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Wohnungsprotest: Feiern gegen fette Mieten
Eine kleine Vorhut checkt die Lage, dann kommt der Rest mit Masken und Perücken: Protestierer mobilisieren gegen Mietwucher und verwandeln Wohnungsbesichtigungen in Partys mit Musik und Polonaisen. SPIEGEL ONLINE war bei einer Fette-Mieten-Fete in Hamburgs Schanzenviertel dabei.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...714772,00.html
- #1 31.08.2010 17:57 von
Wo ist das Problem?
Entgeht mir da irgenein Detail oder verstehe ich die Leute nur nicht?
Wenn man sich eine Wohnung im Schanzenviertel nicht leisten kann, muss man halt woanders wohnen. Und wenn die Vermieter für ihre teuren Wohnungen keine Mieter finden, werden sie wohl billiger werden. - #2 31.08.2010 18:01 von
<->
Was soll man da groß sagen, wo man früher, egal wo, 500,- DM bezahlte, ist man heute mit 700€ dabei.
- #3 31.08.2010 18:05 von
Lustig, lustig, aber
wieso bilden diese Leute sich ein, sie müssten billiger wohnen als andere Leute?
- #4 31.08.2010 18:06 von
- #5 31.08.2010 18:09 von Habib
jup...
... das tut es. Es gibt viele Menschen, die aus beruflichen Gründen in Ballungszentren wie Hamburg, Frankfurt, München, Düsseldorf, usw. wohnen müssen bzw. wollen. Und hier sind die Mieten für das Angebotete im Allgemeinen sehr hoch. Leider kann nicht jeder in eine Kleinstadt oder aufs Land ziehen. Auf der anderen Seite steht viel Büroraum leer. Da läuft etwas falsch. - #6 31.08.2010 18:13 von
Wenn Bürgerkinder Spontanenteignung spielen
Ich bin selbst gerade auf Wohnungssuche und muss ehrlich gesagt auch manchmal schlucken, was im allseits beliebten Berlin-Mitte so an Miete aufgerufen wird. Die zuletzt gesehene - zugegebenermaßen sehr nette - Dachwohnung zum Beispiel war auch nur noch einen Euro/qm von den hier im Artikel genannten 15 Euro für das Hoch im Norden weg.
Aber.
Ich habe wenig Verständnis dafür, wenn eine Bande kleiner Flash-Mobber von eigenen Gnaden hier einen auf "Recht der Straße" macht; mag das auch zur Party verniedlicht werden.
Es gibt so etwas wie Angebot und Nachfrage. Irgendein mehr oder weniger dreister Besitzer verlangt etwas, und dann kommen die Interessenten (oder auch nicht - manche vermeintliche "Perle" steht oft noch nach Wochen drin). So war's schon immer (außer unter Herrn Honecker, und wie man hört, hat es da auch nicht immer so gut geklappt mit der sexy Stadtwohnung für junge Paare).
Es ist nicht in Ordnung, wenn ein diffuses jugendliches Gerechtigkeitsgefühl plus purem Habenwollen-Egoismus ("Ich will da rein; aber billig muss es sein!") per Kurz-Hausbesetzung dieses Prinzip attackiert und fremdes Eigentum zum Demonstrationsort macht (nennt sich übrigens "Hausfriedensbruch", dazu Sachbeschädigung und eventuell auch Nötigung).
Und wen erreicht - über den kurzen Presse-Hype hinaus - so eine Aktion? Was ändert sie an der Gesamtsituation von Zehntausenden Wohnungssuchern? Glaubt irgend jemand, dass der böse Vermieterbonze nun aus Angst vor dem Möchtegernmob die Kaltmiete auf die Hälfte senkt?
Wer hier gerne andere Verhältnisse hätte, sollte sich an die Politik wenden. Denn sonst kommt als nächstes eine "lustige" Aktion, bei der dem Getränkehändler an der Ecke der als zu teuer empfundene Sekt vor die Füße gegossen wird. Brennende Autos haben wir ja schon im Protestprogramm.
Und wenn partout keine der machtnahen Parteien sich um dieses Thema kümmern will, muss das zum Studieren in die Big Bad City gekommene Bürgerfräulein halt auch mal zwei U-Bahnstationen weiter fahren, um in die "In"-Gegend zu kommen. Das wäre dann auch ein nachhaltig praktizierter Protest gegen den (gemeinten oder echten) Wucher; und "nachhaltig" mögen wir ja.
Mir tut es eher leid um die weg-gentrifizierten alten Leutchen - aber das Thema ist zum Beispiel hier am Prenzlauer Berg schon seit langem durch. Das Viertel ist eine Barbiepuppensiedlung für selbstzufriedene Lohas aus Süddeutschland geworden; alle unter vierzig, alle sehr zufrieden mit sich. Da hätte man (politisch) mindestens zehn Jahre früher intervenieren müssen, um eine halbwegs bunte Mischung aus alt und jung/neu zu bekommen.
Und deswegen ziehe ich wahrscheinlich auch nicht in das teure Dachgeschoss, sondern weg aus der Puppenstube: in eine günstigere und (hust) authentischere Ecke der Hauptstadt, wo auch der Gemüsehändler sich noch die Wohnung neben seinem Laden leisten kann.
Und hoffe, dort nicht als fünfte Gentrifiziererkolonne missbilligt zu werden. - #7 31.08.2010 18:14 von Habib
sie bilden sich...
... ein, dass Wohnen auch in Ballungsräumen wieder bezahlbar sein muss. Wahrscheinlich hat keiner etwas dagegen, wenn Leute 2000Euro für eine kleine Luxusbude bezahlen, wenn es gleichzeitig genügend normale Wohnungen zu normalen Preisen gibt. Das ist aber eben in vielen Ballungsräumen nicht mehr der Fall.
- #8 31.08.2010 18:14 von
Heuchler!
Tja, wenn man eben unbedingt im IN-Viertel leben will, muss man eben mehr zahlen. Mümmelmannsberg oder Wilhelmsburg sind wohl nicht fein oder hipp genug. Da wohnen wohl auch den linken, toleranten und weltoffenen Studenten zuviel Ausländer oder ALG II-Empfänger.
- #9 31.08.2010 18:17 von
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