Wirtschaftschaos in Kuba: Castro-Land ist abgebrannt

Kubas Wirtschaft darbt seit langem, doch nie war die Lage so dramatisch wie jetzt. Die Kaffeeproduktion ist um 90 Prozent eingebrochen, der verschuldete Staat muss horrende Zinsen zahlen. Verzweifelt bitten Unterhändler um internationale Hilfe - die Regierung in Havanna hofft vor allem auf Europa.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,706783,00.html
  1. #140

    Bildung in Kuba weit höher als in Deutschland

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kubas Wirtschaft darbt seit langem, doch nie war die Lage so dramatisch wie jetzt. Die Kaffeeproduktion ist um 90 Prozent eingebrochen, der verschuldete Staat muss horrende Zinsen zahlen. Verzweifelt bitten Unterhändler um internationale Hilfe - die Regierung in Havanna hofft vor allem auf Europa.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,706783,00.html
    Schon erstaunlich, was Kuba trotz dieses völkerrechtswidrigen Embargos geleistet hat: Ein Bildungspotential bei der Bevökerung, dass seinesgleichen sucht...

    http://www.ess-europe.de/zahnarzt/kuba.htm
    hieraus:
    2001 lagen die kubanischen Schüler der vierten und fünften Klasse bei einem Test der UNESCO weit vor den anderen lateinamerikanischen Ländern – und deutlich vor Deutschland, wie uns die PISA Studie gezeigt hat. Nach Aussagen von Weltbankpräsident James Wolfenson Ende 2002 sei es Kuba gelungen, die Einschulungsquote auf 100 % zu steigern. Die Analphabethenquote liegt bei 0,2 %. Nach dem UNESCO-Education for All Development Index (2004) gehört Kuba zu den am höchsten entwickelten Ländern der Welt im Bildungsbereich (neben Kanada, Finnland und Südkorea). Als Folge davon hat Kuba eine hervorragend ausgebildete Bevölkerung.
    Viele Ärzte und Facharbeiter erledigen im Tourismussektor Arbeiten völlig unterhalb ihrer Qualifikation, weil teilweise schon das Dollartrinkgeld eines Tages ihrem Monatsverdienst entspricht. Aus denselben Gründen gibt es auch viele Schulabbrecher.
    Das Studium auf Kuba ist kostenlos, allerdings müssen alle Studenten nach ihrem Abschluss drei Jahre lang für den Staat einen Sozialdienst ableisten. In Kuba ist der Frauenanteil der Studenten höher als in jedem anderen lateinamerikanischen Land.

    Die Karibikinsel hat eine höhere Arztdichte als Deutschland, gemessen in Arzt pro Anzahl Einwohner. Wikipedia gibt an (Stand 2005): Auf Kuba gibt es etwa 67.000 Ärzte, das sind pro 1000 Einwohner etwa 5,91. Für Gesundheitsaufgaben gibt das Land zurzeit etwa 1,3 Milliarden US-$ aus. Die tägliche Nahrungsaufnahme pro Kopf beträgt etwa 2.580 Kcal. Etwa 3.300 Einwohner sind mit HIV infiziert – bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 11 Millionen eine verhältnismäßig geringe Quote.

    Die Lebenserwartung ist mit 77 verhältnismäßig hoch, bedenkt man
  2. #141

    Wie hoch ist die Selbstmordrate auf Kuba?

    Zitat von arkor Beitrag anzeigen

    ....

