Zwar besaß ich nie eine solche Puppe, aber ich habe "Negerküsse" gegessen, auch wenn das auf den Packungen niemals so draufstand. Ich glaube, damals war man in solchen Dingen einfach ein bisschen lockerer - unabhängig von der Hautfarbe.
dapdBei der Vorstellung ihres Buches in Hamburg erzählte Sarah Kuttner von einem Spielzeug ihrer Kindheit. Aus Wut über ihre Erinnerungen an die "Negerpuppe" rief ein Besucher die Polizei und zeigte die Autorin an. Der Skandal, der wohl keiner ist, lässt sich jetzt nicht mehr stoppen.
Bei einer Lesung von Sarah Kuttner fällt das Wort Negerpuppe - SPIEGEL ONLINE
Zwar besaß ich nie eine solche Puppe, aber ich habe "Negerküsse" gegessen, auch wenn das auf den Packungen niemals so draufstand. Ich glaube, damals war man in solchen Dingen einfach ein bisschen lockerer - unabhängig von der Hautfarbe.
ein Großteil der Beiträge zeigt mal wieder, dass es etliche Kommentatoren gibt, die es noch nicht verstanden haben. Sie verteidigen ihre veralteten Ausdrucksweisen und wundern sich darüber, dass es Menschen gibt, die sich darüber ärgern. Die Diskussion im Forum hat es in den 80-ziger Jahren schon ähnlich gegeben. Wenn Frau Kuttner in ihrem Buch von "unschuldigem Rassismus" schreibt und niemand daran Anstoß nimmt, frage ich mich, was soll denn das sein? Wer auch heute noch meint, bestimmt Worte wählen zu müssen, auch wenn er weiß, dass er damit andere beleidigt, ist immernoch Rassist und nicht unschuldig.
Stimmt nicht. Das ist so genannte Volksetymologie und die hat in den seltensten Fällen Recht. Die Herkunft des Begriffs ist bis heute unklar und hat nichts mit ziehenden Gaunern zu tun. Es gibt diverse altpersische und -türkische Begriffe, die als Vorlage für "Zigeuner" dienen könnten.
Richtig, aber der Punkt ist, dass ich diesen Unterschied machen muss, WEIL ES IN DEUTSCHLAND RASSISMUS GEGENÜBER SCHWARZEN GIBT. Und weil es ihn gibt, überall, immer wieder, finde ich eine Überreaktion eines Betroffenen nachvollziehbar. Und wenn ich hier im Forum die rassistischen und fremdenfeindlichen Beiträge lese, belegen die genau meine Aussage: Als Schwarzer muss ich überall mit solchen Anfeindungen rechnen und leben, ohne dass ich irgendetwas daran ändern kann.
Meine Aussagen basieren auf vielen Gesprächen mit verschiedenen Schwarzen. Und das ist genau deren Befindlichkeit: Der überall anzutreffende Rassismus führt zu einer Überempfindlichkeit und Paranoia. Ich weiß von Schwarzen in den USA, die sagen, dass sie keinen Organspendeausweis wollen, weil sie befürchten u.U., nicht ordentlich medizinisch behandelt zu werden, um ihre Organe nutzen zu können. Ich kenne eine ein afroamerikanische Mutter, die mit einem Weißen verheiratet ist und es sehr bedrückend findet, dass sie immer wieder für die Nanny ihres eigenen Kindes gehalten wird. Das nur einmal zur Illustration der Paranoia und der Alltagserfahrungen von Schwarzen.
Quintessenz aller dieser Gespräche war, dass es für Weiße einfach keine vergleichbaren Erfahrungen gibt. Wir wurden nie mit Affen auf eine Stufe gestellt, massenweise als Sklaven wie Vieh verfrachtet und behandelt, für unerträglich gehalten, weswegen es Segregation oder Apartheid geben musste. Wir leben nicht in einer Welt, wo man allenfalls als Künstler oder in den Medien eine gewisse Gleichberechtigung und Anerkennung entgegen gebracht bekommt. Wo man mit Problemen wegen seiner Hautfarbe rechnen muss. Wenn man sich um eine qualifiziertere Arbeitsstelle bewirbt, wenn man irgendwo als Kunde auftritt, usw. usw.
Recht haben Sie. Schließlich waren es Begriffe der eigenen Kindeheit und können mit heutigen Maßstäben nicht verglichen werden. Da auch Frau Kuttner ein Kind der DDR - Zeit war, ist darauf hinzuweisen, dass der Begriff "Negerpuppe" eine übliche Handelsbezeichnung war. Genauso wie der "Negerkuß", den es ja so auch nicht mehr gibt. Und übrigens kann jeder die "DDR-Negerpuppe" bei eBay ersteigern und sich ein Bild vom Sielgefährten der kleinen Sarah machen.