Wolfgang Wendland übers Musikgeschäft: "Die Nackt-Poster laufen gut"

Wolfgang Wendland19 Live-Auftritte im Jahr, Päckchen packen, T-Shirts zur Post bringen: Wolfgang Wendland, Sänger der Band "Die Kassierer", erzählt, wovon er im Jahr 2011 gelebt hat und warum die CD-Einnahmen fehlen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...828380,00.html
  1. #1

    Ja und wie oft wurde das Album denn Online gekauft?!? Bei all den angebotenen Plattformen? Wenn die Zahl nicht kleiner als die der CD's ist, dann gibt es doch eher ein Problem bei der Distribution der Gelder. Leider wird hier die Stückzahl der Online verkauften Alben oder Lieder hier nicht erwähnt.

    Weiterhin scheinen mir die Kosten für Server-Infrastruktur und Bezahlsysteme etwas nebulös. Wenn da nur 60% übrig bleiben sind es entweder extrem wenig verkaufte Alben online oder hier ist eine übertriebene Infrastruktur/Bepreisung am Werk.

    Grundsätzlich kann ich mich hier des Eindruckes nicht erwehren, dass der Autor zwar mit Online-Medien umgeht, aber nicht unbedingt darauf spezialisiert ist. Ansonsten sollte es bei keiner sonstigen festanstellung möglich sein, die Webhosting/shop Sachen selbst laufen zu lassen.
  2. #2

    Wendland? Wieland? Aber egal...

    Was will uns der Artikel eigentlich sagen? Dass es Musiker gibt, die für ihr Geld arbeiten müssen? Dass es im Musikgeschäft keine Garantie mehr auf Koks, Nutten und fette Karren gibt? Oder dass sich dicke Jungs am besten verkaufen, wenn ihnen der Schniepel unter der Wampe hervorguckt?

    Viel interessanter wäre mal ein Artikel über einen Großverdiener des deutschen Musikgeschäfts und wie sich dessen Einnahmen zusammensetzen, um das ewige Gejammer über die pösen Urheberrechtsverletzer zu relativieren. Mensch, begreift es doch mal endlich: Die Welt dreht sich weiter und die alten Geschäftsmodelle sind tot. Da hilft auch die dauernde publizistische Schützenhilfe aus den Redaktionen der Qualitätsmedien nicht.
  3. #3

    "Das meiste habe ich mit Konzerten verdient, etwa zwei Drittel. 19 haben wir gemacht voriges Jahr, da waren zwischen 500 und 1000 Leute bei einem Konzert, in Berlin waren 1300, Hamburg, München sind immer so um die 1000.", heißt es im Interview. Da wunder ich mich... Das sind ja nicht mal 2 Auftritte im Monat. Wollt Ihr nicht mehr spielen, oder gibt es einfach zu wenig Säle in denen man spielen kann? Ich möchte doch mal annehmen: Mehr Liveauftritte bedeuten auch mehr verkaufte CDs...
  4. #4

    Ja ja, ca. ein Monat ein Album aufnehmen und dann die restlichen 11 Monate eine "kreative Pause" machen – der Traum jedes Musikers.
    Die meisten anderen Menschen gehen auch 40 std. die Woche Arbeiten. Warum nicht auch Musiker?
    Einfach mehr Konzerte geben, dann kommt auch mehr Geld rein. Und wenn keiner zu den Konzerten kommt, dann sollte man doch das mit der Umschulung ernst nehmen und das mit der Musik lassen.
  5. #5

    omg

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    19 Live-Auftritte im Jahr, Päckchen packen, T-Shirts zur Post bringen: Wolfgang Wendland, Sänger der Band "Die Kassierer",<i> </i>erzählt, wovon er im Jahr 2011 gelebt hat und warum die CD-Einnahmen fehlen.

