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Youtube-Hit: Wie ein Freizeit-Börsianer die Finanzwelt narrte

Ein BBC-Interview machte*Alessio Rastani*weltbekannt: Der Hobby-Aktienhändler gab sich als*Profi aus und erklärte, dass er für eine Rezession bete*und die Investmentbank Goldman Sachs die Welt regiere.*Tatsächlich ist*der Mann*wohl nur ein*Selbstvermarkter auf der Suche nach ewigem Internet-Ruhm.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,788954,00.html
  1. #1

    tja

    Und dennoch spricht er eine unausgesprochene Wahrheit aus.

    Die Frage ist ja auch, wie die BBC-Reporter auf ihn gestoßen sind und warum sie nicht mal seine Credentials gecheckt haben.
  2. #2

    .

    Zitat von DJ Doena Beitrag anzeigen
    Und dennoch spricht er eine unausgesprochene Wahrheit aus.

    Stimmt. Und sowas geht ja gar nicht. Vielleicht nicht (nur) diese genannte Firma.
  3. #3

    ...

    Es spielt doch überhaupt keine Rolle ob er echt ist. Er sagt das was die Börsianer denken und unter sich auch besprechen, nur eben nicht öffentlich sagen.

    Jedenfalls, ein sehr gelungener Auftritt.
    Und, dass Goldman Sachs die Welt regiert würde ich nciht als Verschwörungstheorie abtun. Die sind mächtiger als die meisten Regierungen dieser Welt, und eindeutig mächtiger als unsere blinde Kanzlerin.
  4. #4

    Unwort des Jahrzehnts: "Verschwörungstheorien"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die BBC-Anchorleute im Studio schüttelten ungläubig ihre Köpfe, solche Thesen schienen sie bisher nur aus Verschwörungstheorien zu kennen, aber nicht im Live-TV."

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,788954,00.html
    So so, "Verschwörungstheorien" a la "New York Times", eh?

    The Guys From ‘Government Sachs’

    Ach, SpOn ...
  5. #5

    Wiebitte, soll Rastani Wahrheit mit Geld aufwiegen?

    Weil er in einem 200.000-Pfund-Haus wohnt, keinen Bentley faehrt und Miese macht (machen ja sogar die grossen in London und New York), deswegen gilt er als nicht glaubwuerdig, auch wenn er was von der Materie versteht?

    Er spricht doch nur aus, was viele seiner Kollegen denken. Weil er nicht bei einer grossen Hausnummer angestellt ist, hat er eben den Luxus zu sagen, was er denkt.
  6. #6

    Goldman Sachs rules the world

    Wissen tut das nicht jeder, dass Goldman Sachs die Welt regiert, es wird nur vermutet oder zynisch gesagt.
    Dies offen auszusprechen und Regierungen als reines Puppentheater darzustellen, hat sich einfach noch keiner gewagt.
    Das gesamte Weltbild vieler Leute bricht einfach zusammen, wenn nicht Menschen die Welt bestimmen, sondern nackte Zahlen und Firmen. Firmen zu denen kein Bezug besteht.
    Man fragt sich wer die Macht über sein Leben und seine Gesellschaft/Land hat, eine Firma oder man als Wähler.
  7. #7

    passt schon

    Der Interviewte wurde als unabhängiger Händler bezeichnet und das ist er wohl auch. Und authentisch ist er auch. Man kann ihm nichts vorwerfen, er ist soweit integer.

    In seiner Rolle als unabhängiger, kleiner Trader konnte er halt etwas freier und direkter formulieren als ein angestellter Trader oder ein Hedgefond-Manager der sich durch all zu forsche und ungefilterte Aussagen das Geschäft verderben könnte oder sich unnötige Diskussionen einhandelt die nur Zeit und Nerven kosten die er anderweitig braucht.

    Auch das was er sagt ist ja nicht wirklich etwas Ungewöhnliches oder gar neues.

    Es war halt eine zusätzlich, weitere Meinung, verbreitet zu einem speziellen Zeitpunkt.

    Die weite Publikum ist halt derzeit empfindlicher als sonst, daher erzeugt so eine Äußerung eine Resonanz.

