Das galt vielleicht mal, früher. Heute wird ja bereits von Studierenden erwartet ihre Masterarbeit möglichst hochwertig zu publizieren. Das war vor wenigen Jahren noch nichtmal bei Promovierenden usus. Ich halte das keineswegs für schlecht aber dank der konsequenten Ökonomisierung der akademischen Landschaft werden immer mehr Aufgaben (Lehre, Forschung, Administration, Öffentlichkeitsarbeit) nach unten weitergereicht. So gesehen sind Doktoranden heutzutage fast vollwertige Mitarbeiter und man kann die Situationen unter denen die Herren und Damen der Generation von Peter Gruss die Doktorwürde erlangten mit denen von heute nicht mehr vergleichen. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass Doktoranden nicht so hohe Vergütungen erhalten wie ein Professor, aber die Stipendienfinanzierung verbunden mit der Kompletteinbindung in den Lehrstuhl ist eine Schweinerei.
Das Hauptproblem liegt in der Wissenskultur, die momentan in Deutschland herrscht. Überall wird Exzellenz gefordert aber es darf nichts kosten. Jeder sollte studieren können, aber nur wenn qualifizierte Fachkräfte dabei herauskommen, die möglichst viel Wirtschaftswachstum verursachen. Kurz: Studieren ja aber bitte nur wenn etwas sinnvolles für die Wirtschaft dabei rausspringt. Das ist kurzsichtig und für den Bildungsstandort Deutschland tödlich. Ich hoffe Deutschland wird den derzeitigen flächendeckenden Braindrain mal bitter bereuen.
Antworten / Zitieren


