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Wirtschaftsgeschichte: Das große Krabbeln

Irmela SchautzEiner musste den Job ja machen! In den bizarren Tätigkeiten vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte spiegelt sich der Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Autorin Michaela Vieser und die Illustratorin Irmela Schautz portraitieren ausgestorbene Berufe - wie etwa den Ameisler.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,835298,00.html
  1. #1

    Und was lernen wir?

    Heute muss man von seiner Arbeit leben können. Damit kann man den Stundenlohn ausrechnen und was passiert? Die Jobs entfallen.

    Welches Unternehmen hat heute noch einen Concierge? In welchem Supermarkt bringen Mitarbeiter nachdem ich meinen Wagen beladen habe den Einkaufswagen weg? Welche Parkplätze sind bewacht?

    Erst wenn wir über neue Formen des Einkommens nachdenken (Bürgergeld), werden wir vielen Menschen wieder eine Perspektive bieten können.

    Aber ich vergaß: Mindestlohn und gut iss.
  2. #2

    Thema verfehlt

    Zitat von der_pirat Beitrag anzeigen
    Heute muss man von seiner Arbeit leben können. Damit kann man den Stundenlohn ausrechnen und was passiert? Die Jobs entfallen.

    Welches Unternehmen hat heute noch einen Concierge? In welchem Supermarkt bringen Mitarbeiter nachdem ich meinen Wagen beladen habe den Einkaufswagen weg? Welche Parkplätze sind bewacht?

    Erst wenn wir über neue Formen des Einkommens nachdenken (Bürgergeld), werden wir vielen Menschen wieder eine Perspektive bieten können.

    Aber ich vergaß: Mindestlohn und gut iss.
    Der Beruf des Ameislers verschwand aus Gründen des Naturschutzes.

    Da sieht man mal, was passiert, wenn man zu fest im politischen Fahrwasser steckt - da wird schwadroniert, ob's nun zum Thema passt oder eben nicht...

    Kleiner Denkanstoß: wären Sie bereit, für o.g. Dienstleistungen zu bezahlen, gäbe es sie vielleicht auch. Aber Sie wollen ja billig einkaufen und kostenlose Parkplätze...
  3. #3

    Verschwundene Berufe

    In meiner Kindheit gab es im ABC Viertel einen Sattler, der reparierte meinen Fussball.Dann gab es den Milchmann, den Kraemer, den Troedler, den Zigarrenhaendler, den Suesswarenhaendler, den Kohlehaendler, den Eismann, der uns Kindern immer ein Stueck Eis gab.Und dann gab es noch den Optiker, den Strassenkehrer,den Laternenanzuender,
    den Korsettladen, der Frau Wuttke, den Baeckerladen, den Kolonialwarenhaendler, den Gemuesehaendler, den Fahrradladen,
    den Uhrmacher,den Kragen und Manschettenwender, den Kravattenhaendler und zwei Eckkneipen.Hab da kuerzlich mal gegoogelt. Nichts ist mehr da.
    Fangen Sie einmal am Gaensemarkt an und lauften sie bis zur Fuhlentwiete hoch. Ja, selbst die NSDAP im ehemaligen Schulgebaeude, dieserhalb die Strasse so heisst.
    Nun ist wieder ein Laden verschwunden in dem ich aufgewachsen bin.
  4. #4

    War alles viel schöner früher

    Zitat von der_pirat Beitrag anzeigen
    Heute muss man von seiner Arbeit leben können. Damit kann man den Stundenlohn ausrechnen und was passiert? Die Jobs entfallen.

    Welches Unternehmen hat heute noch einen Concierge? In welchem Supermarkt bringen Mitarbeiter nachdem ich meinen Wagen beladen habe den Einkaufswagen weg? Welche Parkplätze sind bewacht?

    Erst wenn wir über neue Formen des Einkommens nachdenken (Bürgergeld), werden wir vielen Menschen wieder eine Perspektive bieten können.

