Die öffentliche Debatte über Christian Wulff läuft noch, im deutschen Talk-TV ist man schon weiter. Dort wird die Affärenwelle bereits abschließend aufgearbeitet. Im Studio von "Hart aber fair" versuchten sich nun Gastgeber Frank Plasberg und seine Gäste an einem ersten Resümee der Affäre.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,808127,00.html
Ja, ja, der deutsche Michel. Aber Sie haben recht! Demokratie benötigt Parteienvielfalt. Wenn man aber diese "Vielfalt" betrachtet, wird einem wirklich übel! Blutleere Polit-Zombies, die sich selbst parteiübergreifend nicht unterscheiden. Keine Partei ist zu echten Reformen bereit, alle ducken sich nur, wenn es ernst wird. Ich finde es aber nicht verwunderlich. Wenn jeder zweitklassige Wirtschaftsmanager ein vielfaches dessen verdient, was ein deutscher Politiker in der Lohntüte hat, ist doch völlig klar, wer die wirklich Mächtigen in diesen unserem Lande sind. Berlin wird Tag für Tag von mehr als 3000 Lobbyisten überrannt, in den USA sind es mehr als 20 000. Die Gewalt geht vom Volke aus? Wie dumm muß man sein, um das zu glauben? Politikern fehlt es an Ehre. Doch Fakt ist: Der deutsche Michel will es auch nicht anders, sonst würde er so langsam mal auf die Strasse gehen und die "Umkehr vom Wahnsinn" demokratisch einfordern. Leider hat er dafür keine Zeit, denn er spielt mit vielen millionen"Leidensgenossen" die Hauptrolle in der Reality-Show: "Deutschland sucht sein Klein-Hirn".
Wir waren nach dem Krieg auf einem guten Weg, doch den haben wir leider schon lange verlassen.
We all living in Amerika...
Ja die Sendung war zum gähnen, aber das sind alle Sendungen von Herrn Plasberg, aber er nimmt sicht nicht viel von Günter Jauch, der sollte auch wieder besser Spiegel TV machen und Anne Will war von Hause aus ein Grund den Fernseher auszuschalten. Vorallem ist Herr Wulff dieses riesige Fersehinteresse überhaupt nicht wert, er ist und bleibt eine Person von magelndem Charakter.
Niemand kann etwas dagegen haben, dass Christian Wulff von Freunden Geschenke erhält. Nur sollte er, als Politiker der vorderen Reihe, als Ministerpräsident, und jetzt als Bundespräsident, auf die "Angemessenheit" der Geschenke achten.
Für den privaten Hauskauf ein günstiges Privatdarlehen eines reichen Freundes zu bekommen, das ist/wäre für viele (zu recht) ein Glück. Wenn man Ministerpräsident und der Freund ein reicher Unternehmer ist, dann ist es aber eben nicht mehr "angemessen2, es "gehört sich nicht", es kommt auch bei den normalen Häuslebauern, die normale Zinsen zahlen, "nicht gut an". Auf Anfrage des Landtages dieses Kreditgeschäft zu verschweigen, weil, wenn der Kreditgeber ein Freund, auch ein 0,5 Mio.-Kredit kein Geschäft mehr ist, das ist unlauter.
Das Gefühl, was angemessen ist, fehlt Herrn Wullf aber offensichtlich. Das wäre an sich nicht weiter schlimm, das fehlt vielen, für einen Bundespräsidenten in hauptsächlich repräsentativer Funktion ist es allerdings m.E. eine der wenigen wirklich notwendigen Eigenschaften.
Meiner Meinung nach ist/wäre es gerade als Bundespräsident sein "Job", eben kein "Berufspolitiker mit Politikergebahren" zu sein, sondern "Format" zu zeigen. Das, so ist es deutlich geworden, kann er nicht. Dann ist er, auch wenn er so gern Präsident spielt, fehl am Platz.
die man nach Plagiaten durchsuchen könnte? Ich meine in dieser verkommenen Republik muß ein Minister, der über Verfassung promoviert hat NICHT wegen seiner Unterstützung von verfassungswidrigen Angriffskriegen zurücktreten, sondern wegen ein paar übernommenen Zeilen aus der Zeit, die nicht unbedingt eine neutrale oder gar wissenschaftliche Quelle ist.
War es nicht Al Capone, der wegen Steuerhinterziehung eingebuchtet wurde, weil für Mord die Beweise zu löchrig waren? Wulff hat 2/3n der Leute, die er repräsentieren soll, verbal ins Gesicht gespuckt. Kann man es denen übel nehmen, daß die motiviert sind bis in die Haarspitzen, um die scheinbar endlose Liste seiner kleinen Vorteilsnahmen zu einem handfesten Rücktrittsgrund zu flechten?
Sie haben recht: lt. letztem Spiegel erlaubte nach langem Klageweg der Bundesgerichtshof am 17.8.2011 dem "Spiegel" Einsicht ins Grundbuch der Wulff-Immobilie.
Bereits im Februar 2011 soll aber lt. Spiegel der Stern-Redakteur Herr Tillack im Bundespräsidialamt angefragt haben, wer Wulff den Kredit für sein Haus gegeben habe und warum er nicht im Grundbuch stehe. (Der muss das folglich schon gewusst haben).
"Bild" hatte erst am 11.12 2011 einen Fragenkatalog per Mail an Wulffs Sprecher geschickt. Bild-Redakteure hatten anschliessend vor Wulffs Abreise in die Golfregion im Schloss Bellevue Einsicht in den Kreditvertrag bekommen: Wulffs Sprecher soll Edith Geerkens als als offiziellen Geldgeber offenbart haben, um das Gerücht aus dem Wege zu räumen, Herr Maschmeyer hätte den 500000 € - Kredit gegeben.
Lt.Präsidialamt sollen sich die Bild-Leute verpflichtet haben, den Kreditgeber nicht zu nennen, solange es nicht Maschmeyer oder ein anderer Grossunternehmer sei. Lt. "Bild" hätten sich die Rechercheure nicht aufs Glaesekers Bedingung eingelassen, den Namen Geerkens geheim zu halten.
Eine verwickelte Geschichte, die für sich allein genommen schon zu denken gibt. Vielleicht erfahren wir die genauen Abläufe nie.