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Wutbuch eines Arztes: "Studien-Schwindel im großen Stil"

CorbisIn seinem Buch "Schlechte Medizin" wettert Hausarzt Gunter Frank gegen Ärzte, Krankenkassen, Politiker. In der modernen Medizin läuft demnach vieles falsch - von Studienmanipulationen bis hin zur aufgezwungenen Gruppenmoral. Das Problem: Der Autor schäumt so sehr, dass seine Botschaften bisweilen untergehen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...842506,00.html
  1. #50

    Argumentieren

    Zitat von widower+2 Beitrag anzeigen
    Mein Nachbar ist Extremsportler. 3 Marathons pro Jahr zuzüglich 3 Triathlons. In den letzten Jahren 3 Rehas und 2 Kuren. Schönen Dankl
    Das wollen Sie nicht ernsthaft als argument aufführen, oder?
    Bleiben sie doch sachlich, dann wird man ihnen viel mehr Glauben schenken. Extremsportler haben mitnichten etwas mit gesunder Bewegung zu tun! Leistungssport ebenfalls nicht....

    analog dazu sind Postings die davon berichten, dass der Kettenraucher von nebenan 200 Jahre geworden ist...bravo - vollkommen sinn un belanglos.

    weiso meint eigentlich jeder einzelfälle zitieren zumüssen und etwas zu untermauern?
    Das ist doch Käse
  2. #51

    Naja...

    Zitat von Hugh Beitrag anzeigen
    Klar übt das Buch Kritik am System, schließlich möchte diese Medizinersekte, der er anscheinend angehört (Cochrane Collobaration) ja den Fuß in die Tür des Systems bekommen.

    Es wird in dem Buch eben nicht seine eigene Methode ("evidenzbasierte Medizin") hinterfragt, nur die der Anderen.

    Und dass bei der evidenzbasierten Medizin etliches schief läuft, haben wir erst vor ein paar Jahren erlebt, als einer der ihren, der eine gewisse Machtstellung im Gesundheitswesen erlangt hatte, die Tatarenmeldung herausgab, dass Langzeitinsuline Krebs auslösen würden, und deshalb die Krankenkassen sie nicht mehr bezahlen dürften. Was bei vielen Diabetiker Angst und Schrecken auslöste. Nicht das Krebsrisiko, das ist vernachlässigbar gering, sondern, dass man wieder auf die Kurzzeitinsuline zurück geworfen würde, die den Zuckerspiegel viel unzuverlässiger regeln.
    Glücklicherweise ist er über den privaten Gebrauch seines Dienstwagens gestolpert bevor er noch mehr Schaden anrichten konnte.

    Aber über diese Verschwendung unserer Beiträge wird sich in dem Buch nicht beschwert. War schließlich ein Sektenbruder.
    Ich bin zwar auch kein Fan der "EBM über alles"-Philosophie, weil sie einige systembedingte Probleme mit sich bringt, aber Cochrane bemüht sich zumindest, der "Werbeprosa" der Pharmaindustrie konkrete Zahlen gegenüber zu stellen und so zu verhindern, dass Nebenwirkungen verschwiegen werden und teuere Scheininnovationen die Mittel der Versicherten sinnlos verbraten. Was wäre das Gegenteil? Alles bezahlen, was auf den Markt kommt? Alles glauben, was irgendjemand postuliert? Alles schlucken, was einem empfohlen wird?

    Das Langzeitinsulin ist nicht nur krebserregend - es ist auch drastisch teurer und der Gesamtnutzen fraglich. Es ist nur "bequemer". Also kann man es nicht empfehlen und nichts anderes hat das IQWIG getan. Der Nachfolger von Sawicki ist übrigens viel pharmafreundlicher (und ansonsten wohl ein "Skeptiker"). Ob das ein Vorteil ist, mag ich bezweifeln.

