Wirtschaftsausbildung: "Ökonomie ist Gehirnwäsche"
Manager haben mit der Finanzkrise ganze Staaten in den Schuldenstrudel gezogen. Und die Konsequenzen in den Wirtschaftswissenschaften? Ein paar Stunden Ethik.*Die ändern aber nichts am Problem: Viele Ökonomen rechnen zu viel und scheren sich zu wenig um die sozialen Folgen.
Aber es geht doch nicht um Moral. Es geht um völlig ungeeignete MODELLE, die zur Richtschnur für sozialpolitische und wirtschaftspolitische Entscheidungen herangezogen werden und in Deutschland nach wie vor gelehrt werden! Es geht um unsinnige Liebelei rund um die Ökonometrie, um Zahlenspielchen, die als Wahrheit verkauft werden, obwohl sie nur unter völlig praxisfernen Annahmen überhaupt "funktionieren".
ende der 90er habe ich mir von jungen karrieremenschen, mit immer den gleichen wenigen worten (entschuldigung, daß ich mir solche details nun wirklich nicht merken mag), euphorisches globalisierungsgequatsche angehört,
mit der schlußfolgerung, daß es nur nachgeredetes ist ...
kein wunder, daß dem karren irgendwann das rad zerschreddert!
Es wäre mal ein echtes Novum, wenn sich ein Journalist ausnahmesweise nicht nur mit den bösen "Ökonomen" der bösen "Industrie" befassen würde, die Menschen nur als finanzielle Verschiebemasse betrachten, sondern damit, dass sich Politiker (aller Parteien!) genauso verhalten, etwa in der Zerstörung zehntausender von Familien- und Kleinbetrieben durch gnadenlose Einführung von immer neuen Abgaben, doppelten Sozialbeiträgen für Selbständige usw. usw. Das unterscheidet sich nämlich kein bisschen von dem, was die Autorin hier über Großkonzerne und BWLer schreibt.
Schon mal darüber nachgedacht, wieso es in Deutschland so gut wie keine Fachgeschäfte mehr gibt, sondern nur noch Ketten? Das liegt schlicht daran, dass die wechselnden Regierungen in den letzten Jahren deren Existenz trotz Selbstausbeutung der Inhaber letztlich unmöglich gemacht haben. So ein Laden kann nicht existieren, wenn die Betreiber die Hälfte des Tages mit Bürokratie beschäftigt sind und 90% der Einnahmen für Abgaben, Sozialbeiträge usw. draufgehen. Von Tourismusabgaben bis Verpackungsabgaben für Briefumschläge ist so ziemlich alles, was sich ein Hirn ausdenken kann, dabei.
Und da die Autorin offenbar mit den Grünen sympathisiert, möchte ich darauf hinweisen, dass ich hier die RotGrüne Regierung da keineswegs ausnehme, ganz im Gegenteil: gerade unter dem Umweltlabel wurden immer neue Abgaben erfunden, die teilweise der Umwelt gar nicht dienen, aber unter dem Umweltlabel eben besser "verkauft" werden können. Denn wer ist schon gegen Umweltschutz?
Es ist aber natürlich viel leichter und hipper, seinen Blick nur auf die bösen Konzerne und Manager zu richten. Dafür kriegt man sowieso IMMER Applaus. Aber diese Leute sind nicht das Hauptproblem, das Hauptproblem sind Politiker, die nicht mal in der Lage wären, einen Zeitungskiosk zu betreiben, aber aus ideologischen und rechnerischen Gründen große Teile des unteren Mittelstands zu verhackstücken. U. a. auch deswegen, weil der sich am wenigsten wehrt - der hat schlicht keine Zeit dazu.
Das wir einen anderen Umgang mit unserem Wirtschaftssystem brauchen, halte ich für richtig. Nur zielt der Artikle m.E. in genau die falsche Richtung.
Ich kann an der Haltung der BWLer nichts verkehrtes finden. Diese Menschen sind nützliche Diener im Gesamtsystem, den Betriebe führen erfordert betriebswirtschaftliches Denken. Und je mehr sich ein Mensch diesem, und nur diesem Denken verschreibt, desto erfolgreicher wird er und sein Betrieb sein. Ich möchte den Mitarbeiter sehen, der möchte, dass seine Firma von jemandem geführt wird, der NICHT alles daran setzt, dass diese Firma erfolgreich ist....
M.E. muss es also genau anders herum sein: Nicht die Ökonomen sollen Ethik studieren (zumal Ethik kein Wissen ist, sondern eine Haltung), sondern die "Ethiker" sollen Ökonomie studieren (was wiederum eine recht simple Wissenschaft ist). Dann würden die Ethiker selbst über die Werkzeuge verfügen, auf denen unsere Wirtschaft basiert und könnten selbst mit Hand anlegen.
