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Wolfgang Reitzle: Linde-Chef bringt Euro-Austritt Deutschlands ins Gespräch
Wolfgang Reitzle ist der erste Chef eines Dax-Unternehmens, der offen über einen möglichen Austritt Deutschlands aus dem Euro-Raum spricht. Die deutsche Wirtschaft könnte diesen Schock nach einigen Jahren überwunden haben, sagt der Chef des Industriekonzerns Linde im SPIEGEL-Interview.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...809155,00.html
- #120 15.01.2012 11:02 von
Haben sie den Artikel auch gelesen? Was glauben sie denn was es heisst, dass Deutschland in fünf Jahren sogar mit Asien konkurenzfähig ist? Erst bricht der Export weg, dann die Arbeitsplätze. Der Druck zur Effizienz steigt, wir werden wetbewerbsfähiger. Und zwar durch sinkende Löhne, noch arbeitgeberfreundlichere Verträge und noch grösserer Kluft zwischen Arm und Reich. Das wünschen sie sich?
- #121 15.01.2012 11:04 von
D-Mark Nostalgie
Bei den vielen Stammtisch Lemmingen und der unerträglichen D-Mark Nostalgie bin ich sehr froh, dass es in diesem Land keine direkte Demokratie gibt.
Es wird wieder auf Anti-Euro Signalwörter geachtet und reflexartig gepostet, um universell über den Eurofrust Dampf abzulassen, ohne auf die These von Herr Reitzle und die Konsequenzen einzugehen.
Omi sagt: " Früher war alles besser"
Es stimmt, Reitzle hat dahingehend recht, dass die Wirtschaft ohne den Euro langfristig besser global konkurrieren könnte. Und das Großartige aus Unternehmersicht ist, dass der Arbeitnehmer bei diesem Konzept noch weniger kostet.
Die D-Mark Reloaded wäre der absolute Heilsbringer für diese Nation:
Mehr Arbeitslose, geringere Löhne, noch mehr Aufstocker >> noch mehr direkte Schulden.
Anscheinend gibt es in diesem Forum keine Arbeitnehmer?
Da in Deutschland die Binnenwirtschaft traditionell ein rotes Tuch ist, würden erst einmal die Exporte aufgrund der aufgewerteten D-Mark zurückgehen.
Unternehmen können das überbrücken, in dem sie ihre Produktion verstärkt in Ausland verlegen, der arbeitslose Deutsche bleibt aber vorerst arbeitslos bis die Unternehmen die Sache ausgesessen haben und der genauso viel Lohn bekommt wie ein minderjähriger, indischer Arbeiter!
Ich hoffe, dass Herr Reitzle zusammen mit Herr Henkel bald eine Partei gründet, damit jeder seinem unreflektierten EU-Bashing gerecht werden kann und man das eigene Leben gewissenhaft in die Hände des Unternehmertums und der Finanzwirtschaft legen kann, die vertrauenswürdigsten und sozialsten Kasten auf diesem Planeten.
Man kann vernünftig über den Austritt von Griechenland usw. reden, nur tragen solche 2-Zeiler These, die während der Klopause erdacht wurden, wenig Konstruktives zu der Sachlage und Problemlösung bei. - #122 15.01.2012 11:04 von
Wohl kaum - Alle relevanten Überlegungen zeigen nur das nach dem zerbrechen des Euros für 10-20 Jahre eine tiefe Rezession in allen Ländern der EU Fuss fassen wird - die Arbeitlosigkeit ins gigantische Steigt - bis hin zu Bürgerkrieg!
Die Entwicklung der eigenen Wirtschaft hängt bei Import/Export Orientierten Ländern nicht davon ab welchen Nonsens man selber veranstaltet - sondern von der Fähigkeit der anderen Länder auch "Wirtschaftsleistung zum Erwerb der Güter zu haben"!
Deutschland als Exportnation ist darauf angewiesen das die anderen Länder "reich sind" - sonst gibts keine realen Einnahmen mehr aus dem Export!
Und den anderen verarmen zu lassen und das ganze mit Krediten und Schulden zu finanzieren bringt wie man sieht überhaupt nichts - sondern nur einen Zusammenbruch des eigenen Landes!
Aussenhandel ist ein Geschäft auf absoluter Gegenseitigkeit - wo die Kundschaft arm ist macht es weder Sinn noch bringt es irgendwas ein! - #123 15.01.2012 11:07 von
Wieso machen diese Dummschwaetzer sich nicht schlau bevor sie solchen Schwachsinn in der Oeffentlichkeit verzapfen?
1. Es gibt keine Moeglichkeit fuer Mitgliedstaaten aus der EU oder "dem Euro" auszutreten.
2. Es gibt keine Moeglichkeit, Mitgliedsstaaten aus der EU oder "dem Euro" hinauszuwerfen. (Die EU Kommission kann diverse Rechte von notorischen Vertragsbrechern temporaer beschneiden, das war's dann aber auch schon).
Sollte ein Land seinen Austritt verhandeln wollen, muessen zunaechst Vertragsaenderungen her, einstimmig angenommen durch die ueblichen Ratifizierungsprozesse in den einzelnen Mitgliedsstaaten.
Alternativ kann man sich natuerlich mal wieder einen Fuehrer waehlen, der bestehende Vertraege mal eben zerreisst. - #124 15.01.2012 11:07 von
Aha?
