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Wissenschaft nach Guttenberg: Wie hältst Du's mit dem Plagiat?

Hier ein Absatz aus Wikipedia, dort ein nicht belegtes Zitat: Das Abschreiben hat Karl-Theodor zu Guttenberg nicht erfunden. Doch spätestens seit dem skandalösen Plagiat des Ex-Ministers sind die Hochschulen alarmiert. Sechs Wissenschaftler und Studenten erklären, was jetzt geschehen muss.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...751290,00.html
  1. #40

    Zitat, Rücksicht und Würdigung gehören zusammen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hier ein Absatz aus Wikipedia, dort ein nicht belegtes Zitat: Das Abschreiben hat Karl-Theodor zu Guttenberg nicht erfunden. Doch spätestens seit dem skandalösen Plagiat des Ex-Ministers sind die Hochschulen alarmiert. Sechs Wissenschaftler und Studenten erklären, was jetzt geschehen muss.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/job...751290,00.html
    Das Zitieren muss als eigene geistige Leistung verstanden werden, da es darauf ankommt, nur Qualität zu zitieren und nicht etwa Sekundär-Literatur, die selbst nicht zitiert.

    Aufgabe jeder Universität ist es, in den Anfangs-Semestern die Form der wissenschaftlichen Arbeit zu lehren. Im Fall zu Guttenberg hat in erster Linie die Universität versagt, denn sie muss bereits in Seminararbeiten auch die Qualität des Zitierens prüfen, bevor sie einen Stundenten promovieren lässt. Das ist offenbar in Bayreuth sträflich vernachlässigt worden, keine gutes Aushängeschild dieser Uni.

    Auch die Tochter von Edmund Stoiber gerät nun ins Zwielicht. Aber nicht nur Stundenten versuchen, heimlich abzukupfern und sich mit fremden Federn zu schmücken. Auch Professoren benutzen gute Ideen von Seminar-Teilnehmern unzitiert für ihre eigenen Arbeiten.

    Und Politiker? Sie verwerten links und rechts, was ihnen brauchbar erscheint, ohne zu zitieren, immer so, als ob die Ideen von ihnen selbst stammen.

    Zitate sind eine Würdigung. Wenn allgemein Würdigung unterbleibt und Politiker die Taten anderer Nationen für sich verwerten wollen, ist dies noch schlimmer als das "vergessene" Zitat eines Studenten. Ein ganz besonders schräger Vogel in dieser Hinsicht ist Außenminister Westerwelle. Er will die Früchte anderer Nationen im Fall Libyens für seine eigenen eitlen Positionen verwerten und sich in Szene setzen. Dabei hat er Deutschland geschadet, denn unser Land steht nun bei unseren Freunden als unzuverlässiger Partner da. Er hat alle Reputation international verloren. National versucht er es mit Abbitten an den Wähler: "Wir haben verstanden ...". Unmöglich, dieser Mann, er darf nicht Außenminister bleiben.

    Westerwelle unterlässt nicht nur, Freunde zu würdigen, er hintertreibt sie auch. Um seine eigenen Fehler zu beschönigen, mobbt er: andere Nationen in der arabischen Welt seien durchaus seiner Meinung (ja, ja, die Despoten natürlich).

    Übertragen auf das fehlende Zitat, würde dies bedeuten, dass ein Student zunächst fremdes geistiges Eigentum für sich heimlich verwertet, dann aber an anderer Stelle über den rechtmäßigen Autoren negativ herzieht. Zu Guttenbergs Fehler sind dagegen "peanuts", die hauptsächlich der fehlenden Pädagogik der Bayreuther Universität anzulasten sind.

    Das Schlimme an der "Diplomatie" von Außenminister Westerwelle ist, dass nach seinem Kardinal-Fehler nun alles andere, das er von sich gibt, von vorn herein negativ gesehen wird. Im Spiegel Online existiert ein Artikel, was man über ihn in den USA unter Fachleuten denkt.

    Zu Guttenberg war ein Zentimeter Schaden für die BRD, Außenminister Westerwelle richtet einen Kilometer Schaden an. Er muss da verschwinden.
  2. #41

    Leider doch

    Zitat von erwachsener Beitrag anzeigen
    Der Doktortitel war füher mal Teil des Namens, ist er aber heute nicht mehr. (Ein Jurist anwesend, der den zuständigen Paragraphen nennen kann?)

