Wulffs Sylt-Urlaub: Finanzspritze von der Schwiegermama

dapdChristian Wulff muss erklären, wer zwei Sylt-Reisen für ihn und seine damalige Freundin Bettina nach Sylt bezahlte. Nach SPIEGEL-Informationen verteidigt sich der ehemalige Bundespräsident damit, dass die Mutter seiner Freundin das Geld geschenkt habe.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...817607,00.html
  1. #200

    Es ist immer wieder schön...

    ...zu lesen, wie sich Leute aufregen können.

    Nur weil sie kein Geld haben.

    Wenn ich die Schränke von meinen Eltern und Geschwistern, oder meiner Großeltern nach Geld durchsuchen würde, dann würde ich bestimmt auf eine Summe von über 3000€ kommen.

    Und wenn mein bester Freund beim Finanzamt arbeitet, dann hilft er mir eben bei meiner Steuererklärung. Und wenn ich ihm irgendwo helfen kann, wovon ich mehr Ahnung habe, dann mache ich das auch.

    Und Sylvester feiern wir auch zusammen, weil wir das früher als Kinder auch schon gemacht haben. Und wenn wir in einer Kneipe sind, dann gibt mal der eine ne Runde aus und mal der andere. Und es wird nicht darauf geachtet wer jetzt eine Runde mehr ausgegeben hat.

    Ich glaube nur Wähler von SPD und Linke achten darauf, dass andere Leute nicht mehr haben dürfen, als sie selber. Und dies merkt man eben auch in der Kneipe, wenn es darum geht eine Runde auszugeben. Da heißt es denn: "Ich bin nicht dran." ;-)

    Da würde ich doch mal behaupten, dass die eigentlichen "Schnorrer" mehrheitlich SPD oder LINKE wählen. Sie wollen es nur nicht wahr haben.
  2. #201

    Orizaba

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Christian Wulff muss erklären, wer zwei Sylt-Reisen für ihn und seine damalige Freundin Bettina nach Sylt bezahlte. Nach SPIEGEL-Informationen verteidigt sich der ehemalige Bundespräsident damit, dass die Mutter seiner Freundin das Geld geschenkt habe.

    Wulffs Sylt-Urlaub: Finanzspritze von der Schwiegermama - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

    Ich bin ein 66 jähriger Rentner und mein Girokonto ist des
    öfteren auch höher überzogen.Trotzdem bewahre ich einen
    hohen Bargeldbetrag zu Hause unter der Matratze auf.Ich
    finde das nicht ungewöhnlich.
  3. #202

    Zitat von glaubblosnix Beitrag anzeigen
    ...keine Ahnung! Sie können zwar behaupten das Sie das Geld im Sparstrumpf gefunden haben, ein Steuerprüfer wird es Ihnen aber nicht glauben und behaupten es sei Schwarzgeld! Und nun? Sie sind in der Beweispflicht! Können Sie es nicht beweisen, dann dürfen Sie Steuern nachzahlen. Ergeben sich Anhaltspunkte das Sie öfters 1000 EUR im Spar
    strumpf finden, dann schätzt der Steuerprüfer mal grob und Sie dürfen eventuell 20000 EUR nachversteuern, auch wenn Sie diese nie hatten.
    Sie haben dahingehend recht, dass der Bürger verpflichtet ist (je nach Umfang) Aufzeichungen über Einnahmen und Ausgaben zu führen. Dann ist eben noch zu unterscheiden, ob Buchführungspflicht vorliegt (also ich gehe jetzt von einem Selbstständigen bzw. Freiberufler aus, der z.B. für seine BAR-einnahmen ein Kassenbuch führen muss, oder eben auch einfache Aufzeichnungen ausreichen). Aber für soetwas hat der einen Steuerberater.

    Aber auch mir erschließt es sich nicht, warum Bargeld verboten sein soll!
    Warum auch? Wenn Sie heute bei einem (neuen) Heizöllieferanten Heizöl ordern, dann erwartet der entweder Karten- oder Barzahlung bei Lieferung gegen Quittung natürlich.

