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Wissenschaft prekär: Kettenjobber, Leiharbeiter, Forschungsknechte

CorbisExamen, Promotion, Weiterqualifizierung - so beginnt eine akademische Karriere. Im Idealfall. Wer in der Welt der Wissenschaft Fuß fassen will, muss oft jahrelang die Zähne zusammenbeißen. Sechs junge Uni-Arbeiter erzählen, welche Strapazen und Ungerechtigkeiten sie erdulden.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...835467,00.html
  1. #1

    Lasst uns die Situation verbessern!

    Gerade versucht die Promovierenden-Initiative die Situation für Promovierende zu verbessern. Unter www.promostatus-jetzt.de findet ihr einen Offenen Brief an die Landesregierungen mit Unterschriftenliste. Wir haben bis jetzt schon mehr als 2400 Unterschriften gesammelt und die Liste wächst stetig.

    Unterschreibt, wenn sich was ändern soll :)

    A.Hartmann (www.promovierenden-initiative.de)

    PS:Die Süddeutsche hat bereits darüber berichtet:http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/547652/Es-muss-eine-klare-Zuordnung-geben
  2. #2

    Kommt mir irgendwie bekannt vor

    Ja genauso siehts aus, die 6 Beispiele im Artikel beschreiben sehr schön, wie es wirklich aussieht.

    Der Wissenschaftssektor in Deutschland geht den Bach hinunter, denn bald werden auch die letzten unbefristeten Assistentenstellen ausgelaufen sein und neben den Professoren nur noch extrem schlecht bezahlte, überstundenschrubbende und befristete Doktoranden und Hiwis die Kernarbeit machen.

    Daß es da keine Gewerkschaft gibt, die gegen diese extremen Mißstände angeht, bleibt schleierhaft.

    Gute Nacht Forschungsstandort Deutschland!
  3. #3

    Ich dachte

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Examen, Promotion, Weiterqualifizierung - so beginnt eine akademische Karriere. Im Idealfall. Wer in der Welt der Wissenschaft Fuß fassen will, muss oft jahrelang die Zähne zusammenbeißen. Sechs junge Uni-Arbeiter erzählen, welche Strapazen und Ungerechtigkeiten sie erdulden.

    Wie junge Wissenschaftler an den Unis geknechtet werden - SPIEGEL ONLINE
    wir haben Fachkräftemangel die man jetzt mühsam
    Importieren muß
  4. #4

    Ach nee...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    itat:

    "Planbar ist weder die Karriere noch der Rest des Lebens - Wohnortwahl, Freundeskreis, Familiengründung."

    Wie junge Wissenschaftler an den Unis geknechtet werden - SPIEGEL ONLINE
    ...für den Rest der Bevölkerung ist es das aber?

    Das nenne ich Jammern auf Himalaya-Niveau!

    Gegen die Ausbeutung hilft nur eins: Kündigen! Die Ausbeutung ist dann - nachweisbar! - sofort beendet, womit beiden Seiten gedient wäre...

    Eine Win-Win-Situation...
  5. #5

    Akademikerproletariat

    Zitat von roastbeef Beitrag anzeigen
    Daß es da keine Gewerkschaft gibt, die gegen diese extremen Mißstände angeht, bleibt schleierhaft.
    Gewerkschaft der ausgebeuteten Akademiker?
    Die heutigen Akademiker sollten sich mal fragen, wieso sie zusehends zum "Akademikerproletariat" verkommen und zu solchen Bedingungen arbeiten müssen: Angebot und Nachfrage. Es gibt genug davon. Vielleicht sollte man wieder höhere Standards an das Abitur anlegen...
  6. #6

    Aber dafür...

    Zitat von roastbeef Beitrag anzeigen
    Der Wissenschaftssektor in Deutschland geht den Bach hinunter, denn bald werden auch die letzten unbefristeten Assistentenstellen ausgelaufen sein und neben den Professoren nur noch extrem schlecht bezahlte, überstundenschrubbende und befristete Doktoranden und Hiwis die Kernarbeit machen.
    gibt es ja sogar die extrem "gut" bezahlten PostDocs!

    P.S. "Gut bezahlt": ganze Stelle, während die Doktoranden entweder 50% oder 2/3-Stellen haben...

    P.P.S. Ach ja - hierzulande ist es leichter, als promovierter Wissenschaftler HartzIV zu bekommen, als eine unbefristete Stelle in der Grundlagenforschung...
  7. #7

    .

    Es gibt auch volle Stellen für Doktoranden an den Unis! Als Drittmittelforscher oder als Angestellter an der Uni. Im letzteren Fall hat man auch andere Dinge zu erledigen (Lehre, Verwaltung, Projekte, ...), das ist durchaus stressig, aber das bringt einem rückblickend betrachtet sehr viel.

    Wenn man wirklich ernsthaft forscht, als Pionier auf einem Gebiet, dann kann man die Dauer einer Diss nicht vorab planen. Es gibt da einfach zu viele Unbekannte in dieser zeitlichen Betrachtung. Manche Ideen erweisen sich als Sackgasse. Oder man forscht an etwas, was mit der Diss nichts zu tun hat, aktuell aber irre spannend ist.

    Man sollte sich als Doktorand nicht ausbeuten lassen. Es kommt mir andererseits immer suspekt vor, wenn jemand bei solch prekären Bedingungen in zwei oder drei Jahren promoviert. Wie sieht es da mit der Qualität der Dissertation aus? Ist der Doktorgrad dann nur die Belohnung für die zwei bis drei Jahre Ausbeutung? Dann sollte man besser keinen Doktorgrad verleihen und dies dem Doktoranden frühzeitig mitteilen.
  8. #8

    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    ...für den Rest der Bevölkerung ist es das aber?

    Das nenne ich Jammern auf Himalaya-Niveau!

    Gegen die Ausbeutung hilft nur eins: Kündigen! Die Ausbeutung ist dann - nachweisbar! - sofort beendet, womit beiden Seiten gedient wäre...

    Eine Win-Win-Situation...
    Aber wer zahlt dann in 5 oder 10 Jahren die Steuern und Beiträge die benötigt werden um die ganzen Sozialleistungen für Nicht-Akkademiker zu zahlen?
  9. #9

    Stimmt

    Ich kann das, was hier im SpON über die Arbeitsbedingungen von Wissenschaftlern in der universitären Forschung geschrieben steht aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Das geht schon seit nunmehr 30 Jahren so und wird immer schlimmer. Ferner endet dieser Zustand auch nicht mit dem Abschluß der Dissertation. Auch als Postdoc bekommt man hierzulande oft nur Zeitverträge mit halber Bezahlung für Vollzeitjobs. Selbst wer habilitiert, darf sich nicht sicher wähnen. Wenn man dann mit 40 die Grundlagenforschung verläßt und in die freie Wirtschaft wieder zurückgehen will, wird von den Personalchefs als zu alt befunden und darf dann wie ich versuchen, sich eine freiberufliche Existenz aufzubauen. Bloß nach sovielen unterbezahlten Arbeitsverhältnissen fehlt einfach das nötige Eigenkapital hierfür... ...also hartz4!


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