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Wolfgang Wendland übers Musikgeschäft: "Die Nackt-Poster laufen gut"

Wolfgang Wendland19 Live-Auftritte im Jahr, Päckchen packen, T-Shirts zur Post bringen: Wolfgang Wendland, Sänger der Band "Die Kassierer", erzählt, wovon er im Jahr 2011 gelebt hat und warum die CD-Einnahmen fehlen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...828380,00.html
  1. #70

    Zitat von rancher Beitrag anzeigen
    also wenn ich mir eine aktuelle Film DVD kaufe kostet die mich 9,99€ wenn ich mir den Soundtrack dazu kaufe, kostet die CD 25.99€.
    ???

    Können Sie das mal nachvollziehbar erklären? 26 Euro für einen Soundtrack? Welche Filmmusik-CD kostet denn 26 Euro? Ein vergriffener Japan-Import bei Amazon-Marketplace? Und was wollen Sie damit in Bezug auf das Diskussionsthema hier aussagen?
  2. #71

    Zitat von alfalf Beitrag anzeigen
    ich bin musiker und denke ernsthaft darüber nach ob mir meine kunst nicht zu wertvoll ist um sie einer bürgerlichen herde von stammtischintellektuellen wie sie anscheinend in deutschland zu finden ist zu überlassen.
    ich habe vermehrt sehr viele kommentare gelesen und bin desillusioniert. und ja - ich habe einen hit für deutsche verhältnisse. 1000 000 klicks (keine einnahmen) - 1000 downloads, 500 platten verkauft.
    na klingelts?? studios: 1000 euro die woche (mindestens) etliche musik die es nicht geschafft hat vorher euch platthirne zu begeistern - equiptment kaufen - zeit aufbringen um sich eine qualität zu erarbeiten - u.s.w. danke publikum - woher nehmt ihr eigentlich immer diese info das man von konzerten sehr gut leben kann?? das ist alles von künstler zu künstler sehr unterschiedlich. im allgemeinen gehen auch da die gagen in die knie.ich schicke euch meine zahnarztrechnung wenn ich alt bin!
    Jetzt kommen sie doch nicht mit realen Beispielen. Dass wollen diese "Freibeuter" doch nicht hören. Wenn Sie erst mit ihrem 100 Lied erfolgreich waren, dann ist das ja ganz alleine ihr Fehler und natürlich haben dann trotzdem alle ein Anrecht darauf, Ihren Hit beliebig zu kopieren und weiterzuverteilen. Nur weil Sie einmal ein gutes Lied geschrieben haben, dürfen Sie doch davon nicht leben dürfen.
    Und klar kann jeder Künstler Konzerte geben und davon leben ...
    Diesen Blödsinn glauben die glaube ich sogar ...
  3. #72

    Zitat von bigboom Beitrag anzeigen
    Es ist schlicht und ergreifend kein Hobby mehr, wenn man 19 Mal pro Jahr vor 1000 Zuschauern ein Konzert gibt...
    Was sonst? Ein Hauptberuf? Ich bitte Sie. Wenn Sie mir einen Job anbieten, bei dem ich für 19 mal pro Jahr Party machen mehr verdiene als 12000 Euro pro Jahr haben Sie hiermit meine verbindliche Zusage...
  4. #73

    Das ewige Negativbild über das Internet, das vorherrschenden Kopieren oder Streamen wie auch Downloaden von Musik, Videos oder anderen urheberrechtlich geschützten Werken nervt. Da kann ich „Frickleburt Frogfart“ auch nur zustimmen. Die Welt dreht sich weiter und das kaufen von CD´s und Co gehört der Vergangenheit an. Dies wird umso mehr deutlich, da führende Kaufhäuser sämtliche CD-Vinyl-Abteilungen schließen. Dieses Geschäftsmodell ist wahrlich tot! Allerdings gibt es auch bereits neue Modelle, wie bspw. Simfy und Co. oder wie Apple, wo künstlerische Werke gegen Bezahlung konsumiert werden können. Aber es ist auch nicht neu, dass die meisten Einnahmen über Konzerte generiert werden und da erscheinen mir 19 Konzerte im Jahr als nicht erwähnenswert. Wer viel verdienen will, sollte sich daher an einer Größe von 10 bis 12 Konzerten im Monat orientieren. „Herrundbert“ kann ich hier nicht zustimmen, gerade das Internet ermöglicht doch gerade die Bekanntheit von gerade kleineren und unbekannteren Künstlern zu steigern. Nehmen wir „Lana del Rey“ die ihren Aufstieg bspw. über youtube begann! Ihr Geld nimmt sie sicher nicht mit dem Verkauf von CD´s ein, als vielmehr mit Ihren Konzerten.

