Wut auf Deutschland in der EU: Alle gegen Berlin

Nein zu Euro-Bonds, nein zum massenhaften Gelddrucken: Mit ihrem kompromisslosen Kurs in der Schuldenkrise bringt Kanzlerin Merkel die europäischen Nachbarn gegen sich auf. Schon ist von einer*neuen Deutschenfeindlichkeit die*Rede.*

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...799925,00.html
  1. #710

    Da gab es doch einmal Maastricht-Verträge.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nein zu Euro-Bonds, nein zum massenhaften Gelddrucken: Mit ihrem kompromisslosen Kurs in der Schuldenkrise bringt Kanzlerin Merkel die europäischen Nachbarn gegen sich auf. Schon ist von einer*neuen Deutschenfeindlichkeit die*Rede.*

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...799925,00.html
    Und die wurden doch von allen Mitgliedern des Euro-Raums unterzeichnet. Man war sich anfangs im Klaren darüber, dass die deutsche Bevölkerung einen französischen EZB-Chef nicht akzeptiert hätte, deshalb musste Wim Duisenberg als Lückenbüßer her um die Zeit bis Trichet, der schon zu Anfang eingeplant war, zu überbrücken. Das war die erste Täuschung der deutschen Bürger. Dann haben nach und nach alle Länder die Kriterien gebrochen. Und jetzt soll auch die No-Bailout-Klausel fallen.

    Wir erinnern uns, die anderen Staaten, angeführt von Frankreich, wollten an der DM teilhaben. Die DM war aber nur deshalb so erfolgreich weil die Bundesbank immer unabhängig von der Politik war. Duisenberg hat diesen Kurs auch eingehalten, Trichet jedoch nicht. Jeder wusste auch, dass sich einige Länder mit Bilanztricks in die Eurozone gemogelt haben, keiner hat was dagegen unternommen.

    Und jetzt muss sich jeder deutsche Rentner fragen, warum er eigentlich ein Leben lang hart gearbeitet und Beiträge gezahlt hat wenn jetzt durch Dilettanten eine Inflation erzeugt wird, die diese erarbeiteten Renten wertlos macht.
  2. #711

    Nicht allein

    Zitat von Ben Yona Franklin Beitrag anzeigen
    ...

    Politische Fehlkalkulationen waren schon immer eine Deutsche Spezialitaet , und nur ein Grund warum die Deutschen Kriege immer verieren .
    Die USA bleiben die Superpower Fuehrungsmacht und Deutschland bleibt eine Mittelmacht auf Bewaehrung.
    Vergessen Sie es nicht.
    Glücklicherweise haben wir ja die weitsichtige "Superpower Führungsmacht" USA, die seit 1945 auf eine ganze Serie von erfolgreichen Kriegen zurückblicken kann.

    Und die "Mittelmacht Deutschland auf Bewährung" hat den Eindruck, dass ihre Bewährungshelfer an zunehmender Überlastung und Ermüdung leiden.
  3. #712

    Stuss

    Zitat von kellitom Beitrag anzeigen
    Mit Dumpinglöhnen konkurriert Deutschland die Volkswirtschaften anderer Länder nieder.
    Das ist ein Märchen, welches gern in knallroten Kreisen am Lagerfeuerschein der Realitätsferne in empfängliche Gemüter gepflanzt wird.
    Man kann es nicht oft genug wiederholen:
    deutsche Produkte werden wegen ihrer Qualität, technischen Innovation, der Stabilität, der Haltbarkeit usw. im Ausland gekauft.
    Der Preis ist bestenfalls zweitrangig.
    Oder haben Sie den Eindruck, daß etwa der 500er Mercedes in Beverly Hills gekauft wird, weil er billig sei?
    Werden Sie mal wach.
  4. #713

    Hoffnung (vergeblich?)

