Forum


 

Wirtschaftsweiser Bofinger: "Selbst wenn Staaten eisern sparen, droht die Pleite"

DPAItalien stemmt Reformen, dennoch verschärft sich die Krise. Der Wirtschaftsweise Bofinger sieht das Land als Opfer eines Systemfehlers. Die These der Regierung Merkel, wonach striktes Sparen die Probleme löse, sei eine Illusion, sagt Bofinger im Interview.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...844231,00.html
  1. #1

    Jede Wette

    Wenn Italien unter den Rettungsschirm muss, dann wird dieser entsprechend ausgeweitet. Das vom Bundesrat und Bundestag verabschiedete ESM-Gesetz sieht keine Beschränkung vor.

    Im Endeffekt werden etwa vier Billionen Euro Haftungskapital ausreichen. Das ist alternativlos. ;-)
  2. #2

    Ich habe garkein Problem mit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Italien stemmt Reformen, dennoch verschärft sich die Krise. Der Wirtschaftsweise Bofinger sieht das Land als Opfer eines Systemfehlers. Die These der Regierung Merkel, wonach striktes Sparen die Probleme löse, sei eine Illusion, sagt Bofinger im Interview.

    Wirtschaftsweiser Peter Bofinger - SPIEGEL ONLINE
    dem Argument von Herrn Bofinger. Bitte schoen: Griechenland, Portugal, Irland, Island, Spanien, Italien, Zypern - MIR ist es voellig egal ob Ihr spart oder nicht. Nehmt einfach mehr Kredite auf (viel Glueck dabei!) sofern ihr welche zu guenstigen Konditionen bekommen koennt und verschwendet diese weiterhin in unproduktiven Sektoren. Alles ok - nur bitte verlangt nicht, dass ich mich an dieser Hilfsaktion beteilige. Denn ich brauche mein eigenen Geld um ebenfalls das Sparen aufzugeben und es so richtig knallen zu lassen. Und in ein paar Jahren bitte nicht anklopfen wenn auch das breite Verteilen aus dem Fuellhorn des Staates keine Besserung gebracht hat. Herr Bofinger hat dann sicher eine gute Erklaerung oder einen weiteren Vorschlag haben der Euch wiederum ein Jahrzehnt Luft verschafft um genauso weiter zu machen wie bisher. Der grosse Staatsbankrott ist nur aufgeschoben und unsere Kinder werden es "Verfuehrern" wie Herrn Bofinger zu danken wissen.
  3. #3

    Systemkrise

    Das hat der Mann richtig erkannt, nur dabei viel zu kurz gegriffen. Das ganze auf Schulden basierende Geldsystem ist eine voellig abartige Einrichtung und muss zwingend irgendwann in sich zusammenbrechen. Weit sind wir vom grossen Knall nicht mehr entfernt, dass verraten uns schon die astronomischen Zahlen, mit denen mittlerweile umhergeworfen wird. Die Exponentialfunktion laesst gruessen.
  4. #4

    Goldene Zeiten

    Wenn schon die Regierenden keinen blassen Schimmer haben, wie sie einen funktinierenden Plan B zum Laufen kriegen, dann wird es Zeit, dass der Bürger seinen Plan B kennt – und nutzt: Sein Vermögen aus den ganzen wertlos werdenden Euro-, Franken- und Dollar-Assets herauslösen, in physischem Gold und Silber parken, die Krise damit gut überstehen: und dann die Schürze aufhalten. In die die reif gewordenen Immobilien- und Aktienwerte nur so hineinpurzeln werden.
  5. #5

    Wenn meine Grossmutter Räder hätte...

