Wenn man so etwas behauptet (und damit allen in den letzten Tagen zitierten Fachleuten widerspricht) sollte man sich immer vorher überlegen, ob man nicht vielleicht selbst daneben liegt: Die von Ihnen genannte Zinsreihe gibt die Entwicklung der Pfandbriefverzinsung wieder. Nur steht hier nicht zur Debatte, zu welchem Zinssatz der niedersächsische Ministerpräsident eine halbe Million Euro angelegt hat bzw. hätte anlegen können, sondern welchen Zinssatz er dafür hätte bezahlen müssen, wenn er auf Vorteile aus persönlichen Beziehungen verzichten müsste. Diesen kann man aus den Zinsreihen der MFI-Zinsstatistik ablesen, welche bei der Bundesbank abgerufen werden können. Die für Oktober 2008 angegebenen Marktzinsen liegen auch nach Umrechnung in einen nominalen Zinssatz klar über 5 %.
Hinzu kommt noch, dass der Kredit hier über die üblichen Beleihungsgrenzen hinaus, ohne pfandrechtliche Absicherung und mit der Möglichkeit zur Soforttilgung vergeben wurde, was auch bei Kreditnehmern mit bester Bonität erhebliche Aufschläge bedeutet hätte. Insofern wurde der „geldwerten Vorteil“ bisher noch viel zu gering dargestellt.

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