    Zitat von Wattläufer Beitrag anzeigen
    Es gibt keine gesellschaftliche Union. Nur eine nicht-gewollte politische Union und die Wirtschaft sucht sich sowieso ihre eigenen "Unionen". Jedes Land ist anders. Wenn Deutschland so am Ende wäre wie Italien, Portugal etc. würde uns auch keiner helfen. ! Schluss mit der Solidarität. Gründung einer Nord-EU nur mit "AAA"-Saaten. Deutsche Arbeiter und Angestellte haben genug geblutet mit Lohnzurückhaltung, Schuldenbremse, Kurzarbeit, Verlängerung des Renteneintrittsalters. Warum machen die anderen Länder dies uns wohl nach ?
    Ich hoffe, dass nur eine Minderheit in Deutschland solcher Meinung ist. Wenn es keine Solidarität mehr gibt, dann sehe ich dunkle Jahre voraus. Hat die Geschichte uns nichts gelehrt?
  5. #714

    Ausgleich

    Zitat von Kradfahrer Beitrag anzeigen
    ....
    Es steht jedem Unternehmen und jeder Volkswirtschaft frei, ein besseres Preis-Leistungsverhältnis anzubieten als seine Konkurrenz...
    Sie sagen es doch selbst, es geht nicht um die aboslute Lohnhöhe, sondern das Preis/Leistungsverhältnis. Sinkt der Preis steigt der Absatz und umgekehrt im Rahmen der Preis/Absatzfunktion. Deutsche Produkte sind eben tendenziell billiger geworden und deswegen der Absatz gestiegen. Es stimmt, es konkurrieren die Unternehmen, aber Volkswirtschaften stehen zueinander nicht im Wettbewerb. D konkurriert nicht mit Japan, sondern VW mit Toyota. Volkswirtschaftlich ist ein Ausgleich anzustreben.
  6. #715

    Die würden sich....

    [QUOTE=alexbln;9206064]der euro stiftet nur unfrieden.

    jedes land sollte zurück zu seiner währung, bzw ländern mit ähnlichen währungs/wirtschaftansichten können ja einen nordeuro machen- D, niederlande, österreich und ein paar mehr....

    ....ganz schön bedanken mit dem Riesen Deutschland ohne Gegengewicht in einer Währungsunion zu bleiben. Zumindest von Holland kann ich mir das nicht vorstellen - ich kenne das Land gründlich. Vielleicht wären Finnen und die Österreicher so verrückt (wahrscheinlich ist das nicht).
    Nein, das ist Wunschdenken.
    Hat man in Deutschland schon mal darüber nachgedacht, wie egoistisch und (selbst-)zerstörerisch dieser Hang zur Deflation und Sparsamkeit ist? Volkswirtschaftlich macht das wirklich keinen Sinn. Es ist vollkommen emotional bestimmt und hat mit verstandesmäßigen Beschlüssen nichts zu tun. So lange Merkel auf "Bild" hört, wird das wohl auch nicht rationaler.
    Wo bleiben ihre Vorschläge? Bei jedem anderen sagt man: "Du lehnst das zwar ab, aber mach mal Gegenvorsdchläge!" Bei ihr nie. Aus Deutschland - nichts!
    Gute Nacht!
  7. #716

    ?

    Zitat von kellitom Beitrag anzeigen
    Mit Dumpinglöhnen konkurriert Deutschland die Volkswirtschaften anderer Länder nieder.
    Das rächt sich jetzt.
    Deutschland muss seine aggressive Exportpolitik ändern und den eigenen Binnenmarkt endlich stärken.
    Von Dumpinglöhnen kann man in Deutschland wohl nicht sprechen.
    Und ich vermute Ihre Uhr, ihr Telefon, ihr Computer, ihre Musikanlage, ihre Kleidung und diverse Haushaltsartikel kommen eher aus Fernost, als aus Deutschland.
    Die Löhne in der deutschen Automobilindustrie sind nach wie vor hoch, trotzdem werden die Produkte gekauft.
    Verlangen Sie von Usain Bolt, dass er zukünftig nur noch auf einem Bein läuft, weil Sie nicht schnell genug sind?
    Zum Thema Binnennachfrage: Klar, klappt. Kaum ein Bundesbürger hat ein U-Boot, keine Druckmaschine, wir kaufen nur noch deutsche Autos und Rohstoffe brauchen wir sowieso nicht.

    Was Sie da verbreiten ist unausgegorener Unfug. Die Welt ist kompliziert, einfache Teilbetrachtungen führen nicht zu einer Lösung. Z.B. wird die britische Industrie nicht besser, wenn Deutschland nichts mehr exportiert.
  8. #717

    Sonntagsreden

    Zitat von treismoires Beitrag anzeigen

    Ich hoffe, dass nur eine Minderheit in Deutschland solcher Meinung ist. Wenn es keine Solidarität mehr gibt, dann sehe ich dunkle Jahre voraus. Hat die Geschichte uns nichts gelehrt?
    Sie sind wahrscheinlich zu jung um zu wissen, dass es in der Geschichte der EU nie wirklich um Solidarität ging.