    Die Lebenserwartung ist mit 77 verhältnismäßig hoch, bedenkt man
    die hohe Selbstmordrate, die natürlich nirgends erwähnt wird.
  3. #142

    Quellen

    Zitat von arkor Beitrag anzeigen
    Da sie mit falschen Zahlen arbeiten, müssen sie folglich auch zu falschen Schlüssen kommen..
    http://www.finanzen.net/land/Kuba

    Das BIP beträgt 40 Milliarden, also wie ich sagte eine Staatsquote wie in kaum einem euroäischen Land. Die Auslandsreserven laut BIZ 3,2 Milliarden Euro.
    Das Embargo Amerikas ist Fakt, keine Theorie.
    Ich will hier nichts beschönigen, nur ist es lächerlich einen Staat als Bankrott zu erklären, der zwar arm ist, aber dessen absolute Verschuldungszahlen schlicht und einfach besser sind, als die der meisten europäischen Länder.
    Diese Quelle ist ja auch sooooo glaubwürdig... dort steht auch:

    Staatsschulden 0,0 %

    Brauchen wir dann weiterzudiskutieren? Denn dieser Artikel löst sich ja dann in Luft auf, wenn Kuba gar nicht verschuldet ist und dementsprechend kein Geld aus dem Ausland braucht...denen geht es blendend!

    Spiegel... tssss, diese Intriganten!
  4. #143

    Bildungssystem und Ärztliche Versorgung in Kuba

    Zitat von arkor Beitrag anzeigen
    Schon erstaunlich, was Kuba trotz dieses völkerrechtswidrigen Embargos geleistet hat: Ein Bildungspotential bei der Bevökerung, dass seinesgleichen sucht...

    http://www.ess-europe.de/zahnarzt/kuba.htm
    Sind Sie sicher dass Cuba an PISA teilnimmt?
    http://www.oecd.org/document/4/0,334..._1_1_1,00.html

    Ich sehe Brasilien, Chile, Uruguay, Argentinien, Kolumbien, Mexiko, Peru. Selbst Panama unf Trinidad fehlen nicht. Nur Kuba mit seinem weltbesten Bildungssystem.

    Und nachdem ich Ihre Quelle gelesen habe wusste ich dass Ihr Beitrag satirisch gemeint war.

    "Viele Ärzte und Facharbeiter erledigen im Tourismussektor Arbeiten völlig unterhalb ihrer Qualifikation, weil teilweise schon das Dollartrinkgeld eines Tages ihrem Monatsverdienst entspricht. Aus denselben Gründen gibt es auch viele Schulabbrecher."

    "Tourismus (Einnahmen 2005 ca. 2,6 Mrd USD) und der Export von medizinischen Leistungen (Behandlung ausländischer, vorwiegend venezolanischer Patienten, Entsendung von Ärzten und medizinischem Fachpersonal (ca. 20 000), deren Monatsentlohnung an den kubanischen Staat teilweise mit den Erdöllieferungen aus Venezuela verrechnet wird, sind die wichtigsten Branchen."

    "Fast alle Kubaner verdienen ihr Gehalt in der sog. Moneda nacional, der nicht-konvertiblen Landeswährung, mit der der Lebensunterhalt nur zum kleineren Teil bestritten werden kann. Viele, auch elementare Produkte und Dienstleistungen, sind nur für den „peso convertible“ (CUC) erhältlich – zu Preisen, die oft den europäischen entsprechen oder sogar noch höher liegen. ... Das durchschnittliche Monatseinkommen liegt derzeit bei 14 € (!)."

    "Ein Besuch einer Poliklinik (Diagnostik, Blutuntersuchungen) korrigiert das schöne Bild: die Einrichtung ist doch sehr dürftig, die Sterilisation sieht nicht übermäßig vertrauenswürdig aus, Kanülen werden wiederaufbereitet (!), die Sterilsets werden nach unserem Verständnis unsachgemäß (nicht eingeschweißt und nur in Tücher gewickelt) in offenen Holzschränken gelagert."

    "Zahlen zur Zahl der tätigen Zahnärzte in Kuba sind nicht beschaffbar, nicht einmal die Kollegen dort selbst kennen welche. ... Ganz anders im Ausländerkrankenhaus (in dem übrigens auch die Funktionärselite behandelt wird). ... Die „normalen“ Kubaner sind etwa ab 50 vollkommen zahnlos, deutliche Lücken zeigen sich auch bei jüngeren Personen."