Das Problem ist doch systemtisch. Die Unis versuchen jetzt mit ein paar Ethikkursen entgegenzusteuern, wobei Wirtschaftsethik selbst als "Instrument" anstatt als "Fundament" verkauft wird. Es wird in die Utilitaristische Logik eingepasst, ähnlich wie das mit "Soft Skills" passiert ist. Solange das neoklassische Primat, die damit verbundene Trennung von Ökonomie und Gesellschaft, die Ontologisierung von Märkten (der Markt als Wesen effizientes und handelndes), und die Abwesenheit jedweder Krisentheorie des Kapitalismus (man spricht dann gerne von Rezensionen) sowie polit-ökonomischer Perspektien, solange Wachstumsprimat weiter dominiert und adas BIP als heilige Zahl verehrt wird, ja solange wird es nicht zu einer Änderung der Verhältnisse kommen. Viele sogenannte Ökonomieprofessoren haben nicht den blassestesten Schimmer von Wirtschaftsgeschichte., Smith, Marx, Sombart, Schumpeter, Veblen, Minsky, etc. alles Leute, mit denen eigentlich auch Studis konfrontiert werden sollen. Die Zuchtstationen neoliberaler Subjekte müssen endlich schließen, da muss man nicht erst ideologisch argumentieren um den immensen Schaden, die diese Form der Ökonomie produziert, zu erkennen. Es geht mittlerweile um Leben, Menschen die sich kaputtarbeiten, Leute, die keine Nahrungsmittel mehr haben, weil mit Wiezen spekuliert wird etc. Die Zeit des Konsenskapitalismus ist vorbei, Akkumulation entzieht sich immer mehr demokratischer Kontrolle, wird intensiver, aggressiver, zum teil militiarisiert. Mich verwundert dass trotz dieser Auswüchse und dem beträchtlichen Anteil den die moderne Ökonomieausbildung daran hat, erst jetzt eine Diskussion darüber entbrennt (als kleine Relativierung sollte hinzugefügt werden, dass viele Investment Banker gar keine ausgebildeten Ökonomen sind, sondern Physiker, Mathzematiker, Biologen). Die Finanzmärkte stehen exemplarisch dafür. Erst das Black-Merton-Scholes-Modell hat die Tranchierung von Derivaten überhaupt erst möglich gemacht. Was von Ökonomen als Beschreibung einer unabhängig und objektiv gegebenen Realität verkauft und gelehrt wird, schafft in Wirklichkeit erst diese Realität. Ökonomie muss entzaubert werden. Nieder mit den Hohepriestern des 20. und 21. Jahrhunderts. Erst nach dieser Entzauberung sind auch wieder Diskussionen über Alternativen möglich.
Das Problem ist doch systemtisch. Die Unis versuchen jetzt mit ein paar Ethikkursen entgegenzusteuern, wobei Wirtschaftsethik selbst als "Instrument" anstatt als "Fundament" verkauft wird. Es wird in die Utilitaristische Logik eingepasst, ähnlich wie das mit "Soft Skills" passiert ist. Solange das neoklassische Primat, die damit verbundene Trennung von Ökonomie und Gesellschaft, die Ontologisierung von Märkten (der Markt als Wesen effizientes und handelndes), und die Abwesenheit jedweder Krisentheorie des Kapitalismus (man spricht dann gerne von Rezensionen) sowie polit-ökonomischer Perspektien, solange Wachstumsprimat weiter dominiert und adas BIP als heilige Zahl verehrt wird, ja solange wird es nicht zu einer Änderung der Verhältnisse kommen. Viele sogenannte Ökonomieprofessoren haben nicht den blassestesten Schimmer von Wirtschaftsgeschichte., Smith, Marx, Sombart, Schumpeter, Veblen, Minsky, etc. alles Leute, mit denen eigentlich auch Studis konfrontiert werden sollen. Die Zuchtstationen neoliberaler Subjekte müssen endlich schließen, da muss man nicht erst ideologisch argumentieren um den immensen Schaden, die diese Form der Ökonomie produziert, zu erkennen. Es geht mittlerweile um Leben, Menschen die sich kaputtarbeiten, Leute, die keine Nahrungsmittel mehr haben, weil mit Wiezen spekuliert wird etc. Die Zeit des Konsenskapitalismus ist vorbei, Akkumulation entzieht sich immer mehr demokratischer Kontrolle, wird intensiver, aggressiver, zum teil militiarisiert. Mich verwundert dass trotz dieser Auswüchse und dem beträchtlichen Anteil den die moderne Ökonomieausbildung daran hat, erst jetzt eine Diskussion darüber entbrennt (als kleine Relativierung sollte hinzugefügt werden, dass viele Investment Banker gar keine ausgebildeten Ökonomen sind, sondern Physiker, Mathzematiker, Biologen). Die Finanzmärkte stehen exemplarisch dafür. Erst das Black-Merton-Scholes-Modell hat die Tranchierung von Derivaten überhaupt erst möglich gemacht. Was von Ökonomen als Beschreibung einer unabhängig und objektiv gegebenen Realität verkauft und gelehrt wird, schafft in Wirklichkeit erst diese Realität. Ökonomie muss entzaubert werden. Nieder mit den Hohepriestern des 20. und 21. Jahrhunderts. Erst nach dieser Entzauberung sind auch wieder Diskussionen über Alternativen möglich.
nach der sich jedes Unternehmen im Wettbewerb dem fieberhaften rauf & runter der Konkurrenzsituation und Börsenwerte und damit der unendlichen Gier der Kapitaleigner bzw. -anleger stellen muss. Was nützen da dem VWL- oder noch weniger dem BWL-Studierenden moralschwangere Ethikvorlesungen, wenn ihre späteren beruflichen Zielvorgaben weder eine Ethikkomponente und erst recht keinerlei Moral haben?
Im schlechteren Fall verunsichern sie und behindern damit die geforderte Entscheidung.
Im besseren Fall sind es Steigbügelargument beim Ausstieg aus der Tretmühle.
Allerdings nur um den Preis der persönlichen Karriereblockade.
Systemimmanente Fehler sind durch moralisches Einzelverhalten nicht zu beseitigen.