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Wirtschaftspolitik aus Argentinien: So wertlos wie ein kleines Steak

DPAWie Phönix aus der Asche haben Argentiniens Linkspopulisten das Land angeblich aus der Pleite geführt - nun geben sie Griechenland gute Ratschläge. Doch verdächtige Statistiken, eine wacklige Wirtschaft und die Verstaatlichung eines Ölkonzerns zeigen: Präsidentin Kirchner taugt nicht als Vorbild.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...829766,00.html
  1. #1

    Ich weiss nicht, an welche Steaks der Autor hier gedacht hat. Aber ich wuerde selbst ein kleines argeninisches Steak den argentinischen Ratschlaegen vorziehen. Und das jeden Tag in der Woche.
  2. #2

    Fehlt Hinweis auf Soja

    Leider. Ansonsten ein toller Artikel.

    Argentinien besitzt eine Menge Land, dass sich zum Anbau von Soja eignet. Die Nachfrage für Soja schoss wiederum gewaltig in die Höhe, weil die Chinesen und andere Asiaten immer mehr Fleisch essen. Soja ist ein effektives Tierfutter.
    Nur durch dieses externe Ereignis war der Aufstieg der letzten Jahre erklärbar. Für Griechenland ist ähnliches nicht zu erwarten.

    Von dem Ding mit dem Big Mac habe ich auch gehört. Der relative Preis vom Big Mac zu anderen Burgern der Kette soll tatsächlich in Vergleich zu anderen Ländern extrem günstig sein.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie Phönix aus der Asche haben Argentiniens Linkspopulisten das Land angeblich aus der Pleite geführt - nun geben sie Griechenland gute Ratschläge. Doch verdächtige Statistiken, eine wacklige Wirtschaft und die Verstaatlichung eines Ölkonzerns zeigen: Präsidentin Kirchner taugt nicht als Vorbild.

    Wirtschaftspolitik*aus Argentinien: So wertlos wie ein*kleines Steak - SPIEGEL ONLINE
    Interessante Idee, um Einnahmen zu generieren: eine Firma privatisieren, die Erlöse kassieren, und anschließend wieder verstaatlichen - fragt sich nur, wie oft man das machen kann, bevor auch der dümmste Investor kapiert hat, dass man mit solchen Ländern besser keine Geschäfte macht oder ihnen Geld leiht.

    Bin auch überrascht, dass es Linkspopulisten gibt; hätte nicht gedacht, dass jemand bei SpOn das erkennt, obwohl sogar einer gerade kurz davor ist in Frankreich die Wahl zu gewinnen.
  4. #4

    Wenn der europäische Journalismus die argentinischen Methoden mit einem sehr sehr kleinen Steak vergleicht (was merkwürdig genug ist), und diese fast ausschliesslich kritisiert, muss das Land ja sehr nah am wahren Weg zum Wirtschaftsaufstieg sein ...
  5. #5

    Besser

    Besser eine Regierung, die an das Wohlergehen des eigenen Volkes denkt, als eine Bande von Berufspolitikern(Hallo Lügen-Juncker!), die um verquast-unverständlicher und das eigene Staatsvolk existenziell gefahrdender Ziele wegen halb Europa in der einen oder anderen Form finanzieren/bebürgen. Argentinien hatte seinen Krach, Europa steht er noch bevor!
  6. #6

    Da staunt der Fachmann, und der Laie wundert sich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie Phönix aus der Asche haben Argentiniens Linkspopulisten das Land angeblich aus der Pleite geführt - nun geben sie Griechenland gute Ratschläge. Doch verdächtige Statistiken, eine wacklige Wirtschaft und die Verstaatlichung eines Ölkonzerns zeigen: Präsidentin Kirchner taugt nicht als Vorbild.

    Wirtschaftspolitik*aus Argentinien: So wertlos wie ein*kleines Steak - SPIEGEL ONLINE
    Ein selten wirrer Artikel mit dem vor Dingen gewarnt wird die in Euroland gang und gaebe sind:
    - Um trotzdem Auslandsschulden bezahlen zu können, ignorierte Präsidentin Kirchner sogar die Unabhängigkeit der Zentralbank. Siehe EZB.
    - Besonders absurd erscheint die Empfehlung von Argentinien als Vorbild aber mit Blick auf die Statistiken des Landes. Traue nur deiner eigenen Statistik, gilt selbst fuer D.
    Linkspopulismus selbst beim Preis des Big Macs: "Er nimmt die jeweilige Preisentwicklung des Burgers als Indikator für Inflation - und zeigte für Argentinien einen steilen Anstieg an. Mittlerweile aber ist der Big Mac in Argentinien deutlich billiger geworden und wird offenbar kaum noch beworben - Regierungskritiker vermuten eine Intervention von ganz oben. "
    Das nur als absurde Beispiele, man beugt schon mal vor falls Griechenland aus dem Euro geht.
    Dazu auch "Gefährdet scheint auch der soziale Zusammenhalt. Zwar hat sich die Lage in Argentinien seit dem Höhepunkt der Krise deutlich verbessert: Die Armutsquote sank laut Zahlen der Weltbank von fast 50 auf knapp sieben Prozent. Auch die Ungleichverteilung der Einkommen ging deutlich zurück. Doch schon jetzt frisst die Inflation die Ersparnisse auf. "
    In Euroland ist das ganz anders, da steigt die Armutsquote, aber die Inflationsrate liegt auch ueber dem was Oma fuer ihr Sparbuch bekommt. Ist das wuenschenswerter?
  7. #7