    "... die der Prostitution nachgehen (die ist offiziell in Kuba verboten, nur: jedes einigermaßen gut aussehende junge Mädchen wirft sich ganz ungeniert älteren Herren, die nach Geld aussehen, an den Hals; ..."

    "So kostet eine Extraktion immerhin 35 $, die Untersuchung (Checkup) ebenfalls 35, so wie die Zahnreinigung auch. Füllungen (selbstverständlich Amalgam!) werden mit 25 $ je Fläche berechnet (ein Traumpreis nach deutschen Verhältnissen), und die VMK Krone schlägt mit 350 $ zu Buche.
    Man muss diese Preise relativieren: der Techniker, der die Krone im Labor anfertigt, bekommt mal eben 14 € im Monat, und der Normal-Arbeitnehmer in Kuba kriegt auch nicht mehr. Da sind 350 € ein irrsinnig großes Vermögen."

    "Die Armen hingegen laufen mit Zahnlücken rum. Eine klassenlose Gesellschaft eben."

    "Also; Angst braucht kein Tourist zu haben – wenn man mal (zahn)ärztliche Hilfe braucht, dann kriegt man die, auf höchstem Niveau. Man muss halt nur zahlen können…"
  5. #144

    Traumland Kuba

    Zitat von arkor Beitrag anzeigen
    Schon erstaunlich, was Kuba trotz dieses völkerrechtswidrigen Embargos geleistet hat: Ein Bildungspotential bei der Bevökerung, dass seinesgleichen sucht...
    Die Bildung auf der Insel ist nicht schlecht, wird aber auch sehr aufgebauscht und übertrieben gut dargestellt.
    Man muss aber noch hinzufügen und in Relation stellen, daß sie von jeher immer besser gewesen ist als im restlichen Lateinamerika. Kuba war auch vor Fidel Castros Diktatur das Land mit der niedrigsten Analphabetenquote in ganz Lateinamerika, somit ist dies nicht eine "Errungenschaft der sozialistischen Diktatur", allemals ein Erhalt oder Stagnation (wer weiss, wie weit Kuba heute auf diesem Feld wäre). Aber was hilft das alles, wenn in dieser gleichen Quelle dann steht:

    "Wegen einer von der international üblichen Methodik abweichenden kubanischen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gibt es keine zuverlässigen offiziellen Angaben."

    Demzufolge spielen wir alle mit Schätzungen und Vorgaben einer Diktatur, die sich natürlich besser als jedes andere Land in einem guten Licht zeigen will und Statistiken auch sehr stark frisieren kann, ohne daß ihr jemand auf die Finger schaut.

    weiter steht:

    "Die Auslandsschulden und der Devisenmangel sind hoch. Fast alle Kubaner verdienen ihr Gehalt in der sog. Moneda nacional, der nicht-konvertiblen Landeswährung, mit der der Lebensunterhalt nur zum kleineren Teil bestritten werden kann. Viele, auch elementare Produkte und Dienstleistungen, sind nur für den „peso convertible“ (CUC) erhältlich – zu Preisen, die oft den europäischen entsprechen oder sogar noch höher liegen. "

    Das ist wirklich ein sehr erwähnenswerter Punkt. Kuba ist heutzutage genau das, was es ja nicht werden wollte und immer verteufelt. Und das mehr als jede sogennante imperialistische und kapitalistische Feindesland: ein knallhartes 2-Klassensystem mit diesem diskriminierenden Doppel-Währungssystem. Harte CUC's für die Touristen, mit denen man alles kaufen kann, und dann das wertlose Monopolygeld für die einheimischen, mit denen sie dahindarben, weil man mit diesem Spielgeld in DEN Geschäften wo es was zu kaufen gibt, nicht bezahlen DARF. Zynischer geht es wohl kaum...
  6. #145

    Traumland Kuba Teil 2

    Das Gesundheitssystem:

    "Ein Besuch einer Poliklinik (Diagnostik, Blutuntersuchungen) korrigiert das schöne Bild: die Einrichtung ist doch sehr dürftig, die Sterilisation sieht nicht übermäßig vertrauenswürdig aus, Kanülen werden wiederaufbereitet (!), die Sterilsets werden nach unserem Verständnis unsachgemäß (nicht eingeschweißt und nur in Tücher gewickelt) in offenen Holzschränken gelagert. In den Kliniken sieht man lange Wartschlangen – der volkswirtschaftliche Schaden wegen Fehlzeiten an der Arbeitsstelle durch vertane Wartezeit im Krankenhaus ist vermutlich enorm.

