihren Protestrufen veranstalteten.
Zapfenstreich für Wulff: Abschied ohne Würde - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
- #620 09.03.2012 13:52 von
das ist wahr - so etwas hätte ich nie für möglich gehalten! man stelle sich vor der gute putin stünde an der kremlmauer und nimmt eine ehrenformation ab und seine gegner veranstalten ein vuvuzelakonzert!
oder das gleiche beim friedensnobelpreispräsidenten in washington!
bei der übertragung hatte ich bedenken, dass nicht plötzlich wasserwerfer auftauchen, um die ungebetenen bläser auseinanderzutreiben.
aber die demokratie hielt, wobei offensichtliches unbehagen in den gesichtern der regierungsriege überdeutlich abzeichnete! - #621 09.03.2012 13:53 von
- #622 09.03.2012 13:58 von
Hallo ...
... ist noch jemand zuhause?
Wie aus Presse, Funk und Fernsehen allgemein bekannt ist werden unserem gewesenen Bundesschnäppchenjäger seine 200.000€ zusammen mit Dientwagen, Büro usw in den Rachen gestopft werden, egal ob er irgendwas dafür tut oder nicht. Das heißt, er kriegt sein Geld und muß überhaupt nichts mehr dafür tun. So gesehen zieht er sogar einen nicht unerheblichen Gewinn aus der Sache.
Hier von einem eingetreten Schaden zu faseln ist jedenfalls absurd! - #623 09.03.2012 14:01 von
- #624 09.03.2012 14:05 von
Welche Vorstellung haben Sie eigentlich von Staatsanwaltschaften, wenn Sie annehmen, diese würden "auf öffentlichen Druck" Anklagen eröffnen? Es gibt klare Vorgaben für die Hinlänglichkeiten eines Anfangsverdachts und die Pflicht, eine Anklage zu eröffnen. Der Ermessensspielraum ist nicht derart groß, als dass ein Staatsanwalt mit waager Indizienlage vorschnell auf einen BP losgehen würde, nur, um vermeindlichem Volkszorn nachzugeben.
Zunächst ist Pöbel eine Beleidigung, was Ihre ganze Diskussionskultur fraglich erscheinen lässt. Und wo Sie schon von historischer Vergangenheit anfangen, recherchieren Sie doch mal die Herkunft des Begriffes um sich klarzumachen, wessen Vokabular Sie da auftragen.
Ansonsten geht es aber immer noch nicht um die Schuldfrage betreffend der Vorwürfe zu seinen Zeiten als niedersächsischen MP. Was ihn als BP untragbar gemacht hat war der unredliche Umgang mit den Vorwürfen und das generelle Gebahren in jener Zeit. Anderen BPs (Beispiel Rau) ist bei ähnlichen Vorwürfen der Rücktritt durch aufrechteres Auftreten erspart geblieben.
Bliebe die Frage, weshalb jemand, der um seine reine Weste weiss derartige Rückzugsgefechte abliefert, und dann noch so stümperhaft vollzogen. Aber nochmal, es geht nicht um seine eventuellen Verfehlungen als MP, sondern den Umgang mit den Vorwürfen als BP. Die Schuldfrage spielt für sein Gebaren als BP keine Rolle!
Ich lese immer von zerstört, nachgetreten, blabla. Was ist dem Mann denn widerfahren bitte, ein paar hundert Menschen haben gegen seine offenkundig exotische Vorstellung von Würde, Respekt und Ehre demonstriert, ja mei. Bei den Bezügen wird der Weinkeller schon irgendwas hergeben, um darüber hinwegzukommen.. desweiteren ist ihm weder physisch noch psychisch irgendwas unbillig hartes angetan worden. - #625 09.03.2012 14:08 von
- #626 09.03.2012 14:08 von
- #627 09.03.2012 14:09 von
"Seien wir doch froh, dass er jetzt weg ist! War es nötig ihn so fertigzumachen?"
