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Wohnetikette: "Jede WG braucht ein Not-Kondom"

dapdDie Mitbewohner nerven mit sexuellen Eskapaden? Der Auflauf gammelt schon seit Monaten im Kühlschrank vor sich hin? Heute kann Markus Henrik über diese Dinge lachen. Der WG-Lexikon-Autor hat in 14 Wohngemeinschaften gelebt - und erklärt, wie man's macht.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...835348,00.html
  1. #1

    Die Badewanne ist ein umkämpfter Platz in jeder WG. Bierflaschen und Schmutzwäsche konkurrieren mit Rosenblättern und Duftkerzen um die Vorherrschaft
    Erm....Nein
    Lieber Spiegel, das ist weder ein Hartzer-Pennerheim noch ein Softporno Drehort. Auch in einer WG haben Leute was zu tun. Wann hört endlich dieses dämliche "Studentenzeit" Geschwafel auf. Die Zeiten von Langzeitstudenten sind vorbei. Wen die heutige Situation interessiert, der soll einfach mal zu einer Uni gehen und sich reinhocken und mal ein bisschen reden mit den Leuten. Da hat man mehr davon als sich eine SPON Kolumne reinzuziehen.

    Ich bin jedenfalls froh dass ich keine WG bewohne. Ich kann meine Tür zumachen und dann können mich ALLE mal, ausnahmslos. Irgendwann lernt man genau das nämlich mal zu schätzen.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Mitbewohner nerven mit sexuellen Eskapaden? Der Auflauf gammelt schon seit Monaten im Kühlschrank vor sich hin? Heute kann Markus Henrik über diese Dinge lachen. Der WG-Lexikon-Autor hat in 14 Wohngemeinschaften gelebt - und erklärt, wie man's macht.

    WG: Nützliche Tipps fürs Zusammenleben - SPIEGEL ONLINE
    Ich sehe WGs nur als absolute Notlösung.

    Klamm wie eine Kirchenmaus oder Wohnung abgebrannt. Dann gebe ich mich für eine WG her.

    en Raum einer eigenen Wohnung, wo man sein Herr ist und die Türe abschließt, ist durch nichts zu ersetzen.

    Man kann seinen "Ticks" ungestört nachgehen, ohne besondere Rücksicht auf etwaige Mitbewohner nehmen zu müssen.
  3. #3

    Zitat von manta Beitrag anzeigen
    Ich bin jedenfalls froh dass ich keine WG bewohne. Ich kann meine Tür zumachen und dann können mich ALLE mal, ausnahmslos.
    Ganz genau. Man braucht kein dämliches WG lexikon sondern eine einraumwohnung!
  4. #4

    Gehts noch

    Themen unterhalb der Gürtellinie sind einfach nur peinlich. Passt das zum "Spiegel"?
  5. #5

    Für eine WG ist man nie zu alt, und diese Lebensform ist auch kein reines Studentenphänomen mehr. Im Zuge des demographischen Wandels und explodierender Mieten müssen wir sogar auch an Alters-WGs denken.
    Sehe ich anders. Das Leben in der WG ist eine Zwischenlösung zwischen der ersten eigenen Wohnung und dem Elternhaus, welches man während des Studiums oder der Ausbildung führt. Da die Regelstudienzeiten durch den Bachelor und Master immer weiter reduziert werden ist es auch mit dem ewigen WG-Leben vorbei. Ausnahmen gibt es immer, aber das ewige Studentenleben (lange schlafen, feiern, ab und zu mal in die Uni, ernähren tut man sich in der Mensa, hauptsächlich jobbt man irgendwo, da das Bafög schon lange ausgelaufen ist und die Eltern die Geduld verloren haben) geht langsam dem Ende zu.

    Ich sehe zu, dass ich mein Studium in den besagten 3,5 bis 4 Jahren hinbekomme und dann ausziehe. Wie sich eine übermäßig lange Zeit in einer WG auf einen auswirken kann sehe ich an meinen Mitbewohnern... Langzeitstudenten erster Klasse.
  6. #6

    coole klolektüre!

    das wg-lexikon macht echt spaß, habe es letzte woche zum geburtstag gekriegt. mein lieblingseintrag ist der mit der wg-küche mit dem foto dazu - so hätt`ich das auch gern, wohne in einer vierer-wg in köln mit hund und katz ;-) eure lineria
  7. #7

    Vielen Dank

    "manta"

    Vielen Dank für Ihren Kommentar. Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass Studenten heute als Langzeit-Faulenzer sehen, die 8 Jahre mit "sich selbst finden", Drogen und Sex verbringen. Alles schöne Dinge, die die armen Menschen verpasst haben, weil sie zu früh in das Arbeitsleben einstiegen. Vielleicht war das früher so. Vielleicht ist das heute in einigen Studiengängen so.

