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Wulff-Rede zum Tag der Einheit: "Ich bin auch der Präsident der Muslime"

In seiner mit Spannung erwarteten Rede zum Einheitsjubiläum präsentiert sich Bundespräsident Wulff als Brückenbauer: Er lobt die Ostdeutschen für ihre Aufbauleistung und wendet sich zugleich mit einer Mahnung an alle Einwanderer. Sie sollten "die deutsche Lebensart akzeptieren".

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...720961,00.html
  1. #530

    Mein Schreiben an den Bundespräsidenten

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

    dies ist das erste Mal, daß ich mich an den obersten Repräsentanten unseres Staates wende, bitte sehen Sie mir also eventuelle Formfehler bei Anrede oder Formulierung nach. Auch möchte ich gleich zu Beginn meines Anschreibens deutlich zum Ausdruck bringen, daß mir keinesfalls daran gelegen ist, die Würde Ihrer Person und Ihres Amtes in irgendeiner Art und Weise anzugreifen.

    Was mich drängt Ihnen folgende Zeilen zu schreiben, ist meine große Sorge und Bestürzung, die Ihre Rede vom 3.Oktober bei mir ausgelöst hat! Ich beziehe mich hier auf Ihre Formulierung: „Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland, das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland, das ist unsere christlich-jüdische Geschichte, aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“.

    Es war besonders der Teilsatz "aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“ der in mir ungläubiges Staunen, ja tatsächlich Erschrecken verursacht hat.

    Durchaus möglich dass ich diesen Ihren Teilsatz falsch interpretiert habe, ich hatte Sie allerdings so Verstanden, daß der Islam - ebenso wie das Christentum und das Judentum - in Deutschland einen gleichberechtigten Platz hätte.
    Falls ich Sie falsch verstanden haben sollte, bitte ich um Aufklärung.

    Sollte mein Verständnis Ihrer Äußerungen aber richtig sein, so lassen Sie mich bitte folgendes dazu anmerken.

    Ich stamme aus einer Familie, die gegen die Ungerechtigkeit und Menschenverachtung antidemokratischer, totalitärer Regime gekämpft hat (ein Großvater als politischer Häftling im KZ, eine Großmutter in Gestapohaft).
    Meine Erziehung beinhaltete, daß mir Meinungsfreiheit als eines der höchsten Güter vermittelt wurde, die freiheitliche demokratische Grundordnung unseres Landes als die bestmögliche Staatsform.
    Nichts liegt mir ferner als Rassen-, Klassen- oder Religionshaß in irgendeiner Form. Nichts liegt mir näher als unsere Staatsform, deren eine Grundsäule die Trennung von Staat und Kirche darstellt.
    Der Islam kennt eine solche Trennung nicht! Ich nehme für mich keinesfalls in Anspruch auf dem Gebiet der Islamforschung ein Fachmann zu sein, ich kenne den Koran nicht auswendig. Es ist meiner Ansicht nach aber auch gar nicht nötig, den Islam auswendig zu lernen, um festzustellen, dass sich die theokratische Staatsform wie sie der Islam als einzig mögliche Staatsform anerkennt, keinesfalls mit einer demokratischen Staatsform kompatibel ist. Es ist ja auch nicht nötig, Lenins, Stalins oder Hitlers Schriften auswendig zu lernen, um festzustellen, dass Kommunismus und Nationalsozialismus menschenverachtende Staatsformen hervorgebracht haben, die jeder Demokrat ablehnen muß.
    Den Islam als reine Glaubensrichtung, ähnlich der christlichen Kirchen, zu sehen ist meiner Ansicht nach ein ganz gefährlicher Fehler. Der Islam stellt eine Ideologie dar, deren Ziel ein alleiniger Herrschaftsanspruch ist. Das kann ich nur als totalitäre Herrschaftsform bezeichnen. Der Islam lehnt das Grundgesetz ab. Diese Ablehnung ist Systemimmanent.
    Die historische Erfahrung, sehr geehrter Herr Bundespräsident, zeigt, daß totalitäre Bewegungen (z.B. Kommunisten und Nationalsozialisten) stets die im Rahmen demokratischer Gesetze operiert haben - bis sie stark genug waren diese abzuschaffen. (siehe Rußland 1918 und Deutschland 1933).
  2. #531

