Andrea Ypsilanti hat alles auf eine Karte gesetzt - und alles verzockt: ihre Glaubwürdigkeit und ihre politische Zukunft. Von diesem Debakel wird sich die hessische SPD nicht mehr erholen. Der Sieger heißt Roland Koch.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...588197,00.html
Es wäre schön gewesen, eine derartige realistische Einschätzung der Frau Ypsilanti bereits vor dem jetzigen Debakel im SPON lesen zu können. Da wollte man sich aber wohl erstmal nicht aus dem Fenster lehen - erstmal abwarten, für den Erfolgsfall war vielleicht schon eine Lobeshymne vorbereitet?
"Denn was die SPD unter der Führung von Andrea Ypsilanti seit ihrem gefühlten Wahlsieg im Januar in Hessen an politischen Winkelzügen vorgelegt hat, beweist vor allem eins: Weder Spitzenkandidatin noch Fraktion sind regierungsfähig. Sie können es nicht."
Das ist exakt die Meinung, die die Springer-Presse seit der Hessen-Wahl in ihren Blättern lanciert.
Außerdem wurde mit der von der CDU-Landtagsfration als "Bürgerinitiative" getarnten Webseite "wortbruch.info" (einfach einmal googeln) der Eindruck einer massenhaften Anti-Ypsilanti-Bewegung erweckt.
Dass noch am Wochenende 95% der SPD-Abgeordneten für den Koalitionsvertrag stimmten, spielt nun keine Rolle mehr.
Und Springer und Spiegel können sich jetzt die Hände reiben: "Sie können es nicht."
Exzellenter Artikel! Ihm ist nichts hinzuzufügen.
dumm ist der, der dummes tut – und nach forrest gump ist frau y. deshalb an (politischer) dummheit nicht zu übertreffen. in völliger verkennung der wahren stimmungslage und jeden wohlmeinenden ratschlag ignorierend wollte sie in einen kampf ziehen, den sie – außer ihren einflüsterern um hermann scheer - niemand gewinnen sehen wollte. nicht das willy-brandt-haus, nicht die parteibasis, nicht die gewerkschaften, nicht die unternehmen, nicht mal lafontaine und schon gar nicht die hessische bevölkerung.
Natürlich hat der Autor recht. Andrea Ypsilanti hat wohl keine Ahnung gehabt, wie es in ihrer Fraktion aussieht, sonst hätte sie es gar nicht so weit kommen lassen. Jetzt ist sie politisch tot. Für die Bundes-SPD ist das aber wohl besser, als eine Pannen-Koalition gewesen wäre, denn so hat sich ein Kuriosum ereignet, das bald vergessen sein wird, anders hätte die Hessen-SPD fortwährend die Wähler in der ganzen BRD daran erinnert, dass eine rot-rote Koalition verhindert werden muss. Mein Tipp: Bei den Neuwahlen im Frühjahr wird die SPD zum Projekt 18 - und dürfte sich damit der FDP annähern.
Frau Ypsilanti ist nicht an der Springerpresse gescheitert, sondern an einem Missverhältnis zwischen ihren Fähigkeiten und ihrem Anspruch.
Die sog. "Springer-Presse" hat zum Glück auf ihren Wortbruch wiederholt hingewiesen, während linke Blätter "zum Wohl der gerechten linken Sache" ganz schnell vergessen haben, was sie den Wählern vor der Wahl gesagt hatte.
Das genau ist / war das Problem. Wie kann man von diesen 95% auf die Meinung des Wählers schließen, wenn laut Umfragen 66% gegen die Tolierierung durch die Linke sind.
Hier hat offenbar der Ehrgeiz über den gesunden Menschenverstand gesiegt bzw. sollten sich die Funktionäre fragen, ob sie noch das Ohr an Ihrer jeweiligen Basis haben