    Ebenso ist "Professor" kein Titel, sondern nur eine Stellenbezeichnung im Stellenplan einer Universität, ebenso wie "Schreibkraft" ......
    Da schaue ich doch mal kurz in meinen Pass und was steht dort hinter 1. Name DR (Familienname). Mithin ist der Doktertitel Teil meines Namens. Hinsichtlich des "Prof." haben Sie recht.
  3. #42

    Da waere ich mir nicht so sicher

    Zitat von mgertler Beitrag anzeigen
    Selbstverständlich gibt es Promotionsverfahren, die deutlich sicherer sind als in Deutschland üblich.
    In den Niederlanden ist es mehrstufig:
    1. Doktorvater.....
    Ja wenn jetzt noch der Zufall die Mitglieder der Kommissionen bestimmen wuerde haetten Sie wahrscheinlich recht. Ich habe 8 Jahre an niederlaendischen Universitaeten gearbeitet und so ist es aber nicht, in erster Linie bestimmt der Doktervater implizit wer wo mitmachen darf. Da sich der Doktervater nicht blamieren will, werden dem Doktoranden wohlgesonnene Kommissionsmitglieder bestellt und dann nimmt die Sache ihren Lauf, genauso wie in DE. Das ist ein Spiel auf Gegenseitigkeit und in den 8 Jahren habe ich nicht einmal erlebt, dass bspw. jemand bei der Verteidigung seiner Diss. durchgefallen waere. Immerhin sitzt die Familie im Publikum und die Feier ist vorbereitet, dann laesst man doch keinen mehr durchfallen. Uebrigens Gutti musste seine Diss auch veroeffentlichen, und ich durfte auch erst den Titel tragen, nachdem die Uni-Bib. die Pflichtexemplare als veroeffentlichtes Buch zur Verfuegung hatte. Besser als ein Buch, waere es alle Dissertationen fuer immer ins Internet zu stellen, dann geht aber die ganze Industrie der Diss.-Verlage pleite. Vor allen Dingen waere das auch lustig, endlich mal wieder tiefsinnige Dissertationen von Aerzten lesen die dann einen Umfang von 50 Seiten haben und denen eine statistische Auswertung von 20 Probanden zugrunde liegt. Da schlaegt das Herz des Statistikers hoeher angesichts solcher Grundmengenumfaenge.
  4. #43

    Das ist absurd

    Zitat von Anay2 Beitrag anzeigen
    siebengang, hast keine Ahnung.
    Es geht hier um Wissenschaft und Forschung. Kaum ein Wissenschaftler verdient mit Veröffentlichungen Geld. Viele bezahlen .....
    Sie haetten es wohl gerne man duerfte argumentieren, ich kann mich erinnern gelesen zu haben, dass... und das soll dann reichen oder wie? Das ist ein Ausdruck Ihrer Faulheit und Schlampigkeit oder denken Sie ich finde das toll mit den Zitaten, aber anders geht es garnicht.
  5. #44

    Was?

    Zitat von Anay2 Beitrag anzeigen
    Schon immer? Das gibt es noch nicht so lange. Ich habe die Aufklärung genannt, die Humanisten usw. Erst mit der Industriemoderne, dem heutigen harten Urheberrecht usw. kam auch der Zwang,.....
    Sie schreiben jemand hat 1-2 gute Ideen, den Rest befinden Sie als Stuss und deshalb haben Sie das Recht die 1-2 Ideen dieses Authors zu klauen? Ich hoffe Sie werden mit dieser Arbeitsweise mal erwischt, dann wuerde ich aber auch so argumentieren wie hier. Das ist ja so, ich finde ein Haus haesslich, aber das darin befindliche Sofa schoen, dann darf ich das Sofa klauen, ja?. Gute Argumentation.
  6. #45

    ...

    Zitat von czarpeter Beitrag anzeigen
    Das ist ein Ausdruck Ihrer Faulheit und Schlampigkeit
    Also ich denke auch, dass es kein so grosses Problem mehr sein sollte, Referenzen und Inhalte zu verwalten. Dafuer gibt es genuegen oftmals sogar kostenlose tools wie beispielsweise Zotero, Mendeley und Papers, dazu etliche Referenzmanager wie Endnote ReferenceManager, JabRef, die sich in verschiedenen Textverarbeitungsprogrammen integrieren lassen. Da muss man nicht einmal mehr die Referenzen muesam eintippen, da diese sich direkt von irgendwelchen Databases wie PubMed runterladen lassen. Wenn man sich einmal damit auseinandergesetzt hat, kann man doch wunderbar die Quellen verwalten, und dann in einer ordentlichen Art und Weise per Copy&Paste inhalte mit Quellenangaben in die eigene Arbeit einfuegen. Man muss eben nur ein wenig Literaturrecherche betreiben und seine eigene Database aufbauen. Aber ein Wissenschaftler, der keinen Bock hat, andere Veroeffentlichungen zu lesen und sich damit zu beschaeftigen, weil man evtl den Author nicht mag, der hat meiner Meinung nach ein falsches Berufsverstaendnis. Da stimme ich nur zu, dass es Ausdruck von Faulheit und Schlampigkeit ist. Eine solche Einstellung hat in einem wissenschaftlichen Betrieb nichts verloren.
  7. #46