    Denken Sie mal, das DowJones/Erdölratio würde erneut auf das Niveau von 1980 steigen, dann müsste heute das Barrel Öl 650 USD kosten (von daher kann ich das Geheule vom teueren Öl gar nicht nachvollziehen). Dann wären bei Öllieferungen von 3000 ltr. wahrscheinlich ca. 15000 bis 20000 Euro jählich aufzuwenden. O.K. in diesem Falle müsste wohl eine Sicherheitsleistung her und über Konto gezahlt werden. Denn mit soviel Geld durch die Gegend, das wäre schon unverantwortlich.

    Aber ich denke, dass wir beide uns schon verstehen.
  4. #203

    falsches Signal!

    Zitat von Blackysmart Beitrag anzeigen
    Ich bin für ein deutlich höheres Einkommen der Politiker, damit auch geeignete Kandidaten, die in der freien Wirtschaft mehr verdienen könnten, sich politisch engagieren. Allerdings plädiere ich für ein Verbot von sämtlichen Nebeneinkommen.

    Wenn ein Bundestagsabgeordneter neben seinem Job noch Zeit für diverse Nebeneinkünfte hat, übt er sein Mandat nicht richtig aus. Nebeneinkünfte öffnen immer das Tor zur Vorteilsnahme, die schwer nachzuweisen ist. Deshalb gibt es für "kleine" Beamte und normale Angestellte des öffentlichen Dienstes Regeln. Entweder wird der Wert eines Geschenkes auf ca. 15€ begrenzt oder man muss sich solches bei seiner Dienststelle genehmigen lassen. Auch Nebenbeschäftigungen muss der Angestellte offen legen und sich an eine Beschränkung des Zeitaufwands der Nebenbeschäftigungen halten.

    Den Vergleich mit der Inquisition halte ich für absolut unangebracht. Unsere Politiker sind gewählt, um nach bestem Wissen und Gewissen das Volk zu vertreten. Eine Kontrolle, wer mit finanziellen Mitteln Einfluss auf diese politische Arbeit nehmen möchte, halte ich für unbedingt notwendig.

    Anders herum wird ein Schuh draus: Wer mit etwas mehr als 10.000 EUR im Monat nicht auskommt (dies ist in etwas das Gehalt des MP von Niedersachsen), der wird es mit 20.000 EUR auch nicht schaffen!

    Man vergisst zudem, dass ein Berufspolitiker als Beamter auch noch andere Vorzüge hat, z.B. eine sehr gute Altersversorgung, für die er real nichts einbezahlt oder eine günstige Krankenversicherung und anderes mehr. Deshalb hinkt der beliebte Vergleich mit der freien Wirtschaft, auch wenn dort real noch höhere Entlohnungen üblich sind. Allerdings könnte man hier auch fragen, ob z.B. ein Herr Ackermann nicht schlicht überbezahlt ist.
  5. #204

    Zitat von DerBlicker Beitrag anzeigen
    Herr Wulff muss gar nichts beweisen, in der Beweispflicht ist bei Strafsachen immer und allein der Staatsanwalt. Kann der Herrn Wulffs Erklärungen nicht widerlegen, ist Wulff aus dem Schneider, so ist das im Rechtsstaat, und so ist das auch gut.
    Die Geschichte jetzt plötzlich aufgetischt, klingt wie bei den Haaren herbeigezogen, so wie das berüchtigte: "Keine Ahnung wer da am Steuer saß von meinen Wagen", beim Strafmandat wegen Geschwindigkeitsüberhöhung. Um seine Glaubwürdigkeit muss Wulff ja nicht mehr kämpfen, aber die Staatsanwaltschaft ist in der Beweispflicht. Seinen Ruf kann er damit nicht retten, aber sich vor der der Peinlichkeit eines Urteils oder Strafbefehls.
  6. #205