    Die EU war und ist eine reine Interessengemeinschaft.

    Im Bereich der Agrarwirtschaft stand die EU jahrzehntelang als grösster Protektor am Pranger der Weltöffentlichkeit.

    Maggie Thather wird auch nicht in die EU-Geschichte eingehen als selbstlose Britin.


    Es ging, und hat ja auch gut geklappt, um die Schaffung eines barrierefreien riesigen Marktes.

    Solidarität war ein Begriff für politische Sontagsreden, und wird jetzt nur allzu gerne von den Pleitestaaten, die vor dem Offenbarungseid stehen, misbraucht.

    Die Sache mit dem Euro ist schiefgegangen. Kohl und Co. waren zu hektisch und unüberlegt. Der Drang in Geschichte als grosse Geister einzugehen war zu verlockend.
  9. #718

    Sündenbock

    wie so oft in der Geschichte suchen einige den Grund ihrer Probleme bei anderen. Diesmal ist eben wieder Deutschland dran. Für die schlechte Haushaltspolitik in weiten Teilen Südeuropas soll jetzt der Norden zahlen.
    Und damit man dieses befremdlichen Wünsche durchdrücken kann, muss man beim anderen Schuldgefühle erzeugen. Und das wird gerade getan. Schlussendlich ist das Opfer selbst schuld, wenn es ausgeraubt wurde und es muss sich auch noch dafür entschuldigen. Mit derselben Logik treten gerade die Staaten auf, die vom anwerfen der Notenpresse oder Eurobonds profitierten. Für manche Staaten die nicht im Euroclub sind, ist eine weitere Schwächung Deutschlands nur deshalb willkommen, werden damit die nationalen Befindlichkeiten doch wieder etwas gestärkt (siehe England).
    In Europa gilt für viele Staaten der Leitspruch "nehmen ist seeliger denn geben".
  10. #719

    genauer hinschauen

    Zitat von freesprit Beitrag anzeigen
    Sind eigentlich die Deutschen die einzigen von 17 €uro-Ländern, die z.Zt. gegen €uro-Bonds sind?

    Oder gibt es andere Teilnehmer ( Finnland, NL, Slowakei, Slowenien, oder Östereich ), die ebenfalls dagegen sind und Deutschland gerne den Buhmann zuschieben?
    Wie hier die Staaten aufgezaehlt werden, merkt man dass sie genau die sind die De aufs Wort gehorchen. Kein wunder also dass sie mit De einer Meinung sind. Nach 20 Jahren in de. war ich gewundert ueber die vielen peinlichen fehlern der Deutschen Regierung. ich war nicht gewohnt von den sehr sorgfaeltigen De zu sehehn dass sie die Krise lostreten indem sie jede Hilfe verweigern und am Ende immer mehr hilfe geben. Wieso beschiempft Merkel ganze Nationen als Faullenzern obwohl alle Zahlen besagen dass Suedlaender mehr stunden arbeiten, spaeter in Renten gehen und De europameister in Urlaub sind. Was war denn schlimmer? wenn Merkel ohne eine Ahnung zu haben handelt, oder sie weiss aber sagt trotzdem Unwahrheiten nach Bildzeitung Vorbild? Am Ende jedoch zeigt sich wieso Merkel alles das macht. Sie hatte von Anfang an die Absicht die Krise zu nutzen um Vorschriften durchzubringen die De erlaubt weiter Produktion aus diesen Laendern in De zu behalten und trotzdem den noetigen Geldfluss zu verhindern der noetig waere um das aufrecht zu erhalten. Gr wuerde sofort austreten und die Kriterien sind so stark in nur eine Richtung dass Spanien, Portugal und vielleicht Italien rauszwingen wuerde. Und De wuerde zeit haben um das spiel mit den neuen Mitgliedern der Eu zu wiederholen und auch die Exporte ausser EU voranzutreiben. Und so sind wir gezwungen ueber die gierigen Banker zu sagen: Gott sei dank, die beschuetzen uns. Denn De will alles. Exporte in anderen laendern und wenn die nicht mehr kaufen koennen weg damit, der naechste der ausgeraubt werden soll