    Die „normalen“ Kubaner sind etwa ab 50 vollkommen zahnlos, deutliche Lücken zeigen sich auch bei jüngeren Personen. Die Bildung hat offensichtlich die Gesundheitsbildung der Bürger nicht erreicht, Prophylaxe ist kaum im Bewusstsein de3r Kubaner vorhanden. Eine auch nur etwas anspruchsvollere Prothetikbehandlung steht der Bevölkerung auch nur in der Ausländerklinik zur Verfügung, nur, dort ist nichts mehr kostenlos. Die Bezahlung geht unaufgeregt an der Sofortkasse in bar vonstatten, selbstverständlich in CUC, dem Pedant zur ausländischen Devise. Kreditkarten sind unüblich und beim Einsatz werden ungeheuer hohe Gebühren aufgeschlagen. Es empfiehlt sich also, beim Kubabesuch ausreichend Bargeld mitzuführen.

    Wer immer es sich leisten kann, geht zur Behandlung in die Ausländerklinik – dies sind in erster Linie Leute, die in der Tourismusindustrie arbeiten, über Auslandskontakte verfügen (Verwandte im Exil, analog der DDR mit Westverwandtschaft) oder die der Prostitution nachgehen (die ist offiziell in Kuba verboten, nur: jedes einigermaßen gut aussehende junge Mädchen wirft sich ganz ungeniert älteren Herren, die nach Geld aussehen, an den Hals; ein gar nicht ungewöhnliches Bild sind Paare, die händchenhaltend durch die Straßen schlendern, er jenseits der 70 und sie noch nicht mal 20). Prostitution ist verboten, Liebe nicht, und sei sie noch so auffällig…
    Es ist auffällig, dass Kubaner, die über CUC (also „richtiges“ Geld) verfügen, dies auch zeigen. Und so kann man etwas sehen, was man sonst nur in asiatischen Entwicklungsländern noch zu sehen bekommt: Goldkronen an Frontzähnen, je auffälliger, desto besser. Die Armen hingegen laufen mit Zahnlücken rum. Eine klassenlose Gesellschaft eben."

    Zitat von arkor Beitrag anzeigen
    Die Lebenserwartung ist mit 77 verhältnismäßig hoch, bedenkt man, dass dies für ein tropisches Land gilt, das man kaum mit einem europäischen Staat vergleichen kann wegen der ganz anderen Umweltbedingungen.
    77 trotz ach so tollem Gesundheitssystem und tropischen Umweltbedingunen ist gar nicht mal so eine extreme Aussergewöhnlichkeit, es gibt eine Reihe von Ländern in dieser Region mit einer längeren oder gleichen Lebenserwartung.
    Das systemtechnisch feindliche Puerto Rico mit 79 nebenan, Chile 78, Costa Rica 78, Panama 78... alles "böse neoliberale" Staaten die auch eine EU Lebenserwartung haben und ausgenommen Chile auch tropisch. Letzteres Kriterium zeigt auch auf, wie verkrampft manche Quellen nach vermeintlich widrigen Kriterien suchen (war mir gar nicht klar, daß tropisches Wetter lebensverkürzend ist!), um es in einem besseren Licht präsentieren zu wollen.
  7. #146

    .......