    Ihnen kann geholfen werden

    Zitat von erwachsener Beitrag anzeigen
    Der Doktortitel war füher mal Teil des Namens, ist er aber heute nicht mehr. (Ein Jurist anwesend, der den zuständigen Paragraphen nennen kann?)
    Hier haben Sie alle Informationen, die Sie brauchen

    http://www.zimmerling.de/veroeffentl...ktoranrede.htm

    Um es kurz zu machen:

    1) Doktor ist kein Titel (sondern ein akademischer Grad)

    2) Er ist kein Namensbestandteil (man kann von niemandem und nirgends das Recht einfordern, mit Frau oder Herr Doktor angeredet zu werden.

    3) Der Doktortitel kann in den Pass eingetragen werden (muss aber nicht)

    4) Jemand der auf die Anrede "Doktor" ausdrücklich Wert legt und ihn (als Nicht-Mediziner) ans private Klingelschild pappt, ist eine Wurst und gibt sich der Lächerlichkeit preis. Genauso wie jener, der auf sein privates Klingelschild Diplom Ingenieur oder ähnliches (am besten noch mit Zusatz FH) klebt. Aber wer so einen Ego-Booster ganz dolle braucht, dem soll Vergebung zuteil werden.

    Dr. Jennings
  8. #47

    lol

    Zitat von dr.jennings Beitrag anzeigen
    4) Jemand der auf die Anrede "Doktor" ausdrücklich Wert legt und ihn (als Nicht-Mediziner) ans private Klingelschild pappt, ist eine Wurst und gibt sich der Lächerlichkeit preis. Genauso wie jener, der auf sein privates Klingelschild Diplom Ingenieur oder ähnliches (am besten noch mit Zusatz FH) klebt. Aber wer so einen Ego-Booster ganz dolle braucht, dem soll Vergebung zuteil werden.
    Dem kann ich ja voll zustimmen. Jeder, der seinen Doktor zuwei raushaengen laesst, der zeigt, dass der Titel (aehem, Grad) wichtiger als ide Leistung ist.

    Zitat von dr.jennings Beitrag anzeigen
    Dr. Jennings
    Das zusammen mit den Forennamen haut mich dann doch echt um. So eine subtile Selbstironie ist echt klasse und verdient einen Doktor ;)
  9. #48

    Der Schwachsinn hat einen Namen

    Doktor.
    Wenn es reicht, irgendetwas mit einer Fußnote zu zitieren, stellt sich die Frage, ob man nicht einfach ein komplettes Werk mit Fußnote verziert und damit hat es sich.
    Komischerweise ist ein Plagiat nur dann ein Plagiat, wenn eben diese Fußnoten fehlen.
    Demnächst also beim Abi.
    Die Arbeiten meines Nachbarn einfach abschreiben und mit Fußnote versehen.
    Man kann sich vorstellen, was für Horrorgestalten auf diesem Weg aus unseren Unis kommen.
  10. #49

    was ist eine Forschungsarbeit

    Zitat von systemmirror Beitrag anzeigen
    Doktor.
    Wenn es reicht, irgendetwas mit einer Fußnote zu zitieren, stellt sich die Frage, ob man nicht einfach ein komplettes Werk mit Fußnote verziert und damit hat es sich.
    Komischerweise ist ein Plagiat nur dann ein Plagiat, wenn eben diese Fußnoten fehlen.
    Demnächst also beim Abi.
    Die Arbeiten meines Nachbarn einfach abschreiben und mit Fußnote versehen.
    Man kann sich vorstellen, was für Horrorgestalten auf diesem Weg aus unseren Unis kommen.
    Das klingt irgendwie, als würden sie dass Prinzip von Forschung und Forschungsarbeiten nicht verstehen. Kein Mensch zaubert neue Ideen einfach so aus dem Hut. Jede Arbeit basiert auf Ideen die nur entstehen können durch Studium anderer Arbeiten und selbstverständlich kann man die neue Idee und deren Resultate dann auch nur im Zusammenhang mit den Vorarbeiten anderer Wissenschaftler präsentieren. Eine komplette Arbeit nur aus den Arbeiten anderer gibt es, mit Ausnahme von Übersichtsarbeiten, nicht und wird auch nicht als Leistung anerkannt.

    Zum Thema "nur ein Arzt sollte sich Doktor ans Türschild heften" muß ich sagen, dass ich selten was lächerlicheres gehört habe. Gerade bei Ärzten sollte der Doktor mal schön klein geschrieben werde.
    Siehe auch:
    http://www.zeit.de/2011/35/Doktorarb...schung/seite-1








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