    Aber ich vergaß: Mindestlohn und gut iss.
    Außer der schon erwähnten Tatsache, dass die "Geiz-ist-geil"-Mentaliät zur Einsparung all der von Ihnen so vermissten Dienstleister geführt hat, kommt noch hinzu, dass die Lebensbedingungen dieser Menschen äußerst kärglich waren. Das waren die Zeiten, als es noch Knechte und Mägde auf den Höfen gab, die nicht mehr bekamen als Kost und Logie und etwas Taschengeld, als in den Städten zur Untermiete gewohnt wurde, für die ärmeren Untermieter war das durchaus auch nur ein Bett, das während ihrer Arbeitszeit weitervermietet wurde. - Der Lebensstandard der Ärmsten war noch nie so hoch wie heute. - Und wenn heute über die wachsenden Unterschied zwischen Armen und Reichen geschrieben wird, dann muss man auch mitdenken, dass wir unseren Wohlstand auch dadurch erzielen, dass wir die noch viel ärmeren Arbeiter in China und sonstwo in der Welt die Arbeit für Centbeträge machen lassen. Das ist ein globales System, in das man weder Gerechtigkeit noch Humanität bekommt, es sei denn, wir, die Reichsten, sind bereit, dafür zu zahlen. Sind wir ja aber nicht.
  5. #5

    Vergessener Beruf: Laternenanzünder

    Als ich 1948-49 in Leipzig studierte, hatte unsere Straße wie viele andere deutsche Straßen noch ihre schönen Gaslaternen. Kaum jemand wird noch den Zweck der beiden kleinen Stangen erraten, die seitlich an jeder Laterne angebracht sind. Sie dienten der Leiter des Laternenanzünders als Stütze.
  6. #6

    Ich gebe Ihnen durchaus Recht

    Zitat von MDen Beitrag anzeigen
    Außer der schon erwähnten Tatsache, dass die "Geiz-ist-geil"-Mentaliät zur Einsparung all der von Ihnen so vermissten Dienstleister geführt hat, kommt noch hinzu, dass die Lebensbedingungen dieser Menschen äußerst kärglich waren...
    Ich habe ja auch nicht davon gesprochen, jemandem ein Bett und drei kalte Mahlzeiten pro Tag für 14 Stunden Arbeit zu bieten.

    Aber ich mache mal ein Beispiel: Wenn Sie 2.000,- EUR netto verdienen, dann verdienen Sie eigentlich nur gute 1.000,- EUR. Warum? Weil Sie gute 1.000,- EUR an Unterstützung (Hartz4) auch vom Staat ohne Arbeit bekommen würden (Wohnung + Krankenkasse + Basissatz). Nur diesen Betrag bekommen Sie natürlich nicht, weil Sie darauf keinen Anspruch haben.

    Nehmen wir einmal an, Sie bekämen diesen Hartz4-Satz dennoch bedingungslos. Dann hätten Sie ja gute 3.000,- EUR netto. Aber das kann man ja durch Steuern ausgleichen.

    Sie sehen, dass ein Grundeinkommen durchaus denkbar wäre...

    Ich für meinen Teil würde gerne ein Hobby zum "Beruf" machen, wenn ich dafür Geld bekomme.

    Beispiel: Ich bekäme mein Grundeinkommen und jemand würde mir anbieten, sein "Fahrer" zu sein. Da ich sehr gerne Auto fahre, würde ich mich sehr freuen, wenn ich damit - sagen wir mal - 300,- EUR im Monat zusätzlich bekäme...

    Im Übrigen kaufe ich immer in einem eher exklusiven Laden ein, weil ich keine Lust habe, mir meine Waren aus aufgerissenen Kartons zu popeln. Und natürlich kostet das mehr...
  7. #7

    Milchmädchenrechnung

    Zitat von der_pirat Beitrag anzeigen
    Sie sehen, dass ein Grundeinkommen durchaus denkbar wäre...

    Ich für meinen Teil würde gerne ein Hobby zum "Beruf" machen, wenn ich dafür Geld bekomme.