    >Die Armutsquote sank laut Zahlen der Weltbank von fast 50
    >auf knapp sieben Prozent. Auch die Ungleichverteilung der
    >Einkommen ging deutlich zurück.

    Von allen genannten Zahlen ist das die dramatischste - aber es scheint auch die Unwichtigste zu sein. Wichtiger sind eher schwammige Begriffe wie "nachhaltiges Wachstum" und das Wohlwollen der Finanzmärkte und der manipulierte Big Mac-Preis (shocking!). Im Zusammenhang mit Griechenland summiert sich der Artikel lediglich zu einem propagandistischen Lehrstück - das die Dinge weitaus komplizierter sind und Kirchner hier eher auf andere ausländische Investoren (China statt Spanien) setzt muss man erst mühsam recherchieren (http://www.csmonitor.com/World/Europe/2012/0424/Argentina-s-move-to-nationalize-oil-firm-YPF-highlights-Spain-s-decline) - macht es alles nicht besser, zeigt aber, dass solche Handels- und Investitionskriege brutaler und komplizierter sind, als man es sich beim Spiegel mit seinem simplen Glauben an die Selbstregulierungskräfte des Marktes vorstellen kann.

    Aber ich habe mir meine Naivität bewahrt: Ich wünsche mir vom Spiegel fundiertere Recherchen und weniger propagandistische Verkürzung...
  8. #8

    Aha! Linkspopulisten!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie Phönix aus der Asche haben Argentiniens Linkspopulisten das Land angeblich aus der Pleite geführt - nun geben sie Griechenland gute Ratschläge. Doch verdächtige Statistiken, eine wacklige Wirtschaft und die Verstaatlichung eines Ölkonzerns zeigen: Präsidentin Kirchner taugt nicht als Vorbild.

    Wirtschaftspolitik*aus Argentinien: So wertlos wie ein*kleines Steak - SPIEGEL ONLINE
    Aha! Linkspopulisten. Ein Griff in die Mottenkiste der Diffamierungen. Man erkennt das Motiv des Artikels und ist gewarnt. Griechenland soll ja nicht auf den Gedanken kommen, Argentinien zu kopieren oder genauer gesagt, einen unabhängigen Weg zu gehen. Ein unabhängiger Weg würde bedeuten, aus dem Euro oder gar der EU auszutreten. Das darf aus Sicht der EU-Politik in keinem Falle geschehen, auch wenn das Land komplett ruiniert wird.
    Argentinien hat es genau richtig gemacht und einen eigenständigen Weg beschritten. Es hat sich vom Dollar losgelöst, die Schulden nicht mehr bedient und damit die Voraussetzungen für Wirtschaftswachstum geschaffen. Daher muss es als Vorbild für Griechenland unbedingt diffamiert werden.

    So langsam wird mir klar, was im Spiegel mit Populismus gemeint ist. Populismus umschreibt das Verbrechen, einen eigenständigen nationalen Weg zu gehen. Wo kämen wir hin, wenn die Politik die Wünsche des Volkes umsetzen würde. Da gäbe es womöglich Völker, die ihr Schicksal selber bestimmen wollen. Nein, das darf niemals sein. Bislang wurden deswegen die Rechten des Populismus bezichtigt. Nun trifft es aus dem gleichen Grund auch die Linken.
  9. #9

    Und noch eine Gemeinsamkeit: In der Korruptionsstatistik von Transparency International liegen beide dicht in der Tabelle zusammen. Mit Platz 80 schneidet Griechenland sogar noch um 20 Plätze besser ab als Griechenland. Der Indexwert liegt aber ziemlich eng beieinander. Bei Griechenland beträgt er 3,4 und bei Argentinien 3,0. (Zum Vergleich: Neuseeland erreicht 9,5 und Schlusslicht Somalia 1,0).

    Eine Abwertung ist halt nicht alles. Durch eine Abwertung kann man die Uhr quasi wieder auf Null stellen. Wenn Korruption, Nepotismus und eine unfähige Verwaltung aber bleiben, bringt das rein gar nichts.


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