    Teil 2 meines Schreibens an den Bundespräsidenten

    Gerade wir Deutschen haben die historische Verpflichtung, jeder Gefährdung unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung konsequent entgegenzuwirken! Und ich sehe - wie alle Menschen um mich herum - daß der Islam unsere freiheitlich demokratische Staatsform gefährden kann, wenn hier nicht frühzeitig eingeschritten wird.
    Den Islam als zu Deutschland gehörig zu bezeichnen - wie Sie es in Ihrer Rede getan haben, muß ich in der von Ihnen gewählten Formulierung als wenig hilfreich für den Erhalt der Demokratie bezeichnen. Ganz zu schweigen davon, daß der Islam Antisemitisch ist, daß man auch heute noch im islamischen Ausland als Deutscher auch von staatlichen Repräsentanten auf "die großen Taten Hitlers" angesprochen wird (eigene Erfahrung!).
    Wie hätte man Sie verstehen können/sollen wenn Sie gesagt hätten "der Nationalsozialismus (oder der Kommunismus) gehört inzwischen auch zu Deutschland"? Daß hätte dann wohl heißen müssen: "der Nationalsozialismus (oder der Kommunismus) gehört inzwischen auch zu Deutschland - als Erbe, daß uns immer daran erinnern soll, wie gefährlich es ist totalitäre Ideologien zu unterschätzen."

    Selbstverständlich ist der Islam eine totalitäre Ideologie (siehe den Wert der Demokratie in allen "Gottesstaaten" dieser Welt).
    Selbstverständlich haben totalitäre Ideologien in Deutschland keinen Platz. Auch möchte ich darauf hinweisen, daß spätestens seit dem Westfälischen Frieden von 1648 in Deutschland die Auffassung vorherrscht das staatlich geförderte religiöse Gewalt nichts Gutes ist - eine Einsicht, von der der Islam noch sehr weit entfernt ist.
    Jeden Menschen, der in Frieden und Freiheit leben will sollten wir in Deutschland willkommen heißen, jeden Anhänger totalitärer Ideologien sollten wir aufmerksam und mit Skepsis beobachten, keinesfalls aber hofieren und per se als zu uns gehörig betrachten.

    Ich möchte Sie, sehr geehrter Herr Bundespräsident, bitten, den Wert unseres Landes und unseres Grundgesetzes über die Befindlichkeiten derjenigen Meinungsmacher in unserem Land zu stellen, die vor 30 Jahren noch skandierten "Lieber rot als tot".

    Ich verbleibe
    Hochachtungsvoll
  3. #532

    xxx

    Zitat von frodo68 Beitrag anzeigen

    Warum wollen Sie anderen Menschen die vielleicht nicht in Ihrer Religion und Ihrer Kultur verwurzelt sind etwas entgegen setzen?
    Ich traf eine Feststellung und sprach nicht von meinen persönlichen Wünschen und Vorstellungen, die in der deutschen Gesellschaft zugegebenermaßen nicht alle erfüllt werden.

    In meinem Beitrag schwang die ketzerische Frage mit, wohinein sich die Zuwanderer eigentlich integrieren sollen? Vielleicht suchen sie umso mehr Halt in ihren alten Gewohnheiten, je beliebiger sich ihnen ihre Umgebung präsentiert?
    Es ist kein Zufall, dass man die meisten Integrationsverweigerer nicht dort findet, wo die Menschen der Aufnahmegesellschaft selbst festen Boden unter den Füßen hat.
  4. #533

    ...

    Zitat von Piri Beitrag anzeigen
    Ich traf eine Feststellung und sprach nicht von meinen persönlichen Wünschen und Vorstellungen, die in der deutschen Gesellschaft zugegebenermaßen nicht alle erfüllt werden.

    In meinem Beitrag schwang die ketzerische Frage mit, wohinein sich die Zuwanderer eigentlich integrieren sollen? Vielleicht suchen sie umso mehr Halt in ihren alten Gewohnheiten, je beliebiger sich ihnen ihre Umgebung präsentiert?
    Es ist kein Zufall, dass man die meisten Integrationsverweigerer nicht dort findet, wo die Menschen der Aufnahmegesellschaft selbst festen Boden unter den Füßen hat.
    Ich denke mal wir belassen es mit der Diskussion. Unsere Positionen sind zu weit auseinander.








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