    Interessant finde ich, wie sehr die Beurteilung, ob ein Arzneimittel sinnvoll ist oder nicht, offensichtlich davon abhängt, wie sehr man selbst daran glaubt. (Wie Sie gerade demonstrieren).
  3. #52

    damit hört's aber nicht auf

    Zitat von manuelbaghorn Beitrag anzeigen
    Der Autor scheint ja in vielen Punkten, durchaus nachvollziehbare Kritik vorzubringen. Seine Kritik an der Kritisierung von Schwangeren die Rauchen, kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Denn natürlich hat zwar jeder Mensch für sich das Recht ungesund zu leben, nicht aber ein anderes in Mitleidenschaft zu ziehen und nichts anderes passiert nunmal in diesem Falle. Insofern sollen Schwangere mit Zigarette im Mund ruhig scharfer Kritik ausgesetzt sein, nichts anderes haben sie mit ihrem das Kindeswohl missachtenden Verhalten verdient!
    die Kritik geht dann weiter, wenn die Mutter das Kind nicht stillt (ohne ggf. zu hinterfragen, warum das der Fall ist).
    Schwangere werden offen kritisiert, wenn sie sich im Café 2 Kaffee hintereinander bestellen ....
    sogar wenn man ein Alkoholfreies Bier trinkt (dem man das ja nicht ansieht) kommen "freundliche" Menschen und meinen, einen belehren zu müssen.

    von den "wohlmeinenenden Ratschlägen" zum Thema Ernährung mal ganz abgesehen.

    Mit welchem Recht werden Schwangere und Mütter kritisiert und zum Teil beschimpft von irgendwelchen Fremden?
    Das ist etwas, das man durchaus auch kritisieren darf!!!!!
  4. #53

    Interessant!

    Ich freue mich, und es wird allmaehlich Zeit, dass Schulmedizin und allgemeine Ernährungsweisheit immer stärker angezweifelt werden und in Kritik geraten. Ich lese z. Zt. "Good Calories, Bad Calories" von G. Taubes, in dem der Autor auesserst sachlich und mit vielen Hinweisen auf Studien und Fachliteratur u.a. die Geschichte der bis heute gaengigen Salz-, Fett- und Cholesterin-Hysterie auseinandernimmt. Bin weder Mediziner noch Wissenschaftler, aber intelligent genug um zu erkennen, dass unsere moderne Ernaehrungs- und Gesundheits-Weisheit dringend ueberholungsbeduerftig ist.
  5. #54

    Schön...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In seinem Buch "Schlechte Medizin" wettert Hausarzt Gunter Frank gegen Ärzte, Krankenkassen, Politiker. In der modernen Medizin läuft demnach vieles falsch - von Studienmanipulationen bis hin zur aufgezwungenen Gruppenmoral. Das Problem: Der Autor schäumt so sehr, dass seine Botschaften bisweilen untergehen.

    Ärzte: Schlechte Medizin ein Wutbuch von Gunter Frank - SPIEGEL ONLINE
    ... dass es immerhin noch wenigstens "einzelne" Kollegen schaffen, sich derartig wütend über die Kollegenschaft zu echauffieren. - Denke ABER mal, dass man derartig wohl kaum sich mit meinen diesbezüglichen Äußerungen hier im Forum messen kann, sonst wäre dieses Buch wohl kaum ernsthaft publiziert worden!
  6. #55