    Zitat von arkor Beitrag anzeigen
    Schon erstaunlich, was Kuba trotz dieses völkerrechtswidrigen Embargos geleistet hat: ...
    Hmmm.. jajaja...
    Mein Gott, wann lernen Sie es endlich: Niemand muss mit Kuba Handel treiben oder Geschäfte machen!
    Und wenn die USA das nicht wollen, hat sich Kuba damit abzufinden und muss sich andere Handelspartner suchen!
    Völkerrechtswidrig... wo haben Sie sich da bloß gesaugt? Große Worte, nix dahinter. Hauptsache raufkloppen!
  8. #147

    Pathos

    Zitat von toledo Beitrag anzeigen
    Hmmm.. jajaja...
    Mein Gott, wann lernen Sie es endlich: Niemand muss mit Kuba Handel treiben oder Geschäfte machen!
    Und wenn die USA das nicht wollen, hat sich Kuba damit abzufinden und muss sich andere Handelspartner suchen!
    Völkerrechtswidrig... wo haben Sie sich da bloß gesaugt? Große Worte, nix dahinter. Hauptsache raufkloppen!

    Sie müssen halt verstehen... "sozialistischer Pathos" war schon immer einer der Hauptantriebsmotoren der marxistischen Bewegung. Aber diese Kunst hat sich ja, aufgrund des bewiesenermaßen untragbaren Systems, immer weiterentwickelt und zur Speerspitze der Bewegung weiterentwickelt.
  9. #148

    Das Gezeter eines Inseltyrannen... II

    Zitat von dieha Beitrag anzeigen
    Eine Demokratie oder "so was ähnliches" ist letztlich entscheidend abhängig vom Wohlstand eines Landes. Also, für Sozialistenhasser ist ein Sozialismus mit humanen Ansätzen unerträglich (in Kuba weniger Analphabeten und bessere Gesundheitsvorsorge als in den USA ...).Es geht deshalb nur mit Embargo. Je schlechter die wirtschaftliche Lage, desto instabiler das Land. Chile läßt grüßen.
    Warum kein Embargo gegen China? Gegen den Iran oder Nordkorea doch nur wegen der atomaren Aufrüstung usw. usw. ? Unsere Welt wird von den Scharfmachern von rechts und links bedroht. Dazu gehören auch die Iinken Ignoranten der restriktiven Haltung der kubanischen Regierung, die natürlich wieder gut ins rechte Feindbild paßt. Ich höre das Schnaufen von rechtsaußen.
    Dergleichen muß ich zurückweisen: Wuchs doch die Demokratie im kargen Griechenland und nicht im üppigen Ägypten oder Mesopotamien; das Gegenteil ist also richtig: Die Demokratie gedeiht eher bei Kargheit als bei Üppigkeit; wobei die Demokratie nur eine Regierungsform ist und für sie wie für jeden Staat daher in wirtschaftlicher Hinsicht gilt, was Aristoteles gesagt hat:
    „Endlich ist die aus mehreren Dörfern bestehende vollkommene Gemeinschaft der Staat. Er hat gewissermaßen die Grenze der vollendeten Autarkie erreicht, zunächst um des bloßen Lebens willen entstanden, dann aber um des vollkommenen Lebens willen bestehend. Darum existiert auch jeder Staat von Natur, da es ja schon die ersten Gemeinschaften tun. Er ist das Ziel von jenen, und das Ziel ist eben der Naturzustand. Denn den Zustand, welchen jedes Einzelne erreicht, wenn seine Entwicklung zum Abschluß gelangt ist, nennen wir die Natur jedes Einzelnen, wie etwa des Menschen, des Pferdes, des Hauses.
    Außerdem ist der Zweck und das Ziel das Beste. Die Autarkie ist aber das Ziel und das Beste.
    Daraus ergibt sich, daß der Staat zu den naturgemäßen Gebilden gehört und daß der Mensch von Natur ein staatenbildendes Lebewesen ist; derjenige, der auf Grund seiner Natur nicht bloß aus Zufall außerhalb des Staates lebt, ist entweder schlecht oder höher als der Mensch; so etwa der von Homer beschimpfte: „ohne Geschlecht, ohne Gesetz und ohne Herd“. Denn dieser ist von Natur ein solcher und gleichzeitig gierig nach Krieg, da er unverbunden dasteht, wie man im Brettspiel sagt.“

