Wirtschaftspreis für Euro-Ausstieg: Ökonomen glauben nicht an Euro-Masterplan

Nach dem Nobelpreis ist es der höchstdotierte Wirtschaftspreis: 250.000 Pfund erhält der Gewinner des neuen Wolfson Economics Prize, wenn er einen plausiblen Masterplan für den Austritt eines Landes aus der Euro-Zone vorlegt. Ökonomen sind skeptisch, die Motive des Stifters zu durchsichtig.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...792838,00.html
  1. #30

    Danke

    Zitat von deppvomdienst Beitrag anzeigen
    Also ist die britische Motivation klar - der Euro muss weg. Und dazu darf man ruhig auch mal unter dem Tisch treten.
    Ist ja echt schön, ab und zu mal rationale Schlussfolgerungen zu lesen, anstatt des klassischen weinerlichen "Wir-wollen-unsere-D-Mark-wieder-haben-Genöle". Vielen Dank dafür.

    Mal zwei Punkte zum Nachdenken (an die Euro-Basher):

    1. Wir haben eine (selbstgestrikte) massive Krise, die unser wirtschaftliches und politsches System ernsthaft bedroht. Solche Krisen führten früher zu Kriegen. Heute streiten wir darüber, wer was warum bezahlen soll.

    2. Nicht weniger Europa(-Währung) sondern mehr ist die Antwort auf die Krise. Damit lösen wir nicht die aktuellen Probleme, vermeiden sie aber für die Zunkunft. Die Nationalstaaten müssen Kompetenzen in den Bereichen Wirtschafts- und Haushaltspolitik abgeben. Sprich: Es muss z.B. unmöglich (statt ev. strafbar) werden, sich über die Maastrichtkriterien hinaus zu verschulden. Aber das meiden die nationalen Regierungen wie der Teufel das Weihwassser (würde ja auch Machtverlsut bedeuten). Und die meisten D-Mark-Heuler, die ich kenne, zucken bei dem Gedanken zusammen, als hätte man sie unter Strom gesetzt. Huch? Nein! Wir wollen unsere Souveränität (was auch immer man darunter verstehen will) behalten.

    Übrigens: Warum eigentlich nicht jedem Bundesland seine eigene Währung gönnen?

    Übrigens2: GB verspürt großen wirtschaftlichen Druck, dem Euro beizutreten. Mit dem Selbstverständnis der Briten kollidiert das erheblich. Und trotzdem war der Euro in London schon fast so zu Hause wie in Berlin und Paris. Das kann so einem klassisch britischem Lord natürlich nicht passen.
  2. #31

    Euro-Austritt ist Scheinproblem

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Das Problem ist eher ein rechtliches. Ein Euro-Austritt ist, soweit ich weiss, im Vertrag gar nicht vorgesehen. Schad um den schoenen Preis.
    Das ist eher ein Scheinproblem. Es stimmt zwar, dass es nicht vorgesehen ist, aber wie sollte ein Land, das freiwillig aus dem Euroraum ausscheinden will, daran gehindert werden?
    Nach den vielen Vertragsbrüchen im Zusammenhang mit dem Euro taugen selbst die Standardargumente des deutschen Verwaltungsrechtlers ("das hats ja noch nie gegeben", "da könnte ja jeder kommen", "wo kommen wir den da hin") nicht mehr.

    Das Problem ist eher der politische Mut, den eine solche Entscheidung kosten würde. Und da sieht es, zumindest in Deutschland, sehr, sehr düster aus.

    Apropo Mut: Schwarz-Rot-Gold symbolisiert mit der Herkunft aus den Befreiungskriegen eigentlich genau dies. Gegenwärtig ist da vielmehr der weisse Angsthase auf weissem Grund die deutsche Fahne. Und der Adler im Reichstagsgebäude viel mehr ein siches Huhn.
  3. #32

    Der Euro ist nur eine Währung ...

    Zitat von Mähtnix Beitrag anzeigen
    Nicht weniger Europa(-Währung) sondern mehr ist die Antwort auf die Krise. Damit lösen wir nicht die aktuellen Probleme, vermeiden sie aber für die Zunkunft. Die Nationalstaaten müssen Kompetenzen in den Bereichen Wirtschafts- und Haushaltspolitik abgeben. Sprich: Es muss z.B. unmöglich (statt ev. strafbar) werden, sich über die Maastrichtkriterien hinaus zu verschulden.
    Wir brauchen nicht zwingend eine europäische Regierung - der Grundgedanke der EU beruht auf Subsidiarität, die wieder eingefordert werden müsste! Obwohl ich mich auch mit einem Gedanken an konföderierte Staaten von Europa anfreunden könnte, sehe ich die Notwendigkeit nicht.

    Wir haben in Deutschland kein einheitliches Preisniveau - nicht für Mieten, nicht für Löhne und Gehälter, noch nicht mal für die ärztliche Versorgung - und auch für die meisten Preise nicht. Außer bei Lebensmitteln und Kleidung ist selbt in unserem Land die Bandbreite enorm - und war es auch schon zu DM-Zeiten, insofern ist das auf Europaebene auch nicht nötig.

    Für nichts in der Welt würde ich in die Lüneburger Heide ziehen wollen - selbst wenn meine Lebenshaltungskosten dort 20% niedriger sind als in meinem Umfeld!

    Definitiv hat uns der Euro wirtschaftlich nicht geschadet, wer aber geglaubt hat, dass uns der Euro das Erledigen eigener wirtschaftlicher Hausaufgaben automatisch und nebenher erledigt, ist im Irrtum. Der Weg in die "ungerechte" Vermögensverteilung wurde schon mit der DM begangen, der Euro konnte das lediglich nicht aufhalten.

