Wirtschaftspolitik: Leben wie Hollande in Frankreich

AFPFrüher in Rente, noch mehr Beamte: Warum regen die Deutschen sich eigentlich so auf über die Pläne des neuen französischen Präsidenten? Die Nachbarn leisten sich seit Jahrzehnten eine Wirtschaftspolitik, die eigentlich gar nicht funktionieren dürfte. Und leben ziemlich gut damit. Ein Analyse.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...832276,00.html
  1. #10

    Abgerechnet wird am Schluß

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Früher in Rente, noch mehr Beamte: Warum regen die Deutschen sich eigentlich so auf über die Pläne des neuen französischen Präsidenten? Die Nachbarn leisten sich seit Jahrzehnten eine Wirtschaftspolitik, die eigentlich gar nicht funktionieren dürfte. Und leben ziemlich gut damit. Ein Analyse.

    Klar funktioniert eine Sause-auf-Pump, aber wie man in Griechenland und anderen Ländern sieht, eben nur eine bestimmte Zeit lang. Je länger die Party andauert, desto rüder ist das Erwachen.

    Man sollte eigentlich meinen, dass selbst Linke es jetzt verstanden haben. Aber nein, die sind so merkbefreit, dass sie immer noch glauben die Politik könnte ökomomische Realitäten ausser Kraft setzen. Naja, die Chinesen und Brasilianer wird es freuen.
  2. #11

    Spitze!

    Spitzensteuersatz bei 75 für Einkommen über eine Million. Da graust es natürlich den Deutschen Michel, bzw. die 0,2 Prozent die davon betroffen wären.
    Und dem Hollande das anzukreiden, was seine rechten Vorgänger sich geleistet haben, was soll man dazu sagen ...
  3. #12

    Weltmarktführer

    Es gibt zwar viele franz. Weltmarktführer, aber wie kamen die
    zustande ? Durch Tricks, Drohungen, Erpressungen, etc.
    z. B. Hoechst, eine der Weltpharmafirmen, wurde durch Druck und Tricks von Roussel-Uclaf aufgekauft und abgewickelt- daraus wurde dann Aventis und dann Sanofi.
    2. Besipiel : Mit allen Tricks verhidnerten die franz. Politik u.
    elite, daß Siemens beim franz. Konkurrenten Alstom einsteigt.
    In Sachen der Elefanten, sind sich die Politik der sogenannten
    Grande Nation und der Kapitalisten völlig einig, selsbstverständlich für "la patrie" !
  4. #13

    Wer soll das bezahlen natuerlich der Michel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Früher in Rente, noch mehr Beamte: Warum regen die Deutschen sich eigentlich so auf über die Pläne des neuen französischen Präsidenten? Die Nachbarn leisten sich seit Jahrzehnten eine Wirtschaftspolitik, die eigentlich gar nicht funktionieren dürfte. Und leben ziemlich gut damit. Ein Analyse.

    François Hollandes Wirtschaftspoltik in der französischen Tradition - SPIEGEL ONLINE
    Das schoene daran ist natuerlich, dass andere Staaten, hauptsaechlich Deutschland, all diesen Luxus bezahlen duerfen. Darum ist Hollande auch so sehr fuer die Euro Bonds. Frankreich verschuldet sich dann mit billigeb Euro Bonds noch mehr und wenn dann alles im Eimer ist, duerfen die deutsche Steuerzahler dafuer gerade stehen. Wollen wir nur hoffen, dass Merkel hart bleibt und nicht einem solchen Unsinn zustimmen wird.

    Pragmatist
  5. #14

    Zitat von budenspecht Beitrag anzeigen
    Frankreich hat seine Chance schon, in der Zukunft, da die Geburtenquote ausgeglichen ist.
    Eine ausgeglichene Geburtenquote sorgt nicht zwingend für eine gesicherte Rente, wenn die Sprößlinge den Berufswunsch (singemäß) "ich werd' HARTZ4" verfolgen oder aufgrund der Rentenforderungen der Alten fluchtartig ihr Land verlassen.
  6. #15

    Zitat von zuhörNix Beitrag anzeigen
    Spitzensteuersatz bei 75 für Einkommen über eine Million. Da graust es natürlich den Deutschen Michel, bzw. die 0,2 Prozent die davon betroffen wären.
    Und dem Hollande das anzukreiden, was seine rechten Vorgänger sich geleistet haben, was soll man dazu sagen ...
    Vergiss bitte nicht zu erwähnen, dass zu dem 75% noch 13.5%
    Sozialsteuer dazugerechnet werden müssen.

    Es sind real 88.5% - für mich egal. Aber Frankreich ist auch etwas hinterfortzig. Auf das zu versteuernde Einkommen sind zusätzlich 13.5 % Sozialsteuer zu errichten, auf Sozialbeiträge 8 % Sozialsteuer, die über die URSSAF eingezogen werden.

    Teilweise wird es im Jahr darauf natürlich wieder dadurch erstattet, dass man diese Beiträge wieder absetzen kann, dafür musst du aber für deine "über eine million" Million 88.5% Vorauszahlungen leisten, egal ob du sie dann auch verdienst oder nicht.

    Und was du an die URSSAF zuviel bezahlt hast, das bekommst du nur als Kredit wieder zurück.

    Wer also im Jahr darauf diese Million nicht mehr verdient, darf sich getrost einen Kugel in den Kopf jagen - man muss Masochist sein, um das in F. verdienen zu wollen - aber eine Domina ist vielleicht billiger :-)

    Und überhaupt: warum erwähnt das in der deutschen Presse nie jemand? Weil keine schon vom Nachbarland eine Ahnung hat, und nur die offiziellen Phrasen weiter-verkündet, als Apostel der Lüge.
  7. #16

    Relativ

    Alles ist natürlich relativ, aber wirklich gut geht's den Franzosen eben nicht.