    Witzig finde ich, dass der Verkauf von Postern scheinbar noch funktioniert. Dabei habe ich gerade gestern bspw. hier auf fotonase.com eine Fotoleinwand für umsonst bestellt. Das ginge genauso mit dem Motiv vom benannten Poster, welches über die Google-Bilder-Suche einfach gespeichert und verwendet werden könnte – was selbstverständlich ebenfalls einen Urheberrechtsverstoß bedeuten würde! Allerdings stellt sich die Frage, wer bekommt das mit?! Mir scheint, erst der dauernde und anhaltende Aufschrei der Musikbranche (Künstler, Produzenten, etc.) führt dazu, dass die User auf die Idee kommen, „stimmt, das könnte ich mir kostenlos downloaden“. Vllt. sollten sinnvolle Dienste wie eben bspw. Simfy stärker Aufmerksamkeit erhalten.
  5. #74

    Zitat von team_frusciante Beitrag anzeigen
    Die Zeit fürs Rechnen hätten Sie besser zum Lesen verwendet. Die 12000 verdient er nicht nur mit Platten, sondern größtenteils über Konzerte und Merchandising..
    Textaufgaben sind schwierig und liegen nicht allen, da sind sie nicht alleine.
    Es wurde geagt:
    "2011 habe ich vor Steuer und Krankenkasse etwa 12.000 Euro verdient. Wären die Einnahmen aus dem CD-Verkauf stabil geblieben, wären es vielleicht 15.000 gewesen."

    und
    "Von "Physik" haben wir bisher um die 5000 verkauft, früher wären das 15.000 gewesen"
    Daraus ergibt sich die Berechnung. Einbuße pro Mitglied bei 10000 fehlenden Verkäufen sind 3000€, bei vier Mitgliedern sind das fehlende 12000€ die alleine auf die fehlenden 10000 Stück gehen, laut Aussage.

    Wenn man jetzt den Verlust durch die Anzahl der CD dividiert, bzw teilt, dann kommt man auf einen Verlust von 1,2€ pro CD.
    Wenn sie noch Fragen haben, ich helfe gerne
  6. #75

    Zitat von slava grof Beitrag anzeigen
    aber vielleicht lesen wir ja in einem der kommenden artikel etwas über die urheber, die man nie auf bühnen sieht, und die deshalb auch nicht von t-shirt verkäufen leben: textdichter, filmmusikkomponisten ect.
    Wär natürlich interessant. Bloss funktioniert gerade bei diesen "versteckten" Künstlern die simple Logik "Leute laden unsere Musik runter, darum finden verdienen wir nix mehr" kaum, weshalb die sich eher schlecht für die üblichen Elegien eignen. Dafür die eigentliche Komplexität der Thematik verdeutlichen könnten. Aber wer will das schon..
  7. #76