    Historiker werden - in 100 Jahren - darüber befinden können, ob die DM eine Erfolgsgeschichte war, oder ob der Prozess der europäischen Einigung Grundlage für den tollen Wohlstand, den wir heute genießem, war. Seit 10 Jahren stockt der Einigungsprozess - vielleicht ist das ja auch der Grund für die Probleme, nicht die Währung. Und die gleichen Historiker könnten dann auch darüber befinden, ob das Festhalten am Pfund mit ein Grund für den Niedergang der britischen Wirtschaft war - obwohl doch mit den Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee eine Grunddlage gegeben gewesen wäre, Britannia zu neuer Blüte zu treiben.
  4. #33

    zurück ins 19te Jahrhundert!

    Zitat von Mähtnix Beitrag anzeigen

    Übrigens: Warum eigentlich nicht jedem Bundesland seine eigene Währung gönnen?

    Übrigens2: GB verspürt großen wirtschaftlichen Druck, dem Euro beizutreten. Mit dem Selbstverständnis der Briten kollidiert das erheblich. Und trotzdem war der Euro in London schon fast so zu Hause wie in Berlin und Paris. Das kann so einem klassisch britischem Lord natürlich nicht passen.
    Warum keine Goldmünzen mit verschiedenen Wappen aber gleichen Gold-Gewichtes prägen ?
  5. #34

    Verträge sind nicht mehr ihr Papier wert

    Seit Merkel, Sarkozy, Barroso und Genossen den Maastrichtvertrag alternativ gebrochen haben, sind sämtliche rechtlichen Fragen gelöst, da sie bei Bedarf alternativlos keinen Wert mehr haben.
  6. #35

    Selbstgestrickt?

    Zitat von Mähtnix Beitrag anzeigen
    Ist ja echt schön, ab und zu mal rationale Schlussfolgerungen zu lesen, anstatt des klassischen weinerlichen "Wir-wollen-unsere-D-Mark-wieder-haben-Genöle". Vielen Dank dafür.

    Mal zwei Punkte zum Nachdenken (an die Euro-Basher):

    1. Wir haben eine (selbstgestrikte) massive Krise, die unser wirtschaftliches und politsches System ernsthaft bedroht. Solche Krisen führten früher zu Kriegen. Heute streiten wir darüber, wer was warum bezahlen soll.

    2. Nicht weniger Europa(-Währung) sondern mehr ist die Antwort auf die Krise. Damit lösen wir nicht die aktuellen Probleme, vermeiden sie aber für die Zunkunft. Die Nationalstaaten müssen Kompetenzen in den Bereichen Wirtschafts- und Haushaltspolitik abgeben. Sprich: Es muss z.B. unmöglich (statt ev. strafbar) werden, sich über die Maastrichtkriterien hinaus zu verschulden. Aber das meiden die nationalen Regierungen wie der Teufel das Weihwassser (würde ja auch Machtverlsut bedeuten). Und die meisten D-Mark-Heuler, die ich kenne, zucken bei dem Gedanken zusammen, als
    hätte man sie unter Strom gesetzt. Huch? Nein! Wir wollen unsere Souveränität (was auch immer man darunter verstehen will) behalten.

    Übrigens: Warum eigentlich nicht jedem Bundesland seine eigene Währung gönnen?

    Übrigens2: GB verspürt großen wirtschaftlichen Druck, dem Euro beizutreten. Mit dem Selbstverständnis der Briten kollidiert das erheblich. Und trotzdem war der Euro in London schon fast so zu Hause wie in Berlin und Paris. Das kann so einem klassisch britischem Lord natürlich nicht passen.
    In Deutschland hat man sich schon kaputtgespart.
    Haushalts und Finanzpolitik abgeben heißt nichts Anderes, als unter den Erlaubnisvorbehalt von Ländern wie Griechenland zu stellen.
    Damit wird sicherlich alles Gut!
    Damit bringen Sie die von Ihnen so titulierten „D-Mark-Heuler” sicherlich wieder auf politisch korrekte Linie!
    Schon Ihre Wortwahl beweist Ihre Diskussionsfreudigkeit.
    Mit Verlaub: Bisher hatten die Eurokritiker mit all ihren Prognosen Recht?
    Schön auchnimmer wieder der (wohl drohend sollende...) Vergleich des Länderfinanzausgleiches....(gegen den ich persönlich übrigens langfristig auch bin) nur ist es eben wirklich Milchmädchenrechnung vorzurechnen , ob B,BW und andere Länder die Armen Deutschen Länder mit durchziehen müssen (wie gesagt, ich bin ein Gegner dessen!) oder eben Griechenland, Spanien, Portugal, defacto auch Polen
    Und immer mehr.
    Wenn ich meinem Freund einen Kredit gebe, resultiert eben daraus nicht die Pflicht, Allen Bewohnern meines Stadtteils einen zu geben.
    Nein, Alles, was jetzt beschlossen wird, ist teure Palliative Therapie. Die eigentlich Schuldigen bekommen Zeit geschenkt, Laden Schulden bei der EZB ab und sind dann Aufwind davon.
    Wenn DAS Ihr Traum von Europa ist: Nein Danke!
  7. #36

    rechtliche probleme?

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Das Problem ist eher ein rechtliches. Ein Euro-Austritt ist, soweit ich weiss, im Vertrag gar nicht vorgesehen. Schad um den schoenen Preis.

    Eine Transferunion und die Manipulation bei den Beitrittskriterien waren übrigens im Vertrag auch nicht vorgesehen