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Wolfgang Wendland übers Musikgeschäft: "Die Nackt-Poster laufen gut"

Wolfgang Wendland19 Live-Auftritte im Jahr, Päckchen packen, T-Shirts zur Post bringen: Wolfgang Wendland, Sänger der Band "Die Kassierer", erzählt, wovon er im Jahr 2011 gelebt hat und warum die CD-Einnahmen fehlen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...828380,00.html
  1. #30

    Nichts ist umsonst!

    Zitat von einblick1984 Beitrag anzeigen
    Lassen Sie sich das doch mal bitte auf der Zunge zergehen, 15,99 € für eine! CD,....
    Oh mein Gott, 15,99€!!! In den 90er Jahren hat man sich noch gefreut, wenn man eine CD unter 30DM, also ca. 15 Euro gekriegt hat. Das ist bald 20 Jahre her und damals hat man sich als Teenager zwei von den Dingern gekauft und wie Heiligtümer behandelt. Man hat sich mit dem Markt und seinen Helden beschäftigt und ist gerne in Plattenläden gegangen.

    Aber hey, tut mir leid. Soviel Hingabe und Aufwand für Musik ist wohl veraltet und nostalgisch, wenn man heute mit ein paar klicks am besten ganze gezippte CD-Archive im Torrent zu seinen Downloads hinzufügt. Es ist ja alles so schön bequeeeeeem geworden. Weisst Du, "Einblick1984", leg Dich am besten wieder hin und begib Dich in eine bequeme lage, aus der Du gemütlich Deine Downloads verwalten kannst.

    Die 15€ sind vollkommen gerechtfertigt dafür, wieviel Aufwand und Menschen hinter der Herstellung einer CD stecken. Kauft Euch mal ein Buch über Musikproduktion und lest es von vorne bis hinten durch, wenn die Aufmerksamkeitsspanne dafür ausreicht. Danach reden wir weiter! Dann werdet ihr das Produkt CD hoffentlich mit anderen Augen sehen und gerne die 15€ zahlen und wenn ihr das diesen Monat nicht mehr schafft, Euch die Kohle dafür vom Mund absparen, wie man das als echter Fan mit Herz und Leidenschaft eben macht.
  2. #31

    Schön zu wissen,

    dass eine Band von der ich noch nie gehört habe einen Anteil von den GEMA Abgaben auf die CD und DVD Rohlinge, Festplatten und Speicherkarten bekommt, die ich für mein Fotohobby verwende.
    Man sollte diese Abgaben noch erheblich erhöhen und eine Abgabe auf Internetanschlüsse erheben damit die Künstler dann auch von ihrer Kunst leben können.
  3. #32

    Ne fiese Überschrift, zugegeben. Aber so wird man wenigstens wahrgenommen. Eine ähnliche Überlegung mag Hr. Wendland bewegt haben, als er sich dazu entschloss, dieses Poster mit fragwürdiger Ästhetik zu schaffen. (vielleicht ist das aber auch stimmig in der Punk-Welt, da steck' ich zugegebenermassen nicht so drin). Nichtsdestotrotz offenbart dieses veröffentlichte Zahlenspiel halt eine ganz harte Realität in diesem Geschäft: Sex sells. Und damit ist der Abstand zur Straßenhure nicht mehr sehr groß - bzw. eigentlich ein illusorischer. Während Hr. Bohlen mit der Mentalität eines Staubsaugerbeutel-Verkäufers ein mediengeiles Sternchen nach dem anderen - idealerweise mit Exotenbonus, also dunkler Hautfärbung und außereuropäischer Herkunft - vorführt und aussaugt, ist der Stellenwert authentischen Kreativschaffens zu einem ambitionierten Hobby oder Beschäftitungstherapie für Sozialfälle verkommen. Erfolgsgeschichten wie die der Stones z.B. sind in so einem Klima nicht mehr denkbar. Da würde es Zeit, an den Konsumenten zu appellieren anstatt den vielen Talenten immer wieder auf's Brot zu schmieren: "Schaut her, es ergibt doch einfach keinen Sinn." Ich frag' mich auch, was der Artikel ansonsten eigentlich sollte ausser zu demotivieren und den Status quo auch noch zu zementieren....
  4. #33

    Zitat von einblick1984 Beitrag anzeigen
    Menschenverachtend ist m.E. der Versuch über den Umweg der Abmahnung mehr Geld aus den Konsumenten rauszuquetschen, als eigentlich zu holen wäre. Typisch finde ich das das Beispiel der abgemahnten Eltern, deren Kinder über Tauschbörsen versucht haben an.....
    Unabhängig davon, dass das Abmahnwesen tatsächlich überarbeitet gehört und es bessere Grenzen geben muss, ist Ihre Argumentation selbst aber fehlerhaft. Was hat das Taschengeld von Jugendlichen mit der Legitimation von illegalen Downloads zu tun? Früher haben wir noch gelernt, dass wenn ich mir etwas nicht leisten kann ich entweder darauf spare oder ich eben verzichten muss. Und nur weil Eltern scheinbar heute es nicht mehr schaffen, diese elementaren Grundwerte zum Thema Eigentum zu vermitteln, darf man dann nicht im Nachhinein versuchen, diesen Diebstahl (und nichts anderes ist es) zu legitimieren - frei nach dem Motto: es geht technisch und wenn die Leute nicht genug Geld haben, dann bekommen sie es eben so.
    Das ist auf so vielen Ebenen falsch und besorgniserrregend ...
  5. #34

    19 Konzerte im Jahr? Da ist die Band ja wohl kaum mehr als ein schönes Hobby. Ich mein ich geht ungefähr auch so oft pro Jahr auf Motorradtour, dafür bekomme ich aber keine 12.000 Euro, sondern bezahl eher noch mehr dafür. Um das zu finanzieren, muss ich eben einer Arbeit nachgehen, ob mir das gefällt oder nicht.