    Wolfgang Wendland übers Musikgeschäft: "Die Nackt-Poster laufen gut" - SPIEGEL ONLINE
    denkt über radioaktivität nach, hat aber ne kippe im mund...
    gute nacht deutschland !
  6. #6

    ..ihr lieben Piraten und Freibeuter.
    So und nicht anders geht es einem Gro&#195;Ÿteil der K&#195;&#188;nstler. Und dies sicherlich nicht wegen der b&#195;&#182;sen Industrie sondern der zunehmenden Geiz-ist-geil- und Selbstbediener-Mentalit&#195;&#164;t an unseren Computern. Hier sollten sich doch mal all die IT Administratoren in der Partei Gedanken zu ihrem Kulturanspruch und Ihrer Solidarit&#195;&#164;t zu den Kreativen im Staat machen.. Ich jedenfalls werde weiter meinen Kulturkonsum angemessen bezahlen.
  7. #7

    Gema

    Ok mit 15000 verkauften Platten verdiente er 15000 im Jahr, mit 5000 nur 12000.
    dh. 10000 CD sind (15000 - 12000) x 4) = 12000€. Pro CD ist das 1€ 20Cent. Gute Gewinne, die CD kostet im Laden 15,99€.

    Netter Artikel zur Gerechtigkeit aus der Sicht von Ausbeutern, die ihre Gewinne verschwiden sehen.
  8. #8

    ...

    Zitat von Frickleburt Frogfart Beitrag anzeigen
    Viel interessanter wäre mal ein Artikel über einen Großverdiener des deutschen Musikgeschäfts
    Wieso? Weil sich damit wieder eine neue "Neid und Bonzen"-Debatte ankurbeln lässt, so nach dem Motto "Die haben doch eh genug"?

    Sehen Sie es doch mal ein: Viele Beschäftigte in der sog. "Content Mafia" sind ganz normale Angestellte und Freiberufler, die leben wie zahlreiche andere Beschäftigte auch. Wozu also über die Top-Verdiener schreiben? Damit man leichter ein Alibi bekommt, sich deren Waren kostenlos aneignen zu dürfen?

    Zitat von Frickleburt Frogfart Beitrag anzeigen
    Mensch, begreift es doch mal endlich: Die Welt dreht sich weiter und die alten Geschäftsmodelle sind tot.
    Falsch, das behauptet Ihr Piraten-Sympathisanten nur dauernd. Die Geschäftsmodelle haben sich verändert, das stimmt. Aber es gibt durchaus Leute, die Musik ganz normal kaufen. Ob CD oder Download, die zahlen dafür, auch junge Leute. Sie sorgen sogar auf dem Vinyl-Sektor (das sind diese alten schwarzen Scheiben) für steigende Umsätze. Es gibt nur eine nicht gerade geringe Zahl von Leuten, die glauben, ihnen stünden Waren kostenlos zu, weil man sie problemlos im Netz bekommen kann.

    Zitat von rancher Beitrag anzeigen
    dh. 10000 CD sind (15000 - 12000) x 4) = 12000€. Pro CD ist das 1€ 20Cent. Gute Gewinne, die CD kostet im Laden 15,99€. Netter Artikel zur Gerechtigkeit aus der Sicht von Ausbeutern, die ihre Gewinne verschwiden sehen.
    Soso, "Ausbeuter". Schon mal was von Steuern und Löhnen gehört? Schon mal was davon gehört, wie sich ein Endkundenpreis wirklich zusammensetzt?

    An den 15,99 Euro für eine CD verdienen ja nicht nur Plattenlabel und Künstler, sondern auch alle anderen, angefangen vom Tontechniker im Studio über Drucker, Designer, Fotografen, Presswerk, Spedition und Vertrieb, Materialzulieferer bis hin zu sonstigen Arbeitern und Angestellten, bis hin zu den Mitarbeitern in den Läden etwa.

    Wer glaubt, das Bezahlen für die Ware Musik sei ein überholtes Modell, der sagt auch diesen Leuten damit ins Gesicht: "Ich will zwar Eure Arbeit, aber Eure Entlohnung interessiert mich nicht." Er ist damit im Grunde deutlich menschenverachtender als der ach so böse Kapitalismus.
  9. #9

    Zitat von emden09 Beitrag anzeigen
    Eine Band, die so unbekannt und unbedeutend ist, dass sich gerade mal 5.000 - 15.000 Leute für ihre Scheiben interessieren, erwirtschaftet trotzdem pro Person etwa das Dreifache des Hartz IV Regelsatzes. Da kann man ja wirklich NICHT mehr von Brotloser Kunst sprechen.

    Ob die Jungs .....
    12 000 Euro im Jahr, das sind genau 1000 im Monat. Davon gehen geschätzt 300 für Miete und 350 (wenn er Selbständig ist) für Krankenkasse drauf. Bleiben 350 EUR zum Leben. Das ist etwa der Hatz Iv Statz. Man sollte doch etwas genauer nachdenken, was man schreibt.