    Beispiel: Ich bekäme mein Grundeinkommen und jemand würde mir anbieten, sein "Fahrer" zu sein. Da ich sehr gerne Auto fahre, würde ich mich sehr freuen, wenn ich damit - sagen wir mal - 300,- EUR im Monat zusätzlich bekäme...
    Hm. Und wie finanziert man das Grundeinkommen, wenn Sie nur für 300,00 EUR arbeiten - und alle anderen auch nur so viel, wie sie Lust haben?

    Eine schöne Theorie, die aber wohl schnell an der Realität und der menschlichen Tendenz zur Faulheit scheitern würde.
  8. #8

    Milchmädchen

    Zitat von pterois Beitrag anzeigen
    Hm. Und wie finanziert man das Grundeinkommen, wenn Sie nur für 300,00 EUR arbeiten - und alle anderen auch nur so viel, wie sie Lust haben?

    Eine schöne Theorie, die aber wohl schnell an der Realität und der menschlichen Tendenz zur Faulheit scheitern würde.
    Wieso? Im Grunde gibt es das doch schon. Wenn Sie meinen Beitrag gelesen und verstanden haben, verstehen Sie auch wieso.

    Sie gehen davon aus, dass die Menschen faul sind und dann nichts mehr tun würden. Ich glaube das eben nicht.

    Das Gegenteil wird uns treffen: Glauben Sie wirklich, dass Berufe wie Taxifahrer, Lokführer, Postbote, Sekretärin eine Zukunft haben? Wann werden wir diese durch Computer und Roboter ersetzen? In fünf Jahren oder in 20?

    Wenn wir nicht einsehen, dass es sinnvoll ist, Menschen eine Arbeit zu geben und diese - wenn auch nur gering bezahlt - zu geben, dann stehen in spätestens 50 Jahren 90 v.H. auf der Straße und verkaufen Äpfel.

    Die technische Entwicklung kann man nicht aufhalten und je eher wir auf dieses Problem antworten desto besser ist es.
  9. #9

    Zitat von MDen Beitrag anzeigen
    Außer der schon erwähnten Tatsache, dass die "Geiz-ist-geil"-Mentaliät zur Einsparung all der von Ihnen so vermissten Dienstleister geführt hat, kommt noch hinzu, dass die Lebensbedingungen dieser Menschen äußerst kärglich waren. Das waren die Zeiten, als es noch Knechte und Mägde auf den Höfen gab, die nicht mehr bekamen als Kost und Logie und etwas Taschengeld, als in den Städten zur Untermiete gewohnt wurde, für die ärmeren Untermieter war das durchaus auch nur ein Bett, das während ihrer Arbeitszeit weitervermietet wurde. - Der Lebensstandard der Ärmsten war noch nie so hoch wie heute. - Und wenn heute über die wachsenden Unterschied zwischen Armen und Reichen geschrieben wird, dann muss man auch mitdenken, dass wir unseren Wohlstand auch dadurch erzielen, dass wir die noch viel ärmeren Arbeiter in China und sonstwo in der Welt die Arbeit für Centbeträge machen lassen. Das ist ein globales System, in das man weder Gerechtigkeit noch Humanität bekommt, es sei denn, wir, die Reichsten, sind bereit, dafür zu zahlen. Sind wir ja aber nicht.
    Natürlich ist da etwas Wahres dran.
    Ich aber wäre gerne bereit, meine Elektrozahnbürste für 10 EUR mehr Made in Germany zu kaufen. Oder in einem Schuhladen nicht den stinkenden Billigramsch aus Vietnam zu erhalten. Gibt es aber nicht mehr, weil sonst der Profit der Importeure (dass sich große Marken heute noch "Hersteller" schimpfen, ist der Hohn auf Rädle) geschmälert würde. Es ließen sich auch heute noch viele Dinge in Europa oder gar Deutschland herstellen für nur ein paar Cent für den Verbraucher und für nur ein paar Cent weniger Profit für die Heuschrecken und das Großkapital.


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