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Wlada in Russland: "Junge Frau, darf ich an ihnen saugen?"

Sie hat alles versucht,*sich deutsch zu fühlen und alles Russische hinter sich zu lassen. Doch jetzt erkundet die 24-jährige Wlada Kolossowa das Land, in dem sie aufwuchs - den Warnungen ihres Vater zum Trotz. Erste Lektionen in St. Petersburg: Drängele dich vor und brülle, so laut du kannst!

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...775337,00.html
  1. #30

    ... und leider nicht nur die Presse....

    Zitat von AlexN Beitrag anzeigen
    ... sage ich nach der Lektüre dieses im Grunde sinnfreien und unvollendeten Artikels lieber nur eines:

    Zu keinem anderen Land hat die deutsche Presse ein verkrampfteres und ungesünderes Verhältnis als zu Russland.
    denn das, was diese schreibt, färbt auf die Menschen ab. As ist sehr schade, denn die Russen mögen uns Deutschen sehr. Ich habe beruflich mit Russen zu tun, es haut mich immer wieder um, mit wieviel Sympathie die uns begegnen. In Rußland selbst findet man an "jeder Ecke" deutsche Waren. Hoffentlich ändert sich das mal, dass wir mit Rußland zusammen ein großes Europa bauen und nicht immer wie die DAckel nach USA rübergucken.
  2. #31

    Krim

    Ich war ca. 10 Jahren auf eigene Faust mit einem Kumpel auf der Krim. Das gehört zwar zur Ukraine, die Mehrheit dort sind aber Russen.

    Wir sind per Bus und per pedes durchs Land und ich kann mich nicht beschweren. Brüllen mußte ich nie, vordrängeln auch nicht. Die Leute waren bis auf wenige Ausnahmen sehr freundlich zu uns. Eben genau so, wie der Taxifahrer im SPON-Artikel.

    Übrigens auch keinerlei Animositäten wegen dem letzten Krieg. Wenn wir gesagt haben, daß wir Deutsche sind, war das eher ein Plus. Das beste war, als mir eine Marktfrau vorgeschwärmt hat, wie toll sie doch Helmut Kohl findet und den würde sie sofort wählen.. da ist man erstmal platt.

    Zugegeben ich hatte den Vorteil, die Sprache halbwegs zu sprechen und die Schrift lesen zu können (danke, Margot H. :-). Glaube aber nicht, daß die Leute sich mir gegenüber sonst unfreundlicher verhalten hätten.

    Gruß, Gojko.
  3. #32

    Als Russlanddeutscher,

    mit einem deutschen Nachnamen schäme ich mich für solche Menschen wie die "Wlada". Ich schäme mich nicht dafür, wie sie sich zu integrieren versuchen, sonder dafür wie sie ihre alte Heimat schlecht machen und verleugnen.

    So wie ich das lese ist das sogar doppelt schade, weil die Wlada anscheinend entweder einen russischen Vater hat, oder sogar aus einer rein russischen Familie kommt.

    Alle anderen Russlanddeutschen, die ich kenne spachen bereits in Russland deutsch und russisch und schämten sich dort nicht dafür deutsch zu sein. Genau so wie hier in Deutschland schämt sich auch keiner von ihnen in Russland geboren zu sein.

    Mit verleugnung der eigenen Wurzeln, oder des Geburtsortes ist noch keiner weit gekomen. Wie wäre es damit zu beweisen, dass russische Herkunft eben eine Bereicherung ist und kein Hinderniss ist. Dafür muss man die Drogenproblematik und die resulitierende Beschaffungkriminalität unter den jungen Russlanddeutschen ansprechen und verurteilen. Dafür braucht man nicht nach Russland zu reisen und dort ein Paar Schlaglöcher fotografieren.

    Ich habe einen deutschen Nachnamen (auch in Russland gehabt, was meine Arbeitskollegen nicht glauben können) und ich habe einen russischen Vornamen..... Und ich gebe beide Hände ab, um beides behalten zu können.

    Wenn's Deutshland gut geht, dann geht es uns allen gut, weil wir alle hier leben und hier unser gemeinsames Dasein gestalten. Und ich versichere, dass die Russlanddeutschen auch dem russischen Staat niemals geschadet haben, tortz Bewahrung der deutschen Identität. Und es bleibt auch so.

    Ich unterliege auch manchmal der Versuchung mich unkritisch mit Russland auszusetzen, um in Ruhe gelassen zu werden, gerade wegen dem Bashing in den Hauptmedien.
    Und wenn man mich fragt: " Was hat Russland schon geleistet ?." Dann fotografiere ich keine Schlaglöcher um Mitleid zu erregen, sonder sage: "Soll ich mit dem ersten Mensch im Weltall anfagen, oder willst du es gar nicht hören". Und dass obwohl keinen ethnisch-russischen Familienmitglied in meiner Famlie habe.
  4. #33

    Richtig!

