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Wissensmanagement: Internet macht vergesslich
Google, Wikipedia und Co. beeinflussen unser Gedächtnis - das eine Studie aus den USA:*Denkt ein Mensch, er könne eine Information jederzeit im Internet wiederbeschaffen, bemüht sich das Gehirn nicht, diese auch abzuspeichern.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...774658,00.html
- #60 16.07.2011 17:07 von
Platonischer Mythos von Theut und Thamus
Also das wusste schon Platon, dass das so läuft, siehe der Platonische Mythos von Theut und Thamus im Dialog Phaidros:
"O du überaus kluger Theut, eine Kunst erfinden und den Nutzen und Schaden berechnen, die aus der Kunst für denjenigen entspringen, der sie üben will, das ist nicht dasselbe! Du bist der Vater der Schrift, aber aus Liebe zu deinem Kinde erwartest du von ihm gerade das Gegenteil dessen, was dieses geben kann. Wer die Schrift gelernt haben wird, in dessen Seele wird zugleich mit ihr viel Vergeßlichkeit kommen, denn er wird das Gedächtnis vernachlässigen. Im Vertrauen auf die Schrift werden sich von nun an die Menschen an fremden Zeichen und nicht mehr aus sich selbst erinnern. Theut, du hast ein Mittel für die Erinnerung und nicht für das Gedächtnis gefunden. Theut, du bringst deinen Schülern den Schein einer großen Weisheit und nicht die Wahrheit. Deine Menschen werden jetzt viel, sehr viel lernen, aber alles ohne zugleich darüber eigentlich belehrt zu werden; die Menschen werden dir jetzt viel zu wissen meinen, während sie nichts, nichts wissen. Theut, und du beschwörst uns damit ein lästiges, geschwätziges Geschlecht, ein Geschlecht von Scheinweisen, ein Geschlecht, das kein wahres Wissen mehr hat." - #61 16.07.2011 19:51 von
Was...
...wollte ich nochmal schreiben?
Was riecht so verbrannt?
Ich muss zum Ofen....die Tortillas brennen an...... - #62 16.07.2011 20:28 von Miguel
- #63 16.07.2011 21:00 von gorge11
- #64 16.07.2011 21:04 von
...siehste...?
Anfang dieses Monats äußerte ich in einem Thread mit dem Titel: "Elektronische Fahrassistenten: Kollege Computer über nimmt das" meine Befürchtung, dass vermehrt elektronische "Entlastungsprogramme", wie z.B automatische Fahr-und/oder Bremsassistenten in Autos, GPS-Programme statt Straßenkarte usw. usw., auf Sicht (ganz zwangsläufig) eine schleichende Degenerierung bestimmter menschlicher Fähigkeiten zur Folge haben müsse.
Etliche Foristen konnten (oder wollten) meine diesbezügliche Überlegung nicht mit mir teilen.
Noch innerhalb desselben Monats bestätigt der hiesige Wissenschaftsbericht im Prinzip meine Überlegungen.
In Jahrhunderten (wenn nicht Jahrtausenden) antrainierte Sinnesfähigkeiten degenerieren innerhalb weniger Generationen, dadurch, dass sie ja jederzeit mithilfe elektronischer "Unterstützer" abgerufen werden können, und wir glauben, dieses große Organ, gleich unterhalb der Schädeldecke, für so vieles nicht mehr in anspruch nehmen zu müssen. - #65 16.07.2011 23:57 von
Pro und Kontra
"Wir können unsere Gedächtnisleistung auslagern. Ist das etwas Schlechtes? Ich glaube nicht."
Das Problem ist die Pauschalisierung solcher Aussagen. Man müsste besser sagen: die Auslagerung MANCHER Gedächtnisleistungen (auf unsichere Medien wie flüchtige digitale Speicher etc.) ist hilfreich und gut, die mancher ANDERER Daten hingegen eher schlecht.
Die meisten der hier Schreibenden wettern entweder gegen die Aussage oder bejahen sie vorbehaltlos, doch wie immer liegt die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte dazwischen.
Ich erlebe die erwähnte Gedächtnisauslagerung an andere Personen durchaus auch selbst, das mit den Geburtstagen, die man selbst sich nicht merken kann, die Freundin dagegen schon, das kenne ich gut ;) Dafür bin ich ein wandelndes Tierlexikon und weiß auf viele Fragen eine Antwort. Solange man sich gegenseitig hat und fragen kann, ist ja alles gut, doch wenn nicht, merkt man, dass man durch die mangelnde Gedächtnisleistung unselbstständiger geworden ist. Man man sich abhängiger.
Unabhängigkeit ist aber ein hohes Gut in unserer Gesellschaft. Eine gute Allgemeinbildung und ein gutes Gedächtnis übrigens auch ;) Wer räumt am Schluß die Million bei Jauch ab, derjenige, der weiß, wie man die Informationen am schnellsten per Google findet? Sicher nicht...
Ich möchte mich nicht falsch verstanden wissen, ich begrüße die schnelle und fast allumfassende Informationsbeschaffungsmöglichkeit durch das Internet auch und nutze es häufig. Doch ich sehe durchaus auch negative Auswirkungen im praktischen, alltäglichen Leben.
Wie ein Vorredner bereits sagte, denke ich auch, dass das Gedächtnis ein Muskel ist, der trainiert werden kann und soll.
Ich stelle jetzt mal die Frage in den Raum, welcher Mensch ist im hohen Alter geistig fitter, derjenige, der im immer stärkeren Umfang geistige Kapazitäten auslagert, oder derjenige, der nach wie vor versucht, sich die Dinge tatsächlich zu merken? Hier wäre doch Raum für die nächste provokante Studie... ;) - #66 17.07.2011 06:36 von
Da ist was dran
Die Telefonnummern meiner Geschwister habe fest im Kopf, abgespeichert seit ca. 30 Jahren!
Aktuelle Nummern sind im Telefon gespeichert, die Mühe sie mir zu merken mache ich mir nicht (mehr). - #67 17.07.2011 10:58 von
Exakt
auf den Punkt gebracht.
Der Vorteil des Internets und der Suchmaschinen sind eben jene Querverweise und auch das Tempo der Aktuallisierung.
Gerade das Beispiel am Beginn des Artikels macht dies ja deutlich.
Wie würde ansonsten die Suche per Lexika ablaufen, oder per Befragung von Bekannten und Familie.
Die Querverweise wären schwieriger zu erhalten (wenn überhaupt).
Ob eine Person "dank" Google, Fireball, bing & Co. denkfauler oder "merkfauler" wird liegt nicht daran, dass es diese Möglichkeit gibt, sondern daran, dass die Person prizipiell keinen gesteigerten Wert daran hat etwas erlesenes oder erfahrenes abzuspeichern.
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