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Wissenschaftssprache: Juhu, niemand versteht mich

DPAStudenten hassen verkorkste Wissenschaftssprache - und nutzen sie doch selbst: Bei Diskussionen gibt es immer Schlauberger, die in jeden Satz fünf Fremdwörter einflechten. Die Kommilitonen sind genervt und doch irgendwie beeindruckt. Warum nur, fragt sich Katrin Langhans, 25.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...827862,00.html
  1. #60

    Nie mehr einen Titel...

    Zitat von lindenbast Beitrag anzeigen
    Nö. Der Unterschied ist eher wie zwischen Dissens und Dissensus. Das eine ohne, das andere mit voller lateinischer Endung.
    Man lernt nie aus:
    wo Sie Recht haben, haben Sie Recht. Der Duden (Fremdwörter) lässt in der deutschen Sprache beide Begriffe gleichwertig zu.

    Ihre Definition, das Aufeinanderstoßen zweier verschiedener Wörter oder Silben angehörender Vokale, war mir nicht bekannt, ich kannte nur die medizinische Bedeutung.
  2. #61

    Wovon reden die bloss? Wissenschaftssprache und Kauderwelsch!

    Zitat von rainer_daeschler Beitrag anzeigen
    Das nennt man "Kompetenz Mimikry".
    Wirkt als Wissenschaftler, Politiker, oder Unternehmensberater,
    insbesondere bei einem Zuhörerkreis,
    der noch weniger Ahnung hat,
    als man selber, dies aber zu verbergen sucht.
    Deutsch verliert als Sprache der Wissenschaft immer mehr an Bedeutung. Weil sich deutsche Wissenschaftler in ihrer Muttersprache nicht verständlich ausdrücken können. So schreibt Markus Reiter im Spiegel vom 03.05.2011:

    "Die Wissenschaftler fürchten ihre Kollegen und flüchten sich in
    Kauderwelsch: Deutsche Wissenschaftler trauen sich viel zu selten,
    klar zu schreiben. Oft verklausulieren sie selbst banalste Gedanken:"

    Z.B.:
    “Alle genannten, am Konzept des Auslegers orientierten Formen
    des Verständlich-Machens, haben gegenüber textoptimierenden
    Ansätzen einen entscheidenden Vorzug:
    in keinem Fall findet eine reine Substitution unter Tilgung des
    substituierten Elements statt. Dadurch ist für den Rezipienten stets die Möglichkeit gegeben, die Verwendungsweise des unbekannten
    Elements, den ausgelegten Text schließlich als solchen zu verstehen
    zu lernen, mithin seine Kompetenz zu erweitern.”


    siehe
    sprachlupe.de » Wissenschaft und Verständlichkeit – Keine Chance für den Leser?
  3. #62

    Von notwendigen Fachbegriffen und -definitionen abgesehen kann sich JEDER

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Studenten hassen verkorkste Wissenschaftssprache - und nutzen sie doch selbst: Bei Diskussionen gibt es immer Schlauberger, die in jeden Satz fünf Fremdwörter einflechten. Die Kommilitonen sind genervt und doch irgendwie beeindruckt. Warum nur, fragt sich Katrin Langhans, 25.

    Wissenschaftssprache: Juhu, niemand versteht mich - SPIEGEL ONLINE
    ...so klar und verständlich artikulieren, dass die Information / Aussage
    gut verstanden und relativ eindeutig interpretiert werden kann.

    Wer dies allerdings nicht macht, legt dann doch ganz offensichtlich
    keinen Wert darauf, verstanden zu werden! Kommunikation wird somit
    sinnlos.

    Wer mir ein mit oft unnötigen Fremdwörtern gespickten Text vorlegt,
    dem wird von mir umgehendst sein Text zurückgeschickt mit der fett
    in roter Farbe gehaltenen Bemerkung:
    "WEGEN MANGELNDER TRANSPARENZ NICHT ZUR KENNTNIS GENOMMEN!"
  4. #63

    Deutscher Student in den USA: "Eine Überschreitung des maximalen Druckniveaus erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein Bersten des Kessels."

    US-Prof: "Geschwafel. Schreiben sie: Bei zu hohem Druck kann der Kessel platzen."

    Student reicht die Diplomarbeit zur Anerkennung in Deutschland ein.
    Deutscher Prof: "Unwissenschaftlich. Schreiben sie: Eine Überschreitung des maximalen Druckniveaus erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein Bersten des Kessels."
  5. #64

    xxx

    [QUOTE=sample-d;10050678]Harald Lesch kann das z.B. sehr gut, und gerade die Raum-Zeit-Krümmung ist leicht bildhaft zu erklären.
    /QUOTE]

    Ja, auf journalistische, aber auch teilweise extrem vereinfachende, populärwissenschaftliche Art und Weise. Das ist ja auch schön. MIt Fachkollegen redet er aber anders. Weil die betreffenden Gespräche auf zehntausend mal komplexerem Niveau ablaufen, als wenn er Normalsterblichen wie Ihnen und mir irgendwas erklärt.