    ...wäre sie ein Omnibus. Herr Bofinger mag die Dinge richtig sehen für den Fall, dass die Staaten d.h. die Menschen in Europa genauso funktionieren, wie am Schreibtisch errechnet. Aber das hat sich doch gerade in Griechenland als verheerender Irrtum erwiesen, dass Politiker die Mentalität unserer europäischen Staaten kennen.
    Und immer wieder ist der Grund derselbe simple: Volkswirtschaften mit verschiedenen Mentalitäten können nicht unter dasselbe Geldkorsett gezwungen werden zum guten Funktionieren. Die ständigen kleinen Abwertungen und Aufwertungen der Währungen in Europa machen ja gerade das lebendige Europa aus! Es scheint so, dass unsere Wissenschaftlerin Angie mit berechenbaren Molekülen umgehen kann, aber nicht mit den Mentalitäten grundverschiedener Völker.
  6. #6

    Deutsche Mark

    Bofinger: "Doch wer sich für die D-Mark entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass dann das Schicksal unserer Wirtschaft in die Hände der völlig neurotischen Devisenmärkte gelegt wird."

    Quatsch! Die Schweiz z.B. steht auch "alleine" da - und wird nicht zum Spielball der Finanzmärkte. Genau so wäre es auch mit Deutschland. Wir hätten die härteste Währung der Welt mit der neuen D-Mark!
  7. #7

    Interview Bofinger

    Bofinger geht über zwei wesentliche Aspekte hinweg: Vertrauen und Konsequenzen. Es gibt offensichtlich keine Vertrauensbasis zwischen den Handelnden, so dass die angesprochene "Verknüpfung" keine Basis besitzt. Zum anderen fehlt es an der Aussage zu den Folgerungen bei hartnäckiger Verweigerung der Umsetzung von Maßnahmen durch eine Mitgliedsregierung. Am Rande sei nur erwähnt, dass sich am Beispiel Griechenland die verfehlte Herangehensweise der Bundesregierung et al zeigt: wie soll denn in einem Land ohne funktionsfähige Regierungsstrukteren ein Bündel von 300 Maßnahmen umgesetzt werden? Diese Fehleinschätzung war die "böse Tat, die fortwährend zeugend Böses muss gebären".
  8. #8

    Es ist zu spät und wir befinden uns in der Ruhe vor dem Sturm,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Italien stemmt Reformen, dennoch verschärft sich die Krise. Der Wirtschaftsweise Bofinger sieht das Land als Opfer eines Systemfehlers. Die These der Regierung Merkel, wonach striktes Sparen die Probleme löse, sei eine Illusion, sagt Bofinger im Interview.

    Wirtschaftsweiser Peter Bofinger - SPIEGEL ONLINE
    diese Ruhe wird im Endstadium noch ein wenig verlängert mit der immer weiterführenden Aufnahme von Krediten, weil man den kommenden Absturz unverantwortlich ignoriert. Genau das Gegenteil dessen, was passieren sollte, passiert. Die Menschen werden nicht aufgeklärt über die wahre Dramatik, genau das Gegenteil von Schadenbegrenzung geschieht.

    Die Automobil-Industrie geht step by step in die Knie, die Touristen-Industrie kämpft ums Überleben, Indizien an jeder Stelle, aber es wird ignoriert.

    Daher ist ohne weiteres davon auszugehen, daß jedenfalls die Pleite droht; es ist schließlich zu viel, das kann man nicht mehr in den Griff bekommen, die Einschläge rücken näher und unsere Volksvertreter sehen noch schnell zu, wie sie ihre privaten Belange aus dem Strudel heraus bekommen.
  9. #9

    ... spekulative Attacken der Finanzmärkte....

    ... ich kann´s nicht mehr hören von diesen Euro-Verblendeten!
    das Chance/Risiko-Verhältnis muss stimmen für Investoren.
    Bei der enormen Verschuldung Italiens lässt sich der Investor das Risiko der Abwertung im Falle des EURO-Austritts halt mit z.Zt. noch moderaten 6% honorieren.
    Ich persönl. bin am Kauf von ital. 6% Anleihen nicht interessiert - zu riskant, mein Geld bleibt in D.


TOP



TOP