    Eigentlich wäre es ganz einfach

    Zitat von mischpot Beitrag anzeigen
    Irgendwie ist Wulff verwandt, verfreundet, verschwägert, verschwistert, verparteilicht, verwirtschaftlicht. All diese Verflechtungen haben Ihn zu dem gemacht was er geworden ist.
    Jetzt verwässert er sein verpfuschtes Leben. Die Partei die Ihm zu dem gemacht hat, vergoldet Ihm sein Unvermögen mit Anerkennung
    Die Merkel weist den neuen Kanditaten schon mal daraufhin nicht selbst sein Handy zu bedienen.
    Das Volk wird verarscht.
    ...solche Typen von den Fleischtöpfen fernzuhalten.
    Denn der Vorschlag ist schon 2400 Jahre alt:
    Die Platonische Präzisions-Stellschraube zur Demokratie-Gestaltung
    Ein öffentliches Amt soll nur derjenige bekleiden dürfen, der ein Mindestalter von 40 Jahren hat
    UND
    in mindestens 20 Jahren erfolgreicher beruflicher Tätigkeit AUSSERHALB des Staatsdienstes bewiesen hat, daß er sich und seine Familie ernähren kann und dabei etwas charakterliche Stärke bewiesen hat.
    Bei Anwendung dieser Kriterien wären 90% des vorhandenen Personals nicht existent.
    Man darf allerdings die Frösche nicht selbst fragen.
  7. #206

    Wulff als Aufstocker

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Christian Wulff muss erklären, wer zwei Sylt-Reisen für ihn und seine damalige Freundin Bettina nach Sylt bezahlte. Nach SPIEGEL-Informationen verteidigt sich der ehemalige Bundespräsident damit, dass die Mutter seiner Freundin das Geld geschenkt habe.

    Wulffs Sylt-Urlaub: Finanzspritze von der Schwiegermama - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Wenn schon ein Ministerpräsident nur Urlaub machen kann, wenn er
    als Aufstocker von seiner Schwiegermutter unterstützt wird, dann
    erhält die Armutsdiskussion in diesem Land eine ganz neue
    Dimension.
    Ich vermute mal, wenn die Schwiegermutter-Story widerlegt ist, gibt
    es vielleicht bisher unentdeckte Vermächtnisse!

    Irgendwie erinnert mich das an die Barschel-Affäre in S-H: Der SPD
    Funktionsträger Günter Jansen hatte dem Kronzeugen Pfeiffer damals
    ca. 50.000 DM in bar gegeben, die er nach und nach in seiner Küchenschublade gesammelt hatte. Wegen dieser "Schubladenaffäre"
    trat er dann als Minister zurück.
  8. #207

    Zitat von j.anus Beitrag anzeigen
    es ist schon erstaunlich, etwas erschreckend aber doch amüsant.

    Von allen Erklärungsmöglichkeiten sucht sich Wulff mit traumwandlerischer Sicherheit stets die dümmste und unwahrscheinlichste Möglichkeit heraus.
    Dies ist ein Lehrbeispiel für "Wie zerlege ich mich selbst!"
    Erschreckend und doch viel weniger amüsant ist die simple Tatsache, dass ein stinknormaler Vorgang einem MP nicht zugestanden wird.

    Dezember 1998. Ich damals sehr gut verdienend, aber frisch in ein neues Häuschen eingezogen ( Parallele Wulff, gut verdienend, frisch geschieden, also in jedem Fall ziemlich Kosten am Buckel ). Zu Weihnachten, bei uns gings nach Florida, nicht nach Sylt, meine Frau einen Umschlag von Mütterchen unterm Tannenbaum. 500 Mark drin ( das ist eine kleine Rentnerin, die ca. 25 % meines Einkommens hatte ) mit dem Vermerk "schönen Urlaub". Sowas ist mehr als einmal passiert.

