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"The Wire"-Schöpfer Simon: "Das US-System ist moralisch leer"

AFPMit der Cop-Saga "The Wire" hat er die TV-Serie neu erfunden, sein Format "Treme" spielt im New Orleans nach Katrina. Und warum? Weil die Stadt für das kaputte US-System steht. Im Interview wettert David Simon gegen die Perversionen des Kapitalismus - und schlägt vor, Steinewerfen zu gehen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-874413.html
  1. #1

    wann kommt das nach deutschland?

    und auf welchem sender?
  2. #2

    Uneingeschränkt empfehlenswert

    Wer David Simon und sein The Wire noch nicht kennt, dem möchte ich dieses Epos unbedingt empfehlen. Das Beste Erzähl-TV, das ich jemals gesehen habe.
    Wie jedem großen Roman, der The Wire definitv ist, muss man ihm Zeit lassen für die Exposition. Man wird mit nicht mehr geglaubter Qualität und Tiefe belohnt.
  3. #3

    Muendigkeit ist gefragt

    Sowie der reine Kapitalismus der Gesellschaft nichts bringt, brachten auch die Modelle der Herren Marx der Gesellschaft nichts ausser Massendeportationen, Armut und dem groessten stehenden Heer (Sowjet. Armee). Nicht einmal das Wir-Gefuehl war in der Sowjetunion groesser, weil alle wussten, dass die Parteibonzen den Rest der Arbeiterklasse ausnutzten.

    Des Weiteren hat sich Marx uebrigens sowohl bei den Griechen als auch der Bibel und der Thora wissentlich und ohne Angabe der Quellen bedient - heutzutage bei Weitem genuegend Stoff zur Aeusserung des Plagiasverdachts.

    Dass der Autor dieser Serie die Dummheit bzw. das daraus folgende Elend der Menschen von New Orleans mit den Verwerfungen an den Finanzmaerkten vergleicht bzw. letztere fuer ersteres verantwortlich macht ist beinahe gefaehrlich.

    Wenn ich mein Haeuschen am Rande des Vesuvs oder in der meist beflogenen Einflugsschneise aller Hurriances aufstelle, kann ich schliesslich auch nicht dem Finanzwesen die Schuld daran geben.

    Ohne die US massig bashen zu wollen - Kulturschaffende mit mangelndem politischen Wissen wie ihn gibt es schliesslich auch im herrschaftlichen Europa - es war hoechst bedenklich den obigen Artikel zu lesen und zu bemerken, dass die Muendigkeit der Menschen auf diesem Planeten kaum mehr vorhanden ist. Geht was schief sind garantiert immer zuerst die Banken, der Staat oder die Politiker Schuld, bevor der Mensch seine eigenen Fehler einsieht.
  4. #4

    Die FDP und die USA

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Weil die Stadt für das kaputte US-System steht. Im Interview wettert David Simon gegen die Perversionen des Kapitalismus - und schlägt vor, Steinewerfen zu gehen.

    Beide werden von der Linkspresse immer wieder totgesagt, aber wenn es in den USA so schlimm ist, warum wollen dann so viele Menschen dort hin? Und nicht, um vom Staat zu leben, sondern von ihrer eigenen Arbeit und Initiative? Die Antwort ist einfach, weil die Linkspresse ihre Wunschvorstellungen mit der Realiät verwechselt.

    Was diese Serie angeht, so ist eine heruntergekommene Stadt wie New Orleans die ideale Kulisse, denn eine prosperierende Stadt mit guter Infrastruktur und Verwaltung ist langweilig.

    "Bad news is good news", wie es so treffend heißt.
  5. #5

    @Snigger: Wahrscheinlich nur über DvD. Man kennt doch das deutsche Fernsehen.

    Zitat von kalitantra Beitrag anzeigen
    Wer David Simon und sein The Wire noch nicht kennt, dem möchte ich dieses Epos unbedingt empfehlen. Das Beste Erzähl-TV, das ich jemals gesehen habe.
    Wie jedem großen Roman, der The Wire definitv ist, muss man ihm Zeit lassen für die Exposition. Man wird mit nicht mehr geglaubter Qualität und Tiefe belohnt.
    Eine Wirklich großartige Serie. Gegen Ende der 5ten Staffel war ich allerdings kurz davor den DvD-Player auszuschalten. :X
  6. #6

    Ich habe nach der ersten Staffel aufgegeben. Es hat zwar seine guten Momente, aber letzendlich gibt es nichts was einen süchtig macht.

    Habe eigentlich nur wegen Simon und dem tollen "The Wire" überhaupt eingeschaltet.
  7. #7

    Mir ist diese moralische Leere in der US-Gesellschaft letztens in einem anderen Zusammenhang aufgefallen: Es ging um eine Petition, also einen Gesetzesvorschlag, zu dem alle Kalifornier abstimmen sollten.
    Die Frage war: "Sollen Gen-manipulierte Lebensmittel mit einer Warnung versehen werden?".

    Man sollte meinen, dass so ein Gesetz natürlich durchkommt, weil es für den Verbraucher ja nur Vorteile und keine Nachteile bietet.

    Aber falsch gedacht: die großen Lebensmittelhersteller und Gen-saat-produzenten haben zusammengeschmissen und eine 50 Mio $ Kampagne springen lassen, mit lauter schwachsinnigen Begründungen ("das Essen wird dann unbezahlbar", "auf den Packungen stehen dann ZU viele Informationen").

    Ergebnis: Die meisten stimmten gegen die Petition. Genetisch veränderte Lebensmittel müssen also nicht gekennzeichnet werden. Traurig.
  8. #8

    Zitat von hxk Beitrag anzeigen
    Beide werden von der Linkspresse immer wieder totgesagt, aber wenn es in den USA so schlimm ist, warum wollen dann so viele Menschen dort hin? Und nicht, um vom Staat zu leben, sondern von ihrer eigenen Arbeit und Initiative? Die Antwort ist einfach, weil die Linkspresse ihre Wunschvorstellungen mit der Realiät verwechselt.

    Was diese Serie angeht, so ist eine heruntergekommene Stadt wie New Orleans die ideale Kulisse, denn eine prosperierende Stadt mit guter Infrastruktur und Verwaltung ist langweilig.

    "Bad news is good news", wie es so treffend heißt.
    Haben wir den gleich Artikel gelesen? In meiner Version kritisiert ein US-Amerikaner die Sozialstruktur und die politische Kultur seines Landes. Das US-Bashing der Linkspresse muss ich irgendwie verpasst haben.

    Alleine der Begriff Linkspresse ist so putzig ...
  9. #9

    Zitat von hxk Beitrag anzeigen
    Beide werden von der Linkspresse immer wieder totgesagt, aber wenn es in den USA so schlimm ist, warum wollen dann so viele Menschen dort hin? Und nicht, um vom Staat zu leben, sondern von ihrer eigenen Arbeit und Initiative? Die Antwort ist einfach, weil die Linkspresse ihre Wunschvorstellungen mit der Realiät verwechselt.

    Was diese Serie angeht, so ist eine heruntergekommene Stadt wie New Orleans die ideale Kulisse, denn eine prosperierende Stadt mit guter Infrastruktur und Verwaltung ist langweilig.

    "Bad news is good news", wie es so treffend heißt.
    Weil in vielen Köpgfen weiterhin die Propaganda des "American Way of Life" sowie "Vom Tellerwäscher zum Millionär" wirken und geglaubt wird. Wenn man dann mal tatsächlich vergleicht wieviele es schaffen und wieviele eben am System kaputt gehen stellen auch diese Leute fest das es eben nur Propaganda war.








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