    Doch der Großteil der heutigen Studenten besteht aus Wirtschaftlern und Naturwissenschaftlern. Und da herrscht ein knallharter Kampf ums Überleben. Die Grenze zwischen "nächste Prüfung schaffen" und an Burnout, Selbstzweifel und Depressionen zu Grunde zu gehen ist sehr schmal. Von den 600 Studenten, die mit mir angefangen haben, sind eine Hand voll übrig geblieben.

    Da sie eine vulgäre Sprache benutzen, hoffe ich, dass ich das auch darf, um die Brisanz deutlich vor Augen zu führen:
    Hämorriden-Salbe ist in solchen Städten mit das begehrteste Produkt, weil fast jeder Student vom nächtelangen lernen am Schreibtisch aus dem Arsch blutet.

    Nein, mit Romantik hat ein echtes Studium nichts zu tun. Es sind 5-6 Jahre elende Vereinsammung vor Formeln und Gleichungen, in der andere Familien gründen, Häuser kaufen und zumindest im Urlaub entspannen können.
  8. #8

    Voyeurismus? ;)

    Zitat von manta Beitrag anzeigen
    Wann hört endlich dieses dämliche "Studentenzeit" Geschwafel auf. Die Zeiten von Langzeitstudenten sind vorbei. Wen die heutige Situation interessiert, der soll einfach mal zu einer Uni gehen und sich reinhocken und mal ein bisschen reden mit den Leuten. Da hat man mehr davon als sich eine SPON Kolumne reinzuziehen.
    Ja, das hat schon was von Voyeurismus...

    In den Zeiten der Finanzkrise (nennen wir's meinetwegen auch "Schuldenkrise", "Einnahmenkrise" oder wie auch immer) braucht man wohl etwas, was die Fantasie der Leser anregt - anders kann ich mir das momentan so gesteigerte Interesse an WGs nicht erklären. "WG" - das klingt doch irgendwie nach "Sex and drugs and Rock'n'Roll"!

    Zwar hab ich als Student nie in einer WG gewohnt, aber ich war in einigen zu Besuch. Zu lauter Sex, zu laute Musik und Aufräumprobleme waren da nie ein großes Thema. Das ging eher so: "Ey, kannste mal die Musik ein bisschen leiser machen?" "Ja, okay." Oder: "Kannste deinen Müll nicht mal wegräumen?" "Ja, mach ich."

    Okay, eine WG, in der ich zu Gast war, hatte schon ihre zentrale Kondomschüssel - aber das wurde eher kichernd berichtet. Und benutzt wurden die dann auch eher mit den zu Besuch weilenden festen Freunden bzw. Freundinnen.

    SPON scheint in WGs wohl im Moment die letzte glückliche Insel der seit Westerwelle berühmten "spätrömischen Dekadenz" zu sehen... ;)

    Für eine WG ist man nie zu alt, und diese Lebensform ist auch kein reines Studentenphänomen mehr. Im Zuge des demographischen Wandels und explodierender Mieten müssen wir sogar auch an Alters-WGs denken. Es gibt mittlerweile piekfeine WGs mit Reinigungskräften. Da tut sich was.
    Klar, irgendwann landen wir alle in so einer WG - nennt sich dann "Seniorenheim"! ;)
  9. #9

    Zitat von manta Beitrag anzeigen
    Erm....Nein
    Lieber Spiegel, das ist weder ein Hartzer-Pennerheim noch ein Softporno Drehort. Auch in einer WG haben Leute was zu tun. Wann hört endlich dieses dämliche "Studentenzeit" Geschwafel auf. Die Zeiten von Langzeitstudenten sind vorbei. Wen die heutige Situation interessiert, der soll einfach mal zu einer Uni gehen und sich reinhocken und mal ein bisschen reden mit den Leuten. Da hat man mehr davon als sich eine SPON Kolumne reinzuziehen.

    Ich bin jedenfalls froh dass ich keine WG bewohne. Ich kann meine Tür zumachen und dann können mich ALLE mal, ausnahmslos. Irgendwann lernt man genau das nämlich mal zu schätzen.
    Ich glaube du solltest mal weniger mit Studenten sprechen, sondern mal aktiv werden und wirklich paar WGs besuchen. Bissl feiern gehen. So wie der Autor des Buches.

    Ich bin selbst kein Student, kenne aber zig Langzeitstudenten, die mit über 30 noch zumeist kellnern, statt ihr Studium zu Ende zu bringen. Ebenso kenne ich genug Storys, die nicht einem Softporno ähneln, sondern weiter gehen als ich geschmackvoll finde. Auch kenne ich Leute, die alles andere als Harz-IV-Bezieher sind, aber studierend im Chaos versinken. Bzw. sind gerade diejenigen, die so richtig festhängen in meinem Umfeld auch diejenigen, die endloses Budget von Papa haben.

    Der Nachteil, wenn man die Tür zumacht und sich ausklingt, ist nunmal, dass man die Welt da draussen nicht mehr mitkriegt. Und ich weiss aus eigener Erfahrung, dass die Welt, die der Spiegel im Namen des Autors hier darstellt recht typisch ist.








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