    Solche Vorgänge passieren in dieser Republik tausendfach jeden Tag und sind eigentlich nix besonderes. Wenn schon ein Staatsanwalt meint, er müsste Wulffs damaligen Kontostand veröffentlichen ( eigentlich ein Grund, den Kerl vom Dienst zu suspendieren ), dann sollte er, bevor er über die Glaubwürdigkeit sinniert, erst mal darüber nachdenken, ob die CC von Wulff in diesem Moment das Hotel überhaupt noch hergegeben hätte ( bzw. der Dispo ) oder ob nicht von vorn herein geplant war, dieses geschenkte Geld einzusetzen.

    In jedem Fall geht es hier um Vorgänge, welche - so lange kein strafrechtlicher Hintergrund erwiesen ist - in der Öffentlichkeit nichts zu suchen haben.
  9. #208

    auf dem Holzweg

    Zitat von kjartan75 Beitrag anzeigen
    Tja, wenn es so wäre, wie Sie sagen, dann ist es auch kein Problem. Nur Sie sind ja ebenso Meister im Unterschlagen von Informationen wie Wulff, da sind Sie doch sehr ähnlich strukturiert (ich hoffe, dass das nur hinsichtlich Ihrer selektiven Wahrnehmung geschieht :) ). Waren gerade Sie nicht auch immer derjenige, der die ganze Zeit beteuert hat, dass der Anwalt Lehr doch genau nachgewiesen habe, dass Wulff den Urlaub selbst bezahlt habe. Als Beweis seien Kontobewegungen bei Wulff angeführt worden. Komisch, dass Wulff jetzt auf einmal eine ganz andere Erklärung ausbreitet, die gar nichts mit seinen Kontobewegungen zu tun hat. Tja, vielleicht denken Sie selbst mal auch darüber nach, wie Sie denn eine schlüssige Argumentationslinie aufbauen. Logik scheint ja nicht so das Spezialgebiet von Ihnen und Wulff zu sein. :)
    Herr Wulf muss gar nichts beweisen, das muss ganz allein der Staatsanwalt tun.
  10. #209

    Das Märchen vom Goldklumpen

    Zitat von blindfisch2 Beitrag anzeigen
    Man sollte bei dieser Angelegenheit stets im Hinterkopf behalten, dass Herr Wulff sich zu dem fraglichen Zeitpunkt offenbar mitten im Ehescheidungsverfahren von seiner ersten Frau befand.

    Ich kenne natürlich nicht die genauen Daten, aber anscheinend fielen die Scheidung, die erneute Heirat und die Geburt des gemeinsamen Kindes alle in das Jahr 2008.

    Ich halte es für völlig normal, dass die Mutter der (zu dem Zeitpunkt noch alleinerziehenden und womöglich schon erneut schwangeren) Tochter größere Geldgeschenke in bar zu den Hauptanlässen zukommen lässt. Und ich halte es auch für nachvollziehbar, dass Frau Bettina dieses Geld nicht auf das defizitäre Girokonto ihres Freundes einzahlt, so dass womöglich noch die erste Frau des Freundes per Zugewinnausgleich davon profitieren würde. Dass sie es in bar aufbewahrt, anstatt es auf ihr eigenes Konto einzuzahlen ... na ja, manche Leute machen das tatsächlich so, wenn sie nicht wollen, dass das Geschenk im alltäglichen Ausgabenkleinkram untergeht.

    Dass die Überziehung des Wulffschen Kontos bekanntgeworden ist, finde ich nicht gut, das gehört nicht in die Öffentlichkeit.
    Ich finde es schön, dass manche sich ihr kindliches Gemüt erhalten haben und so gutgläubig sind. Wie praktisch, dass die Schwiegermutter immer soviel verschenkt, dass es stets zu den Reisekosten passt. Hat sie hellseherische Qualitäten? Weihnachten 2.500 Euro, weil der Urlaub im August fast 2.000 kostet. Zum Geburtstag 1.000, da ja 750 bezahlt werden müssen.

    Wer notorisch klamm ist, wie Wulff, hat schon eine gewisse Affinität, sich durch einen Unternehmer den Urlaub bezahlen zu lassen. Wulff hat uns immer nur seine Art von Wahrheit erzählt.

    Er ist eine Beleidigung für unser Land.