Ich weiß ja nicht mit welchen Schweizern Sie so sprechen oder wo Sie Ihre Infos herhaben, aber wenn man sich in den Grenzregionen die Einkaufsstraßen ansieht oder mit durchschnittlichen schweizer Exportunternehmern über die Umsätze der letzten beiden Quartale spricht oder Leute aus der Fremdenverkehrsbranche fragt, sieht es derzeit alles andere als rosig aus. Das SECO rechnet für 2012 nur noch mit einem BIP-Zuwachs von 0,9 % - und das auch nur unter der Voraussetzung, dass sich die Eurokrise nicht noch weiter ausbreitet und der Franken einigermaßen unten gehalten werden kann.
Ebenso sollte man sich die Frage stellen, was die Eidgenossenschaft die derzeitige Franken-Euro-Koppelung kostet. - #125 15.01.2012 11:08 von
Erst kritisieren Sie zu recht die Lohndrückerpolitik der deutschen Wirtschaft, die sie von ihr gefälligen Regierung in Gesetzesform gießen lässt und dann plötzlich geben Sie Herrn Reitzle, der genau diese Praxis vertritt, er hätte recht. Denn genau das meint Reitzle mit Wettbewerbsfähigkeit-erhöhen. Es würde am Ende gerade nicht darauf hinauslaufen, dass die Verteilung von Unten nach Oben gebremst oder umgekehrt wird, sondern es würde die Verteilung von Unten nach Oben noch verstärken. Die Produktivität kann er nicht meinen mit "wettbewerbsfähiger-machen", denn die Produktivität wächst seit 50 Jahren mehr oder weniger konstant, bis auf wenige konjunkturelle Schwankungen unabhängig von Wirtschaftslage und Währung. Gemeint hat er die Löhne. Die müssen dann in Deutschland kräftig sinken, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Denn anders als früher haben wir heute eben keinen abgeschlossenen, deutschen Binnenmarkt mehr. Wenn den Unternehmen die Löhne zu hoch werden, wird man natürlich erstmal versuchen, die zu drücken mit Leiharbeit, niedrigen Einstigesgehältern und und und. Wenn das nicht mehr unbegrenzt gaht, holt man sich eben Ingeneure und andere Fachkräfte aus dem dann darbenden Südeuropa. Die machen die Arbeit hier dann für die Hälfte. Und die Unternehmen, die keine billigen Fachkräfte aus dem Ausland finden oder wegen eventuell vorhandener Mindestlöhne nicht so billig bezahlen können oder wollen, sind ruck-zuck im Ausland.
Ihr Vorschlag funktioniert nur, wenn wir an Deutschlands Grenzen wieder Kapital-, Personen- und Warenkontrollen einführen und wieder einen abgeschlossenen deutschen Binnenmarkt herstellen. Aber das wäre das wirtschaftliche Ende Deutschlands. Denn die dann recht kleine D-Mark wäre ein Spielball der internationalen Finanzmärkte ... viel kleiner und weniger machtloser, als es jetzt der Euro schon ist. - #126 15.01.2012 11:09 von
Neoliberale Agenda
Was qualifiziert eigentlich den Wirtschaftsingenieur Reitzle zu volkswirtschaftlichen Aussagen? Gerade Wirtschaftsführer sprechen doch oft jedem, der nicht mindestens einen Lehrstuhl in Volkswirtschaft hat und ihnen unbequeme Forderungen stellt, jegliche Qualifikation ab.
Was Reitzle wirklich will wird immerhin klar: Eine unbedingte Fortsetzung der neoliberalen Lohnsenkungspolitik der letzten Jahre.
Was er nicht sagt: Europa hat einen Nachfragemangel und einen Kapitalüberschuss. Nur wer den Nachfragemangel behebt, kann die Krise wirklich angehen. Das aber bedeutet potenziell eine leicht erhöhte Inflation (statt der aktuell drohenden Deflation). Und die ist für einen Top-Verdiener mit einem Vermögen wie Reitzle natürlich schmerzhaft. Also lieber weiter deflationäre Politik mit sinkenden Löhnen und steigenden Kapitaleinkommen. - #127 15.01.2012 11:14 von
Joa. Sehen könnten Sie es dann vielleicht ein bisschen besser. Aber tun könnten sie trotzdem nichts dagegen. Denn die Niedriglohnepolitik der deutschen Wirtschaft hat nichts mit dem Euro zu tun. Die deutsche Wirtschaft hat im Jahre 2011 und im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends insgesamt so hohe Gewinne erzielt wie nie zuvor in ihrer Geschichte. An fehlenden Gewinnen kanns also nicht liegen, dass das Lohnniveau in Deutschland sinkt.
Und nun kann sich auch jeder selbst überlegen, woher die Rekordgewinne der deutschen Wirtschaft in diesem Jahrzehnt kamen ... nämlich aus dem gesunkenen Lohnniveau. Die Deutschen haben 15 Jahre lang freiwillig auf Lohnerhöhungen verzichtet, um ihren Arbeitgebern höhere Gewinne zu ermöglichen. Mit dem Euro hat das aber absolut nix zu tun. - #128 15.01.2012 11:19 von
- #129 15.01.2012 11:21 von
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