    Jedes Bio-, Mathe- oder Physikbuch ist von der fünften Klasse an mit Fremdwörtern gespickt. Warum? Noch mal, weil sie die fachwissenschaftliche Kommunikation einfacher, kürzer und präziser machen. Das ist auch unter Kfz-Mechanikern nicht anders. Nehmen Sie sich mal einen x-beliebigen Text aus Ihrem letzten Physikbuch und ersetzen Sie die Fachbegriffe durch präzise Umschreibungen.
  6. #65

    Zitat von foobar407 Beitrag anzeigen
    Ich bin bisher zu dem Schluss gekommen, dass wissenschaftliche Erkenntnis sich nur quantitativ aber nicht qualitativ von alltäglicher Erkenntnis unterscheidet..
    Ach so. Also zum Beispiel Mikrochips,oder auch Penicillin, oder auch die modernen Abwassersysteme, das alles wäre auch aufgrund von Alltagserfahrungen möglich gewesen, und basiert nicht etwa auf teilweise jahrtausendelager wissenschaftlicher Forschung. Man braucht dafür keine Mathematik, keine Physik, keine Biologe, man braucht keine emiprische Forschung. Nein. Man braucht keine Relativitästheorie für die Erforschung von Supraleitern.

    Alle die diese Forschung durchgeführt haben waren komplette Idioten. Weil man braucht doch nur Alltagserfahrung. Man schaut zum Beispiel einen Holzklotz an und im nächsten Moment formt man daraus ein Handy, man kann locker 5000 Jahre wissenschaftlicher Entwicklung überspringen. Genauso mit den Sozialwissenschaften. Man erkennt die ökonomische Struktur, die Herrschaftsverhältnisse etc einer komplexen Gesellschaft aus der persönlichen individuellen Alltagserfahrung. Am Stammtisch.
  7. #66

    Einspruch!

    Zitat von Dumpfmuff3000 Beitrag anzeigen
    Jedes Bio-, Mathe- oder Physikbuch ist von der fünften Klasse an mit Fremdwörtern gespickt. Warum? Noch mal, weil sie die fachwissenschaftliche Kommunikation einfacher, kürzer und präziser machen.
    Für Biologie- und Physikbücher mag ich nicht sprechen. Was aber Mathematik angeht, so muss ich mit Vehemenz Widerspruch einlegen.

    Die Didaktiker in der Mathematik sind allesamt Vollpfosten. Neulich las ich in einem (aktuellen) Schulbuch der siebenten Klasse etwas von der Menge der Bruchzahlen und man sollte in den nachfolgenden Zahlenbeispielen nach ganzen Zahlen, positiven Zahlen, Bruchzahlen usw. unterscheiden. Ok, abgesehen davon, dass kein Schwein weiß. was Bruchzahlen sein sollen, könnte man es noch tolerieren, wenn es denn die unsinnige Eindeutschung des bereits bestehenden (deutschen) und weltweit angewandten Begriffs der rationalen Zahlen wäre. Aber nein, die Aufgabe lautete zu sagen, welches Bruchzahlen und welches keine seien. Und ich bezweifle stark, dass es als Fangfrage gemeint war. Soviel Esprit fand sich sonst nirgends in diesem "Werk". Vermutlich werden im nächsten Band dieses schuldidaktischen Meisterwerks Wurzelzahlen eingeführt.
    Die komplexen Zahlen sind womöglich irgendwann die "i-Welt".

    Wenn man also schon 14-Jährige darauf trimmt, Fantasiewörter getarnt als scheinbare Fachbegriffe zu verwenden, dann muss es nicht wundern, wenn dieser Unsinn allerlei Stilblüten in späteren Jahren hervorbringt.
  8. #67

    Im Jahre 2007 wurde ich Opfer eines gewaltsamen Übergrifes mit blutigen Verletzungen , unter anderem Attacken meines Köpfes mit Füssen.
    Nach der Einlieferung in Erfurter Krankenhaus Helios wurde ich mit Gehirntrauma und 14 Tage anhaltenden Sehstörungen nach ambulanten Untersuchung sofort nach Hause geschickt.
    An diesem Wochenende suchte ich das erfurter Kliniklum erneut auf um einen Holzsplitter aus meinem dickem , vereiterten Finger fachmänisch entfernen zu lassen , nachdem meine Versuche versagten .
    Unmittelbar nach Setzung der Betäubungspritze wurde in geöfnetem Splittereintrittsbereich mit Skalpel herumhantiert.
    Wer schon mal eine örtliche Betäubung bekommen hat , zum Beispiel beim Zahnarzt , dem ist bekannt , dass eine längere Pause nötig ist um den zu behandelnden Bereich unempfindlich zu machen , so wie es zum Beispiel beim Zahnärzten der Fall ist , die zwischen durch anderes tun , und dann probieren und fragen , ob es noch weh tut.
    Nachdem mehrmals in meiner Wunde mit Skalpel herumhantiert wurde , was von unerträglichen Schmerzen begleitet wurde , habe ich den Chirurgen darauf aufmerksam gemacht , dass man normaler Weise wartet , bis die Wirkung einsetzt. Als Antwort hörte ich dass er mir 10 Milliliter gespritzt hatte . Es wurde kein Schitt mit Skalpel vorgenommen , lediglich mit der Sitze in der Wunde herumgefuchtelt.
    Als die schmerzhafte Prozedur , die der mittelalterlicher Folter glich , beendet war und ich aus dem OP rausging , bemerkte ich, dass die Wirkung der Spritze eingesetzt hat.
    Zu meinem Erstaunen wurde ich wegen dem Splitter stationär aufgenommen , was ich abgelehnt habe , und zwar wegen der Schmerzzufügung anstatt schmerz Linderung in dieser akademischen medizinischen Lehranstallt . Ich führe den Eingriff nicht unter Absicht , sondern führe es auf eventuelle Unerfahrenheit des sich in der Lehre befindenden ärztlichen Personals zurück.








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