    Zitat von AlexN Beitrag anzeigen
    ... sage ich nach der Lektüre dieses im Grunde sinnfreien und unvollendeten Artikels lieber nur eines:

    Zu keinem anderen Land hat die deutsche Presse ein verkrampfteres und ungesünderes Verhältnis als zu Russland.
    Bei uns, in der Medienlandschaft, wird das Thema meistens nach zwei Mustern behandelt und zwar- nach dem klassischen, das heißt, daß alles runtergemacht wird.... Da wird dann unterstellt, daß Russen den ganzen Tag saufen,die meisten leben armseelig und kriminell, daß sie Demokratie hassen und sich nach Monarchie sehnen usw., usw..
    Nach dem progressiven Muster berichtet man, daß dieses Land viele schöne Städte hat und auch eine große Kultur,daß hier auch viele weltberühmte Persönlichkeiten gewirkt haben und die Menschen auf dem Land sogar beim Essen Besteck benützen... So in etwa...
    Hoffentlich wird der Westen irgendwann begreifen, daß Russen auch weiß sind...
  5. #34

    Unfreiwillig ironisch?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie hat alles versucht,*sich deutsch zu fühlen und alles Russische hinter sich zu lassen. Doch jetzt erkundet die 24-jährige Wlada Kolossowa das Land, in dem sie aufwuchs - den Warnungen ihres Vater zum Trotz. Erste Lektionen in St. Petersburg: Drängele dich vor und brülle, so laut du kannst!

    http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...775337,00.html
    Und so ironisch geht es auch bei den Bildunterschriften zu:
    Und wer nur wenige Kilometer aus der Stadt hinausfährt, wird von der herben Schönheit der Natur überrascht.
    Ja klar,
    unter dem Bild einer Industriebrache mit zerstörter Landschaft

    http://www.spiegel.de/fotostrecke/fo...e-70586-4.html

    Nicht schlecht
  6. #35

    Sollte es weitere Teile geben,

    werde ich sie mir zu Gemüte führen. Spannend werden die Dinge, wenn Wlada alleine unterwegs ist und auf beispielsweise chronisch schlecht gelaunten Verkäufer in Lebensmittelmärkten oder Kiosken trifft. Einen Vorgeschmack hatte sie ja schon am Flughafenschalter. Das Verhalten der Flughafenbediensteten ist wirklich typisch. Kalt, abweisend, teilnahmslos. Aber so sind sie eben, übel nehme ich es ihnen nicht. In China verhalten sich die Angestellten an den Schaltern erstaunlicherweise ähnlich. Ob das etwas mit dem Kommunismus zu tun hat, der hier und da noch tief verwurzelt ist? Man weiß es nicht...
  7. #36

    St. Petersburg-Kidnapping

    Mein Mann und ich sassen in St.Petersburg mitten in der Stadt im Park und gingen unserer Lieblingsbeschäftigung nach: Russen gucken. Plötzlich kam eine Russin schimpfend auf uns zugelaufen und deutete uns an, wir sollten ihr folgen. Brave deutsche Bürger tun das! Sie führte uns durch ein menschenleeres Viertel mit imposanten Gebäuden wie Gericht oder Regierungssitz. Nach ca. 10 min. flottem Laufens kam uns das Ganze unheimlich vor und wir machten flotte Sprüche, um uns Mut zu machen. Dann plötzlich blieb sie vor einer Art Foyer stehen und bedeutete uns, ihr in den Keller zu folgen. Wir vermuteten ihre Komplizen, sahen uns ausgeraubt und massakriert, aber die Neugierde siegte. Während des ganzen Weges schimpfte diese Frau laut wie ein Rohrspatz und hier unten im Keller verstummte sie. Sie öffnete eine Tür, schon uns hinein und wir befanden uns in einem grossen leeren Cafe!
    Sie strahlte und hatte ihre "Gäste" eigenhändig gekidnappt.
    Es gab köstlichen Kuchen, eine funktionierende Esspresso-Maschine (!) und Berge von Blinis mit Kaviar. Mein riesiger Hunger, der ausgiebig gestillt wurde, liess die Frau nur noch strahlen, die Devisen mit üppigem Trinkgeld machten sie glücklich!
    Ich liebe die Russen und habe immer alle angelächelt. Das verwirrt sie zwar, aber viele lächeln zurück!
  8. #37

    .

    Zitat von Sapere aude Beitrag anzeigen
    Früher nannte man so etwas einfach "Reportage". Aber für Zustandsbeschreibungen bzw. Reiseerfahrungen fehlt dem heutigen Leser wohl manchmal das Verständnis, wo man doch an leicht verdauliche Informationshäppchen und vorgesetzte Meinungen gewöhnt ist.

    Zum Artikel:
    auch von mir Daumen hoch. Bitte viel mehr davon. Da will man doch selbst am liebsten gleich losfahren.
    Das hat nichts mit verdaulich zu tun. Ich lese gerne Reportagen. Ungern lese ich nur die, die tendenziös sind und aus dem Finger gesaugt wurden. Jeder, der als Kind in ein anderes Land gebracht wird, fühlt sich in seiner alten Heimat zunächst wieder fremd. So weit nichts neues. Hier wird das jedoch mit obskuren und marginalen Sujets vermischt, zudem fehlt dem abrupt endendem Artikel eine "Initiation story", wie Vlada Ihre Wissenslücken schließt und von Ihren deutschen Vorurteilen geheilt wird. Aber das wäre ja nicht im Sinne der Redaktion...
  9. #38

    kein Titel

    Zitat von AlexN Beitrag anzeigen
    Das hat nichts mit verdaulich zu tun. Ich lese gerne Reportagen. Ungern lese ich nur die, die tendenziös sind und aus dem Finger gesaugt wurden. Jeder, der als Kind in ein anderes Land gebracht wird, fühlt sich in seiner alten Heimat zunächst wieder fremd. So weit nichts neues. Hier wird das jedoch mit obskuren und marginalen Sujets vermischt, zudem fehlt dem abrupt endendem Artikel eine "Initiation story", wie Vlada Ihre Wissenslücken schließt und von Ihren deutschen Vorurteilen geheilt wird. Aber das wäre ja nicht im Sinne der Redaktion...
    Es geht ja noch weiter. Links auf der Seite steht ja was von kommenden Wochen.
  10. #39

    .

    Sehr schöner Bericht. Weiter so, liebe Wlada!

    PS: Als ich das mit dem Saugen in der Überschrift las, und dazu den Namen Wlada, dachte ich gleich an Vampire (Vlad Dracula und so). :-)








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