Werte Foristin brigitta b.,
Was hindert uns daran, Unrecht zu tun? Wie können wir Böses
vermeiden? Die Störung des Zapfenstreiches während des Gebetes,
während des religiösen Teil des Rituals ("Helm ab zum Gebet!"),
war zumindest unschön wenn nicht bösartig.
Das hat bei den ausländischen Ehrengästen, die dem
ohrenbetäubenden Lärm der Demonstranten schutzlos
ausgesetzt waren, bestimmt einen negativen Eindruck
hinterlassen.
Als Deutsche sollten wir uns überlegen, was wir tun dürfen und
was nicht. Auch im Fall Wulff dürfen wir es nicht übertreiben:
Die Bösen sollen wir gerecht behandeln! Insoweit haben Sie
sicherlich Recht mit Ihrer Mahnung:
"War es nötig, ihn so fertigzumachen?"
"Jemand, der nicht denkt, zuzumuten, sich moralisch zu verhalten,
ist barer Unsinn. Nichtdenken, z.B. sich nicht vorstellen wie mir
zumute sein würde, wenn mir geschähe, was ich einem
Anderen tue ...-... das ist das "Böse"!" (Hannah Arendt)
MfG wibo2 - #628 09.03.2012 14:16 von
Abpfiff für Wulff
Nicht, dass ich übermäßig auf gebrüllte Befehle und Gehorsam ohne Wenn und Aber stehe, aber es war schon interessant, bei dieser Gelegenheit mal einen Großen Zapfenstreich zu sehen. Das Ritual fand ich unter dem historischen Aspekt ganz schön, viele Elemente (wie das Herbeirufen der Verwundeten oder das Gebet) hatten ja auch früher durchaus einen Sinn.
Natürlich hat Ex-BP Wulff eine solche Ehrung in keiner Weise verdient und durch die Weigerung, diese Zeremonie abzusagen, praktisch alle Beteiligten diskreditiert.
Die Politiker der schwarz-gelben Regierung wirkten dementsprechend alles andere als glücklich, eher versteinert bis sauertöpfisch. Ihnen ist hoffentlich bewusst, dass die Teilnahme an dieser Farce Wählerstimmen kosten wird. Spätestens 2013 bekommen sie hoffentlich die Quittung dafür, dass sie sich dermaßen von Wulff in Sippenhaft haben nehmen lassen. Für mich war das gestern der Punkt, an dem das Fass übergelaufen ist und ich entschieden habe, niemanden mehr zu wählen, der bei einer solchen Farce mitmacht.
Ein bisschen leid taten mir die Soldaten, von denen der Co-Kommentator von N24 behauptete, sie könnten bald in Afghanistan stationiert sein. Beim ARD hieß es dann allerdings, sie gehörten einem Wachbatallion an, dass hauptsächlich bei Empfängen von Staatsgästen etc. Schmiere steht. Dann konnten sie zumindest mal ihr Können vor großem, wenn auch nicht durchweg wohlgesonnenem Publikum aufführen.
Herzlichen Dank an die Berliner, die so eifrig gepfiffen und getrötet, und damit dafür gesorgt haben, dass dieser Abschied eben nicht so harmonisch verlaufen ist, wie sich die Protagonisten das gerne eingeredet hätten.
Bin mal gespannt, was aus der Ankündigung wird, die Ruhebezüge für Ex-Präsidenten neu zu regeln. Und noch gespannter darauf, ob sich eine solche Regelung dann auch rückwirkend auf Altpräsidenten niederschlägt...so wie sich neue Gesetzesregelungen z.B. kürzlich darauf ausgewirkt haben, dass unsere Familie noch Steuernachforderungen aus dem Jahre 2004 bekommen hat. Hoffentlich ist man bei den Rückforderungen an Wulff und Konsorten dann genauso hartnäckig. Andererseits: wohl eher nicht. - #629 09.03.2012 14:20 von
ah, ja?
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