    Natürlich: wenn Wölfi meint alle drei Wochen mal ein Konzert geben zu müssen, dann ist das schon okay. Nur darf er sich nicht wundern, wenn er dabei nicht reich wird. Er sollte sich eher freuen, dass sein Hobby Geld abwirft. Dieses Glück haben nur wenige. Und wenn er mehr Geld möchte, bliebe ja noch - ganz entgegen den APPD Mottos - Arbeit.
  6. #35

    [QUOTE=sysop;10049099]19 Live-Auftritte im Jahr, Päckchen packen, T-Shirts zur Post bringen: Wolfgang Wendland, Sänger der Band "Die Kassierer",<i> </i>erzählt, wovon er im Jahr 2011 gelebt hat und warum die CD-Einnahmen fehlen.

    Wolfgang Wendland übers Musikgeschäft: "Die Nackt-Poster laufen gut" - SPIEGEL ONLINE[/QUOT

    Phänomenaler Artikel. Verständlich geschrieben und anregend.

    Anregend weil er Platz für Interpretation lässt. Weil er weder bewertet noch verschönt. Mit diesem Umstand kann wohl manch einer hier im Forum nicht umgehen. Ihm fehlt der Halt. Jeder der aber jenes kann, der ihn für gut befindet. Danke Wölfi.
  7. #36

    Zitat von darkangel_ger Beitrag anzeigen
    denkt über radioaktivität nach, hat aber ne kippe im mund...
    gute nacht deutschland !

    Der verstrahlte Raucher, oder was? Witzig, Menschen die Zusammenhänge herstellen wo keine sind.
  8. #37

    ...

    Zitat von Despair Beitrag anzeigen
    Unabhängig davon, dass das Abmahnwesen tatsächlich überarbeitet gehört und es bessere Grenzen geben muss, ist Ihre Argumentation selbst aber fehlerhaft. Was hat das Taschengeld von Jugendlichen mit der Legitimation von illegalen Downloads zu tun? Früher haben wir noch .......
    Wenn ich Ihre Argumentation extrapoliere erhalte ich die Schlussfolgerung, dass die Aufzeichnung einer Radiosendung ebenfalls ein Diebstahl ist. Können Sie ehrlich sagen, dass sie anhand dieser Schlussfolgerung noch nie einen Diebstahlt getätigt haben? Dessen bewusst, können Sie wirklich weiterhin mit dem Finger auf andere zeigen, ohne eine eigene Schuld einzugestehen?
  9. #38

    Wessen Existenz gefährdet die "Piraterei"?

    Zitat von Frickleburt Frogfart Beitrag anzeigen
    Was will uns der Artikel eigentlich sagen? Dass es Musiker gibt, die für ihr Geld arbeiten müssen? Dass es im Musikgeschäft keine Garantie mehr auf Koks, Nutten und fette Karren gibt? Oder dass sich dicke Jungs am besten verkaufen, wenn ihnen der Schniepel unter der Wampe hervorguckt?

    Viel interessanter wäre mal ein Artikel über einen Großverdiener des deutschen Musikgeschäfts und wie sich dessen Einnahmen zusammensetzen, um das ewige Gejammer über die pösen Urheberrechtsverletzer zu relativieren...
    Geschickt vom Thema abgelenkt:

    Nicht die Mainstream-Großverdiener, die Newcomer und die Nischen-Künstler werden von der "Piraterie" in ihrer Existenz gefährdet.
  10. #39

    ...

    Zitat von bigboom Beitrag anzeigen
    Die alten Geschäftsmodelle sind tot? Das Modell an sich wird nie sterben und heißt: "Verkaufe Dinge für mehr Geld als Du dafür bezahlst". Was überbleibt nennt man Gewinn und davon kann man wenn alles gut läuft leben.
    Irgendwoher kennen wir doch diese luftigen Argumente. War da nicht mal was mit dem sog. "Neuen Markt"? Was wurden konservativere Geschäftsleute da nicht belächelt von wegen stehengeblieben, verkalkt und ohne Zukunft. Bis die jung-dynamischen "Neuer Markt"-Fritzen gemerkt haben, dass der gute alte Satz "Auf Dauer dürfen die Kosten nicht höher als die Einnahmen sein" gar nicht so angestaubt war, nachdem all diese Luftschlösser munter in die Pleite rauschten.

    Zitat von bigboom Beitrag anzeigen
    Oh mein Gott, 15,99€!!! In den 90er Jahren hat man sich noch gefreut, wenn man eine CD unter 30DM, also ca. 15 Euro gekriegt hat. Das ist bald 20 Jahre her
    Genauso ist es, aber da glaubt einem doch keiner mehr. Wer 1990 ein Lied auf Single kaufen wollte, musste 5 Mark dafür zahlen. Heutzutage wird bei 99 Cent über "Wucherpreise" gejammert. Aber gleichzeitig das Geld für Smartphones und anderen kostspieligen Schnickschnack haben.


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