    Ich lebe 10-12 Wochen im Jahr in Frankreich und geniesse es. Wenn man allerdings einen Handwerker braucht, ist es schnell weniger lustig: Lausige Qualität zu Apothekenpreisen.

    Die Bürokratie ist furchtbar, denn die zahlreichen Beamten müssen ja ihre Existenz rechtfertigen. Ghettos wie in französischen Vororten findet man in Deutschland nicht einmal in Berlin.

    Und man soll auch nicht vergessen, dass bestimmte Wohlstandsattribute in Frankreich rar sind. Die Masse fährt Kleinwagen und macht Campingurlaub im eigenen Land. Wer in Paris arbeitet, pendelt in überfüllten Zügen 2 Stunden.

    Fazit: Ein schönes Land, wenn man die Mittel hat.
  8. #17

    Zitat von budenspecht Beitrag anzeigen
    Und überhaupt: warum erwähnt das in der deutschen Presse nie jemand? Weil keine schon vom Nachbarland eine Ahnung hat, und nur die offiziellen Phrasen weiter-verkündet, als Apostel der Lüge.
    Und noch etwas. Wenn du nicht in einer AGA bist, einer privaten Organisation, die dir die Steuerklärung kontrolliert, das macht das Finanzamt nicht, dann wird dir ein Einkommen von 125% des erklärten Einkommen unterstellt.

    Und damit du das nicht zahlen musst, Steuer auf 125% Einkommen, musst du schon ein Jahr bei einer AGA sein - kurzum, im ersten Jahr, wärst du neu, müsstest du die Steuern für 125% Einkommen bezahlen, also für deine "Million über der Million" 1.106.250 Euro.

    Also, du zahlst für deine Million über der Million ca 1,1 Millionen Steuern und bist zudem viel früher bei einer fiskalischen Million.

    Frankreich ist sicher eh schon eines der teuersten Länder in der EU, was die abgaben anbelangt.

    Schön ist Frankreich, wenn du es so wie die meisten Franzosen machst. Wenig verdienen ... ;-)

    Nur, das erzählt auch niemand ...
  9. #18

    Sicherlich ist es richtig, dass man hier in Frankreich seinen Büroalltag mit einer mindestens halbstündigen Kaffeepause beginnt. Nur dient diese eben neben dem offensichtlichen Kaffeetrinken dazu, sich mit seinen Kollegen kurz zu schliessen. So landet man nach 5 Minuten Smalltalk über das gestrige Fernsehprogramm irgendwann eben immer bei möglichen Problemen und deren Lösungen.

    Auch richtig ist, dass e shier die 35-Stunden Woche gibt. Dies betrifft eine breite Bevölkerung, wird idR auf offizielle 39 Stunden ausgedehnt – von denen die 4 Überstunden steuerfrei sind (auch wenn Herr Holland dies zu ändern gedenkt). Real arbeitet man dann 45 Stunden, von denen eben 6 unbezahlt sind. Mal abgesehen von arbeitstechnischen Definitionen wie “cadre libre”. Wer sich dieses Status erfreut, zahlt mehr in die Rentenkasse und hat keine Wochenstunden sondern Wochentage. Dabei ist es dann gleichgültig, ob man 5 Stunden am Tag da ist, oder 15 … nur die Arbeit muss am Ende erledigt sein.

    Leider ist e saber auch richtig, dass sich die Bevölkerung so sehr an die sozialen Errungenschaften und die Bemutterung durch den Staat gewöhnt hat, dass jetzt, wo in der Tat Reformen dringend nötig wären, die eben leider weh tun werden, viele Reformen nur bei den anderen akzeptieren wollen.

    Mal schauen, wieviele seiner Wahlversprechen Herr Hollande wirklich einhalten kann.
  10. #19

    Bereits für 2-fache Stromkosten gegenüber Frankreich müssen Deutsche 2,5 Jahre länger

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Früher in Rente, noch mehr Beamte: Warum regen die Deutschen sich eigentlich so auf über die Pläne des neuen französischen Präsidenten? Die Nachbarn leisten sich seit Jahrzehnten eine Wirtschaftspolitik, die eigentlich gar nicht funktionieren dürfte. Und leben ziemlich gut damit. Ein Analyse.

    François Hollandes Wirtschaftspoltik in der französischen Tradition - SPIEGEL ONLINE
    arbeiten.

    Für die höheren Nettozahlungen an die EU ca. 0,5 Jahre länger als ihr französicher Nachbar.

    Der deutsche ESM-Anteil schlägt mit etwa einem zuätzlichen Lebensarbeitsjahr gegenüber dem, was einem französichen Nachbarn zugemutet wird, zu Buche.

    Die über dem französichen Anteil liegenden Kosten für die restliche Europa-Subventionierung kosten den Deutschen etwa 1 bis 1,5 weitere Lebensarbeitsjahre.

    In der Summe erklärt das bereits etwa 5 bis 5,5 von Deutschen gegenüber Franzosen zusätzlich zu leistende Lebensarbeitsjahre.

    Wen jetzt die Lust packt weiterzurechnen, wird schnell erkennen, daß auch die noch fehlenden 1,5 bis 2 Jahre zusätzliche Lebensarbeitszeit faktisch leicht belegbar sind.

    Und so begreifen, warum 67-jährige deutsche Greise ihre bereits mit frischen 60 Lenzen Ruhestand feiernden französischen Nachbarn noch 7 zusätzliche Jahre lang bedienen müssen.

    Oder auch sehr bald 9 Jahre lang, wenn Fr. Merkel das bisherige Tempo bei der Verklappung der von Deutschen erarbeiteter Werte nach Europa beibehält.

    MfG