Das Zitieren muss als eigene geistige Leistung verstanden werden, da es darauf ankommt, nur Qualität zu zitieren und nicht etwa Sekundär-Literatur, die selbst nicht zitiert.
Aufgabe jeder Universität ist es, in den Anfangs-Semestern die Form der wissenschaftlichen Arbeit zu lehren. Im Fall zu Guttenberg hat in erster Linie die Universität versagt, denn sie muss bereits in Seminararbeiten auch die Qualität des Zitierens prüfen, bevor sie einen Stundenten promovieren lässt. Das ist offenbar in Bayreuth sträflich vernachlässigt worden, keine gutes Aushängeschild dieser Uni.
Auch die Tochter von Edmund Stoiber gerät nun ins Zwielicht. Aber nicht nur Stundenten versuchen, heimlich abzukupfern und sich mit fremden Federn zu schmücken. Auch Professoren benutzen gute Ideen von Seminar-Teilnehmern unzitiert für ihre eigenen Arbeiten.
Und Politiker? Sie verwerten links und rechts, was ihnen brauchbar erscheint, ohne zu zitieren, immer so, als ob die Ideen von ihnen selbst stammen.
Zitate sind eine Würdigung. Wenn allgemein Würdigung unterbleibt und Politiker die Taten anderer Nationen für sich verwerten wollen, ist dies noch schlimmer als das "vergessene" Zitat eines Studenten. Ein ganz besonders schräger Vogel in dieser Hinsicht ist Außenminister Westerwelle. Er will die Früchte anderer Nationen im Fall Libyens für seine eigenen eitlen Positionen verwerten und sich in Szene setzen. Dabei hat er Deutschland geschadet, denn unser Land steht nun bei unseren Freunden als unzuverlässiger Partner da. Er hat alle Reputation international verloren. National versucht er es mit Abbitten an den Wähler: "Wir haben verstanden ...". Unmöglich, dieser Mann, er darf nicht Außenminister bleiben.
Westerwelle unterlässt nicht nur, Freunde zu würdigen, er hintertreibt sie auch. Um seine eigenen Fehler zu beschönigen, mobbt er: andere Nationen in der arabischen Welt seien durchaus seiner Meinung (ja, ja, die Despoten natürlich).
Übertragen auf das fehlende Zitat, würde dies bedeuten, dass ein Student zunächst fremdes geistiges Eigentum für sich heimlich verwertet, dann aber an anderer Stelle über den rechtmäßigen Autoren negativ herzieht. Zu Guttenbergs Fehler sind dagegen "peanuts", die hauptsächlich der fehlenden Pädagogik der Bayreuther Universität anzulasten sind.
Das Schlimme an der "Diplomatie" von Außenminister Westerwelle ist, dass nach seinem Kardinal-Fehler nun alles andere, das er von sich gibt, von vorn herein negativ gesehen wird. Im Spiegel Online existiert ein Artikel, was man über ihn in den USA unter Fachleuten denkt.
Zu Guttenberg war ein Zentimeter Schaden für die BRD, Außenminister Westerwelle richtet einen Kilometer Schaden an. Er muss da verschwinden.

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