Immer neue Vorwürfe, neue Angriffe, neue Gerüchte: Die Kreditaffäre ist für den Bundespräsidenten längst nicht ausgestanden. Die Attacken werden heftiger, die SPD fordert, er soll sich selbst anzeigen. Kann Christian Wulff dem steigenden Druck standhalten?
Wulffs Kreditaffäre: Schlechte Aussichten in Bellevue - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
Wir haben den Bundespräsidenten, der logischerweise irgendwann mal auftauchen mußte, wenn das Volk sich von Politik alles gefallen läßt.
Das Volk sieht machtlos zu, wie sich unreife Jungs oben im Anzug einen Lenz machen, sei es nun bei der Presse oder in der Politik, das macht keinen Unterschied mehr - und wir sehen zu, wie wir von diesen leuten regiert werden, ignorieren chronisch den Verstoß gegen den von jedem abgelegten Eid und sind schon so infantilisiert worden, daß wir das als willkommene Ablenkung von Alltag begrüßen, anstatt sich einkommensunabhängig über diese Entwicklung der Volksvertretung durch Lobbyisten und Präsentierung durch ein überfordertes Provinzmännchen zu entrüsten.
Wo bleibt die öffentliche Entrüstung der Menschen in diesem Land?
Es ist doch nicht damit getan, daß wir uns täglich über das Schlechte informieren lassen und dann bis zur Regungslosigkeit daran gewöhnen, gewöhnen daran, daß eigennützige und machtversessene Menschen mittlerer Intelligenz unseren Tisch der Demokratie abräumen.
Bauer bleibt Bauer, wie man an den Vertretern der höchsten Ämter in diesem Lande bestens veranschaulicht bekommt, das war es dann, Hauptsache das beste Auto in der Nachbarschaft und unter der Straßenlaterne?
Mir fehlen wirklich die Worte bei dem, was wir gerade erleben. Dabei geht es mir wirklich nicht um die Frage, ob der BP unrecht oder nur ungeschickt gehandelt hat oder zu klein oder zu groß für das Amt sei.
Ich frage mich ernsthaft, was wir in diesem Jahr als Bürger Deutschlands zu erwarten haben, das dieses Schauspiel jetzt notwendig macht. Was im Zusammenhang mit der Eurokrise erwarten diejenigen, die hinter diesem Schauspiel stecken, für die kommenden Monate, das es nötig macht, den sich kritisch äußernden BP jetzt in der geschehenen Weise zu chassen?
Es kann einem Angst und Bange werden.
"Doch der Strom aus Vorwürfen, Angriffen und Gerüchten reist nicht ab."
Eigentlich reißt ein Strom ja nicht ab. Oder ist das ein gewolltes Wortspiel? Weil abreisen tut der - ob jetzt gerechtfertigte oder nicht - "Strom aus Vorwürfen, Angriffen und Gerüchten" nicht. Er wird wohl noch beharrlich Ferien vor und im Schloss Bellevue machen. Abreisen tut er entweder mit oder ohne Christian Wulff und das ist wohl die wichtigste Sache, die jetzt geklärt werden muss.
Da setzt die #1 schon so einen interessanten Link und die #2 macht ohne Besinnung im alten Trott weiter....
Ich darf dann mal daraus zitieren:
Bei einer Tagung der Nobelpreisträger in Lindau etwa stellte Wulff vollkommen berechtigte Fragen. Etwa die folgende:
„Erst haben Banken andere Banken gerettet, dann haben Staaten Banken gerettet, dann rettet eine Staatengemeinschaft einzelne Staaten. Wer rettet aber am Ende die Retter? Wann werden aufgelaufene Defizite auf wen verteilt beziehungsweise von wem getragen?“
Und:
Weiter warnte Wulff:
„Politik mit ungedeckten Wechseln auf die Zukunft ist an ihr Ende gekommen. Was vermeintlich immer gut ging - neue Schulden zu machen -, geht eben nicht ewig gut“.
„Ich verstehe, dass viele nicht nachvollziehen wollen, dass Bankmanager teils exorbitant verdienen, dass aber zugleich Banken mit Milliarden gestützt werden. Und Trittbrettfahrer in der Finanzwelt spekulieren weiterhin darauf, von der Politik und damit letztlich von den Steuerzahlern aufgefangen zu werden - weil sie zum Beispiel zu groß sind und zu relevant für den gesamten Wirtschaftskreislauf“.
Vielleicht lesen Sie nun doch einmal genauer nach???
Es wäre in der Tat ein gutes Zeichen demokratischen Bewußtseins, wenn es zu einer eindrucksvollen Schuh-Demo vor Wulffs Hütte käme. Schade, dass ich heute arbeiten muss.
Das ekelhafte an Leuten ohne Rückgrat ist leider, dass sie an ihren Stühlen kleben. Da braucht man schon ziemlich viel Lösungsmittel.