    Die BBC hat einen Volltreffer gelandet, so ganz versehentlich.
  8. #8

    Was er sagt...

    ...sollte doch jedem Menschen, der einigermaßen bei Verstand ist, sowieso klar sein. Was sonst haben wir aus der Finanzkrise gelernt, als dass Staaten durch Banken erpressbar sind und letztere somit eindeutig am längeren Hebel sitzen.
  9. #9

    Warum regt sich das "Informations-Establishment" auf?

    Da wollte ein Sender ein neues Gesicht, denn auch in den Medien, allen voran dem "sterbenden" Medium Fernsehen, muss Zeit gefüllt werden; müssen neue Gesichter her; muss Quote gemacht werden!

    Das nun jemand seine "drei Minuten Ruhm" halt mal mit schlicht wahren Worten füllt, dass passt eben nicht so ganz in das Informationskonzept unserer mittlerweile sehr gelenkten und beeinflussten Gesellschaft!

    Aber ist es wirklich die neue große Wahrheit, die da einer, fein und geschniegelt, von sich gegeben hat ... ? Jeder, der seine Zeit aufmerksam beobachtet und Anteil nimmt, gerade seit der "größten Rezsseion seit dem zweiten Weltkrieg", der kann eigentlich nur noch anerkennend lächeln und dann weiterzappen/ weiterklicken.

    Ich finds gut, dass mal einer das Kind beim Namen genannt hat. Ob er sich profilieren wollte oder nicht, ist mir wurscht. Ob ich den Typen leiden kann, oder nicht, spielt auch keine Rolle.

    Wer heute noch Banken überfällt im klassischen Sinne, oder alten Mütterchen den Rentenscheck klaut, dem kann man nicht helfen - der ist so dämlich, dass es kracht!

    Als Krimineller des 21. Jahrhunderts wird man Politiker, oder gleich Bänker, Lobbyist einer der einflussreichsten Industrie- oder Wirtschaftszweige; hat BWL studiert und drückt die Belegschaft im Salär, während man sich selbst aberwitzige Boni auszahlt. Oder als Politiker Millionen (aber damit ist man ja eher eine arme Wurst), besser gleich Milliarden an Steuergelden verschleudert, verbrennt und sich erstmal selbst die Taschen vollstopft!
    Und wenn es dann um Stil, Charakter, Moral und Anstand geht, macht man sich erstmal vom Acker und schiebt alles seinem Stab oder sonst einem armen Schwein in die Schuhe.

    Ich finds gut was der Freizeit-Börsianer gesagt hat. Denn eingesessene Kreise würden einen Teufel tun und den Missstand ehrlich und öffentlich anzuprangern! Aber das ist auch nichts neues. Und sind wir mal ehrlich, wir wissen es doch alle schonlängst!

    Und wenn jetzt wieder die Diffamierungskeule geschwungen wird, vonwegen Weltverschwörer ... auch diese Strategie ist ein so alter Hut, die stolpert doch schon über sich selbst. Und dient nur dazu Unsicherheit und absolutes Informationschaos zu säen.

    Btw vor kurzem hat ein anderer britischer Bören-Journalist, altbekannt und eine Legende in seinem Metiér, offen und ehrlich nach 40 Jahren seine konservative Linie als Hardcore-Kapitalist ehrlich und offen in Frage gestellt! Und den Kapitalismus in seiner jetzigen Form schlicht als gescheitert und entartet diagnostiziert - da hat keiner gelacht. Da hat keiner mit dem Finger gezeigt. Das Epizentrum kam von einem Urgestein des Börsen-Journalismus ... Alle haben erstmal den Atem angehalten und gehofft, dass Das im Geschrei aus Rezession und Krise und Drama und wir werden alle kein Geld mehr haben untergeht.

    Leider hat man im sehr engstirnigen Deutschland, gewollt, gelenkt, oder gar absichtlich mit kaum Medieninteresse bedacht, nahezu nichts davon mitbekommen - schade eigentlich armes, blindes und naivgläubiges Deutschland.


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