    Zitat von ruhepuls Beitrag anzeigen
    (...)
    Das Langzeitinsulin ist nicht nur krebserregend - es ist auch drastisch teurer und der Gesamtnutzen fraglich. Es ist nur "bequemer". Also kann man es nicht empfehlen und nichts anderes hat das IQWIG getan.
    Das "krebserregend" kann man noch so oft wiederholen, es ist schlicht irrelevant, war die Aussage der deutschen Krebsgesellschaft.
    Bis der Krebs nämlich ausbrechen könnte, ist der Diabetiker in der Regel schon längst an einer anderen Ursache gestorben, zB Altersschwäche.
    Ja, wie schön, dass Sie auf den Kern der EBM kommen, das "drastisch teurer" war der Sinn der Tatarenmeldung. Es geht nicht um Bequemlichkeit, es geht darum, ob der Zucker vernünftig eingestellt werden kann oder nicht. Aber Sie haben natürlich recht, durch sozialverträglichems Frühableben, das durch den Entzug eines wertvollen Medikaments passieren kann, spart die Kasse ungemein.
    Im übrigen hat man nicht alle Langzeitinsuline gesperrt, das hat man dann doch nicht gewagt, sondern nur Lantus, ein Insulin einer Firma mit deren Managern der Herr eine Privatfehde pflegte. Wenn Langzeitinsuline per se "krebserregend" (das sind sie natürlich, nach hundert Jahren Gebrauch oder so) waren, warum dann nicht auch die anderen.
    Zitat von ruhepuls Beitrag anzeigen
    Der Nachfolger von Sawicki ist übrigens viel pharmafreundlicher (und ansonsten wohl ein "Skeptiker"). Ob das ein Vorteil ist, mag ich bezweifeln.
    ich nicht, ich bin froh darüber, dass Sawicki weg ist, Schaden hatte er genug angerichtet.
    Zitat von ruhepuls Beitrag anzeigen
    Interessant finde ich, wie sehr die Beurteilung, ob ein Arzneimittel sinnvoll ist oder nicht, offensichtlich davon abhängt, wie sehr man selbst daran glaubt. (Wie Sie gerade demonstrieren).
    Falsch, wie sehr man deren Wirkung spürt. Die Wirkung von Insulinen wird aufgezeichnet, alle drei bis vier Stunden spätestens sieht man sehr genau die Wirkung. Und bei mir ging es nicht ums dran Glauben, sondern schlicht ums Überleben. Nicht Lantus aber ein ähnlich teures. Die Pumpenversorgung heute ist nochmal teurer. Aber ich lebe, kann Steuern zahlen und auch meine Beiträge.
    Aber für Sie sind die Krankenkassen wohl eher Sparkassen, denen es nicht um die beste Versorgung der Kranken gehen sollte.
    Und genau das läßt mich immer wieder vor der Cochrane Sekte warnen, soziale Kälte gegenüber Kranken, Neoliberalismus im Gesundheitsbereich im Gewand vorgeschobener Objektivität.
  7. #56

    Zitat von trafozsatsfm Beitrag anzeigen
    Ich bin zwar nicht angesprochen, antworte aber trotzdem...
    Sollte es nicht jedem selbst überlassen, ob er zynisch (in Bezug auf sich selbst) ist.



    Das ist (zumindest in Bezug auf Raucher) bereits vor ca. 20 Jahren im damals noch aufregenden "Lexikon der populären Irrtümer" (Krämer/Trenkler) widerlegt worden.



    Und wieso ist das Ihr Problem? Wenn ich Sie recht verstehe, rauchen Sie doch gar nicht.



    Es spricht ja niemand gegen das Behandeln von (bei Rauchern meist kürzeren und tödlicheren) Krankheiten. Aber sollte nicht jeder für sich selbst entscheiden, ob er gesund oder ungesund lebt? Irgendwie scheinen Sie das mit dem Humanismus nicht verstanden zu haben: Humanismus bedeutet, die Würde und die Entscheidungen des Einzelnen zu achten - auch wenn diese den eigenen Vorstellungen widersprechen.

    Wahrscheinlich hätten Sie Sokrates den Schierlingbecher aus der Hand gerissen und ihn ins Irrenhaus eingewiesen. ;-)
    Sie haben recht: Die Würde des anderen zu achten. Also auch dem anderen in einem solidarisch finanzierten System zu ermöglichen, dass seine nicht selbst verschuldete Erkrankung bei begrenzten Resourcen behandelt werden kann. Rauchen sie soviel sie wollen, aber dann zahlen sie auch mehr ins System.
    Zu Sokrates: Wenn er eine Depression gehabt hätte, hätte ich natürlich versucht ihn davon abzuhalten. Was denn sonst ? Und danach behandelt. Na klar. Alles andere wäre inhuman. Aber aus welcher Zeit stammen Sie eigentlich, dass sie den Begriff Irrenhaus verwenden ? Bezeichnen Sie Psychiater und Neurologen auch als Mackendoktoren ?
    Wenn sie noch ein paar Bücher nach Ihrem zitierten Lexikon gelesen hätten, würden Sie wissen, dass dieses Lexikon alles andere als wahre Aussagen gemacht hat.

    Komisch es scheint sich in der gesamten Gesellschaft ein Prinzip durchzusetzen: Erfolg/Gewinn/Genuss/Einkommen wird individualisiert. Misserfolg/Verlust/Ausgaben werden verallgemeinert.

    Wenn sie entscheiden wollen besonders ungesund zu leben, dann machen sie das bitte doch auf ihre eigenen Kosten.
  8. #57

    Zitat von trafozsatsfm Beitrag anzeigen
    Ich bin zwar nicht angesprochen, antworte aber trotzdem...
    Sollte es nicht jedem selbst überlassen, ob er zynisch (in Bezug auf sich selbst) ist.