    Zitat von spon-facebook-10000339345 Beitrag anzeigen
    Ehm Leute...Konzerte spielen ist eigentlich DAS, weshalb man Musiker geworden ist. Heutzutage kann man als kleinere Band Froh sein ÜBERHAUPT spielen zu dürfen, ohne dafür selber zahlen zu müssen. Geld gibt es für 90% aller Bands eh nicht mehr. Es gibt zu wenig Läden und dafür zu viele Bands und außerdem zu viel andere Dinge die die zeit eines potenziellen Fans vertreiben können. Gibt ja son Kram wie Spielkonsolen, DVDs oder Millionen andere Sachen. Als Musiker muss man blöder weise BWL studiert dazu noch Medienrecht und Layouter studiert haben. am Ende kommt irgendwann die Kunst. Prost!
    Also unabhängig davon, dass es auch viele Musiker gibt, die weder Konzerte geben wollen, noch sonst irgendwie Lust an Bühnen haben, sondern denen es um die Musik geht, ist aber gerade der letzte Punkt sehr wichtig: wenn alles nur noch auf Selbstvermarktung rauslaufen sollte, wie es Teile der PP fordern, dann müsste jeder Musiker in erster Linie ein komplettes Kleinunternehmen mit entsprechendem Fachwissen sein. Dass das weder jeder Musiker kann noch will wird dabei vollkommen ignoriert.
    Es hat schon seinen Sinn, dass es entsprechende Verlage gibt, die sich um diese Seite kümmern und so sicherstellen, dass auch größere Auflagen von CDs, Büchern, DVDs usw. verkauft werden können. Je weniger verkauft werden, desto teurer wird es werden.
  8. #77

    Danke für den Tipp

    Zitat von hajo41 Beitrag anzeigen
    Gibt es hier, zumindest für online: How Much Do Music Artists Earn Online?
    Nur der Vergleich ist nicht nur für online sondern auch inkl. CDs und daher sehr gut.

    Vorallem das Verhältnis zwischen "label" und "artist" ist sehr interessant.
    Und das die in den USA von $10 für eine CD ausgehen und wir von 15€ sagt doch schon einiges aus.
  9. #78

    Permanent Waves

    Und wieder mal das Urheberrecht.
    Und wieder: das Urheberrecht bedarf keiner Reformation!
    §15 UrhG sagt eigentlich schon alles: der Urheber (=Schöpfer) hat mit der Werkschöpfung sämtliche Rechte. Mehr geht nicht.

    Alles, was danach kommt, d.h. Verwertung in Form von wasauchimmer oder Aufführung woauchimmer ist schon Business und unterliegt den gleichen Regeln wie jede andere Branche auch. Preisverhandlungen, Verträge, Zahlungen, Leistungen, Gegenleistungen usw. Dabei gibt es Marktteilnehmer mit mehr Erfahrungen oder Wissen als andere, die die Prozesse zu ihren Gunsten gestalten können. Andere werden auch mal über den Tisch gezogen. Es ist halt wie im wirklichen Leben.

    Die Aussagen der Piris rühren zum grossen Teil daher, dass kaum ein Pirat wirklich weiss, wovon er da redet. Fröhlich werden Urheberrecht, Internet, GEMA und MP3 durcheinander geworfen mit dem Ergebnis, dass die ganze Diskussion völlig diffus und unsachlich bleibt.

    Aber auch bei den Piris macht sich langsam die Überzeugung breit, dass man den Standpunkt dringend überdenken muss.
    Die Branche selbst weiss natürlich auch, dass wichtige Entwicklungen verschlafen wurden. Zur Not wird halt Gorny losgeschickt und man versucht, über Lobbyismus die alten Zeiten zu bewahren. Auch hier gilt: der Versuch ist nicht strafbar.
    Es ist müßig, über einen Beitrag das Problem erklären zu wollen. DSDS, GEMA, Auftritte, YouTube wären weitere Kriegsschauplätze.

    Was jedoch klar ist: das Internet ist für alle Beteiligten ein Datum. Sie tun gut daran, das endlich zu verstehen.
  10. #79

    Aufgabe von SPON und nicht vom Leser

    Zitat von janos71 Beitrag anzeigen
    CD Preis Zusammensetzung

    aufgelistet. Die Daten sind zwar etwas älter (1996, Quelle ct-Zeitschrift) aber ich denke, dass es ungefähr noch stimmen sollte. Hier noch einmal die Daten auf die Schnelle (Annahme Verkaufspreis 15 Euro):

    MwSt.: 16% (2,10 Eur)
    Handel: 23% (3,00 Eur)
    Vertrieb: 27% (3,45 Eur)
    Label: 30% (3,90 Eur)
    Künstler: 8% (1,05 Eur)
    GEMA: 7% (0,90 Eur)
    Herstellung: 5% (0,60 Eur)
    OK, und wer kann mir jetzt erklären, warum hier neben der 8 %, die an den Künstler gehen, noch einmal 7 % an die GEMA?








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