    Zu den Fragen der Handelsblockade sei hier angemerkt, dass Chinas Macht so sehr gestiegen ist, dass sich nicht einmal die USA erlauben könnten eine Blockade gegen es zu verhängen, ohne einen weltweiten Konflikt größten Ausmaßes heraufzubeschwören.
  10. #149

    Das Gezeter eines Inseltyrannen... II

    Zitat von arkor Beitrag anzeigen
    Naja dieser Volkstyrann hat den Bürgern Venezuelas mehr demokratische MItbestimmungsrechte verschafft, als sie beispielsweise die Bürger Deutschlands haben.....in ihrer Logik können wir uns also ausdenken, dass damit Deutschlands Politiker ....was sind?
    Einen „Volkstyrann“ kann es gemäß dem Wortsinn sowenig geben wie eine „Volksdemokratie“ oder eine „Volksrepublik“! Dies sind sozialistische Dummheiten und sowohl der Grieche als auch der Römer würden die geistige Gesundheit desjenigen anzweifeln, der ihnen etwas von einer Volksherrschaft des Volks oder von einer Volkssache des Volkes erzählen wollte; ansonsten ist die scheinbare Freundlichkeit gegenüber dem Volk ein sicheres Abzeichen des Strebens nach Tyrannenmacht, wie man durch die Lektüre der politischen Schriften des Aristoteles wissen könnte:

    „Es gab früher überhaupt mehr Tyrannenherrschaften als jetzt, weil damals einzelnen Männern große Kompetenzen anvertraut wurden, wie etwa den Prytanen in Milet (denn der Prytane hatte viele und große Befugnisse); außerdem, weil damals die Staaten noch nicht groß waren, sondern das Volk sich auf dem Lande aufhielt und mit der Landarbeit voll beschäftigt war. Da konnten sich denn die Vorsteher des Volkes, falls sie kriegerisch waren, der Tyrannis bemächtigen. Alle taten dies als Vertrauensleute des Volkes; gegründet war dies Vertrauen auf den Haß gegen die Reichen, so wie in Athen Peisistratos im Aufstand gegen die Großgrundbesitzer unterstützt wurde, und Theagenes von Megara, der sich der Herden der Wohlhabenden, die am Flusse weideten, bemächtigte und sie hinschlachtete; und Dionysios wurde mit der Tyrannis belohnt, als er Daphnaios und die Reichen anklagte, da man ihn wegen eben jenes Hasses für volksfreundlich hielt.“

    Was aber die gegenwärtigen Nichtstaatsmänner Deutschlands anbelangt, so sind dies im Wesentlichen die Nachgeborenen jener Kreaturen, die die Landfeinde nach dem letzten Krieg eingesetzt haben; und für jetzt soll es genügen hier auf Fichtes Reden an die deutsche Nation zu verweisen:

    „Was vorher hätte helfen können, nämlich wenn die Regierung derselben die Zügel kräftig und straff angehalten hätte, ist nun nicht mehr anwendbar, nachdem diese Zügel nur noch zum Scheine in ihrer Hand ruhen, und diese ihre Hand selbst durch eine fremde Hand gelenkt und geleitet wird. Auf sich selbst kann eine solche Nation nicht länger rechnen; und eben so wenig kann sie auf den Sieger rechnen. Dieser müßte eben so unbesonnen, und eben so feige und verzagt sein, als jene Nation selbst erst war, wenn er die errungenen Vorteile nicht fest hielte, und sie nicht auf alle Weise verfolgte. Oder wenn er einst im Verlauf der Zeiten doch so unbesonnen und feige würde, so würde er zwar eben also zu Grunde gehen, wie wir, aber nicht zu unserem Vortheile, sondern er würde die Beute eines neuen Siegers und wir würden die sich von selbst verstehende, wenig bedeutende Zugabe zu dieser Beute.“