    Das ist (zumindest in Bezug auf Raucher) bereits vor ca. 20 Jahren im damals noch aufregenden "Lexikon der populären Irrtümer" (Krämer/Trenkler) widerlegt worden.



    Und wieso ist das Ihr Problem? Wenn ich Sie recht verstehe, rauchen Sie doch gar nicht.



    Es spricht ja niemand gegen das Behandeln von (bei Rauchern meist kürzeren und tödlicheren) Krankheiten. Aber sollte nicht jeder für sich selbst entscheiden, ob er gesund oder ungesund lebt? Irgendwie scheinen Sie das mit dem Humanismus nicht verstanden zu haben: Humanismus bedeutet, die Würde und die Entscheidungen des Einzelnen zu achten - auch wenn diese den eigenen Vorstellungen widersprechen.

    Wahrscheinlich hätten Sie Sokrates den Schierlingbecher aus der Hand gerissen und ihn ins Irrenhaus eingewiesen. ;-)
    Ach noch zu den Rauchern. Raucher haben keine kürzeren Erkrankungen. Im Gegnteil.
  9. #58

    Zitat von Narn Beitrag anzeigen
    Ihr tolles Seminar war wohl "Glaskugeln und Caffeesatz: Weissagen für Fortgeschrittene II".
    Klar, da werden dann die Ergebnisse der "geheimen" Studie der Krankenkassenmafia ausgeplaudert.

    Es ist nur logisch, dass Todesfälle von unter 65jährigen nicht eingerechnet werden. Todesfälle in diesem Alter sind überproportional genetischen Defekten und nicht-natürlichen Todesursachen zuzuschreiben. Durch Berücksichtung dieser Todesfälle kommt auch der Käse dieser sagenhaft niedrigen Lebenserwartungen für Mittelalter und Antike zustande, in diesen speziellen Fällen die extreme Kindersterblichkeit.

    Um die gestiegene Lebenserwartung nachzuprüfen reicht schon das Familienumfeld. Einfach mal gucken, wann und woran die ältere Generation stirbt, oder auch woran sie nicht stirbt.

    Btw, selbst wenn die Lebenserwartung in den letzten 5 oder 10 Jahren wieder abgenommen hat, sie ist dann immernoch 10 Jahre höher als 1955. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist somit immernoch gerechtfertigt und die lächerlichen zwei Jahre greifen viel zu kurz.
    Vielleicht leigt es auch daran, dass die Anzahl der Diabetiker zunimmt und dass mehr Frauen rauchen ?
  10. #59

    Zitat von ruhepuls Beitrag anzeigen
    Ich bin zwar auch kein Fan der "EBM über alles"-Philosophie, weil sie einige systembedingte Probleme mit sich bringt, aber Cochrane bemüht sich zumindest, der "Werbeprosa" der Pharmaindustrie konkrete Zahlen gegenüber zu stellen und so zu verhindern, dass Nebenwirkungen verschwiegen werden und teuere Scheininnovationen die Mittel der Versicherten sinnlos verbraten. Was wäre das Gegenteil? Alles bezahlen, was auf den Markt kommt? Alles glauben, was irgendjemand postuliert? Alles schlucken, was einem empfohlen wird?

    Das Langzeitinsulin ist nicht nur krebserregend - es ist auch drastisch teurer und der Gesamtnutzen fraglich. Es ist nur "bequemer". Also kann man es nicht empfehlen und nichts anderes hat das IQWIG getan. Der Nachfolger von Sawicki ist übrigens viel pharmafreundlicher (und ansonsten wohl ein "Skeptiker"). Ob das ein Vorteil ist, mag ich bezweifeln.

    Interessant finde ich, wie sehr die Beurteilung, ob ein Arzneimittel sinnvoll ist oder nicht, offensichtlich davon abhängt, wie sehr man selbst daran glaubt. (Wie Sie gerade demonstrieren).
    War nicht kürzlich erst die Meldung, dass das Insulin gar nicht krebserrregend ist ? Dann nehmen sie doch lieber Sulfonylharnstoffe. Ist schön billig und sie können es sich ja leisten, dass bei jeder Hypoglykämie, dass sie durch dieses Medikament bekommen massenweise Hirnzellen draufgehen.


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